Gesundheit am Arbeitsplatz: Wichtige Tipps für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Gesundheit am Arbeitsplatz: Wichtige Tipps für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Die Gesundheit am Arbeitsplatz sollten Arbeitgeber in den Fokus rücken und auch Arbeitnehmer können ihren Teil dazu beitragen. Gesundheit am Arbeitsplatz hat viele Dimensionen und betrifft sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer.

Arbeitgeber sollten die Gesundheit am Arbeitsplatz in den Fokus rücken. Arbeitnehmer können ebenfalls ihren Teil dazu beitragen und Maßnahmen zum Arbeitsschutz und zur Arbeitssicherheit beachten. Gesundheit am Arbeitsplatz hat viele Dimensionen und betrifft Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die in Bezug auf die Arbeitsorganisation und die Arbeitsbedingungen zielgenau zusammenarbeiten müssen.

Aus rechtlicher Sicht unterliegen Arbeitgeber im Arbeitsalltag einer Fürsorgepflicht.

    Sie sind unter anderem zu folgenden Maßnahmen in den Bereichen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit verpflichtet:

    • Räume, Vorrichtungen sowie Maschinen und Geräte, die zur Erbringung der Arbeitsleistung zur Verfügung gestellt werden, müssen in einer Weise eingerichtet und unterhalten werden, dass Leib, Leben und Gesundheit der Angestellten geschützt sind, wie es die Gegebenheiten des Betriebs und der Arbeit zulassen.
    • Arbeitgeber sind verpflichtet, Mitarbeiter bei einer erhöhten Gefahr für die Gesundheit proaktiv aufzuklären.
    • Dienstleistungen müssen – zum Beispiel durch den Erlass einer Betriebsordnung – geregelt werden.
    • Arbeitgeber müssen Arbeitnehmer vor Stressfaktoren und Überanstrengung bewahren. Sie dürfen keine unangemessene Arbeitsleistung, beispielsweise eine zeitliche Tätigkeit über den Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes einfordern oder entgegennehmen.
    • Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen sich an die geltenden Gesundheitsverordnungen und Hygieneregeln zu halten, die im Rahmen der Coronapandemie für Unternehmen gelten, ebenso entstehen Besonderheiten für Krankmeldungen und Urlaubszeiten durch Corona-Quarantäneregelungen.

    Die Begrenzung der Fürsorgepflicht wird durch die spezifische Tätigkeit und durch die Betriebsstruktur definiert. Beispielsweise gelten für die Arbeit in einem Bergwerk unter Tage andere Vorgaben in Bezug auf Arbeitsschutz, Arbeitsintensität oder Arbeitsbedingungen als in einem Großraumbüro. Die Ausgestaltung der Fürsorgepflicht des Arbeitsgebers bezieht sich sowohl auf körperliche und ebenso auf psychische Aspekte.

    Diese Beeinträchtigungen der psychischen und körperlichen Gesundheit am Arbeitsplatz gibt es

    Gesundheit ist für jeden Menschen das höchste Gut. Jeder, der überraschend erkrankt ist weiß, wie essenziell Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden sind. Gesundheit aus betrieblicher Sicht konzentriert sich grundsätzlich auf zwei Aspekte – den Körper und die Psyche. Der Arbeitsalltag kann beide Ebenen auf vielfältige Weise beeinträchtigen.

    Infografik: Körperliche und psychische Belastungen auf der Arbeit. | © personalwissen.de

    Beispiele für psychische Faktoren:

    • Stress während der Arbeit durch fehlerhafte Arbeitsbedingungen oder Arbeitsintensität
    • Schlafstörungen, die durch den Arbeitsstress entstehen
    • Mobbing durch Kollegen
    • Über- oder Unterforderung, die zu Depressionen und psychischen Problemen führen kann
    • Burnout
    • Boreout

    Beispiele für körperliche Faktoren:

    • Schlafstörungen, die durch einen langfristig erhöhten Stresslevel entstehen
    • Ein gestörter Tag- und Nacht-Rhythmus durch Schichtarbeit
    • Rückenbeschwerden durch langes und häufiges Sitzen
    • Schmerzen durch langes und häufiges Stehen
    • Kopfschmerzen und Nackenschmerzen aufgrund von Verspannungen
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch mangelnde Bewegung
    • Gelenkschmerzen durch schwere körperliche Arbeit

    Körperliche und psychische Faktoren, die die Gesundheit von Mitarbeitern betreffen, können korrelieren, was eine eindeutige Diagnose schwierig macht.

    Beispiel: Ein leitender Angestellter in einer Vertriebsorganisation berichtet von unterschiedlichen Gesundheitsproblemen. Anhaltende Kopf- und Nackenschmerzen, ein Gefühl ausgebrannt zu sein, Herzprobleme sowie Schlafstörungen hindern ihn daran, seine gewohnte Arbeitsleistung zu bringen. Bei körperlichen Untersuchungen der inneren Organe und der Muskulatur können keine wesentlichen Erkrankungen festgestellt werden. Vielmehr rühren die körperlichen Symptome aus einer langfristig erhöhten Arbeitsintensität und Stressfaktoren im Rahmen seiner Tätigkeit. Die Führungskraft leidet aufgrund dauerhafter erhöhter Belastung im Arbeitsalltag an einem Burnout. Dieser zeigt sich neben psychischen Faktoren vor allem durch Symptome, bei denen keine körperliche Erkrankung festgestellt werden kann.

