Warum Homeoffice auch nach der Corona-Krise an Bedeutung gewinnt

Warum Homeoffice auch nach der Corona-Krise an Bedeutung gewinnt

Die Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken, war in den letzten Monaten für viele Unternehmen eine gute Option, um während der Corona-Pandemie die Kommunikation aufrechtzuerhalten und handlungsfähig zu bleiben.

Der digitale Wandel machte es möglich: Unternehmen, die vorher noch nicht sehr intensiv virtuell zusammengearbeitet hatten, waren durch Corona gezwungen, ihre technische Infrastruktur zu überprüfen und anzupassen, um ihr Alltagsgeschäft aufrecht zu erhalten. Warum nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Ihr Unternehmen auch nach Corona von Home-Office-Lösungen profitieren können, lesen Sie in diesem Artikel.

    Was ist Homeoffice: Definition von „Telearbeit“

    Homeoffice kann zwei Bedeutungen haben. Während man es im umgangssprachlichen Gebrauch vor allem für das heimische Arbeitszimmer verwendet, bedeutet der Begriff im Kontext dieses Artikels vor allem die Flexibilisierung des Arbeitsortes. Das heißt, dass es den Homeoffice-Arbeitnehmer*innen ermöglicht wird, ihre Tätigkeiten aus ihrem privaten Umfeld, also von zu Hause aus, zu erledigen.

    Die nötigen Voraussetzungen dafür schaffte vor allem die Digitalisierung, die in der Business-Welt neue Kommunikationswege und -möglichkeiten auf den Weg gebracht hat. Im deutschen Sprachgebrauch lassen sich auch die Begriffe „Heimarbeit“ und „Telearbeit“ im Groben synonym für Homeoffice verwenden.

    Telearbeit, Heimarbeit und Homeoffice: Die feinen definitorischen Unterschiede

    In der Literatur werden drei verschiedene Homeoffice-Varianten unterschieden:

    • Teleheimarbeit: Wenn ein Arbeitnehmer komplett und in Vollzeit vom heimischen Büro aus arbeitet, verrichtet er eine sogenannte Teleheimarbeit.
    • Alternierende Telearbeit: Diese Form der Heimarbeit kommt am häufigsten vor: Der Beschäftigte hat sowohl einen Schreibtisch im Unternehmen als auch ein Büro in den eigenen vier Wänden. Je nach Absprache mit dem Vorgesetzten, kann der Homeoffice-Mitarbeiter zwischen seinem Schreibtisch im Unternehmensgebäude und dem Schreibtisch zu Hause wechseln. Hierbei ist es auch möglich, dass sich mehrere Telearbeitende den Schreibtisch in der Firma teilen – mit erheblichen Einsparungsmöglichkeiten für das Unternehmen.
    • Mobile Telearbeit: Von dieser Art der Telearbeit machen vor allem Arbeitnehmer*innen Gebrauch, die durch ihre Arbeit viel reisen müssen – beispielsweise Vertriebler oder Consultants. Diese können dann von unterwegs – beispielsweise im Zug oder Flugzeug – auf Firmendokumente zugreifen, um so beispielsweise Vorbereitungen für ihre nächsten Meetings zu treffen.

    Ohne Frage: Der Wunsch der Arbeitnehmer*innen nach Homeoffice-Möglichkeiten ist enorm. Arbeiten von zu Hause verspricht viele Freiheiten – und in Zeiten der Corona-Pandemie zusätzlich Schutz vor Ansteckung durch Kollegen am Arbeitsplatz. Seit der Corona-Krise hat Home-Office noch mal einen anderen Stellenwert bekommen.

    Mitarbeiter im Homeoffice – Diese technische Ausstattung benötigen Arbeitnehmer

    Wenn Ihre Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, brauchen sie zunächst die richtige Ausstattung, damit auch im heimischen Büro produktive Ergebnisse erzielt werden können. Wir listen für Sie auf, was Sie als Arbeitgeber Ihrer Belegschaft im Homeoffice zur Verfügung stellen sollten:

    • eine sichere und schnelle Internetverbindung, am besten VPN-Zugriff
    • ein großer Bildschirm
    • eine gute und vernünftige Tastatur
    • ein Telefon oder Headset, auf dem der Beschäftigte geschäftlich erreichbar ist
    • Als Zusatz: Drucker mit Scan-, Fax- und Kopierfunktion
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    Jeder Mitarbeiter im Homeoffice benötigt eine gewisse technische Ausstattung um auch zuhause produktiv arbeiten zu können. © wachiwit – Adobe Stock

