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Wie ein Open Space Office oder ein offenes Bürokonzept Mitarbeiter und Unternehmen effektiv unterstützt

© Dariusz T. Oczkowicz – Fotolia
Open Space Office, Großraumbüro

    Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich in einem Büro. Gemäß einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln waren im Jahr 2015 zusammengerechnet knapp 25 % aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Menschen in Deutschland im bürokommunikativen Bereich tätig. Betrachtet man den Wert für die Metropolen und Ballungsräume in Deutschland, ergibt sich ein noch differenzierteres Bild. Die Bankenhochburg Frankfurt zum Beispiel gilt als Spitzenreiter für Bürojobs. In der Mainmetropole verzeichnete man einen Wert von 46,1 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, die in einem Büro arbeiten. In der Bundeshauptstadt Berlin sind es noch 34,7 %, was einem Wert von knapp jedem dritten Angestellten entspricht.

    Unter Betracht der vielen Mitarbeiter, die täglich 8 oder mehr Stunden an ihrem Arbeitsplatz im Büro verbringen, stellen sich für Personaler und Führungskräfte viele Fragen. Diese betreffen neben vielen anderen Themen auch Sachverhalte rund um die Ausstattung und Funktionalität von Büroarbeitsplätzen.

    Offene Bürokonzepte haben viele Anhänger – aber sind sie wirklich gut?

    Gerade vor dem Hintergrund, dass Arbeitsplätze mit einem offenen Bürokonzept (auch als Open Space Office bezeichnet) immer beliebter werden, muss jedes Unternehmen eingehend überlegen, wie die Arbeitswelt ihrer Mitarbeiter professionell organisiert werden kann, dass sowohl Mitarbeiterzufriedenheit wie auch Kosteneffizienz sinnvoll vereint werden können. Es ist zielführend, wenn Führungskräfte und Personaler die Anforderungen an Großraumbüros, die betriebsinternen Bürokonzepte und die allgemeine Büroraumplanung fortlaufend überprüfen. In diesem Fall können Bürolandschaften realisiert werden, die die Beschäftigten und die Unternehmen gleichermaßen zufriedenstellen.

    Unter anderem sollten folgende Fragen beantwortet werden:

    • Wie sollte ein Büroarbeitsplatz generell aufgebaut sein?
    • Gewährleistet ein Open Space Office generell mehr Kreativität und Produktivität?
    • Warum sind Open Space Office-Arbeitsplätze oft unbeliebt und welche Nachteile müssen abgewogen werden?
    • Welche Vorteile und welche Nachteile können bei einem offenen Bürokonzept gegenübergestellt werden?
    • Welche Entwicklungen sollten Unternehmen in Bezug auf die Digitalisierung und die moderne Büroraumplanung aufmerksam verfolgen?

    Wie sollte ein Büroarbeitsplatz generell aufgebaut sein?

    Jeder Betrieb stimmt seine Bürokonzepte vor allem auf die vorhandene Mitarbeiterstruktur ab. Bei manchen Beschäftigten ist ein Einzelbüro beliebt, da hier eine vollständige personelle Entfaltungsmöglichkeit besteht. Andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bevorzugen ein Open Space Office, bei dem viele Kollegen gemeinsam in einem Raum arbeiten. Diese Büroform besticht vor allem durch kurze Wege. Rückfragen beim Vorgesetzten sind in der Regel viel schneller möglich, da auch der Leiter des Bereiches im oder in der Nähe des Großraumbüros sitzt.

    Abseits der innerbetrieblichen Büroraumplanung und der Entscheidung für oder gegen ein offenes Bürokonzept ist es wichtig, entscheidende Grundregeln für Büroarbeitsplätze zu beachten. Diese werden auch gesetzlich geregelt. Detailvorschriften und grundlegende Anweisungen finden sich in der Arbeitsstättenverordnung und den Technischen Regeln der Arbeitsstätten.