    Am Beispiel wird deutlich, wie wichtig es für Angestellte und Vorgesetzte ist, die Gesundheit am Arbeitsplatz und mögliche Warnzeichen für eine Erkrankung im Blick zu behalten. Gesundheitsprobleme durch eine fehlerhafte Arbeitsorganisation, eine langfristig erhöhte Arbeitsintensität oder durch mangelhaften Arbeitsschutz entstehen, können zu ernsthaften Erkrankungen auswachsen.

    Im Beispiel könnte die Führungskraft langfristig ausfallen oder aufgrund schwerer rezidivierender Depressionen und Burnout im schlimmsten Fall frühverrentet werden. Frühzeitige Vorbeugung von Gesundheitsproblemen sowie präventive Maßnahmen in Bezug auf den Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit im Betrieb sind zielführend, um schwerwiegenden körperlichen oder psychischen Erkrankungen vorzubeugen. Der Arbeitsmedizin und Betriebsärzten kommt im Rahmen der Prävention eine entscheidende Rolle zu.

    Hinweis: Die Arbeitsmedizin ist ein eigener Bereich der Medizin. Sie befasst sich ausschließlich mit dem Zusammenhang von Arbeitsbedingungen, Anforderungen sowie der Organisation der Arbeit und den Auswirkungen auf den Menschen, seine Gesundheit, Krankheiten und seine Arbeitskraft. Die Gefährdungsbeurteilung einer Tätigkeit, Empfehlungen zu Gesundheitsschutz und Vorsorge, Beratungen zum ergonomischen Arbeiten und vieles mehr basieren grundsätzlich auf arbeitsmedizinischen Forschungen, Beurteilungen und Empfehlungen.

    Gesundheit am Arbeitsplatz wird dank betrieblichem Gesundheitsmanagement zum Thema

    Eine Vielzahl von Betrieben implementiert ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), das sich dem Thema Gesundheit am Arbeitsplatz annimmt. Das Ziel des BGM ist eine nachhaltige und dauerhafte Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter. Auf diese Weise sollen die Arbeitsmotivation gesteigert werden und die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht werden.

    Darüber hinaus ist es im Interesse von Unternehmen, die Gesundheit von Arbeitnehmern aufrecht zu erhalten, um von ihrer Arbeitskraft zu profitieren. Ist die Belastung durch die Arbeit körperlich oder psychisch zu hoch, wirkt sich dies auf lange Sicht negativ aus. Ein gesunder Mitarbeiter ist produktiver und leistungsfähiger, was sich auf die Erfolge eines Betriebs auswirkt.

    BMG für mehr Gesundheit am Arbeitsplatz: Wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer profitieren

    Von einem guten Betrieblichen Gesundheitsmanagement profitieren beide Vertragsparteien – der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer:

    VORTEILE FÜR ARBEITGEBERVORTEILE FÜR ARBEITNEHMER
    Beschäftigte sind leistungsfähiger und motivierter.Gesundheitliche Risiken am Arbeitsplatz werden verringert und die Gesundheit der Beschäftigten somit aufrechterhalten.
    Die Identifikation mit dem Betrieb steigt.Fehlzeiten werden aufgrund von weniger Krankheitstagen und Arztbesuchen reduziert.
    Krankheitsfälle und Fehlzeiten werden minimiert. Dies führt zu Kosteneinsparungen.Arbeitnehmer profitieren dank BGM von einem spezifisch auf ihre Bedürfnisse  zugeschnittenen Arbeitsplatz, den sie in Bezug auf die Arbeitsumgebung und die Arbeitsbedingungen in Teilen anpassen können.
    Die Produktivität sowie die Qualität der Arbeit steigen durch die erhöhte Motivation der Mitarbeiter.Psychische und physische Belastungen werden abgebaut.
    Der gesamte Betrieb profitiert von einem verbesserten Image und einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.Die Lebens- und Arbeitsqualität steigen ebenso wie die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter, da das Betriebsklima positiv gefördert wird. Durch spezifische Maßnahmen vergrößert sich die Leistungsfähigkeit und Motivation.

    Eine gesteigerte Leistungsfähigkeit und Motivation kann sich positiv auf die eigene Karriere auswirken. Aus Sicht des Arbeitgebers werden Unternehmensziele schneller und effektiver erreicht und das Employer Branding verbessert. Unter dem Begriff Employer Branding fasst man alle Maßnahmen zusammen, mit denen die Mitarbeiterbindung gefördert wird. Ein funktionierendes betriebliches Gesundheitsmanagement und die daraus resultierenden Mehrwerte können sich positiv auf das Employer Branding auswirken.

    Eine bedeutende Herausforderung beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement besteht darin, dass Methoden und die konkrete Umsetzung von Maßnahmen in Betrieben noch nicht ausreichend erforscht sind. Gleichzeitig gibt es konkrete und erfolgversprechende Maßnahmen, die in vielen Unternehmen umgesetzt werden und zu den häufigsten Methoden des BGM zählen.

