Arbeitsbescheinigung: Formular der Arbeitsagentur als Vorlage für den Arbeitgeber

Arbeitsbescheinigung: Formular der Arbeitsagentur als Vorlage für den Arbeitgeber

Die Arbeitsbescheinigung bezeichnet das amtliche Formular der Bundesagentur für Arbeit. Arbeitgeber zeigen mit diesem Pflichtformular die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses eines Arbeitnehmers schriftlich an. Der digitale Vordruck „Arbeitsbescheinigung“ sollte alle Informationen, Tatsachen und Angaben enthalten, die für eine Entscheidung der Arbeitsagentur in Bezug von Arbeitslosengeld I relevant sind.

Arbeitsbescheinigung: Verpflichtend seit 01. Januar 2016

Die Gesetzesgrundlage für das Ausstellen einer Arbeitsbescheinigung können Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Sozialgesetzbuch III einsehen. Der Paragraf 312 SGB III regelt die Übermittlung aller relevanten Informationen des Arbeitsverhältnisses, wie zum Beispiel das Datum der Beendigung und die Höhe der Lohnzahlungen. Darüber hinaus enthält der Gesetzestext Vorgaben, die die Pflicht des Arbeitgebers zur Ausstellung der Arbeitsbescheinigung verdeutlichen.

    Mit der Novellierung des Gesetzes zum 01.01.2016 wurde die grundsätzliche Verpflichtung zur Ausstellung einer Arbeitsbescheinigung gelockert. Bis zu diesem Zeitpunkt musste ein Arbeitgeber die schriftliche Bestätigung, die aus rechtlicher Sicht eine Urkunde darstellt, dem Mitarbeiter unaufgefordert bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses übergeben. Diese Verpflichtung hat man abgemildert, so dass eine Arbeitsbescheinigung ausschließlich dann vom Arbeitgeber zu erstellen ist, wenn dies:

    • der Arbeitnehmer / die Arbeitnehmerin dies ausdrücklich verlangt,
    • die Bundesagentur für Arbeit eine Arbeitsbescheinigung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses anfordert.

    Definition Arbeitsbescheinigung – wichtige Fakten für Arbeitnehmer

    Bis zum Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland implizierte man mit dem Begriff Arbeitsbescheinigung vor allem das offizielle Dokument, das Arbeitgeber am Ende einer Beschäftigung ausstellen und an die Bundesagentur für Arbeit weiterleiten müssen. Im § 312 des Sozialgesetzbuches III (SGB III) wird bestimmt:

    „Der Arbeitgeber hat auf Verlangen der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers oder auf Verlangen der Bundesagentur alle Tatsachen zu bescheinigen, die für die Entscheidung über den Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Übergangsgeld erheblich sein können.“

    Mit der Arbeitsbescheinigung werden alle relevanten Informationen über:

    • Den Arbeitnehmer,
    • Seine Tätigkeit,
    • Das Arbeitsentgelt sowie
    • Über den Grund der Beendigung weitergegeben.

    Die Arbeitsbescheinigung stellt die Grundlage für die Zahlung des Arbeitslosengeldes I dar.

    Nachdem Kitas, Kindergärten und Schulen in Deutschland im Zuge der Corona-Pandemie ihren Regelbetrieb im Frühjahr 2020 einstellen mussten, wurde eine andere Art der Arbeitsbescheinigung relevant. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die einer systemrelevanten Tätigkeit nachgingen, mussten dies ebenfalls vom Arbeitgeber bescheinigen lassen. In der Folge hatten sie die Möglichkeit, ihre Kinder trotz Lockdown weiterhin in einer Notgruppe betreuen zu lassen. Die Arbeitsbescheinigung wurde spezifisch von den Einrichtungen erstellt und musste vom Arbeitgeber mit Stempel und Unterschrift bestätigt werden.