    Diese Regeln gelten im Homeoffice

    Im heimischen Büro gibt es Regeln, die Sie als Angestellter beachten sollten. Auch, wenn Sie mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten ausschließlich online vernetzt sind, empfielt es sich, folgende Dinge zu beachten:

    Der richtige Ort zum Arbeiten

    Einige Angestellte möchten morgens am liebsten gar nicht aus dem Bett aufstehen und sehen darin die Chance, aus dem Bett heraus zu arbeiten. Dennoch ist es für Sie als Arbeitnehmer von Vorteil, wenn Sie sich einen festen Arbeitsplatz zuhause einrichten. Ansonsten besteht oft die Gefahr, Privates und Berufliches nicht voneinander unterscheiden zu können.

    Die richtige Kleidung wählen

    Aus dem Bett an den Schreibtisch fallen ist im Homeoffice besonders einfach. Trotzdem sollten Sie sich nach dem Aufstehen die Zeit nehmen, sich frisch zu machen. Was die Wahl Ihrer Kleidung im Homeoffice betrifft, sind Sie frei. Manche mögen es lieber bequem, andere arbeiten konzentrierter, wenn sie Alltagskleidung tragen. Beachten Sie jedoch: Sollte ein Videocall anstehen, bei dem Ihre Kleidung zu sehen sein könnte, wäre es durchaus sinnvoll, im Vorfeld den Schlafanzug gegen alltägliche Kleidung auszutauschen.

    Pausen nicht vergessen

    Wer ohne Pause durcharbeitet verliert irgendwann an Konzentration und Produktivität. Planen Sie daher regelmäßige Pausen in Ihren Arbeitsalltag ein.

    Eine Struktur finden

    Ein Arbeitstag zuhause sollte ähnlich wie im Büro strukturiert sein. Natürlich kann man dabei im Homeoffice etwas lockerer sein, jedoch sollten Sie nicht planlos in den Tag oder die Woche hineinleben. Einen Plan zu haben bringt Ihre zu erledigenden Aufgaben voran und lässt Sie auch zuhause das schaffen, was Sie sich vorgenommen haben.

    Kontakt zu den Kollegen halten

    Im Homeoffice sollten Sie sich nicht isolieren, der Kntakt zu den Kollegen ist wichtig. Treffen Sie sich dazu zum Beispiel einmal pro Woche online für eine Kaffeepause oder ein kurzes persönliches Update. Sprechen Sie über Ihren Alltag im heimischen Büro und stimmen Sie sich gerne bezüglich Arbeitszeiten oder Pausen ab.

    Feierabend: Finden Sie den Absprung

    Bei der Büroarbeit von zuhause besteht oftmals die Herausforderung, bei der Bearbeitung der Aufgaben kein Ende zu finden. Dabei ist es besonders wichtig, auch den Absprung in den Feierabend zu schaffen. Hilfreich ist hier, eine feste Uhrzeit für das Arbeitsende des Tages festzulegen und danach das Diensthandy oder den Laptop beiseite zu legen.

    Homeoffice – auch nach Corona: Das wünschen sich Arbeitnehmer

    Die Zahlen des bayerischen Forschungsinstituts für digitale Transformation sprechen für sich: 83 Prozent der Homeoffice-Erfahrenen sind sehr oder eher zufrieden. 75 Prozent der Homeoffice Neulinge sind sehr zufrieden oder eher zufrieden. Grob gesagt: Die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer*innen sind sehr zufrieden mit der Verbindung Arbeit und häuslicher Alltag – und sie würden am liebsten gar nicht mehr darauf verzichten. Einer Umfrage der Mail-Plattform Web.de zufolge wünschen sich 64 Prozent der Befragten, dass sie auch nach Corona weiterhin die Möglichkeit auf Homeoffice hätten. In der Studie sind es sogar 68 Prozent, die das Arbeiten von zu Hause in ihrem Job für umsetzbar halten und nach der Krise beibehalten wollen.

    Dahingegen gaben 39 Prozent an, sie würden es nicht nutzen, weil der Chef es verbietet. Um diesen Status zu ändern, von Vorteilen zu profitieren und die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu stillen, sollten Arbeitgeber also dringend in Erwägung ziehen, auch nach Corona die Möglichkeit auf Home Office bestehen zu lassen. Daher haben wir für Sie noch einmal die wesentlichen Vor-und Nachteile gegenübergestellt.