    5 gängige Methoden des Betrieblichen Gesundheitsmanagements

    Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über fünf probate Methoden, die sich für ein betriebliches Gesundheitsmanagement bewährt haben:

    1. Workshops für Führungskräfte, die leitende Angestellte sensibilisieren, den eigenen Führungsstil an die gesundheitlichen Belange der Mitarbeiter anzupassen. Führungskräfte können unter anderem in Präventionsmaßnahmen geschult werden, lernen wichtige Bereiche im Arbeitsschutz und in der Arbeitssicherheit kennen und erfahren, anhand welcher Warnzeichen Stress beim Mitarbeiter erkannt und die Arbeitsintensität reduziert werden sollte.
    2. Betriebliche Vorsorgeuntersuchungen, die zum Beispiel das Angebot für die jährliche Grippeimpfung beinhalten und Präventionsangebote inkludieren.
    3. Ausgewogene Ernährung in der Kantine.
    4. Die Förderung von Bewegung wie zum Beispiel Kooperationen mit Fitnessstudios, eigene Lauftreffs oder Yoga-Kurse für die Mitarbeiter.
    5. Eine Ausstattung des Arbeitsplatzes, die die körperliche Gesundheit des Mitarbeiters fokussiert. Hierzu gehören unter anderem Büromöbel, die eine physiologische Sitzhaltung sicherstellen, die Möglichkeit, im Stehen zu arbeiten, statt durch Dauersitzen Kopfschmerzen oder Verspannungen zu bekommen und eine Arbeitsumgebung, die Stressfaktoren vorbeugt.

    Gesundheit am Arbeitsplatz durch richtige Arbeitsmaterialien und Büromöbel fördern

    Im Besonderen Menschen, die dauerhaft sitzend am Schreibtisch arbeiten, haben ein erhöhtes Risiko, mit den Jahren körperliche Beschwerden des Bewegungsapparates zu entwickeln. Zu den häufigsten Gesundheitsproblemen gehören:

    • Rückenschmerzen
    • Nackenverspannungen
    • Schulterverspannungen
    • Kopfschmerzen

    Um Gesundheitsproblemen vorzubeugen, sollte eine gesunde Schreibtischarbeit von jedem Unternehmen fokussiert werden. Die falsche Sitzhaltung und unergonomische Büromöbel führen langfristig zu Krankheiten, die das Wohlbefinden der Mitarbeiter reduzieren und eine Erhöhung von Fehlzeiten zur Folge haben.

    Rückenprobleme sind das Volksleiden Nummer eins

    Rückenschmerzen und die damit verbundenen Kopfschmerzen und Verspannungen gehören zu den häufigsten Ursachen für die Arbeitsunfähigkeit von Mitarbeitern. Das Deutsche Ärzteblatt verweist auf eine Studie der Krankenkasse DAK aus dem Jahr 2020, die ausweist, dass Rückenschmerzen und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wei­terhin der häufigste Grund für Fehlzeiten im Job sind. Im Jahr 2020 war mehr als jede fünfte ärztliche Krankschreibung auf Rückenprobleme zurückzuführen. Psychische Probleme sowie Atemwegserkrankungen folgen auf den weiteren Plätzen.

    Weitere Studien zeigen das Ausmaß von Rückenproblemen in Deutschland:

    • Jeder dritte Erwachsene hat regelmäßig Rückenbeschwerden.
    • Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
    • Eine Krankschreibung aufgrund von Rückenbeschwerden dauert im Schnitt 13,5 Tage.

    Um Rückenleiden und langfristigen Gesundheitsproblemen des Bewegungsapparats vorzubeugen, sind eine gesundheitsfördernde Arbeitsumgebung sowie die ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen mit modernen Büromöbeln das oberste Gebot.

    Homeoffice und Gesundheitsproblemen – das müssen Arbeitgeber beachten

    Durch die Corona-Pandemie und Ihre Folgen hat sich der Fokus in Bezug auf die Gesundheit am Arbeitsplatz ins Homeoffice verlagert. Durch die gesetzliche Pflicht auf Homeoffice in allen möglichen Bereichen waren Millionen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gezwungen, ihren ersten Arbeitsplatz in die „heimischen vier Wände“ zu verlagern. Statt ergonomischer Büromöbel und einer durchdachten Arbeitsorganisation bedeutet die Tätigkeit im Homeoffice für viele Angestellte neue Belastungen und Gesundheitsprobleme. Familien mit Kindern haben zusätzlich mit der Doppelbelastung zu kämpfen, sich gleichzeitig um Kinder und schulische Fragen und den Job zu kümmern.

    Arbeitgeber ist für Arbeits- und Gesundheitsschutz im Homeoffice verantwortlich

    Arbeitgeber haben eine umfangreiche Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeiter. Diese gilt ebenfalls, wenn sie durch Gesetze, eine Betriebsvereinbarung oder eine individuelle Klausel im Arbeitsvertrag im Homeoffice arbeiten. Seit 2016 definiert der Gesetzgeber in der Arbeitsstättenverordnung die Begriffe Telearbeit sowie Homeoffice. Als Telearbeit wird ein fest installierter, vom Arbeitgeber bereitgestellter Arbeitsplatz in der häuslichen Umgebung bezeichnet. Homeoffice wird im Gegensatz als temporäre Tätigkeit vom eigenen Wohnort definiert.

