Wie Unternehmen Azubis helfen, ihre Ausbildung zu einem Erfolg zu machen

Wie Unternehmen Azubis helfen, ihre Ausbildung zu einem Erfolg zu machen

Jedes Jahr in den Monaten August oder September beginnt für junge Schulabgänger das erste Ausbildungsjahr. Die Ausbildung und die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz gehören zu den entscheidendsten und prägendsten Lebensphase. Für den Auszubildenden bedeutet die Ausbildungszeit eine der wichtigsten Weichenstellungen im Leben und für die weitere persönliche und berufliche Karriere.

    Die beliebtesten Ausbilderungsberufe in Deutschland: Top 3

    Das Statistische Bundesamt informiert regelmäßig über die Anzahl der aktiven Auszubildenden in Deutschland. Mehr als 1,3 Millionen Auszubildende waren im Jahr 2019 in unterschiedlichen Berufszweigen gemeldet. Die Zahl bedeutet einen Rückgang um knapp 1,4 % gegenüber dem Vorjahr.  Untersucht man die wichtigsten Ausbildungsberufe, kristallisiert sich folgende Top 3 heraus:


    Ausbildungsberuf
    Platz 1Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement (70.089 Auszubildende)
    Platz 2Kraftfahrzeugmechatroniker/in (66.987 Auszubildende)
    Platz 3Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel (55.632 Auszubildende)

    Neben den beliebtesten Ausbildungsberufen gibt es viele weitere Ausbildungsberufe und Branchen in Industrie und Handwerk, die von Azubis für ihre Berufsausbildung gewählt werden können. Trotz der unterschiedlichen Möglichkeiten ist die Ausbildungszeit und die Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz für Jugendliche nicht einfach. Sie kann aus Unsicherheiten, tiefgehenden Überlegungen und Abwägungen bestehen.

    In ähnlicher Weise müssen Unternehmen professionell abwägen, ob und für welche Auszubildenden sie sich entscheiden. Darüber hinaus müssen sie festlegen, wie die Berufsausbildung strukturiert werden soll. Folgende Fragestellungen kommen sowohl bei Azubis wie Unternehmensverantwortlichen und Ausbildern auf:

    Die Fragen und deren kompetente Beantwortung entscheiden im letzten Schritt darüber, ob die Ausbildungszeit für die jungen Erwachsenen erfolgreich verläuft. Unternehmen und vor allem die beauftragten Ausbilder stehen in der Verantwortung, die Auszubildenden bestmöglich Möglichkeiten zu fördern und fachgerecht auszubilden. Mit dieser Vorgehensweise helfen sie vor allem den Auszubildenden. Gleichzeitig beugt ein solch professionelles Handeln ebenfalls dem Fachkräftemangel vor, der Unternehmen aller Größenordnungen durch den weiter voranschreitenden demografischen Wandel berührt.

    Wie die Ausbildung in Deutschland grundsätzlich organisiert ist

    Viele europäische Nachbarländer, deren Jugendarbeitslosigkeit ausnehmend hoch ist, loben das Ausbildungssystem in Deutschland als fortschrittlich und praxisorientiert. In Spanien sind beispielsweise mehr als ein Drittel aller Jugendlichen zwischen 15 und 24 arbeitslos. Diese Entwicklung hat dramatische Folgen für den Staat und dessen Steuereinnahmen. Darüber hinaus treten durch die Perspektivlosigkeit der Jugendlichen weitere Probleme auf, die Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft haben.

    Die Ausbildung in Deutschland basiert grundsätzlich auf zwei unterschiedlichen Säulen:

    1. Die duale Ausbildung.
    2. Die schulische Ausbildung.

    Die duale Ausbildung – Garant für ausgewogenes theoretisches und praktisches Lernen

    Die duale Ausbildung gehört zu den bekanntesten und effektivsten Ausbildungsformen. Sie impliziert übergreifendes Lernen im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Durch ihren Fokus auf praktisches Arbeiten im Unternehmen und theoretisches Vermitteln von wesentlichem Fachwissen erhalten Azubis die Gelegenheit, ihre Qualifikation „Step by Step“ zu vergrößern.

    Der Lehrplan von dualen Ausbildungen, wie beispielsweise von den beliebten Ausbildungsberufen „Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement“ oder „Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel“ ist zyklisch angelegt. Dies bedeutet für die Praxis, dass Theorie und Praxis logisch aufeinander aufbauen. Der Mehrwert für einen Auszubildenden besteht darin, dass theoretisches Wissen im Betrieb umgesetzt, geübt und verinnerlicht werden kann.

    Duale Ausbildung mit Theorie und Praxis
    In einer dualen Ausbildung bauen Theorie und Praxis aufeinander auf © momius – Adobe Stock

    Das duale Ausbildungssystem ist zusammenfassend vor allem beliebt, da Azubis von Beginn der Berufsausbildung praktische Erfahrungen sammeln können. Statt ausschließlich in der Berufsschule zu lernen, können sie Gelerntes anwenden. Zusätzlich werden sie vom ersten Ausbildungsmonat an nach Ausbildungstarif entlohnt. Die Dauer der Ausbildung ist vom jeweiligen Ausbildungsberuf abhängig. Üblicherweise dauert die Berufsausbildung in einem dualen Ausbildungsberuf zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Bestehen anrechenbare Vorerfahrungen aus anderen Berufsausbildungen kann die Ausbildung im dualen System auf Antrag verkürzt werden.