    Bei der Entwicklung des Raumkonzepts alle Eventualitäten berücksichtigen

    Vor allem regelt die Arbeitsstättenverordnung, dass Arbeitgeber bei der Entwicklung von Bürokonzepten darauf achten müssen, dass die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten zu jeder Zeit geschützt wird. Dies schließt ein, bei der Büroraumplanung die Bürolandschaften so zu planen, dass sie dem aktuellen Stand der Technik, Arbeitsmedizin und den hygienischen Anforderungen entsprechen. Des Weiteren beschäftigt sich das Gesetz stark mit Vorgaben, die die Ergonomie am Arbeitsplatz betreffen. Hierbei geht es unter anderem um die Sitzposition für einen gesunden Rücken, die Abstände zum Büroarbeitsplatz des Kollegen und um die Qualität der Sitzmöbel sowie um den Abstand von einem Computermonitor. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Gesetzes ist der Schutz von Nichtrauchern. Unterlegt mit den praktischen Regeln der „Technischen Regeln der Arbeitsstätten“ steht jedem Unternehmen, das Bürokonzepte überdenken möchte oder ein offenes Bürokonzept plant, ein gesetzlicher Rahmen offen, in dem die betriebsinternen Bürolandschaften konzeptionell erarbeitet werden können.

    Ein Beispiel für die gesetzlichen Bestimmungen ist die barrierefreie Gestaltung eines Arbeitsplatzes. Werden Schwerbehinderte im Unternehmen beschäftigt, muss jedes Unternehmen explizit darauf achten, dass der Arbeitsplatz, die Besprechungsräume oder öffentliche Bereiche so gestaltet sind, dass die Sicherheit jederzeit gewährleistet ist. Die Technischen Regeln der Arbeitsstätten führen in diesem Zusammenhang zum Beispiel an, dass Fluchtwege für sehbehinderte Angestellte neben optischen Signalen des Weiteren durch ein Tonsignal verstärkt werden müssen. Höher oder tiefer werdende Tonfolgen sorgen im Falle eines Brandes dafür, dass blinde Mitarbeiter die Fluchttreppen ohne Hilfe finden können.

    Achten Sie auch auf die Mitarbeiterzufriedenheit

    Neben allen gesetzlichen Vorschriften und Regelungen gilt es für Unternehmen zusätzlich, auf Effizienz und die Mitarbeiterzufriedenheit zu achten. Daher sollte sowohl ein offenes Bürokonzept als auch ein Einzelbüro oder ein Besprechungsraum durch eine freundliche, moderne Atmosphäre und eine hohe Funktionalität überzeugen.

    Tipp: Beziehen Sie Ihre Belegschaft mit in den Prozess der Büroraumplanung ein und fragen Sie in einer anonymen Mitgliederbefragung ab, was diesen in Bezug auf ihren Arbeitsplatz besonders wichtig ist. Wenn Sie so vorgehen, haben Sie die Gewissheit, dass Sie ausschließlich Maßnahmen und Bürokonzepte implementieren, die von Ihren Mitarbeitern als positiv empfunden werden. Es steht außer Frage, dass eine Entscheidung für oder gegen ein Bürokonzept immer aus Kompromissen auf beiden Seiten besteht. Planen Sie die Arbeitswelt Ihrer Angestellten ohne Rückfrage bei Ihren Beschäftigten und ausschließlich mit dem Architekten Ihres Vertrauens, kann dies zu Problemen am Arbeitsplatz führen.

    Gewährleistet ein Open Space Office generell mehr Kreativität und Produktivität?

    Verfechter eines Open Space Office argumentieren, dass die Nähe der einzelnen Mitarbeiter zueinander bei einem offenen Raumkonzept viele Vorteile bringt. Vor allem wird die Zusammenarbeit gefördert, was zu mehr Kreativität und Produktivität führt. Um die Vorteile eines Open Space Office bewerten zu können, muss man sich zunächst mit der veränderten Arbeitsweise im bürokommunikativen Alltag beschäftigen. Während es vor 20 Jahren bei einer Bürotätigkeit vor allem darauf ankam, vorgegebene Sacharbeiten stringent und korrekt auszuführen, spielen in der modernen Arbeitswelt Projektarbeiten eine wichtige und entscheidende Rolle. Die Digitalisierung hat dazu beigetragen, dass Zusammenarbeit und Teamfähigkeit die entscheidenden Parameter in Bezug auf Effizienz am Arbeitsplatz darstellen.

    Daher stellt ein Open Space Office eher ein Teambüro und einen Ort für aktive Kommunikation dar, als eine reine Zusammenfassung von Büroarbeitsplätzen. Um die kollegiale Tätigkeit in bereichsübergreifenden Teams zu fördern und Projekte zu einem Erfolg zu führen, sind offene Bürokonzepte sinnvoll. Sie unterstützen Mitarbeiter wirkungsvoll, kreative Ideen einzubringen und begünstigen eine offene Diskussionskultur. Statt ein offizielles Meeting in einem Besprechungsraum einzuberufen und eine schriftliche Agenda zu versenden, kann bei einem offenen Raumkonzept sofort und ohne Vorbereitung diskutiert und analysiert werden. Probleme und Herausforderungen bei Projekten werden durch ein mitarbeiterübergreifendes Brainstorming schneller und lösungsorientierter bearbeitet.

