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Führungskräfteentwicklung: Warum ist das so wichtig?

© Michaela Rofeld/Fotolia
Führungskräfteentwicklung

Führungskräfte fallen nicht einfach so vom Himmel – dieser Satz klingt lapidar, beinhaltet aber einen wahren Kern. Umso wichtiger erscheint es, sich als Unternehmen auch eingehende Gedanken rund um die Führungskräfteentwicklung zu machen und eine langfristige Strategie auszuarbeiten. Wer eine Führungsposition neu besetzen möchte, muss die dafür benötigte Fachkraft erst einmal ausbilden.

Wie das in der Praxis funktioniert und warum die Führungskräfteentwicklung so wichtig ist, lesen Sie in diesem Artikel.

Was ist Führungskräfteentwicklung?

Das Spektrum der Führungskraftentwicklung lässt sich in der Personalentwicklung ansiedeln. Somit ist die Entwicklung von Führungskräften eng mit dem Talent Management verbunden. Während die Personalentwicklung zum Ziel hat, die Arbeitnehmer durch Fortbildungsmaßnahmen weiterzubilden, fokussiert sich die Führungskräfteentwicklung auf einen speziellen Bereich: Junge Talente oder auch bereits etablierte Mitarbeiter im Unternehmen sollen in Zukunft dazu befähigt werden, eine Führungsposition zu übernehmen.

Die Führungskräfteentwicklung ist ein stetiger und niemals abgeschlossener Prozess. Denn: Wenn ein Chef oder Vorgesetzter aus dem Unternehmen ausscheidet, sollte die Personalabteilung so schnell wie möglich Ersatz finden und im besten Falle bereits einen geeigneten Mitarbeiter in der Hinterhand haben. Wer erst zu diesem Zeitpunkt anfängt, Führungskräfte zu entwickeln, wird die vakante Stelle nicht schnell genug adäquat besetzen können.

Führungskräfteentwicklung: Worauf kommt es an?

Konkret geht es in der Entwicklung von Führungskräften um die Vermittlung von folgenden Kompetenzen:

  • Übernahme von Verantwortung: Eine Führungskraft muss fähig und bereit sein, Verantwortung für das eigene Handeln und das der Mitarbeiter zu übernehmen.
  • Delegation: Wer der Kopf einer großen Abteilung ist, wird nicht alle Aufgaben bewältigen können. Daher muss er lernen, diese an kompetente Mitarbeiter weitergeben zu können.
  • Entscheidungsfindung: Eine Führungspersönlichkeit muss manchmal sehr schnelle Entscheidungen treffen und umsetzen können.
  • Teamarbeit: Die Koordination der Abteilung liegt in den Händen des Vorgesetzten. Aber auch die Fähigkeit, im Team arbeiten zu können, sollte eine Führungskraft besitzen.
  • Mentoring: Die Kompetenzen der eigenen Mitarbeiter einzuschätzen und ihnen anhand dessen geeignete Aufgaben zu übertragen, gehört auch zu den wichtigen Fähigkeiten einer Führungskraft.
  • Überzeugungsfähigkeit: Die intrinsische Motivation für die Erledigung der Arbeit entspringt nicht sofort jedem Mitarbeiter. Daher muss der Chef fähig sein, Überzeugungsarbeit für neue Projekte oder getroffene Entscheidungen leisten zu können.
Tipp: Mit Blick auf diese Skills wird klar, dass sich nicht jeder Mitarbeiter als Führungskraft eignet bzw. wichtige Fähigkeiten erst erlernen muss. Jedoch gibt es Möglichkeiten, wie man diese Kompetenzen an junge Nachwuchskräfte weitergeben kann.

Führungskräfteentwicklung: Die Relevanz für Unternehmen

Ein Unternehmen lebt von seinen Mitarbeitern – egal ob diese in Führungspositionen sind oder nicht. Dennoch sind für den Betrieb gerade die Arbeitnehmer wichtig, die jeden Tag größere oder kleinere Entscheidungen treffen müssen – und damit täglich über die Zukunft des Unternehmens entscheiden. Hieraus erklärt sich die Relevanz der Führungskräfteentwicklung aus einer Perspektive. Doch welche weiteren Faktoren sprechen außerdem für die gezielte Ausbildung von Führungskräften?