    Die schulische Ausbildung – theoretische Vermittlung von Fachwissen sowie Praktika

    Eine Alternative zum dualen Ausbildungssystem bietet die schulische Ausbildung. Vor allem im sozialen oder technisch geprägten Berufen wie beispielsweise bei der:

    • Ausbildung zum Erzieher/Erzieherin,
    • Ausbildung zum Altenpflegehelfer/Altenpflegehelferin oder der
    • Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer/Anlagenführerin

    kommt eine ausschließlich schulische Ausbildung in Frage. Eine Schulausbildung hat ebenfalls Vorteile. Während der Berufsausbildung in einer Berufsschule können tiefgehendes Fachwissen und Hintergrundinformationen in Ruhe vermittelt und verinnerlicht werden. Durch regelmäßige Wissensabfragen wird nachvollzogen, auf welchem Qualifikationslevel die Schüler stehen. Geübte Lehrer mit Praxiserfahrung im Berufsfeld können auf Basis der gewonnenen Informationen individuell nachsteuern.

    Eine schulische Ausbildung bedeutet nicht, dass praxisbezogene Übungen und der Praxisalltag im Ausbildungsberuf zu kurz kommen. Sowohl durch Simulationen in der Berufsschule sowie durch regelmäßige Pflichtpraktika in Betrieben wird sichergestellt, dass Auszubildende alle relevanten praktischen Bereiche ihres Ausbildungsberufes kennenlernen.

    Wer sich für eine schulische Berufsausbildung entscheidet, verzichtet bewusst auf ein monatliches Ausbildungsgehalt und damit auf regelmäßige Geldeinnahme. In vielen Schulen muss darüber hinaus eine Schulgebühr bezahlt werden.

    Schüler haben die Möglichkeiten, sich finanziell unterstützen zu lassen, beispielsweise durch die Angebote:

    • Bafög“ (Gesetz, zur Förderung von bedürftigen Auszubildenden, Schülern und Schülerinnen sowie Studierenden) oder
    • BAB (Berufsausbildungsbeihilfe).

    Duales Studium oder Besuch der Hochschule

    Neben der dualen Berufsausbildung und der schulischen Ausbildung gibt es weitere Ausbildungsoptionen. Jugendliche Schulabgänger mit einem entsprechend guten Abschlusszeugnis haben ebenfalls die Möglichkeit, ein Studium an einer Hochschule zu beginnen. Eine besondere Form des Studiums stellt das sogenannte „duale Studium“ dar. Bei einem dualen Studium können, ähnlich wie in der dualen Ausbildung, Praxiserfahrungen in einem Ausbildungsbetrieb und ein Hochschulstudium verbunden werden. Voraussetzung für ein duales Studium ist ein gutes Fachabitur. Exzellente Schüler werden in der Regel von Betrieben umworben und erhalten die besten Angebote für einen Ausbildungsplatz

    Zusammenfassend gibt es in Deutschland unterschiedliche Angebote und Möglichkeiten für eine Berufsausbildung. Grundsätzlich können Auszubildende zwischen einer dualen Berufsausbildung oder einer schulischen Ausbildung wählen. Sie müssen sich auf offene, ausgeschriebene Ausbildungsstellen bewerben. In ihrer schriftlichen Bewerbung müssen sie unter anderem darlegen:

    • aus welchen Gründen sie eine Ausbildung im Ausbildungsberuf anstreben und
    • warum sie einen Ausbildungsplatz im Unternehmen präferieren.

    Die Möglichkeiten für Jugendliche zur Berufsausbildung in unterschiedlichen Ausbildungsberufen sind vielfältig. Unternehmen profitieren, wenn sie die Berufsausbildung im Betrieb modern, zukunftsorientiert und individuell gestalten. Ein professionelles Ausbildungsangebot bietet jungen Menschen Möglichkeiten und Optionen für ihre berufliche Karriere. Durch Training, spezifische Weiterbildung und eine gute Arbeitsatmosphäre sorgen Ausbilder und Führungskräfte zukunftsorientiert vor. Dies garantiert, dass die Auszubildenden von heute die Fach- und Führungskräfte von morgen sind.

    Wie Unternehmen die Ausbildung im eigenen Betrieb attraktiver machen können

    Ausbilder haben eine hohe Verantwortung gegenüber dem Unternehmen und den unterstellten Auszubildenden. Sie haben unter anderem die Verpflichtung, junge Azubis fachlich und persönlich anzuleiten und die Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Ziel jeder Berufsausbildung in einem Betrieb ist die Übernahme. Alternativ kann ebenfalls ein überdurchschnittlicher Abschluss im Ausbildungsberuf angestrebt werden, der eine Anstellung in einem anderen Betrieb sicherstellt.

    Eine Ausbildung erfolgreich zu gestalten und abzuschließen ist kein Selbstläufer. Auszubildende müssen professionell in den Betrieb integriert werden. Aufgrund ihrer fehlenden Erfahrungen müssen ihre Fehler und ausreichend Zeit für Coaching und Feedback einkalkuliert werden. Darüber hinaus müssen Ausbilder verantworten, dass genügend Lehrzeit in den Abteilungen vorhanden ist. Eine Atmosphäre ohne Druck und Hektik ist wichtig, um die Azubis nicht ausschließlich fachlich, sondern ebenso persönlich an den Betrieb zu binden.

