Socializing im Büro: So fördern Sie das Miteinander im Job und profitieren von Zufriedenheit sowie besseren Ergebnissen

Socializing im Büro: So fördern Sie das Miteinander im Job und profitieren von Zufriedenheit sowie besseren Ergebnissen

Socializing im Büro kann durch Partys oder Betriebsausflüge stattfinden. Auch die Gestaltung der Arbeitsräumlichkeiten kann Socializing fördern. Wenn Sie 40 Stunden Ihrer Woche im Büro verbringen, sehen Sie Ihre Kollegen meist mehr als Ihre Freunde oder eventuell sogar die eigene Familie. Wenn dann noch Überstunden hinzukommen, wird dieser Umstand immer wahrscheinlicher. Umso entscheidender ist daher, dass die Arbeitsatmosphäre im Büro gut ist, die Chemie mit den Kollegen stimmt und das Arbeiten dadurch angenehm wird.

Auch in Zeiten von Homeoffice ist das Thema Socializing im Büro ein Wichtiges, schließlich arbeiten die wenigsten Menschen ausschließlich von zu Hause aus. In Zeiten, in denen ein Großteil der Kommunikation digital über den Laptop, E-Mails und per Telefon abgewickelt wird, ist es umso wichtiger, die direkte, zwischenmenschliche Interaktion zu fördern. Schließlich ist der soziale Aspekt für viele Menschen ein sehr entscheidender Punkt, wenn es um das Thema Arbeitsalltag geht.

    Selbst wenn mal über die Kollegen geschimpft wird, so ist es doch das Zusammenarbeiten mit anderen Menschen, was zur Zufriedenheit im Job beitragen kann. Gemeinsam an Ideen zu sitzen, Projekte zu entwickeln und mit allen an einem Strang zu ziehen, vermittelt ein positives Zugehörigkeitsgefühl und sorgt für eine soziale Identität. Auch kann diese gelebte Kreativität innerhalb der Teamarbeit sich vorteilhaft auf die Karriere auswirken.

    So kann Socializing im Büro aussehen

    Socializing im Büro kann viele verschiedene Facetten haben:

    • Eine freundliche Unterhaltung mit der Kollegin an der Kaffeemaschine.
    • Ein kurzes Gespräch mit dem Chef über den letzten Urlaub.
    • Ein Feierabend-Bier mit den Kollegen nach einem erfolgreichen Tag.
    • Eine offizielle After-Work-Veranstaltung.
    • Der gemeinsame Betriebsausflug mit der Abteilung oder dem ganzen Unternehmen.
    • Die jährlich stattfindende Weihnachtsfeier.

    Die soziale Bedeutung von Arbeit

    Arbeiten ist mehr als bloß das Erledigen anfallender Aufgaben. In einem Büro zu arbeiten bedeutet, in ein soziales Gefüge eingebunden zu sein. Es gehört dazu, sich mit Kollegen abzustimmen, abzusprechen und auch mit Menschen zurechtzukommen, die möglicherweise ganz anders sind als Sie selbst. Im Gegensatz zu Freunden können Sie sich Ihre Kollegen schließlich nicht aussuchen. Sie kommen mit der Vereinbarung, die Sie mit Ihrem Arbeitgeber eingehen, einher.

    Eine Personalvereinigung aus den USA konnte in einem Bericht aus dem Jahr 2016 herausfinden, dass die Beziehungen zu Kollegen als der wichtigste Antriebsfaktor im Job bezeichnet werden. 77 Prozent der Teilnehmer der Studie gaben an, dass dieser Aspekt für sie sehr wichtig ist. Ein anderer Bericht aus 2017, „State of the American Workplace“ ergab außerdem, dass eine gute Beziehung zu Kollegen das Engagement der Mitarbeiter steigert und sie zufriedener macht.