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    Arbeiten von Zuhause ist für Viele der neue Alltag während der Corona-Pandemie. © Shaganti – Adobe Stock

    Homeoffice: Vor- und Nachteile für Arbeitgeber im Blick

    Nicht jeder kann dauerhaft mobil arbeiten – das ist klar. Wer Schornsteinfeger oder Logistiker ist, hat keine andere Wahl, als täglich zu seiner Arbeitsstätte zu fahren. Dennoch gibt es Berufe, die sich ganz oder zumindest teilweise von zu Hause aus ausüben lassen – beispielsweise Sachbearbeiter oder Personaler. Bevor Betriebe einem Antrag auf Homeoffice ablehnen oder zustimmen, sollten die Verantwortlichen erst einmal Für und Wider abwägen.

    Die Vorteile für das Unternehmen

    Telearbeitsmodelle können mit einigen Vorteilen für Ihr Unternehmen einhergehen:

    1. Reduktion von Kosten: Der Beschäftigte braucht kein eigenes Büro mehr. Das spart Platz und Ressourcen.
    2. Steigerung der Produktivität: Laut einer Feldstudie von Professor Nicolas Bloom von der Stanford-University aus dem Jahr 2017 arbeiten Arbeitnehmer*innen im Homeoffice bis zu 13 Prozent produktiver als Arbeitnehmer, die vor Ort im betriebseigenen Büro arbeiteten. Die Gründe: Pünktlicher Start aufgrund fehlender Staus in der morgendlichen Rushhour oder verspäteter Züge, weniger Pausen, keine Ablenkungen durch beispielsweise Kolleg*innen und mehr Konzentration.
    3. Höhere Mitarbeiterzufriedenheit: Die genannte Studie brachte auch ans Licht, dass Heimarbeiter*innen mit ihrem Job sehr viel zufriedener sind als klassische Arbeitnehmer ohne Homeoffice.
    4. Besseres Employer Branding: Nicht nur bei Arbeitnehmer*innen gewinnen flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice und Jobsharing an Bedeutung. Auch Unternehmen erhöhen durch diese ihre Arbeitgeberattraktivität und machen sich für neue Fachkräfte am Arbeitsmarkt attraktiv.
    5. Positionierung als familienfreundliches Unternehmen: Bewerber*innen, die in Erfahrung gebracht haben, dass sie auch von zu Hause aus arbeiten können, sehen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Daher entscheiden sie sich eher für einen Job bei einem Arbeitgeber, welcher Wert auf familienfreundliche Maßnahmen legt.

    Die Nachteile für das Unternehmen

    1. Mehr Aufwand für Koordinierung und Organisation: Natürlich muss man bei Homeoffice-Mitarbeiter*innen mehr organisieren und koordinieren. Sei es bezüglich der Termine mit Kund*innen oder Kolleg*innen, der Vergabe der geteilten Arbeitsschreibtische oder der zusätzlich benötigten Arbeitsverträge.
    2. Häufigere Missverständnisse: Eine Gefahr in der Zusammenarbeit in virtuellen Teams ist es, dass in der Kommunikation durch E-Mails und Chatnachrichen der Einfluss von Emotionen und Stimme verloren geht. Da ein Kopfschütteln, das man im Büro gesehen hätte, nicht mehr sichtbar ist, gewinnt eine transparente Kommunikation noch einmal einen anderen Stellenwert.
    3. Weniger Teamspirit: In der Studie von Nicolas Bloom entschieden sich die Probanden nach neun Monaten, wieder in ihr altes Büro zurückzukehren. Das Gefühl der Isolation war doch zu groß. Außerdem hatten sie weniger das Gefühl, für ihre absolvierte Arbeit wertgeschätzt zu werden.
    4. Arbeitszeitkontrolle: Vertrauen ist das A und O in der Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Daher sollte bei einem Heimarbeitsvertrag auch genügend Vertrauen bestehen. Denn: Die Kontrolle der Arbeitszeiten ist bei Teleheimarbeitern sehr schwierig.
    Tipp: Je nach Branche, Unternehmen und Mitarbeiter sollten Sie individuell abwägen, ob Sie nach der Pandemie eine dauerhafte Homeoffice Lösung in Erwägung ziehen können. Gute Führungskräfte sollten die Beschäftigten von daheim arbeiten lassen, die es sich wünschen und trotzdem Leistung abliefern. Und andere, die vielleicht gefördert werden müssen und umgeben von Kollegen produktiver sind, werden zurückgeholt. Weder ist für Homeoffice alle die richtige Lösung, noch ist für alle die Ansage „Back to the office“ sinnvoll. Auch eine Zwischenlösung ist möglich, bei der Sie Ihre Mitarbeiter flexibel an wechselnden Tagen oder aufgeteilt vormittags und nachmittags im Homeoffice arbeiten lassen. Dies ist auch eine der wichtigen Maßnahmen, um die Mindestabstände im Großraumbüro während der Corona-Pandemieeinzuhalten.

