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Mitarbeiterbindung – Tipps und Tricks, um das beste Personal zu halten

© Meddy Popcorn/Fotolia
Mitarbeiterbindung, Mitarbeiter halten, Employer Branding

Der Erfolg eines jeden Unternehmens hängt ganz klar zu einem Großteil von seinen Mitarbeitern ab. In Zeiten des War for Talents (Fachkräftemangels) wird das Konzept „Mitarbeiterbindung“ also immer häufiger zum Thema und ist auch aufgrund der hohen Kosten, die eine Talentsuche mit sich bringt, unerlässlich. Unternehmen tun gut daran, in wertvolle Mitarbeiter zu investieren und sie an sich zu binden, um sie sich langfristig zu erhalten. Um das zu erreichen, gibt es verschiedene Ansätze und Maßnahmen, die für ein Minimum der Wechselwilligkeit der Beschäftigten sorgen.

Definition – was steckt hinter dem Begriff „Mitarbeiterbindung“? 

Mitarbeiterbindung bezeichnet Maßnahmen

  • die Unternehmen helfen
  • und Beschäftigte zu halten.

Hierbei geht es in erster Linie um positive Anreize, die dafür sorgen, dass Mitarbeiter langfristig im Unternehmen bleiben.

Instrumente und Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung           

Arbeitsklima

Das Betriebsklima ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Wechselwilligkeit von Mitarbeitern, denn ein schlechtes Arbeitsklima ist sogar einer der wichtigsten Kündigungsgründe.

Tipp: Wer Mitarbeiter also langfristig ans Unternehmen binden möchte, sollte definitiv darauf achten, dass sich die Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen. Das heißt nicht, dass mit Google-Campus-ähnlichen Maßnahmen aufgefahren werden muss, um den Mitarbeitern den Wechsel unattraktiv zu machen.

Dennoch kann jedes Unternehmen mit einfacheren Mitteln das Arbeitsklima optimieren. Dazu gehört vor allem

  • Wertschätzung
  • und ein attraktives Arbeitsumfeld.

Wertschätzung muss dabei nicht immer monetär sein, denn gerade anerkennende Worte oder entgegengebrachtes Vertrauen vom Vorgesetzten können die Motivation erheblich steigern und so die Bindung an das Unternehmen fördern. Ein gewisses Maß an Freiheit und Flexibilität, die es den Mitarbeitern erlaubt, entspannter und befreiter zu arbeiten, ist dabei genauso wichtig wie das freundliche Miteinander im Büro.

Teambuilding

Bilden die Mitarbeiter eines Unternehmens ein gutes Team, ist nicht nur ihre Performance gesteigert. Auch der nette Umgang der Beschäftigten untereinander ist ein wichtiger Faktor im Konzept Mitarbeiterbindung. Wer sich unter den Kollegen gut aufgehoben fühlt, ist weniger willig den liebgewonnenen, eingespielten Arbeitsplatz zu verlassen. Somit stellen Teambuilding-Methoden ein wichtiges Tool zur Mitarbeiterbindung dar. Um den Teamgeist zu fördern, gibt es verschiedenste Möglichkeiten, wie z. B. organisierte Aktivitäten wie Escape Rooms. Wenn sich die Beschäftigten auch nach Feierabend auf ein Bier zusammensetzen, ist das Ziel erreicht.           

Aktives Zuhören

Tatsächlich scheint einer der häufigsten Fehler von Führungskräften noch immer die fehlende oder suboptimale Kommunikation mit den Mitarbeitern zu sein. Dabei kann man an genau dieser Stelle viel zur Verbesserung der Mitarbeiterbindung erreichen. Um diese potentielle Quelle der Kommunikationsoptimierung auszuschöpfen, ist das von Carl Rogers eingeführte aktive Zuhören eine gute Möglichkeit.

Wer seine Mitarbeiter ausreden lässt, zeigt echtes Interesse und hat die Möglichkeit, den Beschäftigten richtig zu verstehen und Probleme präventiv aus dem Weg zu räumen. Das Verständnis kann durch „Paraphrasieren“ des Gesagten gesteigert werden, weil das Gegenüber so die Möglichkeit hat zu korrigieren. Auch nachfragen zeugt von ehrlicher Wertschätzung und dient dabei außerdem dem klaren Verständnis. „Gefühle spiegeln“ ist eine weitere Technik des aktiven Zuhörens, wobei die Führungskraft im Prinzip versucht, empathisch auf den Mitarbeiter einzugehen.

Es geht beim aktiven Zuhören keineswegs um einen „Kuschelkurs“, sondern die professionelle Kommunikation zwischen zwei Parteien. Denn respektieren heißt nicht zwingend akzeptieren. Aber ein freundlicher Umgang, der auf Empathie, Ehrlichkeit und Respekt beruht, schafft ein gutes Verhältnis zu den Beschäftigten. Das so aufgebaute Vertrauen macht aktives Zuhören zu einer unterschätzen aber wertvollen Führungskompetenz, die zu einer Verbesserung der Kommunikation mit den Beschäftigten beitragen und somit die Mitarbeiterbindung fördern kann.

Fluktuationsneigung der Generation Y

Die zwischen 1980 und 1995 geborene Generation Y, auch Millennials, hat sich auf dem Arbeitsmarkt längst auch in wichtigen Positionen etabliert und stellt besondere Ansprüche an Unternehmen.