    Arbeitgeber sind gemäß § 3 Arbeitsstättenverordnung verpflichtet, für eine Tätigkeit im Homeoffice eine Gefährdungsbeurteilung nach folgender Kaskade anzufertigen:

    1. Feststellung, ob die Beschäftigten Gefährdungen beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten ausgesetzt sind oder ausgesetzt sein können.
    2. Falls ja, muss der Arbeitgeber in einer Gefährdungsbeurteilung die physischen und psychischen Belastungen sowie bei Bildschirmarbeitsplätzen die Belastungen der Augen oder die Gefährdung des Sehvermögens der Beschäftigten berücksichtigen.
    3. Nach der Auswertung der Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten nach dem Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene festzulegen.

    Das Arbeitsschutzgesetz gibt Arbeitgebern in § 15 zusätzlich auf, die Mitarbeiter regelmäßig über Themen des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit zu unterweisen. Für das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz schließt dies ein, Mitarbeitern Informationen über die richtige Sitzhaltung, Stressfaktoren sowie über präventive Maßnahmen bei Dauersitzen zu geben. Lichtquellen richtig auszurichten, die Arbeitsintensität im Homeoffice anzupassen oder wirksame gesundheitsfördernde Maßnahmen zu besprechen, die bei Telearbeit Verspannungen und Kopfschmerzen vorbeugen, kann ebenfalls zielführend sein.

    Zusammenfassend kann der Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht nicht auf den Angestellten im Homeoffice verlagern. Er ist weiterhin dafür verantwortlich, eine gesunde Schreibtischarbeit sicherzustellen, den Arbeitsalltag im Homeoffice zu strukturieren und psychische Belastungen und körperliche Gesundheitsprobleme zu minimieren. Eine regelmäßige Kommunikation und eine professionelle Gefährdungsbeurteilung sind wesentliche Bausteine, um die Gesundheit am Arbeitsplatz Homeoffice zu gewährleisten.

    10 Berufsgruppen mit einer hohen körperlichen Belastung

    Nicht ausschließlich durch Dauersitzen, sondern ebenfalls bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten, kann es schnell zu Rückenschmerzen kommen.

    Infografik: Berufsgruppen, die körperlich schwer belastet sind. | © personalwissen.de

    Betroffen sind zum Beispiel die folgenden Berufsgruppen: Paket- und Postzusteller, Bäcker, Kellner, Frisöre oder auch Pfleger und Gärtner. Doch selbst Einzelhandelsverkäufer sind einer hohen Belastung auf der Arbeit ausgesetzt.

    Insbesondere Handwerker oder Bergarbeiter setzen sich im Rahmen ihrer Tätigkeit großen Gefahren aus, um ihre handwerkliche Arbeit auszuführen. Dies gilt es im Rahmen der Gesundheit am Arbeitsplatz zu berücksichtigen, da der Themenschwerpunkt Arbeitsschutz ebenfalls in diesen Bereich fällt. Zuletzt sind auch Mitarbeiter der Abfallbeseitigung einer hohen körperlichen Belastung ausgesetzt.

    Bei vielen Menschen resultieren Rückenbeschwerden aus einer Überbelastung beziehungsweise aus einer einseitigen Belastung der Wirbelsäule und dem gesamten Skelett.

    Gesundheit fördern: Unterschiedliche Tätigkeiten benötigen spezifische Angebote

    Für Arbeitgeber liegt die Herausforderung in Bezug auf die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz darin, die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu erkennen. Während ein Schreibtischjob ein Bewegungsangebot wie Lauftreffs oder Rückengymnastik nötig macht, haben Fliesenleger oder Pfleger abweichende Bedürfnisse.

    Um angemessen zu reagieren, sollten Verantwortliche die gewählten Maßnahmen auf die Mitarbeiter zuschneiden und die jeweilige Natur der Arbeit und die gesundheitlichen Einschränkungen der Mitarbeiter berücksichtigen.

    Gesunde Schreibtischarbeit: So gehen Sie das Thema an

    Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitern eine ergonomische Ausstattung des Büroarbeitsplatzes ermöglichen, um gesunde Schreibtischarbeit zu fördern. Diese soll das Skelett bestmöglich schonen und unterstützen.

    Dazu gehört ein Bürostuhl, der verschiedene Kriterien erfüllen sollte:

    • Er sollte höhenverstellbar sein
    • Verstellbare Armlehnen sorgen für Entlastung der Rückenmuskulatur
    • Die Rückenlehne sollte flexibel sein

    Dem Mitarbeiter einen Stuhl zur Verfügung zu stellen, der nicht den ergonomischen Grundsätzen der gesetzlichen Unfallversicherung genügt, ist nicht gestattet.

    Ein höhenverstellbarer Schreibtisch ist das zweite wichtige Möbelstück, um ein rückenfreundliches Arbeiten zu ermöglichen. Bei Bedarf und Gesundheitsproblemen können Mitarbeiter einen Arbeitstisch erhalten, der automatisch in einen Stehtisch verwandelt werden kann. Arbeitsmediziner bestätigen, dass ein Wechsel zwischen einer stehenden und sitzenden Tätigkeit die Wirbelsäule enorm entlasten kann.

    Unternehmen können ihre Mitarbeiter beispielsweise im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements darin schulen, wie sie rückenschonend am Schreibtisch arbeiten und wie sie ihre Büromöbel korrekt auf ihre Bedürfnisse einstellen können.