    Eine attraktive Ausbildung ist eine Mischung aus:

    • Hochwertigen Fachinformationen,
    • Empathischer und klarer Kommunikation sowie
    • Professionellen Rahmenbedingungen.

    Fühlen sich Azubis im Betrieb und in der Berufsschule wertgeschätzt und willkommen, hat dies viele Vorteile. Zum einen werden ihre Leistungen und ihr Arbeitsverhalten effektiviert. Gleichzeitig wächst in den Azubis der Wunsch, nach der Lehre ebenfalls im Ausbildungsbetrieb arbeiten zu wollen. Motivierte Auszubildende bilden auf diese Weise das zukunftsorientierte Rückgrat des Unternehmens.

    Bei der Ausbildung zukunftsorientiert denken und Verantwortung übertragen

    Die Ausbildungszeit ist von Lernen und Verinnerlichen geprägt. Damit die Behaltensleistung optimiert wird, sollte der Ausbildungsalltag für die Azubis abwechslungsreich gestaltet werden. Die Organisation verschiedener Ausbildungsprojekte und ebenso die Integration der Azubis in die allgemeinen Geschäftsabläufe bietet vielfältige Chancen und Möglichkeiten. Entscheidend ist, dass Azubis erleben, dass Ausbilder und Kollegen vertrauensvoll und nutzenorientiert mit ihnen zusammenarbeiten. Ist dies der Fall, entwickeln sich selbstbewusste, selbstständige und verantwortungsvolle Mitarbeiter.

    Vertrauen und das Übertragen von Verantwortung ist für Auszubildende und gleichfalls für jeden Mitarbeiter im Unternehmen wichtig. Wissen Azubis, dass ihre Tätigkeit für die Zielerreichung oder bei bestimmten Arbeitsschritten essenziell ist, steigert dies die Freude und Zufriedenheit der Auszubildenden nachhaltig. Beispielsweise könnte man Azubis in der Personalabteilung die Verantwortung übertragen, eingehende Bewerbungsunterlagen nach vorgegebenen Kriterien zu sichten. Man könnte ihnen die Aufgabe übertragen, eine Vorausauswahl der Bewerber vorzunehmen.

    Wie man Auszubildende anleitet, fortlaufend mehr Verantwortung zu übernehmen

    Im späteren Verlauf kann ein Feedbackgespräch aufzeigen, in welchen Bereichen der Auszubildende die Aufgabe positiv ausgeführt hat. Gleichzeitig sollte aufgezeigt werden, in welchen Phasen nachgesteuert werden muss. Praxisrelevante Informationen sind im Feedbackgespräch essenziell.

    Eine vertrauensvolle, offene Debatte über die Entscheidung des Azubis auf Augenhöhe bildet Vertrauen und stärkt das Selbstbewusstsein. Innovative Ideen entstehen in vielen Fällen aus Brainstorming oder der Diskussion über neue Lösungswege. Sind Unternehmen bereit, den Status Quo durch Azubis infrage stellen zu lassen, kann dies die Arbeit im Betrieb positiv verändern. Das Übertragen von Verantwortung und eigene Ausbildungsprojekte geben Azubis die Gelegenheit, sich mit Engagement und Zielstrebigkeit zu beweisen. Junge Menschen lernen auf diese Weise mehr als durch reines Erklären oder Präsenzunterricht in der Berufsschule.

    Verantwortung als Azubi, Verantwortungsübertragung, Eigenverantwortung
    Ein Azubi muss lernen, Verantwortung zu übernehmen © pathdoc – Adobe Stock

    Im nächsten Schritt könnten die Auszubildenden in den weiteren Verlauf des Bewerbungsverfahrens eingebunden werden. Vorstellbar wäre beispielsweise die Organisation und Terminierung von Einstellungstests oder Vorstellungsgesprächen. Wesentlich ist hierbei, dass die Aufgabe im Team bearbeitet wird. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass Azubis ihre Teamfähigkeit sowie Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft und Kollegialität schärfen können. Ein solches Vorgehen trägt dazu bei, dass Auszubildende am Ende ihrer Ausbildung neben den:

    • Fachlichen Voraussetzungen ebenso
    • Über die Eigenschaften und Werte verfügen,

    die dem Unternehmen wichtig sind. Personalverantwortliche behalten trotz Delegation weiterhin die Hauptverantwortung für die Prozesse. Sie helfen den Azubis durch offene Fragen, Hintergrundinformationen und ihr persönliches Interesse. Unternehmen, die wichtige Aufgaben an Azubis delegieren, handeln fortschrittlich und zukunftsorientiert.

    Sie machen klar, dass die jungen Azubis zum Team gehören und ihre Meinung erwünscht ist. Statt drei Jahre Lernende zu sein, beginnen Azubis auf diese Weise frühzeitig, Verantwortung zu übernehmen. In der Folge entwickeln sie ein hohes Selbstbewusstsein und fühlen sich als Teil des Unternehmens.  