Wichtig: Anders als ihre Vorgänger kann man sie nicht mit Geld oder Status ködern, denn was sie wollen, ist vor allem eine optimale Work-Life-Balance und sinnvolle Aufgaben. Um diese zur Wechselwilligkeit neigende Generation in einem Unternehmen zu halten, ist es also unabdingbar, sich ein Stück weit auf sie einzustellen.

Als Sinnsucher-Generation binden sich Millennials vor allem an Unternehmen, die ihnen Flexibilität und Selbstverwirklichung durch interessante Aufgaben bieten. Außerdem scheint das ökologische Gewissen in dieser Generation stärker ausgeprägt zu sein, als in denen vor ihnen. Das bedeutet, dass sich die Generation Y besonders dann mit Unternehmen identifizieren kann, wenn Umweltrichtlinien wie z. B. vorschriftsmäßige Entsorgung von Schadstoffen, auch eingehalten werden.

Arbeitgeberpflichten gegenüber Arbeitnehmern

Selbstverständlich muss jeder Arbeitgeber bestimmte Pflichten gegenüber seinen Beschäftigten erfüllen. Dazu gehören unter anderem

  • Arbeitsschutz
  • die Übernahme bestimmter Teile der Sozialversicherung
  • und Zugeständnisse an Schwangere.

Arbeitsschutz

Arbeitgeber sind verpflichtet, präventive organisatorische Maßnahmen treffen, die dafür sorgen, dass die Sicherheit und der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz gewährleistet sind. Das umfasst z. B. Maschinenschutz und den sicheren Umgang mit Gefahrenstoffen, aber auch die ergonomische Gestaltung von Büroräumen und Vorsorgeangebote wie eine jährliche Grippeimpfung.

Diese Pflichten sollten für den Arbeitgeber aber eher eine Möglichkeit als eine Belastung darstellen, denn gesunde Mitarbeiter zahlen sich letztendlich aus. Teure Ausfallzeiten, die durch Betriebsunfälle und Erkrankungen entstehen können, werden so schon weitgehend verhindert. Investitionen in den Arbeitsschutz machen sich für das Unternehmen also bezahlt.

Bei Schwangerschaft

Ist eine Mitarbeiterin schwanger, muss der Arbeitgeber bestimmten Pflichten nachkommen. Neben der Meldepflicht, bei dem der Arbeitgeber die Schwangerschaft in der zuständigen Aufsichtsbehörde zu melden hat, muss dieser außerdem die Kosten für eine Schwangerschaftsbestätigung tragen, wenn er diese einfordert. Außerdem muss die Schwangere für Vorsorgeuntersuchungen etc. freigestellt werden.

Achtung: Der Kündigungsschutz gilt die gesamte Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Entbindung. Wird nach der Schwangerschaft Elternzeit genommen, verlängert sich der Kündigungsschutz um diesen Zeitraum.

Der Arbeitgeber muss zusätzlich dafür Sorge tragen, dass keine Gefährdung des Kindes am Arbeitsplatz der schwangeren Mitarbeiterin besteht, was im Zweifelsfall mit dem Betriebsarzt abgeklärt werden kann. Der Mutterschutz sieht außerdem vor, dass die junge Mutter keiner Mehr- oder Nachtarbeit nachgehen muss. Frauen sind während der Mutterschutzfristen finanziell durch das Mutterschaftsgeld abgesichert, was vom Arbeitgeber bezuschusst werden muss. Über die Umlage U2 wird dieser Zuschuss allerdings von der Krankenkasse übernommen.

Sozialversicherung

Die Beiträge zur Sozialversicherung werden zu unterschiedlichen Teilen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Die Beiträge errechnen sich aus dem Bruttoentgelt des Arbeitnehmers in Prozent. Den allgemeinen Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung müssen beide Parteien je zur Hälfte zahlen, wobei der Arbeitnehmer Zusatzbeiträge allein zu tragen hat. Die Anteile, zu denen die Pflegeversicherung gezahlt wird, hängen vom Bundesland ab. Den Beitrag zur Berufsgenossenschaft an die Unfallkassen zahlt der Arbeitgeber allein, genau wie die Umlagen U1, U2 und U3. Bei der Entgeltabrechnung berechnet der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge und führt die Anteile beider Parteien an die Krankenkasse des Arbeitnehmers ab.

Wichtiger Hinweis: Für Minijobber gilt eine Ausnahmeregelung, denn hier landet der Sozialversicherungsbeitrag in der Minijob-Zentrale.

 

Was versteht man unter Trennungsmanagement

Unter Trennungsmanagement versteht man all das, was ein Unternehmen tun kann, um die Trennung fair und professionell über die Bühne gehen zu lassen. Dazu gehören ein wertschätzendes Trennungsgespräch, eine angemessene Abfindung und eine Newplacement-Beratung, um zeitnah eine Einigung und dafür die Unterschrift des Mitarbeiters auf dem Aufhebungsvertrag zu erreichen.

Es ist erstaunlich, wie viele Unternehmen über keine geregelten Prozesse für das sogenannte Offboarding, eine angemessene Trennungskultur, verfügen. Dabei zählt gerade die Kündigung zu den schwierigsten Mitarbeitergesprächen, handelt es sich doch um eine sehr emotionale Angelegenheit. Nicht nur um dem Mitarbeiter die Möglichkeit zu geben, sein Gesicht zu wahren, ist ein professionell geplanter Offboarding-Prozess wichtig. Auch das Employer Branding wird geschützt, wenn der ehemalige Beschäftigte das Unternehmen in guter Erinnerung behält.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

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