    Im Grundsatz werden Flexible Arbeitszeitmodelle zunehmend wichtiger, um im War for Talents gegen andere attraktive Arbeitgeber bestehen zu können. Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten, um auch im Homeoffice das Teamgefühl zu stärken und eine transparente Kommunikation zu ermöglichen.

    So wirken Sie den Nachteilen von Homeoffice entgegen

    Um den Herausforderungen im Homeoffice entgegenzuwirken, können Sie folgenden Tipps befolgen:

    1. Transparente Kommunikation: Bilden Sie alle Teile der Interaktion digital ab, um eine transparente Kommunikation zu ermöglichen. Für Video-Calls bieten sich Google Hangouts, Skype, Slack-Video oder auch Zoom an. Stellen Sie sich darauf ein, Tools auch mal flexibel zu kombinieren: Wenn die Verbindung in einer Videokonferenz zu schwach ist und das Teilen des Bildschirms nicht funktioniert, nutzen Sie als Tonspur zur Entlastung zusätzlich das Telefon.

    2. Wertschätzung nach Hause: Auch bei der virtuelle Form der Zusammenarbeit gibt es Möglichkeiten, Ihren Mitarbeiter*innen Wertschätzung zu zeigen. Senden Sie beispielsweise eine sogenannte „Lovebox“ an Ihre Teams nach Hause. Diese kann ein paar Snacks, Kerzen, Hand Sanitizer und vielleicht sogar einer kleine Notiz beinhalten.

    3. Entdeckung neuer Routinen: Virtuelle Zusammenarbeit schafft auch die Möglichkeit neue Routinen zu entwickeln. Beginnen Sie beispielsweise jeden Call mit einem Energie Check und einem Yoga Stretch. Auch die virtuelle gemeinsame Mittagspause, bei der jeder Kaffee aus seiner Lieblingstasse trinkt, eignet sich, um das Teamgefühl zu stärken und die Kontakte zu den Kolleg*innen zu pflegen.

    4. Schaffung klarer zeitlicher Strukturen: Obwohl Homeoffice dazu beiträgt, Beruf und Familie bestmöglich zu vereinen, müssen klare Grenzen gesetzt werden. Legen Sie daher klare Regeln bezüglich der Arbeitszeit fest, um eine Struktur zu schaffen, auch um Ihre Mitarbeiter*innen vor zu viel Arbeit zu schützen. Deutsche Gesetze wie das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) geben hier einen sehr klaren Rahmen vor: Beispielsweise müssen auch Homeoffice-Mitarbeiter eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden einhalten, bevor sie ihre Aufgaben wieder aufnehmen dürfen. Im Folgenden erfahren Sie noch weitere arbeitsrechtliche Regelungen, auf die Sie achten sollten, wenn Sie ihre Beschäftigten ins Homeoffice schicken.

    Arbeitsrecht: Wann darf ich meine Mitarbeiter ins Homeoffice schicken?

    Normalerweise dürfen Arbeitgeber nicht einseitig festlegen, ob und wann Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten. Diese Punkte sollten in Ihrem Arbeitsvertrag geregelt sein. Ist dies nicht der Fall, so können natürlich auch mit ihrem Arbeitnehmer vereinbaren, dass dieser im Homeoffice arbeitet. Dazu brauchen Sie aber dessen Zustimmung. Sie können das vertraglich vereinbaren, indem Sie einen Zusatz zum Arbeitsvertrag entwerfen.