    Darüber hinaus ist der Nachweis durch eine Arbeitsbescheinigung ebenfalls für Eltern essenziell, die einen Ganztagsplatz in der Schule oder Kita beanspruchen. Der Bedarf der ganztätigen Betreuung muss mit einer Arbeitsbescheinigung nachgewiesen werden.

    Arbeitsbescheinigung in der Kita – Ganztagsbetreuung durch Arbeitgebernachweis

    Eine Vielzahl der Mütter in Deutschland entscheidet sich nach der Geburt, nach dem Bezug von Elterngeld oder nach der Elternzeit dafür, erneut berufstätig zu werden. Sie nehmen ihre Tätigkeit am angestammten Arbeitsplatz erneut auf oder suchen eine neue Herausforderung. Sind beide Eltern in Vollzeit beschäftigt, bedeutet dies, dass das Kind oder die Kinder der Familie einen Ganztagsplatz in einer Kita benötigen. Der Anspruch auf einen Ganztags-Betreuungsplatz in der Kita oder im Kindergarten muss mit einer Arbeitsbescheinigung nachgewiesen werden.

    Der Arbeitgeber bescheinigt mit der Arbeitsbescheinigung die konkrete Tätigkeit und den Umfang des Arbeitsverhältnisses. Gleichzeitig müssen der Dienstort und die tägliche Arbeitszeit angegeben werden. Kann aus den eingereichten Arbeitsbescheinigungen beider Elternteile festgestellt werden, dass Vater und Mutter über die Mittagszeit an ihrem Arbeitsplatz gebunden sind, steht der Familie ein Ganztagsplatz in der Kita zu. Beschäftigte, die einen Ganztagsbetreuungsplatz in der Kita benötigen, sollten in der Personalabteilung ihres Unternehmens eine Arbeitsbescheinigung anfordern oder einen Vordruck der Betreuungseinrichtung ausfüllen lassen. Selbstständige und Freiberufler können ebenfalls einen Ganztagsbetreuungsplatz beanspruchen. Sie müssen ihre Tätigkeit persönlich nachweisen.

    Die Ganztagsbetreuung in der Schule – Arbeitsbescheinigung als Voraussetzung

    Ähnlich wie in der Kita oder im Kindergarten müssen Eltern von Schulkindern, die die Betreuung ihrer Kinder nach den Kernschulzeiten aufgrund ihrer Berufstätigkeit nicht sicherstellen können, einen Nachweis über ihre Tätigkeit bei der Schule einreichen. Dies erfolgt äquivalent zur Kita durch eine Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers über das Arbeitsverhältnis. Dieser dient als Nachweis für den Betreuungsbedarf im „offenen Ganztag“ an der Grundschule oder einer weiterführenden Schule.

    Auf der Arbeitsbescheinigung:

    • bestätigt das Unternehmen die Beschäftigung im Betrieb und
    • macht Angaben zu den festen oder flexiblen Arbeitszeiten oder zum Schichtdienst.

    Zusammenfassend dienen die Arbeitsbescheinigungen in Schule und Kita als Nachweis für die Kinderbetreuung mit einem Ganztagsbetreuungsplatz. Es handelt sich in den meisten Fällen um einen Vordruck der Schule, der vom Arbeitgeber ausgefüllt und unterschrieben werden muss. Besteht ein Anspruch auf Ganztagsbetreuung, können die Kinder nach Einreichen des Vordrucks am Angebot der Betreuungseinrichtung teilnehmen. Bis 2025 soll ein bundesweiter Rechtsanspruch auf die Ganztagsbetreuung im Grundschulalter bestehen.

