Krankengeldzuschuss durch den Arbeitgeber: Das sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer wissen

Krankengeldzuschuss durch den Arbeitgeber: Das sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer wissen

Ein Krankengeldzuschuss durch den Arbeitgeber ist nicht verpflichtend, wenn er nicht in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen geregelt ist. Trotzdem kann die finanzielle Hilfe sinnvoll sein und Langzeitkranken helfen.

Im Leben kann es abrupt und unerwartet zu Ver√§nderungen kommen, die den gewohnten Ablauf nachhaltig ver√§ndern. Eine schwere Erkrankung geh√∂rt zu den unvorhersehbaren Ereignissen, die jeden Menschen und ebenso Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer treffen k√∂nnen. Eine Krebserkrankung, ein Burn-out, der langfristige psychische Probleme und Leistungsverminderung nach sich zieht oder ein schwerer Unfall k√∂nnen jeden betreffen. Der Gesetzgeber hat f√ľr F√§lle, in denen Besch√§ftigte l√§ngerfristig erkranken, zwei wesentliche Finanzierungss√§ulen geschaffen:

  1. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
  2. Das Krankengeld und den freiwilligen Krankengeldzuschuss durch den Arbeitgeber.

So werden Langzeitkranke unterst√ľtzt

Bei jeder Erkrankung, vom banalen Erk√§ltungseffekt bis zum Unfall mit Krankenhauseinweisung steht Arbeitnehmern die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu. Sie greift umgehend, sobald eine Krankmeldung beim Arbeitgeber eingereicht wird. Unternehmen sind in diesem Fall verpflichtet, sechs Wochen lang die Entgeltfortzahlung zu gew√§hrleisten. Dies bedeutet in der Praxis, dass das vereinbarte Gehalt f√ľr 42 Kalendertage vom Arbeitgeber weiterbezahlt wird.

Ist der Besch√§ftigte nach dieser Zeit weiterhin mit derselben Diagnose im Krankenstand, ist die gesetzliche Krankenkasse in der Pflicht, das Krankengeld zu bezahlen. Das Krankengeld wird f√ľr maximal 72 Wochen bezahlt. Es wird in einer H√∂he von maximal 70 Prozent vom Bruttogehalt und h√∂chstens 90 Prozent vom letzten Nettoentgelt ausbezahlt. Bei der Kalkulation des Krankengeldes werden Einmalzahlungen wie beispielsweise das Urlaubsgeld ber√ľcksichtigt. Im Jahr 2021 betr√§gt der H√∂chstsatz an Krankengeld 112,88 Euro pro Tag. Gem√§√ü einer Statistik beliefen sich die Zahlungen f√ľr das Krankengeld bei den gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2019 auf 14,4 Milliarden Euro.

Ein Zuschuss zum Krankengeld kann vom Arbeitgeber bezahlt werden, um ein finanzielles Risiko zu verhindern.©cirquedesprit РAdobe-Stock

Anspruch auf Krankengeld haben auf Grundlage des § 3 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EntgeltFG) alle in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversicherten Arbeitnehmer, die länger als 6 Wochen arbeitsunfähig sind. Empfänger von Arbeitslosengeld I werden äquivalent behandelt. Bei Mitarbeitern, die in den ersten 4 Wochen in einer neuen Anstellung erkranken, springt die gesetzliche Krankenkasse sofort ein und bezahlt Krankengeld. Familienversicherte erhalten grundsätzlich kein Krankengeld.

Freiwillig Versicherte Mitglieder in der gesetzlichen Krankenkasse haben eine Wahlmöglichkeit, ob Sie die Zahlung von Krankengeld absichern möchten. In diesem Fall zahlen sie statt eines um 0,6 Prozent ermäßigten Beitragssatzes den normalen Krankenkassenbeitrag von 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag.