    Welche Ziele in der Ausbildung fokussiert werden sollten

    Im Businessumfeld ist fortlaufend von Zielen und Zielerreichung die Rede. Ein Außendienstmitarbeiter sollte beispielsweise seine Verkaufsziele ebenso erreichen, wie ein Mitarbeiter an einem Fließband in der Produktion. Die Ausgabe von Zielen und deren Erfüllung gehört zu den wichtigsten betriebswirtschaftlichen Parametern. Ohne Ziele ist ein langfristiger Erfolg im Unternehmen ausschließlich auf Zufällen gegründet und nicht planbar.

    Grundsätzlich unterscheidet man bei der Erfüllung von Zielen zwischen der intrinsischen und extrinsischen Motivation. Jeder Auszubildende und generell jeder Mensch verfügt über eine spezifische intrinsische Motivation. Während die eine Person aufgrund ihrer Erziehung zum Beispiel Wert auf Tugenden wie Ordentlichkeit und Pünktlichkeit legt und Ziele aus hohem Verantwortungsbewusstsein erfüllt, stehen für andere Personen abweichende Eigenschaften und Werte im Vordergrund. Neben der intrinsischen Motivation ist ebenso die extrinsische Motivation wichtig. Die Ausbildungsvergütung, ein Bonus, das Lob des Ausbilders oder andere monetäre Benefits gehören zur extrinsischen Motivation.

    SMART Ziele ausgeben und im Unternehmen leben

    Die intrinsische und extrinsische Motivation ist für die Zielerreichung in jedem Fall wesentlich. Darüber hinaus spielt die Ausgestaltung der Ziele ebenfalls eine wichtige Rolle. Ziele sollten, nach der Definition des bekannten Managementforschers und Unternehmensberaters Peter Drucker SMART sein. Die englische Abkürzung SMART steht für folgende wesentliche Parameter:

    SpecificSpezifischJedes Ziel für Azubis sollte eindeutig definiert sein. Beispiel: „Clustern Sie die 20 eingegangen Bewerbungen nach folgenden Kriterien und präsentieren Sie Ihr Ergebnis.“
    MeasurableMessbarEin Ziel für Auszubildende muss messbar sein: Beispiel: „Bearbeiten Sie die folgenden 5 Kundenanfragen und zeigen Sie mir im nach der Mittagspause Ihre Ergebnisse.“


    Activating


    Aktivierend
    Ausgegebene Ziele sollten für Azubis ansprechend und interessant sein. Sie sollten eine positive Herausforderung darstellen. Beispiel: „Sie haben am heutigen Tage die Aufgabe, unseren Bewerber Herrn Meier zu begrüßen und das Bewerbungsgespräch mit allgemeinen Fragen zum Lebenslauf zu beginnen.“

    Reasonable

    Realistisch
    Ein Ziel sollte für den Azubi realistisch leistbar sein. Beispiel: „Sie haben 5 Stunden Zeit, um die 8 heute eingegangenen Bewerbungsunterlagen auf Vollständigkeit zu prüfen. Am Ende des Tages sprechen wir über Ihre Ergebnisse.“

    Time-bound

    Terminiert
    Jedes Ziel für Auszubildende sollte anhand eines Datums fixiert werden. Wird ein Ziel nicht definiert, kann es zu Fehleinschätzungen kommen. Das Ziel kann in der Folge negativ behaftet sein.

    Die in den Beispielen für SMART-Ziele aufgeführten Ziele sind kurzfristig gewählt. Neben Ausbildungszielen für einen Arbeitstag oder eine Arbeitswoche können Ziele in der Ausbildung ebenso über einen längeren Zeitraum definiert werden. Viele Ziele sind mit Beginn der Berufsausbildung im Ausbildungsplan festgelegt und eindeutig terminiert.

    Darüber hinaus ist es sinnvoll, weitere SMART-Ziele festzulegen. Sind Ziele für den Jugendlichen realistisch erreichbar, spezifisch und messbar, führt die Zielerreichung zu persönlicher Motivation und erhöht das Selbstwertgefühl. Gleichzeitig gewöhnt sich Azubis durch die Ausgabe von SMART-Zielen an die Tätigkeit im Unternehmen. Individuelle Umsatzziele nach der Ausbildung sind in diesem Fall nachvollziehbarer und besser erreichbar.

    Wichtig: Fixieren Sie die allgemeinen und individuellen Ziele für Auszubildende grundsätzlich schriftlich. Dieses Vorgehen hilft beiden Parteien, die Ziele und die Zielerreichung zu fokussieren. Schriftliche Ziele beugen darüber hinaus Interpretationen vor.

    Zusammenfassend ist es im beruflichen Umfeld zu jeder Zeit wichtig, Ziele zu definieren und diese zu verfolgen. Diese Tatsache gilt ebenfalls für Azubis. Konkrete Ziele für Ausbilder und Azubis, die SMART-Kriterien standhalten, haben sich in der Praxis bewährt, da sie junge Menschen anspornen. Je exakter und präziser die Zielsetzung und die Terminierung sind, desto häufiger können sich junge Auszubildende und ihre Ausbilder über sehr gute Ergebnisse und Erfolgserlebnisse freuen.