    Tipp: Angestellte sollten Veränderungen in den Arbeitsbedingungen und in der Arbeitsumgebung im ersten Schritt akzeptieren und die Zweckmäßigkeit prüfen. Stellen sie fest, dass neue Büromöbel oder Lichtquellen zu Gesundheitsproblemen wie Kopfschmerzen und Verspannungen führen, muss nachgesteuert werden. Führungskräfte sollten sich im Gegenzug für die Bedürfnisse und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz interessieren, um langfristigen Gesundheitsproblemen und Krankheitsphasen vorzubeugen.

    Schutzkleidung zur Aufrechterhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz

    Gesundheitsproblemen bei Telearbeit muss durch entsprechende Präventionsmaßnahmen vorgebeugt werden. Ähnlich verhält es sich in anderen Branchen und Arbeitsbereichen mit der persönliche Schutzausrüstung (PSA) und spezifischer Schutzkleidung.

    Beispielsweise benötigen Chemielaboranten Schutzbrillen, Handschuhe und Kittel und Handwerker auf Baustellen Helme, Stahlkappenschuhe und eventuell einen Gehörschutz oder eine Schutzbrille für ihre Sicherheit am Arbeitsplatz. Mitarbeiter in der Pflege und in medizinischen Berufen benötigen einen entsprechenden Schutz, beispielsweise FFP3-Masken auf Intensivstationen.

    Diese Pflichten hat der Arbeitgeber

    Auf Grundlage des Arbeitsschutzgesetzes ist der Arbeitgeber verpflichtet, die persönliche Schutzausrüstung seiner Mitarbeiter zur Verfügung stellen. Entscheidet sich der Arbeitnehmer freiwillig zum Tragen von Schutzkleidung, die im Rahmen des Arbeitsschutzgesetzes nicht zwingend nötig ist, muss er diese aus eigener Tasche bezahlen. Ein Absetzen der Kosten im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung kann erfolgversprechend sein.

    Arbeitgeber sind ebenfalls dafür verantwortlich, dass Schutzkleidung und Schutzausrüstung zu jedem Zeitpunkt funktionsfähig ist. Die angemessene Reinigung der Ausrüstung gehört ebenso zu ihren Verpflichtungen. Verstöße gegen die arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und können mit Bußgeld geahndet werden.

    Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Ernstnehmen und proaktiv vorsorgen

    Bei der beruflichen Tätigkeit spielt neben der körperlichen Gesundheit die psychische Gesundheit ebenfalls eine wesentliche Rolle. Psychische Leiden können zu langfristigen Arbeitsausfällen führen.

    Eine Vielzahl von Faktoren kann eine hohe psychische Belastung bei Mitarbeitern begünstigen.

    Zu den möglichen Auslösern gehören:

    • Arbeiten unter einem hohen Zeitdruck
    • Eintönige Tätigkeiten
    • Unterforderung
    • Überforderung
    • Überstunden
    • Kein einheitlicher Arbeitsrhythmus, sondern stark wechselnde Arbeitszeiten
    • Fehlende Informationen
    • Fehlende Flexibilität
    • Mangelnde soziale Kontakte
    • Negatives Führungsverhalten
    • Mobbing
    • Konflikte mit Kollegen oder dem Vorgesetzten
    • Sorge vor einer Kündigung
    • Fehlende Wertschätzung durch den Vorgesetzten

    Eine Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz kann zu Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Bauchschmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder im schlimmsten Fall zu Depressionen führen.

    Burnout: Eine der häufigsten psychischen Folgen einer kritischen Arbeitssituation

    Der Begriff „Burnout“ hat sich in den letzten Jahren als gängiges Krankheitsbild entwickelt. Burnout kann sich auf verschiedene Weisen zeigen, wobei es denselben Ursprung hat: Die Belastung durch die berufliche Tätigkeit oder die Intensität von beruflichen und privaten Verpflichtungen ist zu groß.

    Die Folgen des „sich ausgebrannt fühlen“ können sich auf verschiedene Weise bemerkbar machen:

    • Erschöpfung
    • Müdigkeit
    • Frustration
    • Enttäuschung über eigene Leistungen
    • Rückzug aus dem sozialen Leben

    Ein Burnout entsteht aus den Folgen von Überforderung, Überlastung und zu großem Stress und ist zum Teil schwer zu diagnostizieren. Die Abgrenzung zur Depression ist aufgrund ähnlicher Ausprägungen schwer zu treffen. Ärzte diagnostizieren beim Burnout in der Regel im Mindestfall eine mittelschwere Depression, die durch eine Verhaltensänderung und Medikamente behandelt werden muss.

    So können Arbeitgeber einem Burnout ihrer Angestellten vorbeugen

    Arbeitgeber sind beim Thema Burnout in der Pflicht, alles Nötige zu tun, um eine Überlastung von Mitarbeitern zu verhindern. Prävention gestaltet sich in der Praxis einfacher und kostengünstiger als Maßnahmen zur Wiedereingliederung eines Mitarbeiters, falls es nach einem Burnout zur erneuten Arbeitsaufnahme kommt.