Neben dem gesetzlich festgelegten Krankengeld haben Arbeitgeber die M√∂glichkeit, ihren langzeiterkrankten Arbeitnehmern einen Krankengeldzuschuss zu zahlen. Diese Zuwendung soll die Nettolohn-L√ľcke ausgleichen, die beim Bezug von Krankengeld entsteht. Der Krankengeldzuschuss stellt eine lohnsteuerpflichtige und freiwillige Zahlung des Arbeitgebers dar, f√ľr die keine gesetzliche Notwendigkeit besteht. Der Krankengeldzuschuss geh√∂rt somit zu den Betriebsausgaben im Unternehmen. In unterschiedlichen Tarifvertr√§gen oder Betriebsvereinbarungen wird der Krankengeldzuschuss thematisiert und ist in diesem Fall f√ľr Betriebe verpflichtend.

Dieser Artikel kl√§rt sechs wesentliche Fragen rund um den Krankengeldzuschuss von Arbeitgebern. Dar√ľber hinaus zeigt er Unternehmen auf, wie der Krankengeldzuschuss dem sogenannten Employer Branding dient.

1. Was ist der Krankengeldzuschuss durch den Arbeitgeber?

Der Krankengeldzuschuss ist eine Zahlung des Arbeitgebers, die zus√§tzlich zum Krankengeld bezahlt wird. Es ist wichtig zu beachten, dass es sich beim Krankengeldzuschuss nicht um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall handelt. Die Lohnfortzahlung wird ausschlie√ülich in den ersten sechs Wochen einer Erkrankung vom Arbeitgeber verpflichtend bezahlt. Das sogenannte Gesetz √ľber die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz, kurz: EntgFG) enth√§lt keine Regelungen rund um Zusch√ľsse zum Krankengeld.

Achtung: Der Krankengeldzuschuss ist nicht dasselbe wie die Entgeltfortzahlung.

Da es sich beim Krankengeldzuschuss des Arbeitgebers um eine freiwillige Zahlung handelt, gibt es keine gesetzliche Grundlage, die Arbeitnehmer anf√ľhren k√∂nnten. Vor allem in Tarifvertr√§gen ist ein verpflichtender Krankengeldzuschuss inkludiert. Zum Beispiel erhalten Mitarbeiter, die dem Manteltarifvertrag Chemie (MTV) unterliegen, nach zwei Jahren ununterbrochener Betriebszugeh√∂rigkeit einen Arbeitgeberzuschuss zum Krankengeld. Dieser wird bis zum Ende des zweiten Monats der Krankschreibung bezahlt. Betriebsangeh√∂rige mit langfristigerer Betriebszugeh√∂rigkeit erhalten den Zuschuss langfristiger ausbezahlt.

Somit werden in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen vor allem die folgenden Punkte zum Krankengeldzuschuss des Arbeitgebers thematisiert:

  • Anspruch.
  • Dauer der Zahlung.
  • H√∂he der Auszahlung.

Der Krankengeldzuschuss durch den Arbeitgeber oder den Dienstherrn hat das prim√§re Ziel, finanzielle Nachteile des Besch√§ftigten auszugleichen. Dies ist nachvollziehbar, da sich nach Ablauf der sechs Wochen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall der Auszahlungsbetrag auf maximal 90 % des bisherigen Nettolohns reduziert. Um finanzielle Risiken durch die unverschuldete Erkrankung auszuschlie√üen, kann ein Zuschuss zum Krankengeld vom Arbeitgeber bezahlt werden.

2. Rechtliches: Ist der Krankengeldzuschuss durch den Arbeitgeber verpflichtend?

Es gibt keine gesetzlich festgeschriebene Zahlungsverpflichtung des Krankengeldzuschusses durch den Arbeitgeber. Der Krankengeldzuschuss durch Unternehmen ist grunds√§tzlich eine freiwillige Zusatzleistung, die in einigen Branchen durch Gewerkschaften oder Arbeitnehmervertreter verpflichtend in Tarifvertr√§ge oder Betriebsvereinbarungen aufgenommen wurden.

Bei Vertragsunterzeichnung sollte auf eine entsprechende Klausel zum Krankengeld beachtet werden © Pitchayaarch РAdobe-Stock

Ein Zuschuss zum Krankengeld kann auf unterschiedliche Art und Weise vertraglich festgesetzt werden:

  • Tarifvertr√§ge.
  • Betriebsvereinbarungen.
  • Individualvertragliche Regelungen in Arbeitsvertr√§gen.

