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Tariftabelle Öffentlicher Dienst: Überprüfung Gewerkschaften und VKA

© Roman Samborskyi – Shutterstock
Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern, Tariftabelle Öffentlicher Dienst ,VKA, Gewerkschaften,

Arbeitnehmer in Kommunen und beim Bund treffen bei Gehaltsfragen und Arbeitsbedingungen auf die Tariftabelle Öffentlicher Dienst. Die Eingruppierung erfolgt nach Alter, Berufsausbildung und Berufserfahrung. Für Angestellte mit einschlägiger Berufserfahrung und einer ununterbrochenen Tätigkeit in der gleichen Entgeltgruppe dient die jeweilige Stufenlaufzeit in der Lohngruppe. Beamte werden im Öffentlichen Dienst in Besoldungsgruppen eingruppiert.

    Im Öffentlichen Dienst führen Gewerkschaften alle zwei Jahre Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern. Hierbei werden Rahmenbedingungen sowie die Entgelte tariflich festgelegt und bieten den Angestellten und Unternehmen optimale Arbeitsbedingungen. Der TVöD Tarifvertrag sorgt für die grobe Eingruppierung aller Bewerber und unterscheidet dabei das Alter, die Funktion und die Berufserfahrung. Für jeden Bewerber und Arbeitnehmer zeigt diese Übersicht, wie hoch das Gehalt und wann mit der nächsten Gehaltserhöhung zu rechnen ist.

    Der TVöD regelt seit dem 13.09.2005 alle Entgeltbedingungen, die sich auf den Arbeitsbereich beziehen. Dazu gehören unter anderem Rahmenbedingungen im Öffentlichen Dienst zu Arbeitszeiten– und deren Bedingungen, Sozialbezügen und Zulagen.

    Welche Aufgabe hat der VKA im Öffentlichen Dienst?

    Im Zusammenhang mit dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD) tritt die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in Erscheinung. Bei diesen kommunalen Arbeitgeberverbänden handelt es sich um einen tarifpolitischen Dachverband der kommunalen Verwaltungen und Betriebe in Deutschland. Bei der VKA werden Regelungen zu Arbeitsbedingungen für kommunalen Beschäftigten getroffen. Zu den weiteren Aufgaben des VKAs gehört das Abschließen von Tarifverträgen mit den zuständigen Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes.

    Zur VKA zählen alle Mitglieder der kommunalen Arbeitgeberverbände in den Bundesländern:

    • Städte
    • Gemeinden
    • Landkreise
    • Pflegeeinrichtungen
    • Krankenhäuser
    • Sparkassen
    • Nahverkehrsbetriebe
    • Flughäfen
    • Versorgungsbetriebe
    • Entsorgungsbetriebe

    Gemeinsam mit dem Bund und den Gewerkschaften Verdi, dbb tarifunion, dbb Beamtenbund für Angestellte und Beamte führt die VKA Tarifrunden für den Öffentlichen Dienst durch. Dabei geht es um gemeinsame Vereinbarungen hinsichtlich der Gehaltssteigerungen, Arbeitszeiten und sonstigen Regelungen, die den Öffentlichen Dienst betreffen.

    Bereiche der Tariftabelle Öffentlicher Dienst

    Die Entgelttabelle des TVöD wird in zwei Hauptbereiche unterteilt: Bund und Kommunen. Zum TVÖD Bund zählen alle Angestellten, die im öffentlichen Dienst des Bundes tätig sind. Beschäftigte in den Bundesministerien, Bundesverwaltung, Bundesämtern sowie Bundespolizei. Der TVöD Kommunen berücksichtigt Angestellte der Kommunen, Landkreise und Städte, wie kommunale Verwaltungen und andere öffentliche Dienstleister.

    Tariftabelle für Sozial- und Erziehungsdienst, Pflege und Betreuungseinrichtungen, Pflegepersonal, Entsorgung, Flughäfen, Verwaltung
    Tariftabelle für unterschiedliche Branchen im Öffentlichen Dienst © Tricky_Shark – Shutterstock

    Beschäftigte aus unterschiedlichen Branchen im Öffentlichen Dienst werden der jeweils zugehörigen Tariftabelle zugeordnet.