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    Eine Führungskraft sollte Socializing im Büro beherrschen. Denn durch ein gutes Verhältnis zu seinen Mitarbeitern können ganz andere Ziele erreicht werden © Monkey Business – Adobe Stock

    Auch Führungskräfte sollten dem sozialen Gefüge in einem Unternehmen oder in einer Abteilung daher große Bedeutung beimessen, da sie von der Zufriedenheit und dem Engagement ihrer Mitarbeiter profitieren:

    • Bessere Ergebnisse
    • Weniger Krankheitstage
    • Mehr Umsatz

    Chefs können das Socializing im Office aktiv steuern, indem sie regelmäßig Veranstaltungen planen, an denen die Mitarbeiter teilnehmen können.

    Das Socializing im Büro mit After-Work-Veranstaltungen fördern

    Beliebt sind After-Work-Veranstaltungen, die direkt im Anschluss an die Arbeitszeit starten und in einer zwanglosen Atmosphäre abgehalten werden:

    • Ein gemeinsamer Biergarten-Besuch im Sommer.
    • Ein Essen mit der Abteilung in einem Restaurant.
    • Eine Betriebsfeier in den Räumlichkeiten des Büros.
    • Eine Party am Messestand nach einem erfolgreichen Messetag.

    Natürlich gelten für eine After- Work- Veranstaltung einige Regeln, an die Sie sich halten sollten. So sollten Sie zum Beispiel unbedingt zu der Veranstaltung erscheinen, wenn sie offiziell durch den Vorgesetzten ausgerufen wurde und der Chef Sie darüber hinaus noch mündlich oder schriftlich dazu einlädt.

    3 Verhaltenstipps für After-Work-Veranstaltungen

    Auch beim eigenen Verhalten gilt es bei After-Work-Veranstaltungen einiges zu berücksichtigen, schließlich handelt es sich nicht um eine Freizeitveranstaltung mit Freunden:

    1. Bleiben Sie im Business-Dress des Tages und orientieren Sie sich am Verhalten Ihres Vorgesetzten – zieht dieser sein Sakko aus und lockert die Krawatte, dann dürfen das alle Anwesenden auch tun.
    2. In der Regel enden After-Work-Veranstaltungen früh, damit alle am nächsten Tag fit und ausgeschlafen sind. Halten Sie sich daher auch mit Ihrem Alkoholkonsum zurück, um Ihre Arbeitsfähigkeit am nächsten Tag nicht zu gefährden und darüber hinaus auch nicht unangenehm aufzufallen.
    3. Gespräche sollten keine allzu tiefgehenden privaten Themen behandeln und sich auch nicht über Religion oder persönliche politische Ansichten drehen. Da es sich um einen Event in der Freizeit handelt, ist es jedoch auch schön, wenn nicht nur über die Arbeit gesprochen wird – Stichwort Ablenkung.

    Mit gutem Beispiel voran: Blind Dates als Socializing-Instrument im Büro

    Bei der Firma „FreshBooks“ in Kanada werden Blind Dates zwischen verschiedenen Mitarbeitern organisiert. Mike McDerment, Geschäftsführer der Buchhaltungssoftware-Firma, beschreibt den Austausch zwischen Kollegen, die im Tagesgeschäft nichts miteinander zu tun haben, als sehr bereichernd. Diese Form des Socializings außerhalb des Büroarbeitsplatzes stärkt sowohl die Bindung unter den Angestellten als auch die Herangehensweise an Probleme. Schließlich können so Menschen ganz unterschiedlicher Berufsgruppen und Altersstrukturen von den Erfahrungen des jeweils anderen profitieren und diese für Ihre Sache nutzen. Ob der Umgang mit einem neuen Bewerber, die Weitergabe von Wissen oder das gemeinsame Lösen eines Problems – menschliche Kontakte sind auf jeder Ebene bereichernd.

    Weiterhin gibt es bei Fresh Books Buch-Clubs, Brettspiel-Abende und Sport-Abende. Dabei wird zum Teil auch bewusst auf Alkohol verzichtet. Das Ziel dieser Veranstaltungen ist, dass die Kollegen Spaß haben und sich dadurch die Arbeitsatmosphäre verbessert. Schließlich haben Studien ergeben, dass Freundschaften am Arbeitsplatz, die Zufriedenheit um 50 Prozent steigern. Langfristig kann soziales Engagement sogar die Chancen auf eine Beförderung beziehungsweise mehr Gehalt steigern, so das Magazin „Fortune“.