Wie bei allen anderen arbeitsrechtlichen Aspekten ist die Hierarchie der Regelwerke entscheidend. Regelungen, die in einem Tarifvertrag festgelegt sind, haben eine gr√∂√üere Tragweite als die individuellen Vereinbarungen eines Arbeitsvertrags.

Das bedeutet f√ľr die Praxis: Ist in einem Arbeitsvertrag kein Krankengeldzuschuss durch den Arbeitgeber geregelt und wird er im Tarifvertrag thematisiert, steht dem Arbeitnehmer der Zuschuss zu. Wird im Arbeitsvertrag der Zuschuss zugesichert und im Tarifvertrag nicht, kommt das G√ľnstigkeitsprinzip zum Tragen. Der Arbeitnehmer erh√§lt den vertraglich festgelegten Zuschuss.

Zusammengefasst hat der Krankengeldzuschuss des Arbeitgebers das Potenzial, die entstandene Differenz zwischen Lohnzahlung und Krankengeld auszugleichen.

Wichtiger Hinweis: Das Krankengeld, das durch die Krankenkasse ausgezahlt wird, liegt bei 70 Prozent des Bruttogehalts des Mitarbeiters. Es unterliegt aber ebenfalls einer Deckelung, und zwar 90 Prozent des Nettogehalts.

3. Ist der Krankengeldzuschuss lohnsteuerpflichtig?

Ein Krankengeldzuschuss geh√∂rt zu den Lohnnebenkosten und ist f√ľr den Arbeitgeber aus diesem Grund lohnsteuerpflichtig. Es ist unerheblich, ob der Mitarbeiter sein Krankengeld von einer privaten oder einer gesetzlichen Krankenversicherung erh√§lt. Die rechtliche Grundlage stellen der ¬ß 8 des Einkommensteuergesetzes und ¬ß 2 der Lohnsteuer-Durchf√ľhrungsverordnung dar.

Bei geringen Zulagen, bei denen nach Anwendung der Monatslohnsteuertabelle keine Lohnsteuer anf√§llt, sind Arbeitgeber ebenfalls in der Pflicht, die Zusch√ľsse sowohl im Lohnkonto und in der Lohnsteuerbescheinigung als steuerpflichtigen Arbeitslohn zu erfassen.

Wichtiger Hinweis: Bekommt der Besch√§ftigte f√ľnf Arbeitstage lang Krankengeld, muss diese Unterbrechung durch ein ‚ÄěU‚Äú im Lohnkonto gekennzeichnet werden. Das K√ľrzel, das f√ľr „Unterbrechung“ steht, deutet an, dass der Anspruch auf Arbeitslohn aktuell nicht mehr besteht. Ein „U“ muss ebenfalls gesetzt werden, wenn das Unternehmen einen Krankengeldzuschuss bezahlt.

4. Krankengeldzuschuss – Wie sieht es mit der Sozialversicherung aus?

Zusch√ľsse vom Arbeitgeber wie beispielsweise ein Krankengeldzuschuss werden aus der Perspektive der Sozialversicherung nicht als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt gewertet. Dieser Grundsatz gilt, wenn die finanzielle Unterst√ľtzung, die der Arbeitnehmer w√§hrend seiner Krankheit oder w√§hrend der Auszahlung von Krankengeld erh√§lt, das bisherige Nettoarbeitsentgelt um maximal 50 Euro √ľberschreiten. √úber diesem Grenzbetrag sind die Zusch√ľsse zum Krankengeld sozialversicherungspflichtig.

Wichtiger Hinweis: Den exakten Sozialversicherungsfreibetrag können Sie mithilfe eines vergleichenden Nettoarbeitsentgelts ausrechnen. Der maximale SV-Freibetrag errechnet sich aus der Differenz zwischen dem vergleichenden Nettoarbeitsentgelt und dem Netto-Krankengeld.