    SMART-Ziele sind eine Blaupause für Unternehmen und Ausbilder. Korrekt umgesetzt, helfen sie im betrieblichen Alltag, der in jedem Unternehmen differiert, realistische Ziele zu setzen. Das ist vor allem in herausfordernden Zeiten wesentlich, um zu keinem Zeitpunkt vom Kurs abzukommen.

    Anzeichen für Ausbildungskrisen und adäquate Lösungsansätze

    Aus betrieblicher Sicht ist es zielführend, mit den Auszubildenden:

    Zu implementieren. Mit diesen Herangehensweisen und Methoden wird die Möglichkeit erhöht, dass Auszubildende ihre Tätigkeit im Unternehmen positiv ausführen. Sie werden viel und intensiv lernen und ihre Ausbildung am Ausbildungsplatz mit guten Leistungen abschließen. Gleichzeitig wissen realistische Ausbilder und Führungskräfte, dass die Ausbildungszeit individuelle Herausforderungen und Probleme mit sich bringen kann. Ausbildungskrisen können vorkommen. Erkennen Ausbilder derartige Problemsituationen frühzeitig und steuern sie professionell entgegen, können sie die Schwierigkeiten, gemeinsam mit dem Auszubildenden meistern.

    Gründe für Ausbildungskrisen und Schwierigkeiten in der Berufsausbildung

    Es gibt vielfältige Gründe, warum der Berufsstart für Jugendliche mit Problemen, Herausforderungen oder Sorgen behaftet sein kann. Empathische Ausbilder wissen, wie man Menschen nutzenorientiert anspricht. Sie können in vertraulichen Gesprächen mit den Azubis ergründen, welche Anlässe für einen plötzlichen Leistungsabfall, Desinteresse oder längerfristige Abwesenheiten bestehen.

    Krise während der Ausbildung
    Eine Ausbildungskrise kann viele verschiedene Ursachen haben © Panumas- Adobe Stock

    Abseits von vertraglichen Verpflichtungen, die jeder Azubi mit seinem Ausbildungsvertrag eingeht, sollten für Unternehmen in jedem Fall der Mensch und seine Interessen im Vordergrund stehen. Eine Ausbildung ist ein Paradigmenwechsel, der junge Menschen aus der geschützten Schulwelt in das Arbeitsleben führt. Ängste, Sorgen und die Ungewissheit vor dem Unbekannten können Gründe für ein verändertes Auftreten sein. Junge Auszubildende werden erfahrungsgemäß vor allem am Anfang ihrer Lehre mit Schwierigkeiten konfrontiert.

    Schwierige persönliche Umstände können ebenfalls in Ausbildungskrisen enden. Die:

    • Loslösung vom Elternhaus,
    • Probleme in der Partnerschaft oder im Freundeskreis sowie
    • spezifische Herausforderungen der Jugenzeit

    können zu hohen Belastungen führen und junge Menschen überfordern. Ihre Konzentration richtet sich in diesem Moment vor allem auf die Lösung der persönlichen Probleme, sodass für die Ausbildung kein Raum bleibt. Dies kann unweigerlich Konflikten im Betrieb oder in der Berufsschule entstehen lassen. Kritik, Unzufriedenheit des Vorgesetzten oder negative Ergebnisse in der Berufsschule können zu einer Abwärtsspirale führen. Die Ziele der Ausbildung und die gesamte Ausbildung sind in der Folge gefährdet.

    Fortlaufende, persönliche Kommunikation bewahrt vor Ausbildungskrisen

    Eine fortgesetzte persönliche und vertrauensvolle Kommunikation gehört zu den wichtigsten und entscheidendsten Möglichkeiten, Ausbildungskrisen abzuwenden. Damit Gespräche ihr Ziel erreichen, müssen Ausbilder oder Vorgesetzte im Betrieb Anzeichen für Probleme während der Ausbildung frühzeitig erkennen. Das impliziert, sich mit dem jungen Menschen, seiner Ausbildung und seiner Leistung auseinandersetzen. Bei Auszubildenden, die ausschließlich „mitlaufen“ und eine untergeordnete Rolle im Betrieb spielen, ist das Erkennen von Problemsituationen schwer möglich.

    Die folgenden Anzeichen können ein Indiz für Probleme in der Ausbildung sein:

    1. Verminderte Leistungsbereitschaft über einen längeren Zeitraum.
    2. Fehlende soziale Interaktion im Betrieb.
    3. Offene Kritik an der Ausbildung und an den Rahmenbedingungen.
    4. Längere oder häufige Erkrankungen, vor allem vor oder nach dem Wochenende.
    5. Verminderte Stressresistenz.

    Nehmen Ausbilder wahr, dass Azubis sich zurückziehen, launisch und sarkastisch werden oder über einen längeren Zeitraum unterklassige Leistungen erzielen, muss gehandelt werden. In vielen Fällen reichen offene Gespräche, die nutzenorientiert und ohne Anklage geführt werden sollten. Im Rahmen der Fürsorgepflicht, die Arbeitgeber in besonderem Maße für minderjährige Jugendliche und junge Erwachsene übernehmen, können Ausbilder gemeinsam mit den Auszubildenden Strategien entwickeln, um persönliche oder betriebliche Herausforderungen zu meistern. Auf diese Weise werden Ausbildungskrisen wirksam abgemildert oder beseitigt. Ein freundliches Wort, Verständnis und Interesse am Auszubildenden, zusammen mit dem Aufzeigen von individuellen Perspektiven können viel bewirken.

