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Kooperativer Führungsstil: Merkmale, Vorteile und Nachteile

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kooperativer Führungsstil

Kooperativer Führungsstil – ein Schlagwort, das das Feld der Mitarbeiterführung nachhaltig prägt. Längst ausgedient haben starre und hierarchische Strukturen, in denen der Chef das Sagen hat und Feedback oder gar Kritik keineswegs duldet. In diesem Blogbeitrag lesen Sie alles rund um die kooperative Führung: Von den Merkmalen eines kooperativen Führungsstils bis hin zu den Vor- und Nachteilen erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die kooperative Mitarbeiterführung.

Kooperativer Führungsstil: Was zeichnet ihn aus?

Wie bereits im Blogbeitrag 5 Facts rund um die Mitarbeiterführung dargelegt, wird in der Literatur zwischen Führungsstilen und -techniken unterschieden. In der Praxis lässt sich diese Unterscheidung jedoch kaum trennscharf vornehmen. Generell fallen im Arbeitsalltag jedoch zwei gegenläufige Führungsrichtungen auf, die das Miteinander von Vorgesetzten und Teammitgliedern kennzeichnen: Die autoritäre und die kooperative Führung.

Wie der Name bereits andeutet, ist ein autoritäres Führungsverhältnis von einem Hierarchiegefälle gekennzeichnet. Hierbei steht der Chef über seinem Team. Nur selten werden die Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse miteinbezogen oder offen aufgefordert, Rückmeldung zu geben.

Und auch bei der kooperativen Führung ist der Name gleich Programm: Das Verhältnis von Beschäftigten und Chef fußt auf einem partnerschaftlichen Miteinander. Abteilungen und Vorgesetzte arbeiten eng zusammen, wobei der Fokus auf Teamwork liegt. Konstruktives Feedback – das gegenseitig erteilt werden darf – ist gewünscht und hat einen positiven Einfluss auf den Output einer Abteilung oder einer ganzen Firma.

Merkmale der kooperativen Mitarbeiterführung im Detail

Wie der kooperative Führungsstil in der Praxis aussieht, hängt immer von der individuellen Situation ab.

Wichtig: Führung steht jeweils im Kontext zwischenmenschlicher Beziehungen – kaum eine Sache ist so von der Persönlichkeit abhängig wie das Führungsverhalten.

 

Selbstredend haben auch die Unternehmensstrukturen einen merklichen Einfluss auf die Führung. Trotz aller individuellen Abweichungen gibt es auch einige Gemeinsamkeiten bzw. Merkmale des kooperativen Führungsstils:

  • Respektvoller Umgang: Das Betriebsklima ist von einem respektvollen Umgang miteinander geprägt. Nicht nur die Beziehung von Chef und Team basiert auf Wertschätzung, auch die Beschäftigten untereinander pflegen ein Miteinander auf Augenhöhe.
  • Interaktion mit Mitarbeitern: Mitarbeiter werden in Entscheidungsprozesse mit einbezogen. Kritik, neue Ideen und Impulse der Beschäftigten finden Anhörung und bereichern den Arbeitsalltag.
  • Offene Gesprächskultur: Niemand muss Angst haben, ein Anliegen zu formulieren. Konstruktive Kritik und Feedback sind ausdrücklich gewünscht.
  • Teamarbeit anstatt Zwang: Aufgaben können gemeinsam im Team bewältigt werden. Ein vollkommener Verzicht auf Delegation findet dabei nicht statt, jedoch werden Beschäftigte auf Basis ihrer Fähigkeiten gefordert und gefördert.

Wie der kooperative Führungsstil nun im Einzelnen umgesetzt wird, hängt von der jeweiligen Situation ab. Erkennbar ist der Stil, der zwischen autoritärer und laissez-faire Führung anzusiedeln ist, jedoch immer an einem Miteinander auf Augenhöhe.

Flache Hierarchien = kooperative Führung?

Nicht immer ist ein kooperativer Führungsstil mit flachen Hierarchien verbunden. Kooperation und ein enges Miteinander von Chef und Team prägen den Arbeitsalltag auch, wenn trotzdem eine Unterscheidung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter gemacht wird.

Dennoch wird klar: Auch wenn es Hierarchiegefälle gibt, ist das klassische Rollenbild des strengen Chefs, der ausschließlich lobt und tadelt, überlebt. Regelmäßige Teammeetings, Feedback-Runden und auch Teambuilding-Events brechen strenge Strukturen auf. Auch die Duz-Kultur, die mittlerweile in vielen Unternehmen vorherrscht, trägt einen großen Anteil daran.