  • Fachkräftemangel: Viele Arbeitnehmer aus der Generation der Babyboomer werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Experten schätzen, dass in etwa 6,5 Millionen Fachkräfte bis zum Jahr 2025 aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden werden. Aufgrund des demografischen Wandels werden diesen Mitarbeitern jedoch weniger Young Talents nachfolgen. Die Folge: Ein merklicher Fachkräftemangel. Ein Grund, wieso es immer wichtiger wird, neue Führungskräfte gezielt auszubilden.
  • Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterzufriedenheit: Führungskräfteentwicklung wirkt nicht nur Nachwuchsproblemen entgegen, sondern hat ebenfalls einen anderen Vorteil: Wenn der Mitarbeiter im Betrieb Aufstiegschancen erkennt, wird er dem Unternehmen eher die Treue halten und seine Arbeit zufriedener erledigen. Kurz gesagt: Durch die Führungskräfteentwicklung gibt es weniger Mitarbeiterfluktuation und mehr Mitarbeiterzufriedenheit.
  • Kostenminimierung: Auf den ersten Blick klingt dieser Punkt unlogisch: Kostet die Entwicklung von Führungskräften doch erst einmal sehr viel Zeit und Geld. Doch: Wer eine freie Stelle schnell und unkompliziert aus dem eigenen Fachkräftepool besetzen kann, spart finanzielle und zeitliche Ressourcen für aufwendiges Rekrutieren. Außerdem sollte man bedenken, dass eine lang unbesetzte Stelle ebenfalls auch mit großen Nachteilen und Kosten verbunden ist.

Wie sieht eine gute Führungskräfteentwicklung aus?

Maßnahmen, mit deren Hilfe sich Führungskräfte erfolgreich ausbilden lassen, sollten immer in Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung, Personalabteilung und den betroffenen Mitarbeitern geschehen. Das bedeutet, dass man sowohl Führungskräfte als auch Nachwuchskräfte in den Prozess einbeziehen sollte.

Außerdem sollte die Personalabteilung alle Personalentwicklungsmaßnahmen auf das Unternehmen, die Situation und die Teilnehmer anpassen – es gibt also kein Schema F, mit der sich eine erfolgreiche Führungskräfteentwicklung umsetzen lässt. Die Rahmenbedingungen für die Entwicklungsmaßnahmen bilden vor allem die zeitlichen und finanziellen Ressourcen des Unternehmens. Dennoch gilt: Auch mit wenig Ressourcen kann die Führungskräfteentwicklung erfolgreich sein.

Führungskräfteentwicklung: Maßnahmen und Wege

Das sind konkrete Maßnahmen zur Führungskräfteentwicklung:

  • Gezieltes Coaching durch qualifizierte Trainer – entweder aus dem Unternehmen selbst oder mithilfe von externen Dienstleistungsunternehmen
  • Schulungen und Seminare von zertifizierten Business Schools
  • E-Learning-Programme zum Selbststudium
  • Traineeprogramme zur Förderung von jungen Talenten, die in Zukunft Führungspositionen übernehmen könnten
  • Mentoring-Programme von älteren Führungskräften an jüngere Mitarbeiter
  • Planspiele und Fallstudien
Wichtiger Hinweis: Man sollte dabei selbstredend unterscheiden, ob es sich bei den geplanten Maßnahmen um die Weiterbildung von erfahrenen Führungskräften oder die Entwicklung von Nachwuchsführungskräften handelt. Denn: Je nachdem kann eher die eine oder die andere Maßnahme sinnvoll sein – ein Traineeprogramm für erfahrene Führungskräfte ergibt ebenso wenig Sinn wie ein spezielles und weiterführendes Fortbildungsseminar für junge Nachwuchskräfte.

Die Entwicklung von Führungskräften in vier Schritten

Wie eingangs schon erwähnt, ist die Führungskräfteentwicklung ein fortlaufender Prozess, den HR-Verantwortliche die ganze Zeit über begleiten sollten. Er lässt sich in vier Schritte gliedern, die im Zusammenspiel einen Kreislauf bilden. Den wichtigsten Part nimmt hierbei die Kommunikation ein:

  1. Führen Sie mit den beteiligten Führungskräften regelmäßig Mitarbeitergespräche Hier können Sie Defizite und Entwicklungsziele festhalten.
  2. Ausgehend von diesem Gespräch können Sie dann die geeignetsten Entwicklungsmaßnahmen planen und umsetzen.
  3. Helfen Sie der Führungskraft, damit sie das Gelernte in die Tat umsetzen kann.
  4. Reflektieren Sie in einem späteren Gespräch den Erfolg oder Misserfolg des Transferprozesses.

Fazit: Die Personalentwicklung ist ein wichtiges Thema im Bereich der Human Resources. Denn: Der War for Talents hält für Unternehmen einige Herausforderungen bereit. Besonders qualifizierte Mitarbeiter können sich ihre bevorzugte Arbeitsstätte jetzt schon frei aussuchen. Wichtige Aspekte bei ihrer Auswahl sind dabei die Aufstiegs- und Weiterbildungschancen, die sie in dem Unternehmen sehen – das gilt auch für Führungskräfte. Wenn sich das Unternehmen dieser Tatsache bewusst ist und gezielte Führungskräfteentwicklungsmaßnahmen durchführt, kann es zum einen die Arbeitgeberattraktivität steigern und zum anderen Nachwuchsprobleme umgehen.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

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