    Was Betriebe tun können, um einen Ausbildungsabbruch zu vermeiden

    Der Abbruch der Ausbildung ist das Worst-Case-Szenario. Er kann aus betrieblicher Sicht ausschließlich im Ausnahmefall ein probates Mittel sein, um eine Ausbildung zu beenden. Werden die Anzeichen für Probleme in der Ausbildung oder Ausbildungskrisen nicht frühzeitig identifiziert, können Auszubildende den Abbruch der Ausbildung als Ausweg aus ihrem Dilemma in Erwägung ziehen. Betrachtet man die Statistiken in Deutschland, erkennt man, dass Ausbildungsabbrüche häufig vorkommen. Im Jahre 2016 haben mehr als 25 % der Auszubildenden ihre Lehre abgebrochen.

    Ausbilder sollten die signifikantesten Anzeichen für Ausbildungskrisen kennen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, wenn Ausbilder ebenso die wichtigsten Gründe für Ausbildungsabbrüche überblicken. Das Wissen um die Sorgen der Azubis hilft ihnen, besser entgegensteuern zu können. Licht ins Dunkel bringt der Azubi.Report 2016. Er zeigt auf, warum Jugendliche ihre Ausbildung abbrechen.

    Anlass zum AusbildungsabbruchAusprägungGegenmaßnahme
    Private GründePersönliche Herausforderungen, familiäre Probleme, gesundheitliche Gründe.Fortlaufende, persönliche Kommunikation. Hilfsangebote im Betrieb.Angebot von individuellen Lösungen.
    Differente VorstellungenAusbildung verläuft anders als gedacht. Andere, weniger interessante Aufgaben überwiegen.Offene Gespräche. Anpassen der Einsatzpläne. Klare Kommunikation, warum weniger beliebte Aufgaben wichtig für den Gesamterfolg der Ausbildung sind.
    Probleme mit dem Vorgesetzten im AusbildungsbetriebChef erwartet zu viel, lobt zu wenig, zeigt wenig Empathie oder beurteilt zu streng und unfair.Ausbilder als vertrauensvoller Ansprechpartner. Offene Gespräche zwischen Vorgesetztem, Chef und Ausbilder mit klaren Lösungsansätzen.
    Probleme mit KollegenMangelhafte Kommunikation zwischen Kollegen und Azubis. Azubi fühlt sich nicht angenommen oder klagt über Mobbing.Ausbilder als vertrauensvoller Ansprechpartner. Versetzung in andere Abteilung. Ansprache des Problems mit dem Vorgesetzten und dem Ausbilder. Bei Mobbing: Konsequenzen für Kollegen im Betrieb.
    Probleme in der BerufsschuleNegative Noten oder Beurteilungen in der Berufsschule, unzureichende Vermittlung des Unterrichtsstoffs.Ausbilder als Mediator zwischen Berufsschule und Azubi. Klare Erwartungshaltung in Bezug auf Vermittlung des Unterrichtsstoffs durch die Berufsschule. Strategie, um Leistungen wirksam und nachhaltig zu verbessern.

    Die fünf genannten Punkte stellen die häufigsten Gründe und Anlässe für Ausbildungsabbrüche dar. Während beispielsweise ein gesundheitliches Problem wie die Allergie eines Azubis in einem Malerbetrieb einen Ausbildungsabbruch unvermeidbar macht, können viele andere Herausforderungen überwunden werden. Dies gelingt lösungsorientiert, wenn Ausbilder, Kollegen, Vorgesetzte in Abteilungen sowie Berufsschullehrer vertrauensvoll zusammenarbeiten. Strukturelle, fachliche oder menschliche Probleme können in Gesprächen diskutiert und gelöst werden. Auf diese Weise kann ein Ausbildungsabbruch, der ohne entsprechende Kommunikation im Raum stehen würde, vermieden werden.

    Worauf Ausbilder achten sollten, wenn trotz aller Bemühungen die Ausbildung abgebrochen wird

    Trotz aller:

    • Individuellen Bemühungen,
    • Wertschätzender Kommunikation und
    • Empathischer Gespräche

    kann es vorkommen, dass Auszubildende oder das Unternehmen beschließen, die Ausbildung abzubrechen und den Ausbildungsplatz vorzeitig zu verlassen. In diesem Fall ist es wichtig, dass Ausbilder ähnlich reagieren, wie Führungskräfte bei der Kündigung von Angestellten im Betrieb. Abseits von möglichen Differenzen, Enttäuschungen und neuen Herausforderungen durch den Abgang, sollte die Kommunikation weiterhin objektiv, wertschätzend und positiv sein. Das Ziel des Unternehmens sollte darin bestehen, sich vom Azubi im Guten zu trennen. Ausbilder können darüber hinaus aus den Gründen und Motiven für den Ausbildungsabbruch:

    • Innerbetriebliche Lerneffekt ableiten,
    • Interne Abläufe verbessern oder
    • Kollegen im Betrieb stärker für die Ausbildung sensibilisieren.