    Schlüssel aller präventiven Maßnahmen ist eine transparente und bedürfnisorientierte Kommunikation zwischen Angestelltem und Führungskraft. Die Erkenntnis, dass das Thema Burnout im eigenen Betrieb nicht ignoriert wird, kann ebenfalls mentale Erleichterung verschaffen.

    Mitarbeiter wertzuschätzen, Probleme anzusprechen und mit ihnen im Austausch zu bleiben, kann darüber hinaus eine zielführende Taktik sein, um den Wohlfühlfaktor im Unternehmen zu erhöhen. Weiterhin können das Arbeitsumfeld und der Arbeitsalltag des Mitarbeiters modifiziert werden, sodass sich eine bessere Work-Life-Balance für den Arbeitnehmer ergibt.

    Burnout vs. Boreout: Anderer Ursprung, ähnliche Folgen

    Während Mitarbeiter bei einem Burnout unter Überforderung, hohem Druck und Ansprüchen leiden, ist bei einem Boreout das Gegenteil der Fall. Von einem Boreout ist die Rede, wenn Mitarbeiter sich über lange Phasen unterfordert fühlen oder gelangweilt sind. Sowohl zu wenig zu tun zu haben und ebenso das Gefühl, das eigene Potenzial nicht ausreichend einbringen zu können, kann zum Boreout führen. Viele Betroffene haben innerlich gekündigt und entwickeln eine negative Arbeitseinstellung.

    Betroffene entwickeln gleichzeitig Strategien, um ihre Unterbeschäftigung zu verbergen:

    • Sie machen Überstunden, obwohl sie ihre Tätigkeit in der Kernarbeitszeit schaffen
    • Sie geben vor, überaus beschäftigt zu sein.
    • Sie dehnen Tätigkeiten auf mehrere Tage aus.

    Durch dieses Versteckspiel steigt die gesundheitliche Belastung noch weiter an und ein Teufelskreis beginnt. Mitarbeiter erhalten noch weniger Aufgaben, da sie beschäftigt scheinen. Ihre persönliche Motivation wird fortlaufend vermindert. Dies führt zu Unzufriedenheit, Erschöpfung und endet in Depressionen oder einer depressiven Verstimmung. Fehlzeiten des Mitarbeiters sind die Folge.

    So lässt sich ein Boreout vermeiden

    Klare, nutzenorientierte und wertschätzende Kommunikation kann Betroffene unterstützen, einen Boreout zu verhindern. Ein Boreout entsteht häufig aufgrund unterschiedlicher Erwartungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter nicht im Blick haben und Aufgaben falsch verteilen, kann ein gefährliches Ungleichgewicht entstehen. Unflexible Arbeitszeiten, die den Mitarbeiter zwingen, in Phasen geringer Arbeitsbelastung seine Zeit im Büro „abzusitzen“, fördern ebenfalls die Unzufriedenheit. 

    Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz dank durchdachter Prozesse

    Psychische Belastungen und somit eine Einschränkung der Gesundheit am Arbeitsplatz lassen sich durch verschiedene innerbetriebliche Maßnahmen reduzieren.

    Stress im Job reduzieren – das können Arbeitgeber tun

    • Prozesse und Aufgaben bei hoher Arbeitsintensität proaktiv optimieren.
    • Konkrete Regeln für Abstimmungen und Besprechungen einführen.
    • Bei Hard- oder Softwareproblemen können neue und verbesserte Arbeitsmittel helfen, Stress zu reduzieren.
    • Eine sinnvolle Pausengestaltung sowie praxisorientierte Arbeitszeitregelungen können in Phasen mit einer hohen Arbeitsbelastung Druck reduzieren.

    Ein weiterer Tipp, um psychische Belastung zu vermeiden, ist das Einführen von störungsfreien Arbeitsphasen. So kann zum Beispiel die erste Stunde des Arbeitstages ausschließlich für E-Mails reserviert werden. Eine weitere Möglichkeit, um Ablenkungen zu vermeiden, kann das Abstellen des Telefons für zwei vorab definierte und kommunizierte Zeitspannen am Tag sein.

    Tipp: Arbeitgeber können die Gesundheitsförderung von Mitarbeitern mit bis zu 600 Euro jährlich steuerfrei bezuschussen. Mitgliedschaften im Fitnessstudio oder die Teilnahme an Rückenkursen und weitere Präventionsangebote sind förderfähig, wenn sie bestimmte gesetzliche Voraussetzungen erfüllen.

    10 Tipps, um die Gesundheit am Arbeitsplatz in den Fokus zu rücken

    Um sowohl körperlich und ebenso psychisch gesund zu bleiben, kann jeder Angestellte, abseits von Arbeitsbedingungen, der Arbeitsorganisation und der Arbeitsumgebung seinen persönlichen Beitrag zur Gesundheit am Arbeitsplatz leisten.

    Infografik: 10 Tipps für mehr Gesundheit am Arbeitsplatz. | © personalwissen.de

    1. Gesunde Ernährung: Sich selbstgekochtes Essen mitzubringen oder in der Kantine an die Salatbar zu gehen, statt Schnitzel und Pommes zu wählen, wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Mittags nicht schwer zu essen, macht die folgenden Arbeitsstunden produktiver. Als gesunde Snacks am Arbeitsplatz werden Obst oder Gemüse wie zum Beispiel Karotten oder geschnittene Paprika empfohlen.