    Achten Sie darauf, dass die Produktivität nicht eingeschränkt wird

    Um die nötige Kreativität und messbare Produktivitätssteigerungen durch ein offenes Raumkonzept zu erzielen und Großraumbüros professionell zu nutzen, kommt es vorab auf eine sorgfältige Planung des Raumkonzeptes an. Bei der Büroraumplanung eines Open Space Office gibt es keine allgemeingültigen Lösungen. Vielmehr geht es darum, die individuellen Anforderungen des Unternehmens und seiner Mitarbeiter zu berücksichtigen. Es ist nicht zielführend, Beschäftigte, die zu einem großen Teil in Ruhe sowie mit höchster Konzentration Sachfragen bearbeiten sollen, einen Arbeitsplatz in einem Open Space Office zuzuweisen. Auf der anderen Seite macht es Sinn, offene Raumkonzepte zu planen, wenn einzelne Sachfragen gleichzeitig in Projektgruppen behandelt werden können. Jedes Unternehmen muss für sich persönlich entscheiden, welche Bürokonzepte zur eigenen Arbeitswelt passen und in welchem Ausmaß Open Space Office-Lösungen helfen, die Kreativität und Produktivität zu verbessern.

    Warum sind Open Space Office-Arbeitsplätze oft unbeliebt und welche Nachteile müssen abgewogen werden?

    Seit Jahrzehnten gilt ein eigenes Büro oder ein Arbeitsplatz mit 2 oder 3 weiteren Kollegen im Unternehmen als erstrebenswert. Mitarbeiter haben nicht selten den Wunsch, abseits von einem höheren Gehalt oder anderen finanziellen Vergünstigungen einen lukrativen Arbeitsort im Unternehmen zu besetzen. Dies hat zum einen damit zu tun, dass ein Einzelbüro im Gegensatz zu einem Open Space Office eine höhere Privatsphäre beinhaltet. In viele Unternehmen ist es gleichzeitig ein Statussymbol und zeigt den Rang oder Tätigkeitsbereich an.

    Mitarbeiter schätzen zudem, dass Sie nicht zu jeder Zeit unter der Kontrolle von Vorgesetzten oder Kollegen stehen. Dies macht sie freier und unterstützt sie dabei, abseits von Absprachen mit Kollegen und Vorgesetzten ohne Rückfragen entscheiden zu können, wie laut sie telefonieren oder wann sie im Büro essen. Die Angst vor einer zu großen Transparenz und Kontrolle und der gleichzeitige Verlust von Gewohnheiten, denen im eigenen Büro nachgegangen werden kann, veranlassen viele Beschäftige einem offenen Bürokonzept skeptisch gegenüber zu stehen.

    Neben diesen relevanten Punkten fällt ein weiterer, nachvollziehbarerer Grund ins Auge, der ein Open Space Office für manche Beschäftigte unbeliebt macht. Hierbei geht es um Störgeräusche durch lautes Telefonieren oder Reden der Kollegen. Gerade Mitarbeiter, die es gewohnt sind, ungestört und mit hoher Konzentration zu arbeiten, verbinden mit einem Großraumbüro eindeutige Effizienzeinbußen. Sie argumentieren, dass Sie problematische Punkte oder komplexe Zusammenhänge fortlaufend neu durchdenken müssen, da Sie im Open Space Office regelmäßig gestört werden. Auch Gerüche, Zugluft oder die klimatischen Bedingungen im Großraumbüro können Störfaktoren sein, die beachtet werden müssen.

    Gehen Sie die negativen Argumente sorgfältig durch, bevor Sie eine Entscheidung treffen

    Diese Argumente und angeführten Nachteile sollten Unternehmen vor einer Entscheidung für ein neues Bürokonzept ernst nehmen. Statt Entscheidungen ohne Rücksprache zu treffen, helfen Diskussionsrunden und strukturierte Workshops, die Argumentationen jedes Beschäftigten aufzunehmen und individuelle Konzepte zu entwickeln, die zur Arbeitswelt des Unternehmens und zu den Mitarbeitern passen. Führungskräfte und Personaler sollten mit einbeziehen, dass viele Beschäftigte ein Open Space Office nicht negieren, wenn dieses trotz des offenen Bürokonzeptes Rückzugsmöglichkeiten bietet und Trennwände oder Besprechungsecken den Lautstärke-Pegel reduzieren.