    Arbeitsbescheinigung in Kita und Schule während der Corona-Pandemie – was Arbeitnehmer beachten müssen

    Während der ersten kritischen Phase der Corona-Pandemie in Deutschland wurden ab Ende März Schulen, Kindergärten und Kitas bundesweit geschlossen. Dies bedeutete für Eltern einen nicht zu unterschätzenden Mehraufwand, der viele Väter und Mütter an ihre Belastungsgrenze brachte. In einer sogenannten Notbetreuung gab es für einen kleinen Teil der Kinder die Möglichkeit der Notbetreuung unter Anwendung strenger Hygienerichtlinien. Angestellte in sogenannten systemrelevanten Berufen, zu denen unter anderem:

    • Beschäftigte der Berufsfeuerwehr oder der Polizei,
    • Medizinische und pharmazeutische Berufe,
    • Pflegekräfte und Mitarbeiter in Gesundheitsämtern,
    • Angestellte in der Energieversorgung,
    • Lehrer und Lehrerinnen sowie Erzieherinnen und Erzieher

    sowie weitere Berufsgruppen zählten, konnten den Notbetrieb auf Antrag in Anspruch nehmen. Weitere Ausnahmen, wie beispielsweise ein besonderer Betreuungsbedarf bei Alleinerziehenden waren ebenfalls Gründe, die Notbetreuung in Anspruch zu nehmen. Hierfür musste durch den Arbeitgeber in einer Arbeitsbescheinigung bestätigt werden, dass:

    • Der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin in einer systemrelevanten Tätigkeit im Unternehmen beschäftigt ist.
    • Dass die Tätigkeit unmittelbar die Grundversorgung oder die öffentliche Ordnung und Sicherheit beeinflusst.

    Darüber hinaus mussten die Arbeitszeiten und der Arbeitsort angegeben werden. Nach Abgabe der Bescheinigung war es in den meisten Fällen möglich, die Kinder zur Notbetreuung in der Kita abzugeben. Es ist davon auszugehen, dass bei einer Verschärfung der Situation und bei einem Anstieg der Corona-Fallzahlen erneut Arbeitsbescheinigungen notwendig werden. Trotz Lockdown oder Beschränkungen kann auf diese Weise eine Notbetreuung in Kita oder Schule sichergestellt werden. 

    Wichtige Angaben im Vordruck: Diese Informationen beinhaltet das Muster der Bundesagenur für Arbeit

    Das Gesetz regelt im § 312 SGB III, dass bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber vor allem die folgenden Informationen in die Arbeitsbescheinigung einzutragen sind:

    • Art der Tätigkeit des Arbeitnehmers.
    • Beginn, Ende, Unterbrechung und Grund für die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses.
    • Das Arbeitsentgelt und die sonstigen Geldleistungen, die der Arbeitnehmer erhalten oder zu beanspruchen hat.
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    Arbeitsbescheinigung – Diese Inormationen sind wichtig © Personalwissen

    Zusätzlich werden folgende Angaben in der Vorlage für die Arbeitsbescheinigung der Arbeitsagentur verlangt:

    • Angaben zu den betrieblichen Daten des Arbeitgebers
    • Angaben zu den persönlichen Daten des Arbeitnehmers
    • Angaben zur Beitragspflicht
    • Angaben zur wöchentlichen Arbeitszeit
    • Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung des Arbeits-/Beschäftigungs- bzw. Heimarbeitsverhältnisses
    • Angaben zur Kündigungsfrist

    Einreichen der Arbeitsbescheinigung: Halten Sie die vorgegebene Frist ein!

    Auf Anfrage kann die Bundesagentur weitere relevante Informationen zum Arbeitsverhältnis des ausgeschiedenen Arbeitnehmers anfordern. Als Personalabteilung sind Sie in diesem Fall verpflichtet, die gewünschten Sachverhalte und Tatsachen fristgerecht an das Arbeitsamt weiterzuleiten. Im Einzelfall sind darüber hinaus ebenso firmenrelevante oder leistungsrechtliche Punkte von der Bundesagentur zu erfragen, um den Leistungsfall des Arbeitnehmers auf Arbeitslosengeld I zu prüfen. Die rechtliche Überprüfung der Gründe für die Beendigung der Tätigkeit des Arbeitsnehmers sind ein weiterer möglicher Grund für Rückfragen der Agentur für Arbeit.