    • Sozial- und Erziehungsdienst – TVöD SuE
    • Pflege und Betreuungseinrichtungen – TVöD B
    • Pflegepersonal – TVöD P (ursprüngliche Tariftabelle TVöD Kr für Krankenhäuser)
    • Entsorgung – TVöD E
    • Sparkassen – TVöD S
    • Flughäfen – TVöD F
    • Verwaltung – TVöD V

    Rahmenbedingungen TVöD und Entgeltordnung im Öffentlichen Dienst

    Geht es um den TVöD treffen verschiedene Faktoren aufeinander. Im Tarifvertrag wird nicht nur die Eingruppierung jedes Angestellten geregelt, sondern auch zentrale Arbeitsbedingungen, von der Probezeit, Arbeitszeit pro Woche bis hin zu Kündigungsschutz und Entgelt im Krankheitsfall. Alle Regelungen für die Arbeit im Öffentlichen Dienst sind spezifisch zusammengefasst und geregelt.

    Die Wochenarbeitszeit wird für Beschäftigte mit durchschnittlich 39 Stunden im Tarifgebiet Ost und mit durchschnittlich 40 Stunden im Tarifgebiet West vorgeschrieben. Arbeitnehmer in Vollzeitbeschäftigung haben laut Urlaubsregelung gemäß TVöD einen Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen pro Jahr. Dieser bezieht die Lohnfortzahlung mit ein.

    Erkrankt ein Arbeitnehmer im Öffentlichen Dienst, erhält dieser laut Tarifvertrag Entgelt im Krankheitsfall. Diese Regelung betrifft jeden Beschäftigten, der durch seine Arbeitsunfähigkeit infolge seiner Krankheit an der Arbeit gehindert wird. Die Entgeltzahlung wird bis zu einer Dauer von sechs Wochen vom Arbeitgeber übernommen.

    Neue Angestellte im Öffentlichen Dienst haben eine Probezeit von sechs Monaten. Der Tarifvertrag sieht vor, dass die Probezeit bei einer anderen Vereinbarung gekürzt werden kann und bei Anschluss an eine Ausbildungszeit entfällt.

    Im Bereich Kündigungsschutz schreibt der Tarifvertrag besondere Regelungen vor. Beschäftigte mit der Vollendung des 40. Lebensjahres können nur aus wichtigen Gründen nach 15 Jahren gekündigt werden. Die Kündigungsfristen gemäß TVöD gleichen sich den Fristen außerhalb des Öffentlichen Dienstes an. Dennoch sind diese vertraglich geregelt und richten sich nach der Beschäftigungszeit:

    • Bis zu 6 Monaten: 2 Wochen zum Monatsende
    • Nach 6 Monaten: 4 Wochen (1 Monat) zum Monatsende
    • Nach 1 Jahr: 6 Wochen zum Quartalsende
    • Nach 5 Jahren: 3 Monate zum Quartalsende
    • Nach 8 Jahren: 4 Monate zum Quartalsende
    • Nach 10 Jahren: 5 Monate zum Quartalsende
    • Nach 12 Jahren: 6 Monate zum Quartalsende

    Vollzeitbeschäftigte im Öffentlichen Dienst erhalten nach dem TVöD vermögenswirksame Leistungen. Diese Leistungen werden für jeden Kalendermonat mit 6,65 Euro vergütet.

    Im Tarifvertrag ist eine Jahressonderzahlung für Beschäftigte vorgesehen. Diese richtet sich nach der Tariftabelle Öffentlicher Dienst. Die Regelungen werden nach den Entgeltgruppen 1 bis 8, 9a bis 12 sowie 13 bis 15 unterteilt. Zu Sonderzahlungen des TVöD gehören Weihnachtsgeld, Jubiläumsgeld und TV-Ertragsbeteiligung (nur bei TVöD-F)

    Anwendungstabellen für die Eingruppierung nach TVöD

    Die Eingruppierung der Arbeitnehmer berücksichtigt die Unterscheidung des TVÖD Kommune und Bund sowie den aktuellen Status des Arbeitnehmers. Angelernte und ungelernte Beschäftigte im Öffentlichen Dienst werden in den Entgeltgruppen 1 bis 4 eingruppiert. Umso höher der Bildungsabschluss ist und umso länger die Berufsjahre sind, kommen die Entgeltgruppen 13 bis 15 in Betracht.