    Gleichzeitig ist es effektiv, klare Regeln in einem Open Space Office vorzugeben. Diese sollten sich auf das kollegiale Verhalten untereinander, auf die Lautstärke bei Besprechungen oder auf das allgemeine Telefonverhalten beziehen. Damit sich Angestellte nicht über fortwährende Geruchsbelästigung beklagen, sollte eindeutig geregelt sein, ob und welche Mahlzeiten die Beschäftigten im Großraumbüro einnehmen dürfen. Vorgesetzte achten des Weiteren auf eine nutzenorientierte Kommunikation und darauf, dass jeder Mitarbeiter jederzeit die Möglichkeit erhält, im Open Space Office seine Tätigkeit bestmöglich durchzuführen.

    Tipp: Planen Sie eine neue Büroraumplanung und ein Open Space Office in Ihrem Unternehmen? Neben Meetings zum Raumkonzept und Workshops zu den Vorgaben und Ideen der Mitarbeiter können betriebsinterne Vergünstigungen helfen, die neuen Bürolandschaften attraktiver darzustellen. Ein kostenloser Kaffeeautomat oder ein Wasserspender sowie eine Obst- und Gemüsebar können für Unternehmen kostengünstige sowie für Beschäftigte gleichzeitig interessante Anreize sein. Diese attraktiven Angeboten unterstützen skeptische Angestellte dabei, das angedachte Raumkonzept positiver zu sehen und sich vor allem mit den Vorteilen statt mit möglichen Nachteilen zu beschäftigen.

    Welche Vorteile und welche Nachteile können für ein offenes Bürokonzept angeführt werden?

    Raumkonzepte in Unternehmen sollten jederzeit individuell auf die Tätigkeiten im Betrieb abgestimmt sein. Aus diesem Grund gibt es keine allgemeingültigen Aussagen zu den Vor- und Nachteilen. Diese ergeben sich letztendlich aus der Mitarbeiterstruktur, der Art der Bürotätigkeiten und aus den Unternehmenswerten. Die folgenden Vor- und Nachteile können in Betracht gezogen werden, um eine richtige und mitarbeiterzentrierte Entscheidung bei der Büroraumplanung zu treffen.

    Vorteile Open Space Office

    Nachteile Open Space Office

    Kosteneffizienz durch geringe Raumkosten Mögliche Lärmbelästigung aufgrund von Telefongesprächen oder Kommunikation
    Bessere Teamkommunikation Schlechtere Luftqualität
    Lernbereitschaft und Wissenstransfer wird gefördert Zugluft und Geruchsbelästigung
    Steigerung der Kreativität möglich Höherer Krankenstand durch schnellere Verbreitung von Viren und Bakterien
    Effizientere Arbeitsweise Fehlerhäufigkeit bei Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration erfordern
    Schnellere Bearbeitung von Projekten Konfliktpotential erhöht sich aufgrund der stetigen Zusammenarbeit

     

    Die Vor- und Nachteile von Open Space Office-Lösungen sind nachvollziehbar. Um trotz eines offenen Raumkonzeptes effizient und lösungsorientiert zu arbeiten und gleichzeitig die Mitarbeitermotivation zu fördern, bedarf es klarer, einvernehmlicher Regelungen in Bezug auf die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter. Diese betreffen vor allem die oben angeführten möglichen Nachteile eines Open Space-Office. Die folgenden Lösungsvorschläge könnten im Team erarbeitet und im täglichen Arbeitsprozess umgesetzt werden:

    Nachteil Open Space Office

    Lösungsansatz

    Lärmbelästigung Reduzierte Lautstärke vereinbaren, Privatgespräche in Besprechungsecken verlegen, „Bitte-nicht-stören“ als eindeutiges Signal, Ruhestörungen und Nachfragen zu unterlassen. Implementierung eines modernen Akustikkonzeptes
    Luftqualität und Zugluft Absprache im Team, wann und wie gelüftet wird und welche Klimaanlagen-Einstellungen vorgenommen werden sollten
    Geruchsbelästigung Klare Regeln in Bezug auf Essen und Trinken am Arbeitsplatz
    Fehlerhäufigkeit Reduzierte Lautstärke. Zudem Möglichkeit, Einzelbüros nach Absprache zu benutzen, um ungestört zu arbeiten
    Konfliktpotential Regeln für die Arbeit im Großraumbüro aufstellen, offene und lösungsorientierte Kommunikation, regelmäßige Teammeetings, Hilfsbereitschaft und Höflichkeit als grundlegende Werte

     

    Wie Sie Störquellen minimieren können

    Gerade in den Bereichen Kommunikation und Technik kann es bei einem offenen Bürokonzept fortlaufend zu Störungen kommen, die Mitarbeiter von einer stringenten Arbeitsweise abhalten und nachhaltig stören. Bereits im Rahmen der Büroraumplanung macht es aus diesem Grund Sinn zu analysieren, wie Arbeitsabläufe und Kommunikationswege bestmöglich aufgebaut werden können. Arbeitsplätze im Großraumbüro, die am Gang, in der Nähe von Toiletten oder an Gemeinschaftsdruckern liegen, sollten zum Beispiel eher Personen zugewiesen werden, die weniger konzentrationsintensive Arbeiten ausführen müssen.

    Mitarbeiter, die einen Großteil ihrer Zeit telefonische Kundengespräche führen, sollten zum Beispiel möglichst am Rand des Open Space Office platziert werden. Um die Kommunikation und Leistungsfähigkeit untereinander zu fördern, sollten Beschäftigte mit ähnlichen oder vergleichbaren Aufgaben und Projekten Arbeitsplätze in unmittelbarer Nähe zugewiesen bekommen. Dies befördert den Teamgedanken und macht Kurzbesprechungen effektiv. Der Belegungsplan des Großraumbüros entscheidet darüber, ob Kreativität und Effizienz nur ein Wunschtraum bleiben oder tatsächlich im Arbeitsalltag umgesetzt werden können.

    Laute elektrische Geräte haben im Großraumbüro nichts zu suchen

    Um bestmögliche Arbeitsbedingungen zu schaffen, sollten alle technischen Geräte die Lärm verursachen, so gut wie möglich ausgelagert werden. Drucker im Gemeinschaftsbüro können zum Beispiel durch schallabsorbierende Elemente in Bezug auf Ihren Geräuschpegel reduziert werden. Altes PC-Equipment, welches durch laute Computer-Lüfter oder eine hohe Wärmeentwicklung auffällt, sollte ebenfalls ausgetauscht werden.

    Zusammenfassend kann man unterschiedlichste Vor- und Nachteile für ein Open Space Office anführen. Viele Arbeitsbedingungen, die im ersten Moment als Handicap angesehen werden, können mit wirksamen und einvernehmlich besprochenen Regeln entscheidend minimiert werden. Das Raumkonzept und der Belegungsplan entscheiden darüber, ob Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz als wertvoll und effizient bewerten und die Vorteile einer engen, kollegialen Zusammenarbeit schätzen.

    Welche Entwicklungen sollten Unternehmen in Bezug auf die Digitalisierung und die moderne Büroraumplanung aufmerksam verfolgen?

    Ein offenes Bürokonzept ist für viele Unternehmen eine sinnvolle und zielführende Maßnahme, um die Effizienz und Zielstrebigkeit wirkungsvoll und nachweisbar zu steigern. Ein an die individuellen Bedürfnisse und Unternehmensziele angepasstes Open Space Office kann die professionelle und moderne Ausrichtung des Betriebes nachhaltig unterstreichen. Dabei ist ein Großraumbüro nicht nur für Start-ups oder global agierende Konzerne geeignet, sondern kann in Betrieben jeder Größenordnung ein ausgereiftes Raumkonzept darstellen.