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    Die Arbeitsbescheinigung muss an die Agentur für Arbeit weitergeleitet werden © Mattoff – Adobe Stock

    Wichtig für Personaler: Formaljuristische Wertungen zu Einzelheiten der Kündigung müssen Sie nicht abgeben. Sind Sie bei einer Anfrage der Bundesagentur unsicher, so empfiehlt sich eine Anfrage in der innerbetrieblichen Rechtsabteilung, bei einem Anwalt für Arbeitsrecht oder bei Verständnisfragen die Konsultation des zuständigen Mitarbeiters der Bundesagentur.

    Wie offene Urlaubstage bei Beendigung behandelt werden

    Kommt eine Kündigung plötzlich oder ging der Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine längere Krankheitsphase vom Arbeitnehmer voraus, haben Mitarbeiter Anspruch auf die Auszahlung von gesetzlichem Erholungsurlaub in voller Höhe. Informieren Sie in diesem Fall Ihren ausgeschiedenen Arbeitnehmer über die Tatsache, dass das Auszahlen von Urlaubstagen eine Verzögerung des Anspruchs auf Arbeitslosengeld I nach sich zieht. Dies bedeutet in der Praxis, dass die Bundesagentur erst mit der Auszahlung von Arbeitslosengeld I beginnt, wenn die noch offenen Tage des Erholungsurlaubs rechnerisch abgegolten sind.

    Beispiel: Ihr Arbeitnehmer verfügt bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses über einen Anspruch von 15 Urlaubstagen. Er scheidet zum 30.06. aus dem Arbeitsverhältnis aus. Sein Anspruch auf Arbeitslosengeld I startet bei fristgerechter Beantragung zum 01.07. Dieser Anspruch verzögert sich aufgrund der Auszahlung des Erholungsurlaubs jedoch um 15 Tage und beginnt folglich erst zum 16.07. Eine Verminderung des Anrechts auf den Bezug von Arbeitslosengeld I oder eine Kürzung der Leistungsdauer erfolgt nicht.

    Layout-Vorgaben der Bundesagentur für Arbeit und Übermittlung

    Den offiziellen Vordruck einer Arbeitsbescheinigung finden Sie auf der Internetpräsenz der Bundesagentur. Ab 01.01.2018 wurden mit Hinweis auf die elektronische Datenverarbeitung umfangreiche Bestimmungen in Bezug auf das Layout einer digitalen Arbeitsbescheinigung erlassen. Diese beziehen sich unter anderem auf die Befüllung des amtlichen digitalen Formulars und auf Spezifikationen wie Schriftart, Schriftgröße und Strichstärke. Seit 01.07.2018 werden von der Arbeitsagentur ausschließlich digitale Arbeitsbescheinigungen verarbeitet, die dem offiziellen Layout-Standard entsprechen.

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    Die Arbeitsbescheinigung kann auch online an die Agentur für Arbeit übermittelt werden © andranik123 – Adobe Stock

    Tipp: Die Nutzung einer aktuellen Buchhaltungssoftware ermöglicht eine effiziente und konforme Bearbeitung des Vordrucks der Bundesagentur. Wurden alle Daten vom Arbeitnehmer, wie Arbeitsentgelt und Datum der Beendigung vollständig erfasst, kann die elektronische Arbeitsbescheinigung der Agentur für Arbeit online übermittelt werden. Eine Ausfüllhilfe zur korrekten Informationsweiterleitung ist ebenfalls auf der Internetseite der Bundesagentur zum Download verfügbar. Darüber hinaus bietet die Meldeplattform der Sozialversicherungen, die Personalverantwortliche unter sv.net erreichen die Möglichkeit, die Bundesagentur digital zu informieren.