    Betriebsausflug: Gute Gelegenheit, um soziale Bindungen unter Mitarbeitern zu stärken

    Mit gut durchdachten Betriebsausflügen, kann man bei Mitarbeitern punkten. Diese 5 Ziele verfolgt ein Betriebsausflug:

    1. Er soll den Mitarbeitern einen schönen Tag außerhalb des Büros ermöglichen.
    2. Er soll den Teamgeist stärken.
    3. Er soll dazu führen, dass sich die Mitarbeiter außerhalb der Büroatmosphäre besser kennenlernen können.
    4. Er soll dabei helfen, den Kopf freizubekommen und sich einen Tag lang auf etwas anderes als die anstehenden Projekte zu konzentrieren.
    5. Er soll die eigene Motivation steigern und Innovation sowie Inspiration fördern.

    Zwar wird er von den Mitarbeitern häufig zwiespältig gesehen, erfährt in den meisten Fällen aber doch positive Resonanz.

    Ein Betriebsausflug kann entweder von einer professionellen Agentur organisiert werden, oder als Chef oder Mitarbeiter kümmern Sie sich selber um das Programm und die Planung. Mögliche Aktivitäten für einen Betriebsausflug gibt es viele:

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    Die beliebtesten Ideen für einen Betriebsausflug bzw. einer Betriebsunternehmung © Personalwissen.de
    • Ein gemeinsamer Kochkurs mit dem gesamten Team.
    • Ein Wandertag mit einem ausgedehnten Spaziergang durch schöne Natur.
    • Ein Ausflug in die nächstgrößere Stadt mit Museums- und Restaurantbesuch.
    • Ein Grillabend in einer angemieteten Räumlichkeit oder auf dem Firmengelände.

    Das sollten Sie bei der Planung eines Betriebsausflugs berücksichtigen

    Berücksichtigen Sie dabei die Bedürfnisse aller Mitarbeiter und gehen Sie auch im Hinblick auf eventuelle körperliche Einschränkungen vom kleinsten gemeinsamen Nenner aus. Ein Ausflug in die Kletter- oder Skihalle, anspruchsvolle Wanderungen oder der Besuch eines Freizeitparks sind unter Umständen nicht für alle Mitarbeiter attraktiv, wenn sie unter körperlichen Beschwerden leiden. Schließlich soll ein Betriebsausflug Stress abbauen und nicht noch mehr Stress verursachen.

    Es empfiehlt sich die Mitarbeiter von Vorneherein in die Planung mit einzubeziehen und sie zum Beispiel über drei verschiedene Aktivitäten abstimmen zu lassen. Das reduziert das Aufkommen von Frust und macht es wahrscheinlicher, dass das Programm zumindest bei einem Großteil der Mitarbeiter gut ankommt.

    Doch nicht nur außerhalb des Büros und mit speziellen Aktivitäten lassen sich die Stimmung und der Zusammenhalt unter den Kollegen verbessern. Auch in den gewerblichen vier Wänden lässt sich viel tun, um die Arbeitsatmosphäre so angenehm wie möglich zu gestalten und zum Socializing im Büro einzuladen.

    Mehr Socializing dank einer ansprechenden Büro-Gestaltung

    Die Einrichtung eines Büros kann dazu beitragen, dass Mitarbeiter stärker miteinander interagieren.

    • In vielen Agenturen stehen zur Ablenkung Tischkicker oder kleine Tischtennisplatten, die dazu einladen sollen, dass die Mitarbeiter während der Arbeit spielerisch interagieren.
    • Bequeme Sitzmöbel oder Sitzgruppen laden dazu ein, sich mit Kollegen für eine Unterhaltung hinzusetzen. Auch ein Arbeits-Meeting kann so in lockerer, kreativerer Atmosphäre abgehalten werden als in einem Konferenzraum. 
    • Eine Kaffeeküche mit Sitzmöglichkeiten erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Mitarbeiter an der Kaffeemaschine eine nette Unterhaltung führen.
    • Ein Raum, in dem die Mitarbeiter mittags gemeinsam ihr mitgebrachtes oder bestelltes Essen essen können, lädt ebenfalls zur sozialen Interaktion ein.
    • Befindet sich eine Kantine im Haus, bietet sich dort ebenfalls die Möglichkeit für Socializing im Office.