    Durch die Digitalisierung und die moderne Arbeitswelt können Bürokonzepte und eine gerade abgeschlossene Büroraumplanung schnell überholt sein. Führungskräfte und Entscheider im Unternehmen tun daher gut daran, die neuesten Entwicklungen in Bezug auf die Arbeitswelt und die Art und Weise, wie und wo Mitarbeiter arbeiten, jederzeit aktiv im Blick zu behalten. Arbeitsstätten müssen vor allem durch eine hohe Flexibilität überzeugen. Virtuelle Arbeitsplätze, bei denen Angestellte in Bezug auf den Arbeitsort große Freiheiten genießen, werden immer moderner. Mit innovativen Lösungen und neuester Netzwerktechnik arbeiten Ihre Mitarbeiter morgens zum Beispiel im Open Space Office und nachmittags im privaten Homeoffice. Am nächsten Tag beginnen diese ihre Tätigkeit im virtuellen Office in einer anderen Stadt und verbringen den Rest des Tages in einem Abteil der Deutschen Bahn. An jedem der erwähnten Arbeitsplätze muss der Angestellte in der Lage sein, störungsfrei tätig zu sein.

    Nicht ausschließlich die Möglichkeiten, sondern vor allem das Selbstverständnis der Mitarbeiter in Bezug auf die Flexibilität der Arbeit schreitet rasant voran. Im Hinblick auf diese Entwicklungen macht es Sinn, die Belegschaft fortlaufend proaktiv einzubinden. Dies schließt ein, persönliche Wünsche und Möglichkeiten zu berücksichtigen und die Büroraumplanung und die innerbetrieblichen Bürolandschaften an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Unternehmen profitieren in diesem Fall davon, langfristig und effizient und im nationalen und internationalen Vergleich erfolgreich tätig zu sein.

    Zusammenfassung und Fazit: Eignen sich Großraumbüros nun wirklich?

    Ein Open Space Office ist in unserer modernen Arbeitswelt aus verschiedensten Gründen ein erstrebenswertes Raumkonzept. Vor allem liegt dies daran, dass sich die allgemeine Büroarbeit von einer reinen Sachtätigkeit fortlaufend weiter in den Bereich der Projektarbeit verlagert hat. Diese verlangt von jedem Mitarbeiter eine hohe Teamfähigkeit und ein tiefgehendes persönliches Interesse an einer kollegialen Absprache in Arbeitsgruppen. Offene Raumkonzepte haben den nachweisbaren Vorteil, dass schnell und lösungsorientiert Probleme oder Herausforderungen im Kollektiv besprochen werden können. Ein effektives Team arbeitet durch die Nähe zueinander kreativer und involviert durch eine nutzenorientierte Kommunikation jedes Teammitglied. Ist das Team richtig aufeinander abgestimmt und das Raumkonzept durchdacht, führt dies zu einer besseren und erfolgreicheren Arbeitsweise.

    Ein Großraumbüro ist nur gut, wenn es alle Gegebenheiten erfüllt

    Ein offenes Raumkonzept ist jedoch nur zielführend, wenn es an die individuellen innerbetrieblichen Gegebenheiten angepasst ist. Mögliche negative Aspekte, die sich vor allem auf eine erhöhte Lärm- oder Geruchsbelästigung beziehen, kann man durch den Aufbau von allgemeingültigen Regelungen minimieren. Ein Großraumbüro unterliegt weitreichenden gesetzlichen Vorgaben, denen es zu jeder Zeit entsprechen muss. Diese sind in der Arbeitsstättenverordnung und zusätzlich in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten verankert. Sie regeln unter anderem die Ergonomie am Arbeitsplatz und geben Anweisungen zu den Bereichen Gesundheits- und Unfallschutz.

    Ein Open Space Office oder moderne Bürolandschaften gewinnen an Effizienz, wenn man diese nicht von der Unternehmensleitung ausrichten lässt. Es ist vorteilhaft, jeden Mitarbeiter bestmöglich zu involvieren und Vorschläge aus Unternehmensumfragen ernst zu nehmen. Diese sollten, soweit sinnvoll und umsetzbar mit in die Planung des Bürokonzepts eingearbeitet werden. Die Belegschaft wird unterstützt, wenn zusätzliche Angebote wie Besprechungsecken, kostenlose Kaffeeautomaten oder kreative Zonen eingeplant werden. Eine solche Vorgehensweise fördert die Motivation der Belegschaft nachhaltig und aktiviert Freiräume für produktive Prozesse. Planen Unternehmen in dieser Weise, wird ein offenes Bürokonzept für Mitarbeiter erstrebenswert. Betriebe profitieren in diesem Fall von zahlreichen Vorteilen moderner Großraumbüros und werden vor allem bei bereichsübergreifenden Projekten und umfangreichen Aufgabenstellungen eine nachhaltige Verbesserung der Effizienz in Bezug auf Zielerreichung und Teamarbeit erzielen.

    Autor: Torsten Niermann

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