    Einverständnis des Mitarbeiters einholen und Arbeitsbescheinigung erstellen

    Fordert ein ausgeschiedener Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Arbeitsbescheinigung an oder verlangt das Arbeitsamt den ausgefüllten Vordruck, müssen Sie dieser Anfrage in jedem Fall zeitnah nachkommen. Oftmals erhalten Sie eine Blanko-Arbeitsbescheinigung direkt vom Arbeitnehmer. Bevor Sie den Vordruck mit Daten zur Höhe des Arbeitsentgelts oder zur Beendigung des Anstellungsverhältnisses ausfüllen, ist es zielführend, sich als Arbeitgeber zunächst das schriftliche Einverständnis des Mitarbeiters einzuholen, die Arbeitsbescheinigung in elektronischer Form an die Bundesagentur zu übermitteln.

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    Der Arbeitgeber sollte sich zunächst das Einverständnis des Mitarbeiters einholen, bevor der Ausdruck mit den relevanten Daten ausgefüllt wird © Тихон Купревич – Adobe Stock

    Dies ist wichtig, da ihr ausgeschiedener Arbeitnehmer gemäß § 313a SGB III das Recht hat, einer elektronischen Übermittlung des Vordrucks über das Programm eService BEA zu widersprechen. Hat Ihr ehemaliger Mitarbeiter der digitalen Übersendung der Bescheinigung zugestimmt, so erhält er automatisch eine Kopie der Arbeitsbescheinigung in schriftlicher Form direkt von der Bundesagentur. Durch diese Vorgehensweise ist sichergestellt, dass ein Arbeitnehmer nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses alle relevanten Informationen der Arbeitsbescheinigung überprüfen kann und umfassend informiert ist. Nicht korrekte Daten oder Angaben, die nicht den Tatsachen entsprechen, kann Ihr Arbeitnehmer in diesem Fall unverzüglich dem Arbeitsamt melden.

    Die Arbeitsagentur ist verpflichtet, alle Informationen auf Relevanz und Richtigkeit zu prüfen und bei Bedarf Änderungen vorzunehmen oder einzufordern. Im Falle der elektronischen Meldung der Arbeitsbescheinigung sind Sie nicht verpflichtet, Ihrem Mitarbeiter keine Kopie der Arbeitsbescheinigung auszuhändigen.

    Hat der ehemalige Mitarbeiter der digitalen Übersendung der Arbeitsbescheinigung nicht zugestimmt, sind Sie verpflichtet, ihm das ausgefüllte Formular im Original zu übergeben. Der ehemalige Arbeitnehmer legt dieses dann persönlich der Bundesagentur vor.

    Tipp: Lassen Sie sich die Übergabe oder Übersendung der Arbeitsbescheinigung schriftlich bestätigen und archivieren Sie den Postnachweis. Damit stellen Sie bei Nachfragen der Bundesagentur für Arbeit sicher, dass Sie die Bescheinigung fristgerecht erstellt und übergeben haben.

    Arbeitsbescheinigung und Datenschutz

    Die datenschutzrechtlichen Vorgaben für die digitale Übermittlung von Arbeitsbescheinigungen sind im § 108 SGB IV eindeutig verankert. Der Paragraf regelt, welche technischen Anforderungen an eine digitale Übermittlung der Bescheinigungen gestellt werden. Entscheidend sind:

    • Eine verschlüsselte und gesicherte Datenübertragung.
    • Die Meldung nach Datensätzen mit Schlüsselzahlen.

    Rückmeldungen erfolgen bei elektronischem Versand ausschließlich digital, was sowohl für die Bundesagentur wie auch für Arbeitgeber zu Kosteneinsparungen und einem signifikanten Zeitgewinn führt.

    Schadenersatz bei verspäteter oder fehlerhafter Übermittlung

    Als Arbeitgeber sind Sie dazu verpflichtet, eine Arbeitsbescheinigung vollständig, wahrheitsgemäß und unverzüglich auszustellen. Die übersandten Informationen müssen den Tatsachen entsprechen. Die Bundesagentur betrachtet Sie als Arbeitgeber aus rechtlicher Sicht als Auskunfts- und Beweisperson in einem Verwaltungsverfahren der Sozialversicherung. Der öffentlich-rechtliche Auftrag der Agentur für Arbeit und ebenso der privatrechtliche Anspruch Ihres Mitarbeiters, bilden die Grundlagen Ihrer Pflicht auf Erstellung der Arbeitsbescheinigung.