    2. Bewegung integrieren: Wer viel am Schreibtisch arbeitet, sollte regelmäßig aufstehen und einige Schritte gehen. Eine persönliche Besprechung mit den Kollegen statt eines Telefonats oder eine kurze Bewegungspause im Treppenhaus sind zielführend. Bewegung ist zum einen gut für den Körper. Der Abstand vom Schreibtisch kann sich gleichzeitig positiv auf die Kreativität auswirken. Die besten Ideen entwickeln sich in den meisten Fällen nicht am Schreibtisch, sondern wenn der Kopf frei ist, um nachzudenken.

    3. Viel trinken: Bleiben Sie im Büro gut hydriert. Wer sich direkt morgens eine große Flasche (1,5 L) oder Karaffe Wasser (1 Liter) an den Platz stellt und diese über den Tag verteilt austrinkt oder nachfüllt, der nimmt genügend Flüssigkeit zu sich. Kaffee sollte nicht als Durstlöscher eingesetzt werden, da das enthaltene Koffein nur bis zu einem gewissen Grad positive Effekte auf den menschlichen Körper hat.

    4. Atemübungen: Bei hoher Arbeitsintensität oder bei Problemen mit Kollegen helfen gezielte Atemübungen. Fünf Mal tief ein und auszuatmen, beruhigt das Nervensystem und schützt darüber hinaus vor Kopfschmerzen, Verspannungen oder unbedachten Handlungen.

    5. Lüften: Egal ob im Einzel- oder im Großraumbüro – ohne frische Luft geht es nicht. Sie belebt, macht wach und sorgt dafür, dass Bakterien und Viren weniger Chance haben sich zu verbreiten. Nicht umsonst gehört Stoßlüften in der Corona-Pandemie zu den wesentlichen Präventionsmaßnahmen, um eine Ansteckung mit Covid-19 zu verhindern. Im Besonderen in Großraumbüros ist Stoßlüften von großer Relevanz, um einen fortlaufenden Luftaustausch möglich zu machen.

    6. Treppen steigen: Statt mit dem Aufzug in den vierten Stock zu fahren empfiehlt es sich, die Treppe zu nehmen. Auf diese Weise wird die tägliche Bewegung gleich automatisch stärker in den Tagesablauf integriert und das Herz-Kreislauf-System freut sich.

    7. Dehnübungen: Wenn der Nacken sich versteift und die Schultern krampfen, können Sie mit geringen Mitteln entgegenwirken. Die Schultern vor- und zurück kreisen zu lassen, den Kopf zu drehen und die Arme einmal hoch in die Luft zu recken hilft dabei, die Muskeln zu lockern. Anschließend fällt das Arbeiten leichter. 

    8. Die Augen entspannen: Wer viel auf den Bildschirm schaut, sollte den Blick in regelmäßigen Zeitabständen aktiv in die Ferne schweifen lassen. Das entspannt die Augen und wirkt Kopfschmerzen, Verspannungen und gereizten Augen entgegen.

    9. Musik hören: Nicht für jeden oder für jede Tätigkeit ist Musikhören geeignet. Ruhige Hintergrundmusik in bestimmten Arbeitsphasen kann gleichzeitig das Stresslevel senken und zu mehr Wohlbefinden beitragen. Im Großraumbüro empfiehlt sich das Tragen von Kopfhörern, im Einzelbüro kann leise Musik alternativ über die PC-Lautsprecher oder Radio gehört werden.  Sie wirkt entspannend und kann die Produktivität steigern.

    10. Gelegenheiten für soziale Interaktion nutzen: Sich an der Kaffeemaschine über das letzte Wochenende auszutauschen fördert den Teamgeist und das Wohlbefinden und Zusammengehörigkeitsgefühl im Büro. Mit den Kollegen gemeinsam Mittagspause zu machen, kann die Kommunikation untereinander fördern. Soziale Interaktion beugt Stress vor und kann Burnout oder Boreout entgegenwirken.

    Betriebliche Wiedereingliederung: Freiwillige Option für längerfristig Erkrankte

    Kommt es trotz eines Fokus auf Gesundheit am Arbeitsplatz, ein professionelles betriebliches Gesundheitsmanagement und Prävention zur Arbeitsunfähigkeit eines Beschäftigten aufgrund von psychischen oder physischen Erkrankungen, hat der Angestellte Anspruch auf Ausgleichsleistungen. Im ersten Schritt steht jedem erkrankten Beschäftigten eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall von sechs Wochen zu. Anschließend wird von der Krankenkasse für bis zu 18 Monate Krankengeld in Höhe des gesetzlichen Arbeitslosengeldes gezahlt. Wer einmalig oder mehrmals über sechs Wochen hinaus arbeitsunfähig ist, hat einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Wiedereingliederung.

    Bei der Wiedereingliederung wird das Ziel fokussiert, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden und durch eine geeignete Prävention einer erneuten Erkrankung vorzubeugen. Im Rahmen einer Wiedereingliederung haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, stufenweise in den Betrieb einzusteigen und sich auf diese Weise den Belastungen der Arbeit nach und nach wieder anzunähern. Bei der Wiedereingliederung werden Zeitmodelle mit den Mitarbeitern vereinbart, die eine sanfte Arbeitsaufnahme ermöglichen. Bei der betrieblichen Wiedereingliederung handelt es sich um eine Wahlmöglichkeit für den Arbeitnehmer, die vor allem bei psychischen Erkrankungen interessant ist. Möchte ein Angestellter nach einem komplizierten Knochenbruch und anschließender Arbeitsunfähigkeit sofort in Vollzeit einsteigen, ist dies ebenfalls möglich.

