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Innere Kündigung: Das sind wichtige Aspekte für Personaler

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Innere Kuendigung, Innere Kündigung

„Eigentlich habe ich innerlich schon längst gekündigt!“ Diesen Satz lässt laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup etwa ein Viertel der Befragten in Deutschland verlauten, wenn sie nach ihrer Arbeit gefragt werden. Eine erschreckende Bilanz! In diesem Artikel lesen Sie, woran Sie erkennen, ob ein Teammitglied die innere Kündigung schon aufgenommen hat und was Arbeitgeber tun können, um den Worst Case zu vermeiden.

Was ist eine innere Kündigung und welche Gründe gibt es dafür?

Die innere Kündigung ist ein psychologischer Zustand, bei dem die Mitarbeiter eines Betriebs durch beispielsweise fehlende Aufstiegschancen oder wenig emotionale Bindung zum Unternehmen im Geiste bereits ihren Arbeitsplatz gekündigt haben. Dadurch zeigen sie wenig Eigeninitiative und Motivation für ihre Tätigkeit am Arbeitsplatz.

Doch welche Gründe gibt es für die innere Kündigung? Das sind mögliche Ursachen:

  • Fehler in der Mitarbeiterführung: Eine fehlende kooperative Führung führt langfristig zu einer hohen Unzufriedenheit am Arbeitsplatz.
  • Fehlendes konstruktives Feedback: Mitarbeiter möchten sich verbessern. Um dies tun zu können, brauchen sie eine konstruktive Rückmeldung, wodurch sie ihre Arbeit besser einschätzen können.
  • Mobbing am Arbeitsplatz: Gibt es Konflikte oder sogar gezieltes Mobbing am Arbeitsplatz, führt dies langfristig zu großer Unzufriedenheit und Resignation.
  • Ungerecht empfundene Beurteilung: Mitarbeiter brauchen keine Lobhudelei, jedoch ist Fairness extrem wichtig: Wird eine Beurteilung als ungerecht empfunden, ist die Gefahr einer inneren Kündigung sehr hoch.
  • Arbeitsplatzunsicherheit: Wer sich nicht sicher ist, ob er in Zukunft noch seinen Job haben wird, kann nicht mehr sein ganzes Potenzial ausschöpfen. Die Folgen: Resignation und Unzufriedenheit.

Während die Gründe sehr vielfältig sein können, zeigen Betroffene, die innerliche gekündigt haben, meist ähnliche Verhaltensmuster: Viele Fehl- und Krankheitstage, eine pessimistische und ablehnende Grundhaltung bezüglich des eigenen Arbeitsplatzes sowie eine fehlende Loyalität zum Unternehmen.

Dadurch verringert sich einerseits die Arbeitsproduktivität immens und andererseits fällt auch der Kundenkontakt der betroffenen Mitarbeiter entsprechend negativ aus.

Wirtschaftliche Folgen der inneren Kündigung

Dass viele Arbeitnehmer bereits innerlich mit ihrem Arbeitsvertrag gebrochen haben, ist für viele Unternehmen nicht nur ein internes Problem, das bares Geld kostet. Auch das gesamtwirtschaftliche Resultat ist riesig – beläuft sich der Schaden der fehlenden Arbeitsproduktivität doch auf rund 250 Milliarden Euro jedes Jahr.

Alarmierende Zahlen, vor allem wenn bedacht wird, dass es zu Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger wird, zufriedene Mitarbeiter im eigenen Unternehmen zu halten.

Dass die innere Kündigung mit der Mitarbeiterzufriedenheit in einem engen Zusammenhang steht, ist also nicht von der Hand zu weisen. Viele der Gründe für die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz können durch gutes Personalmanagement und eine faire Führung vermieden werden.

Um zu erkennen, wie gerne die Beschäftigten zur Arbeit kommen und ob sie mit dem Betriebsklima zufrieden sind, ist es sinnvoll, vor allem das Verhalten und die Reaktionen der Teammitglieder im Auge zu behalten.

Innere Kündigung: Anzeichen erkennen

Die innere Kündigung ist im Unterschied zur äußeren Kündigung – das heißt der formalen Auflösung des Arbeitsvertrags – manchmal nicht so einfach zu erkennen. Es sollte dennoch genau hingeschaut werden, wenn ein Mitarbeiter beispielsweise kaum mehr Anteil an Diskussionen nimmt oder zum Ja-Sager geworden ist.

Denn: Manchmal ist der Prozess schleichend. Vom bewusst passiven Widerstand zum hilflosem Protest kann es eine Weile dauern und es sollte so schnell wie möglich etwas dagegen unternommen werden.