Kooperativer Führungsstil: Vorteile und Nachteile im Blick

Wie jede Art der Führung ist auch die kooperative von Stärken und Schwächen geprägt. Dennoch gilt es, sich als Unternehmen die positiven Aspekte eines Miteinanders auf Augenhöhe zunutze zu machen.

So profitieren Unternehmen von kooperativer Führung

Basiert das Führungsverhalten auf Kooperation, so geht damit ein riesiger Vorteil für das Unternehmen einher. Finden nämlich die Wünsche und Bedürfnisse der Beschäftigten Eingang in den Arbeitsalltag bzw. in den Betriebsablauf, können sich Ihre Mitarbeiter besser mit der Firma identifizieren.

Hinweis: Beschäftigte, die sich mit ihrem Arbeitgeber und der Unternehmensphilosophie identifizieren können, sind mit ihrer Arbeit generell zufriedener.

 

Wer seine Tätigkeit gerne verrichtet und Freude empfindet, macht sie automatisch besser. Das führt zu einem messbaren Erfolg: Eine gesteigerte Mitarbeitermotivation hat einen merklichen Einfluss auf die Performance Ihres Unternehmens – und nicht zuletzt auch auf die Umsatz- und Gewinnzahlen.

Bringen Sie Ihren Beschäftigten Wertschätzung und Vertrauen entgegen, ist das nicht nur einseitig. Ihre Mitarbeiter zeigen sich erkenntlich – sei es durch eine gesteigerte Leistungsfähigkeit, durch die eine oder andere Sonderschicht oder durch wertvollen Input, der in Feedback-Runden entsteht.

Zugleich bietet kooperative Führung auch Raum für Kreativität. Dürfen sich die Teammitglieder selbst einbringen, entstehen neue Ideen und Ansätze, die Ihre Firma bereichern und womöglich Arbeitsabläufe optimieren.

Diese Schwächen gehen mit dem Führungsstil einher

Nicht außer Acht lassen sollten Sie auch die zum Teil negativen Aspekte einer kooperativen Führung. Selbstverständlich kommt es auch hier wieder auf die individuelle Ausprägung der Führungskultur an. Was sich jedoch als Nachteil erweisen könnte, sind gefühlte Endlosschleifen, die mit zeitlichen Verzögerungen einhergehen. Wenn sich Mitarbeiter aktiv einbringen können, besteht die Gefahr, dass sich Diskussionen oder Projektvorschläge zu lange im Kreis drehen – das kostet im Ernstfall wertvolle Zeit.

Wichtiger Hinweis: Hier ist die Kompetenz der Führungskraft gefragt. Bei sich immer wieder im Kreis drehenden Gesprächsrunden, braucht es moderierende Fähigkeiten. Wird kein Konsens erzielt, ist das kein Beinbruch. Das Schlusswort behalten die Vorgesetzten – insbesondere bei der genannten Problematik, ist diese Tatsache von Relevanz.

 

Überlegen sollten Sie auch, wer sich für eine solche Führung eignet. Bei einem Führungsstil, der von Kooperation geprägt ist, braucht es qualifizierte Mitarbeiter. Sowohl die Führungskraft selbst als auch das Team müssen reflektieren können. Kritikfähigkeit und Konfliktkompetenz sind Pflicht.

Fazit: Kooperativer Führungsstil als Mittelmaß

Der kooperative Führungsstil bietet demnach viel Raum, um individuell auf Branche, Unternehmen und Mitarbeiter ausgelegt zu werden. Zugleich ist er ein solides Mittelmaß zwischen einer streng autoritären Führung und einer Laissez-faire-Unternehmenskultur, wo Mitarbeiter weitestgehend auf sich alleine gestellt sind.

Die Vorteile einer kooperativen Führung überwiegen klar – im besten Falle haben sie nicht nur Einfluss auf die Stimmung in einer Abteilung oder in einem Team, sondern auf die gesamte Unternehmensphilosophie. Wertschätzung und Respekt sollten dabei keine Floskeln bleiben. Vielmehr liegt es an den Führungskräften, diese Werte tatsächlich zu leben. Gerade hier ist es Pflicht, dass Personalverantwortliche mit gutem Beispiel vorangehen, ohne ihre eigene Position aus den Augen zu verlieren.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

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