    Wichtig: Ist ein Mitarbeiter im Rahmen der Corona-Pandemie langfristig in Quarantäne, müssen Arbeitgeber das Gehalt bis zur Dauer von sechs Wochen weiterbezahlen. Ausgaben für Gehaltszahlungen werden vom zuständigen Gesundheitsamt ersetzt, solange die verpflichtende Quarantäne angeordnet ist.  

    Zusammenfassung: Gesundheit ist das wichtigste Gut

    Psychische und körperliche Gesundheit sind wesentliche Faktoren, um die Arbeitskraft eines Mitarbeiters aufrecht zu erhalten. Unternehmen benötigen motivierte und leistungsbereite Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um Unternehmensziele zu erreichen. Aus diesem Grund sollten Arbeitgeber ihre Fürsorgepflichten kennen und die Gesundheit am Arbeitsplatz, Präventionsangebote und das betriebliche Gesundheitsmanagement priorisieren.

    Durch die Bereitstellung eines ergonomischen Arbeitsplatzes, individuelle Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und durch Gesundheitsangebote für Mitarbeiter, gehen Unternehmen einen entscheidenden Schritt.

    Weiterhin relevant sind eine transparente Kommunikationskultur, die Möglichkeit für offenes Feedback und das Gefühl, sich am Arbeitsplatz gut aufgehoben zu fühlen. Zu hoher Druck, Stressfaktoren, die Arbeitsintensität sowie negative Arbeitsbedingungen und eine ineffektive Arbeitsumgebung können die körperliche und psychische Gesundheit der Angestellten beeinträchtigen. Verspannungen, Kopfschmerzen, weitere Gesundheitsprobleme und langfristige Arbeitsunfähigkeitszeiten sind die Folgen einer verfehlten Gesundheitspolitik am Arbeitsplatz.

    Arbeitnehmer können zusätzlich persönlich aktiv werden, auf mögliche Missstände am Arbeitsplatz hinweisen und gesundheitsfördernde Maßnahmen umsetzen. Dazu zählen mehr Bewegung, Sport in der Freizeit, eine gesunde Ernährung und eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben ein berechtigtes Interesse daran, die Gesundheit am Arbeitsplatz zu fokussieren. Prävention und ein Fokus auf ein gesundes Arbeitsklima sichert die Arbeitskraft der Angestellten, fördert deren Motivation und führt zu mehr Effektivität im Unternehmen.

    FAQ: Antworten auf die häufigsten Fragen zur Gesundheit am Arbeitsplatz

    Was bedeutet Gesundheit am Arbeitsplatz?

    Als Arbeitgeber sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter sicherzustellen. Doch auch aus unternehmerischer Sicht ist es von essenzieller Bedeutung, nicht nur die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zu erhalten, sondern auch langfristig zu fördern. Denn lediglich gesunde Mitarbeiter können voller Tatenkraft und Belastbarkeit an Ihre täglichen Arbeitsaufgaben gehen und effizient arbeiten. Aus diesem Grund wird die Gesundheit am Arbeitsplatz nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber immer wichtiger.

    Wie kann die Gesundheit am Arbeitsplatz gefördert werden?

    Obwohl Ihre Arbeitnehmer vor allem für die eigene Gesundheit zuständig sind, können Sie Ihren Mitarbeitern dennoch auf die Sprünge helfen und die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehört ein ergonomischer Arbeitsplatz, die Bereitstellung von Obst und Gemüse sowie eine bewegte Pause. Doch auch regelmäßige Schulungen zur Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz können zielführend sein.

    Welche Faktoren und Belastungen gefährden die Gesundheit am Arbeitsplatz?

    Es gibt sowohl psychische Belastungen als auch physische Belastungen, die die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter nachhaltig beeinträchtigen und schädigen können. Zu den psychischen Belastungen gehören Schlafstörungen, Mobbing, Burnout, Boreout sowie Stress und anhaltende Unter- oder Überforderung, Zu den physischen, also körperlichen Belastungen gehören Schmerzen durch langes oder häufiges Sitzen oder Stehen, Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen durch ungesunde Bildschirmarbeit sowie ein gestörter Tag- und Nachrhythmus durch Schichtarbeit.

    Was sind die Vorteile von mehr Gesundheit am Arbeitsplatz?

    Durch die Optimierung der Gesundheit am Arbeitsplatz sind Ihre Mitarbeiter nicht nur leistungsfähiger, sondern auch motivierter. Durch die gesteigerte Motivation nimmt wiederum die Produktivität und Qualität der Arbeit zu, wodurch sich die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig steigert. Zudem steigt die Identifikation seitens der Mitarbeiter mit den unternehmerischen Werten, wodurch die Mitarbeiter als Botschafter und Meinungsbildner agieren, sodass ebenfalls das Image des Unternehmens aufpoliert wird.

    Autor: Redaktion Personalwissen