5. Sonderfall Krankengeldzuschuss TVöD РKrankengeldzuschuss öffentlicher Dienst im Detail

Im √∂ffentlichen Dienst herrschen in Bezug auf die Auszahlung des Krankengeldzuschusses spezifische Vorgaben. Grundlage ist der Tarifvertrag f√ľr den √∂ffentlichen Dienst (TV√∂D) , der in ¬ß 22 Absatz 3 klarstellt:

Der Krankengeldzuschuss wird bei einer Beschäftigungszeit (§ 34 Abs. 3)

  • von mehr als einem Jahr l√§ngstens bis zum Ende der 13. Woche und
  • von mehr als drei Jahren l√§ngstens bis zum Ende der 39. Woche

seit dem Beginn der Arbeitsunf√§higkeit infolge derselben Krankheit gezahlt. Ma√ügeblich f√ľr die Berechnung der Fristen ist die Besch√§ftigungszeit, die im Laufe der krankheitsbedingten Arbeitsunf√§higkeit vollendet wird.

Aus dem Tarifvertrag kann abgeleitet werden, dass Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst, die länger als ein Jahr beschäftigt sind, maximal bis zur 13. Krankheitswoche einen entsprechenden Krankengeldzuschuss vom Dienstherrn erhalten.

Interessant: Die ersten sechs Wochen, in denen der Arbeitnehmer die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vom Arbeitgeber bekommt, werden bei den oben genannten Fristen eingerechnet. Arbeitnehmern, die l√§nger als drei Jahre im √∂ffentlichen Dienst t√§tig sind, wird der Krankengeldzuschuss im H√∂chstfall bis zur 39. Woche gew√§hrt. Tats√§chlich erhalten die Arbeitnehmer 7 bzw. 33 Wochen die im TV√∂D dargestellten Krankengeldzusch√ľsse.

6. Ist ein Krankengeldzuschuss aus Arbeitgebersicht grundsätzlich sinnvoll?

Im Besonderen kleinere oder mittelst√§ndische Unternehmen stehen in vielen F√§llen vor der Entscheidung, ob die Ausbezahlung von Zusch√ľssen zum Krankengeld sinnvoll ist. Sie m√ľssen bestimmen, ob die hohen und langfristigen Kosten √ľber bis zu 78 Wochen richtig investiert sind. Hierf√ľr gibt es keine allgemeing√ľltige Antwort.

Fakt ist, dass kostenlose Zusatzleistungen auf den ersten Blick ein Loch ins Personalbudget rei√üen. Unternehmen sollten auf der anderen Seite √ľberlegen, ob freiwillige Zusatzzahlungen wie zum Beispiel ein Krankengeldzuschuss, das Employer Branding im Betrieb professionalisieren k√∂nnen. Unter dem Oberbegriff Employer Branding werden alle Ma√ünahmen zusammengefasst, die die eigene Belegschaft motivieren und bewegen, langfristig im Unternehmen zu arbeiten. Dar√ľber hinaus hat ein positives Employer Branding Auswirkungen auf die M√∂glichkeit, Fachkr√§fte auf dem Bewerbermarkt zu erreichen.

Wie Betriebe das Employer Branding professionell darstellen

Es ist vor allem in Zeiten des Fachkr√§ftemangels wichtig, potenzielle Kandidaten vom Unternehmensangebot zu √ľberzeugen. Neben der H√∂he des Gehalts oder dem Fabrikat des Dienstwagens sind Zusatzleistungen und Ma√ünahmen f√ľr eine ausgewogene Work-Life-Balance f√ľr viele Bewerber entscheidend.

Mit Corporate Benefits und attraktiven Zusatzleistungen kann sich das Unternehmen positiv von der Konkurrenz abheben. © Antonioguillem РAdobe-Stock

Wer als Arbeitnehmer den Luxus hat, zwischen verschiedenen Unternehmen zu w√§hlen, wird sich den zuk√ľnftigen Arbeitgeber genauer ansehen:

  • Was unterscheidet ihn von anderen Firmen?
  • Warum ist es sinnvoll, gerade dort eine Anstellung zu forcieren?

Vor allem aus diesem Grund sollten F√ľhrungskr√§fte und Unternehmer Zusatzleistungen personalmarketingtechnisch aufbereiten. Dies gelingt zum Beispiel im Rahmen von Employer-Branding-Kampagnen oder durch den geschickten Einsatz von Testimonials. Ein Zuschuss zum Krankengeld kann vor allem f√ľr Menschen, denen Sicherheit wichtig ist, ein starkes Argument sein.