    Das Einverständnis des Arbeitnehmers ist allerdings nicht zwingend schriftlich notwendig. Durch eindeutiges Handeln kann der Arbeitnehmer ebenfalls zeigen, dass er einer Arbeit im Homeoffice zustimmt. Ein klares Zeichen liegt vor, wenn er sich sein Arbeitsmaterial von der Arbeit mit nach Hause nimmt und zu Hause dann auch tatsächlich arbeitet. Um möglichen rechtlichen Probleme aus dem Weg zu gehen, ist aber eine vertragliche Verordnung über das Arbeiten im Homeoffice dringend zu empfehlen.

    Während der Corona-Pandemie wird Unternehmen empfohlen, sofern es möglich ist, den Mitarbeitern die Option auf Homeoffice zu ermöglichen. Seit Kurzem ist es auch gesetzlich vorgeschrieben, dass der Arbeitnehmer das Angebot vom Homeoffice annehmen muss. Bis zum 30 Juni, müssen Arbeitnehmer aus dem Homeoffice arbeiten wenn diese Möglichkeit besteht. Wichtig ist jedoch, dass beim Arbeiten im Büro die Hygienemaßnahmen eingehalten werden und darauf geachtet wird, dass nicht zu viele Mitarbeiter auf einmal im Büro sind. Daher bietet sich die aktuelle Gesetzeslage für viele Unternehmen an.

    Darf der Arbeitnehmer selbst bestimmen, wann er ins Homeoffice geht?

    Einen gesetzlichen Anspruch auf Home-Office gibt es in Deutschland nicht, in der Regel ist eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber notwendig. Genauso wie Sie den Arbeitnehmer bei einer fehlenden Regelung nicht einseitig ins Homeoffice schicken dürfen, können Arbeitgeber nicht einseitig festlegen, im Homeoffice zu arbeiten. Die Angst vor Ansteckung allein berechtigt noch nicht zum Arbeiten zu Hause.

    Wie sieht es aus, wenn sich der Arbeitnehmer mit Covid-19 infiziert hat?

    Wenn der Arbeitnehmer erkrankt ist, dann darf er nicht arbeiten. Es kann aber auch vor einer eindeutigen Infektion vorher sinnvoll sein, dass Mitarbeiter zur Sicherheit im Homeoffice arbeiten, um eine potenzielle Infektion auszuschließen. Dann gilt das eben Gesagte: Sie können Ihren Arbeitnehmer vertraglich oder mit seinem Einverständnis ins Homeoffice schicken.

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    Hat sich ein Angestellter mit Corona infiziert, darf er auch nicht im Homeoffice arbeiten. © epixproductions – Adobe Stock

    Welche weiteren arbeitsschutzrechtlichen Regelungen gelten im Homeoffice?

    Unternehmen müssen auch außerhalb von Corona rechtlich gesehen für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz des Beschäftigten im Homeoffice sorgen: So regelt es die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Das bedeutet, dass der Arbeitgeber – genauso wie für seine Mitarbeiter im Firmengebäude – beispielsweise:

    • für die angemessene Größe des Schreibtisches sorgen zu hat (160 Zentimeter x 80 Zentimeter).
    • sicherstellen muss, dass im Homeoffice des Mitarbeiters ergonomische Bürostühle zur Verfügung stehen.
    • Sorge für eine adäquate Beleuchtung am Arbeitsplatz zu tragen hat. Dazu gehören sowohl genügend Leuchtquellen als auch ein Sonnenschutz. So werden die Augen des Mitarbeiters geschont und er kann blendfrei arbeiten.

    Diese Abreden sollten Sie zusätzlich für die Arbeit im Homeoffice treffen

    Zu den ohnehin schon geltenden arbeitsrechtlichen Regelungen, die für alle Arbeitnehmer – egal ob im heimischen oder firmeneigenen Büro – gelten, gibt es dennoch wichtige zusätzliche Aspekte, die man mit dem Homeoffice-Mitarbeiter*innen besprechen sollte.

    Dies sollte spätestens zu dem Zeitpunkt geschehen, wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber feste Homeoffice-Arbeitszeiten vereinbaren. Die Regelungen lassen sich entweder im Rahmen eines gesonderten Telearbeitsvertrags oder einer zusätzlichen Betriebsvereinbarung im Arbeitsvertrag niederschreiben.