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    Bei der Angabe von unwahren Informationen in der Arbeitsbescheinigung, kann dem Arbeitgeber eine Schadensersatzzahlung erwarten © marcus_hofmann – Adobe Stock

    Eine Weigerung wird gemäß § 404 SGB III Unterpunkt 19 als Ordnungswidrigkeit angesehen und mit einem Bußgeld von bis zu 2.000 Euro geahndet. Gleiches gilt für unrichtige, fehlerhafte oder nicht vollständige Arbeitsbescheinigungen. Der § 321 SGB III beinhaltet darüber hinaus, das Arbeitgeber zum Schadenersatz für den entstandenen Schaden verpflichtet werden können, wenn Informationen der Arbeitsbescheinigung nicht den Tatsachen entsprachen. Dies könnte zum Beispiel dann der Fall sein, wenn unrichtige Angaben eine Sperrfrist oder Zahlungsverweigerung beim Arbeitslosengeld I für den Arbeitnehmer nach sich ziehen.

    Bei Verdachtsfällen kann die Arbeitsagentur eine Überprüfung Ihrer Geschäftsräume veranlassen und Daten sowie Akten sichern. Die Gesetzesgrundlage hierfür ist im § 319 SGB III niedergelegt. Neben der Bundesagentur ist ebenso ihr Arbeitnehmer berechtigt, Sie bei verspäteter Ausstellung der Arbeitsbescheinigung mit einer Frist zur unverzüglichen Erstellung auffordern und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren in Gang zu setzen.

    Wichtig: Eine Korrektur der eingereichten Arbeitsbescheinigung ist selbstverständlich ohne Bußgeld möglich. Fällt Ihnen im Nachgang der Erstellung einer Arbeitsbescheinigung auf, dass Tatsachen fehlerhaft dargestellt sind oder die Höhe des Arbeitsentgelts differiert, wenden Sie sich unverzüglich an die zuständige Bundesagentur und erörtern sie den Sachverhalt vertrauensvoll mit dem zuständigen Sachbearbeiter. Sachbearbeiter der Bundesagentur sind gesetzlich verpflichtet, die korrekten Tatsachen bei Zweifeln persönlich zu ermitteln und muss sich nicht ausschließlich auf die eingereichte Arbeitsbescheinigung beziehen, wenn er den Antrag auf Arbeitslosengeld I genehmigt oder ablehnt.

    Hinweis: Selbst bei einer laufenden Kündigungsschutzklage Ihres Mitarbeiters sind Sie verpflichtet, die Arbeitsbescheinigung zeitnah auszufüllen.

    Zusammenfassung und Fazit zur Arbeitsbescheinigung

    Zusammenfassend ist es für Mitarbeiter, die das Arbeitsentgelt abrechnen oder Personalverantwortliche essenziell, Arbeitsbescheinigungen mit höchster Sorgfalt zu behandeln und alle Tatsachen zu berücksichtigen. Fristen der Bundesagentur und die aktuellen Datenschutzbestimmungen sollten vom Arbeitgeber auf Grundlage von § 312 SGB III zu jeder Zeit eingehalten werden.

    Die digitale Übersendung der Arbeitsbescheinigung bedarf der schriftlichen Zustimmung des ehemaligen Angestellten. Stimmt dieser einem elektronischen Versand nicht zu, sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, die die Bescheinigung in Papierform zu erstellen und diese dem Mitarbeiter persönlich zu übergeben. Eine Arbeitsbescheinigung verfassen Sie adäquat über Ihre Buchhaltungssoftware oder das offizielle, digitale Formular der Bundesagentur. Lassen Sie sich die Übergabe vom Arbeitnehmer gegenzeichnen oder archivieren Sie den Versandbeleg. In diesem Fall können Sie dem Arbeitsamt zu jeder Zeit nachweisen, dass Sie als Arbeitgeber der Verpflichtung zur Erstellung der Arbeitsbescheinigung vollumfänglich nachgekommen sind.