Wer zusammengefasst daf√ľr sorgt, dass die Mitarbeiter im Krankheitsfall und insbesondere bei l√§ngerer Krankheit finanziell abgesichert sind, kann sich diesen Mehrwert f√ľr das eigene Arbeitgeberimage zunutze machen. Zusatzleistungen, Corporate Benefits und Co. werden in Zeiten des Fachkr√§ftemangels fortlaufend wichtiger.

Fazit: Krankengeldzuschuss durch den Arbeitgeber ‚Äď eine freiwillige und sinnvolle Leistung f√ľr Langzeiterkrankte

Der Krankengeldzuschuss ist anders als das Krankengeld oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall keine gesetzlich geregelte Leistung f√ľr langfristig erkrankte Arbeitnehmer. Ein Krankengeldzuschuss ist vielmehr eine freiwillige Ausgleichszahlung, die finanzielle L√ľcken bei einer unverschuldeten Erkrankung ausgleichen soll. Finanzielle Defizite entstehen in allen – auch den unteren – Lohngruppen. Da das Krankengeld maximal 90 Prozent des ehemaligen Nettoentgelts betr√§gt, fehlen im Mindestfall 10 Prozent des Nettogehalts w√§hrend der Krankheitsphase. Diesen Ausfall zu schlie√üen ist das erkl√§rte Ziel des Krankengeldzuschusses.

In h√∂heren Lohngruppen kann es ebenfalls zu Defiziten kommen. Bei hohen Geh√§ltern von Facharbeitern oder F√ľhrungskr√§ften kann der H√∂chstbetrag f√ľr Krankengeld pro Kalendertag von 112,88 Euro einen hohen Verdienstausfall bedeuten. F√ľr einen Mitarbeiter mit einem Nettogehalt von 4.000 Euro bedeutet das regul√§re Krankengeld Einbu√üen von 1.500 Euro oder mehr pro Monat. Vor allem bei l√§ngeren Krankheitsphasen kann dieses Defizit zu finanziellen Herausforderungen f√ľhren, die ebenfalls durch einen freiwilligen Krankengeldzuschuss vom Arbeitgeber ausgeglichen werden k√∂nnen.

Betriebsvereinbarungen, Tarifvertr√§ge oder individuelle Arbeitsvertr√§ge k√∂nnen Regelungen √ľber die H√∂he und Dauer des Krankengeldzuschusses enthalten. Bestehen keine tarifvertraglichen Regelungen, sind Arbeitgeber aufgrund der in Deutschland geltenden Vertragsfreiheit frei, die H√∂he der Zuwendung zu bestimmen. Grunds√§tzlich ist ein Krankengeldzuschuss des Arbeitgebers lohnsteuerpflichtig, da er zu den Betriebsausgaben z√§hlt. F√ľr die Sozialversicherung wird der Zuschuss relevant, sobald die H√∂he des Krankengeldes und des Zuschusses die vertraglich festgelegte normale Gehaltszahlung um 50 Euro √ľberschreitet. Somit halten sich die Lohnnebenkosten bei einem Krankengeldzuschuss in Grenzen.

Aus Unternehmenssicht kann es sinnvoll sein, einen Krankengeldzuschuss zu bezahlen. Rechnet man die freiwillige Zulage zu den Corporate Benefits, kann mit ihr das Employer Branding professionalisiert werden. Vor allem in Zeiten des Fachkr√§ftemangels kann ein Krankengeldzuschuss ein zus√§tzliches Argument f√ľr sicherheitsbewusste Arbeitnehmer sein. Die Zulage kann helfen, Fachkr√§fte langfristig ans Unternehmen zu binden oder neue Mitarbeiter zu gewinnen. Zusammenfassend ist der freiwillige Krankengeldzuschuss ein sinnvolles und motivierendes Instrument, um langzeiterkrankten Besch√§ftigten zu unterst√ľtzen. Er stellt eine M√∂glichkeit dar, Angestellten oberhalb der gesetzlichen Vorgaben zu helfen und diese vor finanziellen Schwierigkeiten zu bewahren.

Autor: Redaktion Personalwissen