    Darüber hinaus ist es sinnvoll:

    • Den Berufsschullehrer oder die Berufsschule zu involvieren.
    • Bei innerbetrieblichen Problemen: Die Schlichtungsstelle der zuständigen Kammer oder der Industrie- und Handelskammer einzubeziehen.
    • Die örtliche Bundesagentur für Arbeit zu informieren, die den Azubi weiter betreut.

    Übernahme nach der Ausbildung – was Unternehmen beachten müssen

    Ein wesentliches Ziel der Ausbildung ist die Übernahme in ein festes Angestelltenverhältnis. Es ist nachvollziehbar, dass nicht jedem Auszubildenden vom Ausbildungsbetrieb ein Arbeitsverhältnis angeboten werden kann. Gemäß einer Statistik aus dem Jahr 2018 wussten mehr als 50 % der Azubis nicht, kurz vor dem Ende ihrer Berufsausbildung nicht, ob sie nach der Ausbildung übernommen würden. Mehr als 30 % hatten im Gegensatz eine Jobzusage des Arbeitgebers bei Bestehen der Prüfung.

    Anhand der Zahlen ist ablesbar, dass ein Großteil der Jugendlichen während ihrer Berufsausbildung über ungenaue Perspektiven über die nahe berufliche Zukunft verfügt. Dieser Schlingerkurs kann neben Zukunftsangst bei den Azubis ebenso strukturelle Probleme im Ausbildungsbetrieb nach sich ziehen.

    Der häufig diskutierte und sich weiter ausbreitende Fachkräftemangel in vielen Branchen macht es aus betrieblicher Sicht notwendig, die Übernahme von Auszubildenden zu fokussieren. Statt extern und unter hohem zeitlichem und finanziellen Aufwand Fachkräfte aus anderen Betrieben abzuwerben, ist es effektiver, den eigenen Nachwuchs auszubilden. Neben der fachlichen Ausbildung am Ausbildungsplatz benötigen Azubis frühzeitig Planungssicherheit und Perspektiven, um nicht vom Mitbewerber abgeworben zu werden. Unternehmen sollten sich vor allem darauf fokussieren, die Leistungsträger unter den Auszubildenden langfristig ans Unternehmen zu binden. Dies geschieht neben wertschätzender Kommunikation und Lob vor allem durch Benefits und eine frühzeitige Übernahmegarantie.

    Frühzeitige und offene Kommunikation beugt Missverständnissen vor

    Wie in allen anderen Phasen der Ausbildung gilt ebenso für die Übernahme folgende Tatsache: Eine offene, klare, frühzeitige und nachvollziehbare Kommunikation zu den Übernahmechancen ist für beide Vertragsparteien zielführend. Die Personalabteilung benötigt für eine professionelle Personalbedarfsplanung und Personalbestandsplanung Vorlaufzeit. Gleiches gilt für Azubis, die frühzeitig über ihre Übernahme und die konkrete Position im Unternehmen informiert werden. Sie können ebenfalls rechtzeitig ihre Zukunft planen. Darüber hinaus verspüren sie Vertrauen, dass sich in Motivation, Zielstrebigkeit und eine positive Mitarbeiterbindung ummünzt.

    Erfolgreiche Unternehmen präferieren vor einer Entscheidung Einzelgespräche. In diesen kann ausgelotet werden, ob gleichartigen Vorstellungen über die zukünftige Art und Weise der Zusammenarbeit bestehen. Es bietet sich an, das Gespräch am Beginn des letzten Ausbildungshalbjahres zu führen.

    Zielführend sind Fragen wie die folgenden:

    • Wo sehen Sie sich in unserem Unternehmen in 5 Jahren?
    • Können Sie sich vorstellen, langfristig in unserem Unternehmen zu arbeiten?
    • Welche Schwächen und Probleme sehen Sie aktuell im Unternehmen und wie würden Sie diese verändern?
    • Warum streben Sie in unserem Unternehmen ein unbefristetes Arbeitsverhältnis an?

    Eine freundliche, offene und ungezwungene Gesprächsatmosphäre ist ein Garant für ehrliche und tiefgründige Antworten. Kongruieren die Vorstellungen ist eine Übernahme Formsache. Ein derart professionelles Vorgehen macht deutlich, dass das Unternehmen echtes Interesse an der Meinung seiner Mitarbeiter hat. Darüber hinaus wird deutlich, dass der Arbeitgeber an langfristigen Arbeitsverhältnissen interessiert ist.

    Wichtig ist eine ungezwungene Gesprächsatmosphäre
    Mit ungezwungener und offener Kommunikation kommt man in Gesprächen meist weiter © Krakenimages.com – Adobe Stock

    Diese moderne Form der Mitarbeiterbindung hat zusätzlich positive Auswirkungen auf das Employer Branding des Unternehmens. Zufriedene Azubis und Angestellte sind die besten Werbebotschafter für jeden Betrieb und können dazu beitragen, den Ruf des Unternehmens zu verbessern. Dies hat unter anderem zur Folge, dass Fachkräfte vom der Firma, ihren Rahmenbedingungen und den Mitarbeiterbenefits angezogen werden.