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    Arbeitgeber haben in der Erstellung einer Arbeitsbescheinigung eine hohe Verantwortung © Photographee.eu – Shutterstock

    Als Arbeitgeber tragen Sie bei der Erstellung der Arbeitsbescheinigung eine hohe Verantwortung. Sie kommen nicht nur Ihrer gesetzlichen Verpflichtung nach, sondern ermöglichen Ihrem ehemaligen Mitarbeiter durch die wahrheitsgetreue Darstellung der Tatsachen den Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Inkorrekte Angaben in der Arbeitsbescheinigung können in Absprache mit der Bundesagentur und dem Arbeitnehmer korrigiert werden. Grob fahrlässige Auskünfte und die Nicht-Übermittlung der Arbeitsbescheinigung sind unzulässig und werden mit rechtlich festgelegten Bußgeldern geahndet.

    Arbeitgeber, die bei der Erstellung von Arbeitsbescheinigungen die gesetzlichen Vorgaben beachten und vertrauensvoll mit der Bundesagentur für Arbeit zusammenarbeiten, haben die Sicherheit, die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses zu jeder Zeit gesetzeskonform durchzuführen. Dies führt zu einer fairen und adäquaten Trennung von Mitarbeiter und zu mehr Effizienz in der Personalabteilung.

    Autor: Torsten Niermann

    Wann braucht man eine Arbeitsbescheinigung?

    Wird das Arbeitsverhältnis beendet, muss sich der Arbeitnehmer bei der Agentur für Arbeit als arbeistssuchend melden. Diese entscheidet daraufhin, ob dem Arbeitnehmer Arbeitslosengeld gewährleistet wird. Um diese Entscheidung treffen zu können, benötigt das Arbeitsamt eine Arbeitsbescheinigung vom ehemaligen Arbeitgeber.

    Wie bekomme ich eine Arbeitsbescheinigung?

    Als Arbeitnehmer bekommt man die Arbeitsbescheinigung als Vorlage entweder vom Arbeitgeber oder dirket von der Bundesagentur für Arbeit.

    Wer füllt die Arbeitsbescheinigung aus?

    Der Arbeitgeber füllt die Arbeitsbescheinigung nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses aus. Zunächst muss die Arbeitsbescheinigung vom Arbeitnehmer beim Arbeitgeber beantragt werden.

    Wie schnell muss die Arbeitsbescheinigung ausgefüllt werden?

    Der Arbeitnehmer sollte die Arbeitsbescheinigung so schnell wie möglich beim Arbeitgeber anfordern, damit sichergestellt werden kann, dass sie rechtzeitig bei der Agentur für Arbeit eintrifft. Am besten sollte die Arbeitsbescheinigung schon vor Erhalt der letzten Lohnabrechnung fertig sein.

    Was steht in der Arbeitsbescheinigung?

    Die wichtigsten Informationen sind:
    Die Art der Tätigkeit des Arbeitnehmers,
    Beginn, Ende, Unterbrechung und Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses und
    das Arbeitsentgeld und sonstige Geldleistungen, die der Arbeitnehmer erhalten oder beansprucht hat.

    Wohin schickt man die Arbeitsbescheinigung?

    Die Arbeitsbescheinigung wird an die Bundesagentur für Arbeit weitergeleitet. Dies kann sowohl per Post als auch Online geschehen.

    Wie lange hat der Arbeitgeber Zeit für die Arbeitsbescheinigung?

    Prinzipiell gilt: Je schneller die Arbeitsbescheinigung fertig ist, umso besser. Die Bescheinigung wird von der Agentur für Arbeit benötigt, um über den Erhalt des Arbeitslosengeldes zu entscheiden. In der Regel gibt es aber auch eine Frist von der Agentur für Arbeit, die eingehalten werden sollte.