Klassische Anzeichen für eine innere Kündigung sind, wenn der Mitarbeiter:

  • Sich nicht mehr an Diskussionen beteiligt
  • Sich zum notorischen Ja-Sager entwickelt hat
  • Immer mit dem Strom der Mehrheit schwimmt
  • Keine Verbesserungsvorschläge oder Ideen (mehr) vorbringt
  • Widerspruchslos Eingriffe in seine Arbeitskompetenzen akzeptiert
  • Entscheidungen vom Vorgesetzten ohne Kommentar hinnimmt

Natürlich ist es nicht immer die alleinige Schuld des Personalers oder des Vorgesetzten: Zumeist fallen persönliche Umstände des Mitarbeiters und demotivierende und ungünstige Begebenheiten im Betrieb zusammen. Doch wenn beide Parteien gemeinsam etwas gegen die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz unternehmen, stehen die Chancen gut, dass sowohl der Mitarbeiter als auch das Unternehmen wieder voneinander profitieren.

Welche Maßnahmen kann der Betrieb treffen, um der inneren Kündigung eines Mitarbeiters vorzubeugen oder diese wieder rückgängig zu machen?

Welche Maßnahmen gibt es gegen innere Kündigung?

Besser vorbeugen als heilen: So könnte das Motto gegen eine innere Kündigung gelten. Denn jemand, der schon längst innerlich mit seinem Arbeitsvertrag gebrochen hat und keinerlei Interesse mehr am Unternehmen zeigt, kann sehr viel schwerer aus seiner Demotivation geholt werden als jemand, der erst die ersten Anzeichen einer inneren Kündigung aufweist. Mit diesen Praxistipps motivieren Sie Mitarbeiter wieder für ihre Arbeit:

Präventive Maßnahmen:

  • Damit es bei keinem Teammitglied zu einer inneren Kündigung kommt, sollte ständig an der Mitarbeiterzufriedenheit gearbeitet werden. Das bedeutet: Die Führungsperson sollte bei Mitarbeitergesprächen Wertschätzung und Anerkennung anklingen lassen. Das bedeutet natürlich nicht, dass konstruktive Kritik keinen Platz in einem solchen Gespräch finden darf. Vielmehr das umfassende Feedback der Schlüssel zum Erfolg.
  • Maßgeblich für die Mitarbeiterzufriedenheit verantwortlich ist auch die Zufriedenheit mit der Tätigkeit am Arbeitsplatz. Organisieren Sie Gruppenarbeiten oder Job-Rotationen – je nachdem, welche Möglichkeiten in dem jeweiligen Tätigkeitsfeld bestehen, kann Abwechslung eine positive Wirkung zeigen. Generell gilt: Hören Sie nach, was sich Ihr Team wünscht.

Kurative Maßnahmen:

  • Vereinbaren Sie ein Mitarbeitergespräch und analysieren Sie den Status quo, während Sie immer die Lage des Betroffenen im Hinterkopf behalten.
  • Besprechen Sie gemeinsam die Ziele, Wünsche und die Gründe für die Unzufriedenheit des Mitarbeiters. Klären Sie ab, inwieweit die besprochenen Ziele mit dem Unternehmen und dem Vorgesetzten konform gehen und sich diese umsetzen lassen. Außerdem sollten Sie herausfinden, inwiefern der Mitarbeiter wirklich für Veränderungen bereit ist.
  • Gibt es eine gemeinsame Lösung für die Situation, kann eine regelmäßige Mediation den Veränderungsprozess überwachen und begleiten.
  • Gibt es keine gemeinsame Lösung, sollten Sie und der Mitarbeiter überlegen, ob eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsvertrags am sinnvollsten ist. Natürlich steht es auch dem Mitarbeiter offen, die Kündigung auszusprechen.

Fazit zum Thema innere Kündigung

Eine innere Kündigung stellt sowohl für den Mitarbeiter als auch für das Unternehmen eine große Belastung dar. So geht der Mitarbeiter nicht mehr gerne zur Arbeit und auch der Betrieb verliert eine motivierte Arbeitskraft. Das wirkt sich nicht zuletzt negativ auf die wirtschaftlichen Aspekte des Unternehmens aus.

Daher sollte nicht vergessen werden, dass die Mitarbeiterzufriedenheit einen großen Beitrag zu einem erfolgreichen Unternehmen leistet. Nicht umsonst wird der Fokus immer stärker auf Corporate Benefits oder flexible Arbeitszeiten gelegt.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

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