    All diese Aspekte können dafür sorgen, dass das Arbeitsklima im Büro positiv ist. Auch grundsätzlich sollten Firmen großen Wert auf eine angenehme Gestaltung der Räumlichkeiten legen, um bei Mitarbeitern punkten zu können. Zum Beispiel können viele bzw. große Fenster die Atmosphäre im Office verbessern. Schließlich verbringen die meisten Mitarbeiter dort 40 Stunden pro Woche und freuen sich abseits ihrer Schreibtische über gemütliche Sitzgelegenheiten, Möglichkeiten, um in Ruhe zu essen oder eben Spielgeräte wie einen Kicker, um kreative Pausen zu verbringen.

    Mehr Socializing im Büro dank neuem Berufsbild: FeelGood oder Facility Manager

    Der Job von FeelGood- oder Facility Managern ist es, die Voraussetzungen für das Socializing im Büro schaffen. Nicht nur die ansprechende Gestaltung des Arbeitsplatzes, sondern auch das Planen von gemeinschaftlichen Aktivitäten, sind Teil dieses Berufsbildes.

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    Der Feel Good Manager kümmert sich um die Angestellten und um das Drumherum © be free – Adobe Stock

    Dabei ist das Ziel, alle Mitarbeiter mit einzubinden und sowohl den introvertierten oder älteren als auch den jungen, lauten Kollegen Möglichkeiten zu bieten, wie alle im Rahmen ihrer Fähigkeiten und Bedürfnisse näher zusammenwachsen können.

    Facilty Manger haben darüber hinaus noch diese weiteren 5 Aufgaben:

    1. Sie können bei Streit, Konkurrenzkampf und Meinungsverschiedenheiten zwischen einzelnen Kollegen oder verschiedenen Gruppen vermitteln.
    2. Sie können Diskussionen oder Meetings moderieren und Fragen zum Thema Socializing beantworten.
    3. Sie können dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter gemeinschaftliche Pausenzeiten einhalten, um so die Kommunikation zu fördern.
    4. Mit diesen einheitlichen, strukturierten Pausenzeiten können sie auch verhindern, dass zu viele Privatgespräche geführt werden und die Arbeitsleistung leidet.
    5. Sie können den guten Ruf eines Unternehmens fördern, wenn dieses als besonders arbeitnehmerfreundlich gilt und mi t einer positiven Arbeitsatmosphäre aufwartet.

    Ein weiterer Aspekt, der im Hinblick auf das Thema Socializing berücksichtigt werden muss, ist die Aufteilung von Büros und Anordnung von Schreibtischen.

    Großraumbüros: Socializing oder Stress?

    Seit den 1960er Jahren sind Großraumbüros immer beliebter geworden. In vielen Agenturen werden sie ganz bewusst als Mittel eingesetzt, um die Kommunikation zwischen Angestellten zu fördern, was in der Regel auch gut funktioniert.

    Die Vor- und Nachteile von Großraumbüros

    So haben Büros Räume mit hohen Wänden, also zum Beispiel Kabinenbüros, einen schlechten Einfluss auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Sie fühlen sich isoliert, was vermieden werden sollte. Die Vorlieben gehen aber bei vielen Arbeitnehmern auseinander. Während die einen ihr Einzelbüro lieben, freuen sich andere über einen Platz im Großraumbüro. Er kann das Zugehörigkeitsgefühl verstärken und somit die Zufriedenheit am Arbeitsplatz steigern.