    Diese Aspekte sind:

    • Klären Sie die Ausstattung des Heimarbeitsplatzes des Beschäftigten. Besprechen Sie auch die Details zur Erstattung der Kosten und der Aufwandsentschädigung.
    • Geben Sie dem Mitarbeiter klare Angaben zu seiner Dokumentationspflicht bezüglich seiner Arbeitszeit. Für eine höhere Genauigkeit und Transparenz der Arbeitszeit eignen sich Timetracking-Apps wie beispielsweise Hubstaff oder Toggle.
    • Besprechen Sie den Datenschutz und die Datensicherheit, die der Mitarbeiter auch im Homeoffice beachten muss.

    Welche gesetzliche Versicherung greift bei einem Arbeitsunfall im Homeoffice?

    Der normale Arbeitnehmer ist durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt, sollte es auf dem Weg zur Arbeitsstätte oder während der eigentlichen Tätigkeit zu einem Wegeunfall kommen. Doch wie sieht es bei einem Heimarbeiter aus? Dieser ist durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Aber nur bei allen Tätigkeiten und Aufgaben, die im direkten Zusammenhang mit der Aufgabenerfüllung als Heimarbeiter stehen. Welche das genau sind, hängt vom jeweiligen Auftragsverhältnis ab.

    Schwieriger wird es mit dem Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung bei Unfällen im Wohnraum. Stürzt der Heimarbeiter zum Beispiel über einem Karton in seinem Arbeitsraum, besteht der Versicherungsschutz. Anders ist es jedoch, wenn er sich auf dem Weg zur Toilette verletzt oder die Büroarbeit aufgrund privater Belange unterbricht und es dadurch zu einem Unfall kommt. Hier greift kein Versicherungsschutz!

    Tipp: Um Versicherungsprobleme zu vermeiden und die Mitarbeiterbindung zu erhöhen, sollten Sie Ihrem Heimarbeiter empfehlen zusätzlich eine private Unfallversicherung abzuschließen.

    FAQ: Wichtige Fragen zum Thema Homeoffice

    Wer trägt die Kosten für das Arbeiten von zuhause?

    Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Kosten für die Arbeitsmittel im Homeoffice zu zahlen.

    Wer ist zum Homeoffice verpflichtet?

    Eine Homeoffice-Pflicht ist gerechtlich schwer zu vereinbaren. Daher besteht aufgrund von Corona lediglich eine Empfehlung, im Homeoffice zu arbeiten. Die einzige Voraussetzung: Der Arbeitgeber/Die Arbeitnehmerin muss zustimmen.

    Kann man die Arbeit im Homeoffice von der Steuer abheben?

    Die Kosten für die Büroarbeit im Homeoffice können von der Steuer abgehoben werden – bis zu einem Betrag von 1250 Euro pro Jahr. Dazu zählen z.B. die Kosten für Arbeitsmittel wie Laptop, Schreibtisch, etc.

    Welches Versicherungsrisiko lauert im Homeofice?

    Im Homeoffice ist der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin nur am heimischen Arbeitsplatz und auf dem direkten Weg dorthin gesetzlich vom Arbeitgeber versichert. Verletzt man sich also beispielsweise, wenn man etwas zu Trinken holt, muss man im Zweifel selbst dafür haften.

    Wann ist die Arbeit im Homeoffice sinnvoll?

    Zum einen ist die Arbeit im Homeoffice sinnvoll, wenn man in seinem Beruf von Grund aus auch von zuhause arbeiten kann. Außerdem kann es sinnvoll sein, wenn man einen weiten Arbeitsweg hat. Das Arbeiten von zuhause spart dadurch viel Zeit. Zudem fällt auf, dass durch Homeoffice weniger Arbeit durch Krankheit ausfällt. Im Büro oder auf dem Weg dorthin verbreiten sich Krankheiten deutlich schneller als bei der Arbeit im Homeoffice.

    Hat Homeoffice auch nach Corona eine Zukunft?

    Es gibt einige Vorteile von der Büroarbeit im Homeoffice, die dieses Arbeitsmodell auch nach der Corona-Pandemie für sinnvoll einstuft. Zum einen fallen Arbeitswege weg, die oftmals viel Zeit und Nerven kosten. Andererseits können sich viele Arbeitnehmer*innen im heimischen Büro besser konzentrieren, da Ablenkungen durch Kollegen nicht bestehen. Zudem steht fest, dass im Homeoffice weniger Krankheitsfälle auftreten, die das Arbeiten verhindern.

    Autor: Redaktion Personalwissen