    Tabellenentgelt TVöD

    Voraussetzungen des Angestellten

    1 bis 4

    Angelernte und ungelernte Arbeitnehmer, (teilweise) mit erschwerter Tätigkeit

    5 bis 8

    mindestens dreijährige Berufsausbildung

    9 bis 12

    Fachhochschulstudium oder Bachelorabschluss

    13 bis 15 (höchste Entgeltgruppe)

    Abgeschlossenes Hochschulstudium, Diplom, Masterabschluss oder vergleichbarer Abschluss

    Die genannten Entgeltgruppen in der Tariftabelle für den Öffentlichen Dienst dienen der übersichtlichen Orientierung und bringen Einzelfallentscheidungen mit. Die Einordnung in eine bestimmte Entgeltgruppe eines Arbeitnehmers richtet sich zudem nach erworbenen Qualifikationen und Fortbildungen.

    Tariftabelle im Öffentlichen Dienst mit Entgeltverordnung nach Stufen

    Des Weiteren berücksichtigt die Tariftabelle des Öffentlichen Dienstes die Tätigkeitsmerkmale des Beschäftigten. Nach den Entgeltgruppen kann das Gehalt jedes Beschäftigten eingeordnet werden. Nicht nur die Entgeltgruppen selbst spielen bei der Eingruppierung eine große Rolle. Umso länger ein Arbeitnehmer im Öffentlichen Dienst seiner Tätigkeit nachgeht, erreicht dieser die nächste Entgeltstufe.

    Die Höhe des Gehaltes richtet sich nach der Entgeltgruppe und der geltenden Stufe.

    Grundsätzlich beinhaltet der TVöD in jeder Entgeltgruppe bis zu 6 Stufen. Ausgenommen ist hierbei die Entgeltgruppe 1, in der nur Angelernte und ungelernte Beschäftigte eingruppiert werden. Unterschieden wird innerhalb der Stufen zwischen zwei Grundentgeltstufen und vier Entwicklungsstufen.

    Höhe Gehalt Entgeltgruppe, Stufenlaufzeiten öffentlicher Dienst, nächste Stufe durch Arbeitsleistung
    Im Öffentlichen Dienst gibt es die 6 Stufen Entgeltverordnung © alphaspirit – Shutterstock

    Das Erreichen einer höheren Stufe ist für jeden Arbeitnehmer nach dem TVöD möglich. Dazu muss der Beschäftigte seiner Tätigkeit ununterbrochen innerhalb derselben Entgeltgruppe nachgehen und einschlägige Berufserfahrung vorweisen.

    Stufenlaufzeiten:

    • nach einem Jahr in Stufe 1 – Stufe 2
    • nach zwei Jahren in Stufe 2 – Stufe 3
    • nach 3 Jahren in Stufe 3 – Stufe 4
    • nach 4 Jahren in Stufe 4 – Stufe 5
    • nach 5 Jahren in Stufe 5 – Stufe 6

    Um die nächste Stufe zu erreichen, zählt neben den Jahren die Arbeitsleistung. Bei Beschäftigten, die erheblich über dem Durchschnitt arbeiten, kann die Stufenlaufzeit verkürzt werden. Im umgekehrten Fall ist das Verlängern der Stufenlaufzeit bei Arbeitnehmern machbar, die unter Durchschnitt arbeiten.

    Beamtenbund Besoldungsgruppen im Öffentlichen Dienst

    Neben den Angestellten sind Beamte im Öffentlichen Dienst tätig. Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern übernimmt der dbb Beamtenbund. Der dbb ist eine deutsche Interessenvertretung für Beamte und alle anderen Tarifbeschäftigten im Öffentlichen Dienst. Darüber hinaus ist der dbb Ansprechpartner für private Dienstleister. Das Vergleichsentgelt zu Entgeltgruppen nennt sich für Beamte Besoldung. Die Basis dafür bietet das Landesbesoldungs- und -Versorgungsanpassungsgesetz des jeweiligen Landes.

    Beamte werden für die Eingruppierung nach Laufbahngruppen zugeordnet:

    • eD (einfacher Dienst) – Besoldungsgruppen A 2 bis A 5, Einzelfallentscheidung bei herausragenden Dienstposten A 6 – Voraussetzung: Hauptschulabschluss
    • mD (mittlerer Dienst) – Besoldungsgruppen A 6 bis A9 – Voraussetzung: mittlere Reife oder Hauptschulabschluss mit einschlägiger Berufsausbildung
    • gD (gehobener Dienst) – Besoldungsgruppen A 9 bis A 13 – Voraussetzung: Fachhochschulreife
    • hD (höherer Dienst) – Besoldungsgruppen A 13 bis A16 und alle Gruppen der Besoldungsordnungen B, C und W – Voraussetzung: abgeschlossenes Hochschulstudium, Masterabschluss in Planung

    Autor: Redaktion Personalwissen

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