    Auf der anderen Seite können Großraumbüros auch zu mehr Stress führen, da dort unter Umständen ein hoher Lautstärkepegel herrscht und konzentriertes Arbeiten in dieser Umgebung nicht immer möglich ist. Bisher gewohnte Arbeitsweisen daran anzupassen, kann schwer fallen. Insbesondere in Betrieben, in denen viel telefoniert wird, ist es daher umso wichtiger, Großraumbüros möglich schallschluckend zu gestalten:

    • Dämmende Materialien an den Wänden
    • Schallschutzwände
    • Schallschluckende Vorhänge
    • Pflanzen
    • Bilder
    • Ausreichend Abstand zwischen zwei Schreibtischen – 1,5 Quadratmeter sollte die Bewegungsfläche am Büroarbeitsplatz mindestens sein

    Raumplaner und Innenarchitekten können beim Einrichten von Großraumbüros behilflich sein. Dank Ihrer Expertise lassen sich Lösungen finden, wie die Mitarbeiter von dem sozialen Aspekt des Großraumbüros profitieren können, ohne sich von der Nähe vieler Kollegen oder einem gewissen Geräuschpegel gestört zu fühlen.

    Socializing als Chef: Mit diesen Tipps finden Sie einen Zugang zu Ihren Mitarbeitern

    Als Chef können Sie bei ihren Mitarbeitern punkten, indem Sie zum Socializing im Büro beitragen, indem Sie mit gutem Beispiel vorangehen. Kapseln Sie sich nicht ab und arbeiten Sie nur hinter verschlossenen Türen. Gehen Sie aktiv auf Ihre Mitarbeiter zu, nehmen Sie Ihnen die Scheu vor Ihnen als Vorgesetztem und versuchen Sie sich bietende Gelegenheiten für kurze Gespräche zu nutzen:

    • Gratulieren Sie Ihren Mitarbeitern zum Geburtstag
    • Loben Sie, wenn es die Arbeitsleistung hergibt.
    • Fragen Sie nach dem Wohlbefinden, wenn Sie jemandem auf dem Flur oder an der Kaffeemaschine begegnen.

    Wenn Sie kleine Gemeinsamkeiten mit Ihren Angestellten finden, wie zum Beispiel die Vorliebe für denselben Fußballverein oder dasselbe Urlaubsland, kann das eine gute Basis für Small Talk und nette Gespräche zwischendurch schaffen. Was nur wie eine kleine Geste wirkt, kann einen großen Effekt haben: Die Mitarbeiter fühlen sich wahrgenommen und auf Augenhöhe behandelt und die Vorgesetzten wirken nahbar und sympathisch. Das kann das Arbeitsklima für alle verbessern.

    Herausforderungen im Socializing durch Homeoffice und Remote Work

    Was sich unter dem Wort Telearbeit entwickelt hat, hat sich nun als Homeoffice etabliert: Das Arbeiten von einem anderen Ort als dem Büro. Die meisten Menschen arbeiten tatsächlich von zu Hause aus, wenn sie „im Homeoffice“ arbeiten, doch strenggenommen ist das in vielen Jobs, für die es nur einen Laptop braucht, nicht nötig.

    Eine ganze Industrie hat sich in diesem Spannungsfeld entwickelt – das digitale Nomadentum propagiert das sonnige Leben unter Palmen, mit dem Laptop immer dabei. Zwar ist diese extreme Ungebundenheit nicht für jeden geeignet und funktioniert auch nicht für jeden Job, dennoch ist das grundsätzliche Thema Homeoffice und Remote Work (ortsunabhängiges Arbeiten) eine der großen Herausforderungen der Arbeitswelt.

    Eine Studie aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass 12 Prozent der deutschen Beschäftigten regelmäßig im Homeoffice arbeitet, in Schweden sind es sogar 30 Prozent. Das Potenzial für mehr Homeoffice wäre in Deutschland sogar da, schätzungsweise 40 Prozent aller Jobs könnten ausschließlich mit einem Laptop durchgeführt werden – Tendenz steigend. Dennoch sind viele Arbeitgeber noch nicht bereit, diesen Weg zu gehen, obwohl es sich immer mehr Arbeitnehmer wünschen.