    Wichtige rechtliche Fragestellungen bei der Übernahme ins Angestelltenverhältnis

    Es ist nachvollziehbar und erstrebenswert, den eigenen Auszubildenden nach erfolgreicher Ausbildung einen festen Arbeitsplatz im Betrieb anzubieten. Da das Ausbildungsverhältnis mit dem Auslaufen des Ausbildungsvertrages endet, müssen neben betriebsinternen Fragestellungen ebenfalls rechtliche Punkte berücksichtigt werden. Unternehmen und Personaler sollten grundsätzlich darauf achten, dass Versprechungen im Rahmen der Übernahme in Bezug auf die:

    • Ausgestaltung des Arbeitsvertrages,
    • Das Brutto-Gehalt sowie
    • Weitere Leistungen und Benefits

    eingehalten werden. Ist dies nicht der Fall, wird die Übernahme ins Angestelltenverhältnis von negativen Gefühlen begleitet. Die weitere Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer kann in der Folge Schaden nehmen. Grundsätzlich sollten Arbeitgeber Vertragsdetails und Übernahmeinformationen erst kommunizieren, sobald intern alle Parameter abgestimmt sind. Zu den wichtigsten vertraglichen Bestandteilen gehört die Beantwortung der Fragen:

    1. Erhält der Azubi einen befristeten oder unbefristeten Arbeitsvertrag?
    2. Darf der Arbeitsvertrag nach Übernahme eine Probezeit enthalten?
    3. Muss der Betriebsrat bei den vertraglichen Details gehört werden?

    Wichtig: Arbeitgeber müssen in Bezug auf die Übernahme ihrer Auszubildenden frühzeitig aktiv werden. Besteht ein Azubi seine Abschlussprüfung und wurde nicht explizit vereinbart, ob der junge Erwachsene übernommen wird, erhält er automatisch einen Anstellungsvertrag. Dies legt der § 24 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) nahe, in dem es heißt:

    Werden Auszubildende im Anschluss an das Berufsausbildungsverhältnis beschäftigt, ohne dass hierüber ausdrücklich etwas vereinbart worden ist, so gilt ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit als begründet.

    Für die Praxis bedeutet diese gesetzliche Vorgabe, dass Arbeitgeber rechtzeitig und schriftlich kommunizieren müssen, ob ein Azubi übernommen wird oder nicht. In allen anderen Fällen wird das Ausbildungsplatz stillschweigend in ein Angestelltenverhältnis umgewandelt.

    Zusammenfassung und Fazit zur professionellen Berufsausbildung

    Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der praxisorientierteren dualen Berufsausbildung und der schulischen Ausbildung. Ebenfalls möglich ist ein duales Studium, bei dem das Studium an der Hochschule von regelmäßiger praktischer Tätigkeit im Betrieb abgelöst wird.

    Absolvieren Azubis eine duale Ausbildung und erhalten einen Ausbildungsplatz oder bewerben sich um ein duales Studium, ist die Phase der Ausbildung für sie von fachlichem, theoretischen Lernen sowie der praktischen Anwendung im Betrieb geprägt. Die Ausbildung stellt eine wichtige und prägende Zeitspanne im Leben eines jungen Menschen dar und hat Auswirkungen auf das weitere berufliche Fortkommen. Unternehmen haben während der Berufsausbildung eine hohe Verantwortung für den Azubi und sein berufliches Fortkommen. Sie sind Arbeitgeber und Mentor in einem. Durch Kommunikation, Empathie und Klarheit können sie viel erreichen und die jungen Erwachsenen in Bezug auf den Ausbildungsberuf formen. Durch ein strukturiertes System der betrieblichen Ausbildung bauen Lerninhalte der Berufsschule oder Hochschule auf die Arbeit im Unternehmen auf.

    Ausbilder handeln zielführend, wenn sie Auszubildenden mit Beginn der Ausbildung Verantwortung übertragen. Darüber hinaus ist es aus Sicht des Unternehmens wichtig, die intrinsischen und extrinsischen Motivationsfaktoren der jungen Erwachsenen zu kennen. Mit diesem Wissen und der Ausgabe von SMART-Zielen wird die Ausbildungszeit für Azubis interessanter, abwechslungsreicher und praxisorientierter.

    Herausforderungen oder Probleme während der Ausbildung sollten kommunikativ und lösungsorientiert angegangen werden, bevor sie den Ausbildungserfolg gefährden. Ausbildungskrisen können realistischerweise vorkommen und sowohl persönliche wie innerbetriebliche Gründe haben. Der kompetente Umgang der Ausbilder mit Ausbildungskrisen hilft Azubis, Probleme zu lösen und sich mit hohem Engagement auf ihre Berufsausbildung zu konzentrieren. Der Ausbildungsabbruch sollte ausschließlich im Notfall eine Option sein.

    Essenziell ist ebenfalls, den Azubis frühzeitig Perspektiven für die Zukunft zu geben. Eine Übernahme ins Angestelltenverhältnis ist das erklärte Ziel von Ausbildern und Auszubildenden. Wesentlich hierfür ist, dass sich Azubis im Ausbildungsunternehmen wohlfühlen und langfristige Chancen für ihre innerbetriebliche Karriere sehen. Mit Professionalität, Smart-Zielen und nutzenorientierter Kommunikation wird die Ausbildungszeit mit Sicherheit ein nachhaltiger Erfolg und Meilenstein im Leben junger Menschen.  

    Autor: Redaktion Personalwissen

    Produktempfehlungen