    5 Vorteile von Telearbeit

    So haben Studien gezeigt, dass Homeoffice das Stressempfinden rund um die Arbeit schmälert. Während 83 Prozent der Beschäftigten im Büro Stress fühlen, sind es unter den Telearbeitenden nur 63 Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig:

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    Die Vorteile von Telearbeit liegen ganz klar auf der Hand …. © Kevin Sloniecki – Adobe Stock
    1. Keine Fahrtzeit ins Büro, mehr freie Zeit pro Tag
    2. Mehr Flexibilität
    3. Mehr Möglichkeiten für die Kinderbetreuung
    4. Weniger Unterbrechungen durch Kollegen
    5. Mehr Selbstständigkeit in der Einteilung der Arbeit

    Ob Mitarbeiter im Homeoffice tatsächlich produktiver sind als im Büro, hängt von den verschiedenen Gegebenheiten sowohl zu Hause als auch in der Firma ab. Schließlich will auch gar nicht jeder Homeoffice machen, viele Leute schätzen die Arbeitsatmosphäre eines Büros und wollen Arbeit und Zuhause trennen. Zu dieser Arbeitsatmosphäre zählen nicht nur die Räumlichkeiten, sondern eben auch die Kollegen. Der soziale Aspekt der Arbeit ist ein wichtiger Faktor und die unmittelbare Zusammenarbeit mit Kollegen entfällt im Homeoffice.  Das Gefühl von Isolation kann die Folge sein.

    Coworking Spaces gegen Einsamkeit im Homeoffice

    Coworking Spaces sind eine Variante, der Einsamkeit im Homeoffice entgegenzuwirken. Es sind gemeinsam genutzte Flächen, ausgestattet mit Schreibtischen, Stühlen und schnellem Internet, die Menschen als Arbeitsplatz dienen können, die keinen festen Arbeitsplatz haben.

    Dort treffen sich Selbstständige, Freelancer und auch Festangestellte, die ortsunabhängig arbeiten, um eine büroähnliche Atmosphäre zu haben und den Austausch mit anderen Menschen forcieren zu können. In vielen Coworking Spaces gibt es neben den Schreibtischen auch noch bequeme Sitzecken oder eine Kaffeebar, um sich in diesem Umfeld mit anderen auszutauschen. Dieses Konzept zeigt, wie dicht Arbeiten mit dem sozialen Aspekt verwoben ist und dass es die wenigsten auf Dauer glücklich macht, nur alleine in ihren eigenen vier Wänden zu arbeiten.

    Firmen mit Homeoffice-Kultur müssen noch stärker auf Socializing achten

    Firmen, die eine Homeoffice-Kultur pflegen oder die zu 100 Prozent ortsunabhängig organisiert sind, dürfen den Aspekt des Socializing nicht außer Acht lassen. Für gute Arbeitsergebnisse und zufriedene Mitarbeiter ist es wichtig, dass diese trotz eigenverantwortlichem und zum Teil oder gänzlich ortsunabhängigem Arbeiten das Gefühl haben, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

    Regelmäßige Team-Events sind dafür enorm wichtig, um die Kollegen auch abseits des Bildschirms zusammenzubringen und Teamarbeit sowie innerbetriebliche Kollaborationen zu stärken. Während in „klassischen“ Firmen, in denen die Menschen in Büros arbeiten, ein Betriebsausflug im Jahr vielleicht ausreicht, können in Remote-Firmen mehrere solcher Events, Treffen und gemeinsamer Workshops wichtig sein. Sie schaffen überhaupt erst eine persönliche Basis zwischen den Mitarbeitern, bieten Gelegenheit zum Austausch und legen so den Grundstein für eine gute Zusammenarbeit.

    Face-to-Face-Kommunikation gilt als wichtiger Treiber der Kreativität und sollte daher auch in Zeiten von digitalen Jobs nicht vernachlässigt werden. Diese in allen Bereichen der Arbeitswelt zu fördern und zu forcieren ist auf vielen Ebenen nützlich, weshalb das Thema Socializing in diesem Rahmen große Beachtung verdient hat.

    Autor: Redaktion Personalwissen