Jobtickets für Mitarbeiter – so nutzen Unternehmen die Vorteile von Jobtickets

Jobtickets für Mitarbeiter – so nutzen Unternehmen die Vorteile von Jobtickets

Der tägliche Arbeitsweg ist für Arbeitnehmer mit Kosten verbunden. Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter unter anderem mit Jobtickets unterstützen. Im Artikel erfahren Sie, wie Sie die Steuervorteile bestmöglich nutzen.

    Jobtickets für Mitarbeiter – von diesen Vorteilen profitieren Unternehmen und Mitarbeiter

    Vor allem in Großstädten ist der tägliche Weg zur Arbeit für Millionen Berufstätige eine Herausforderung. Lange Anfahrtszeiten, nicht planbare Staus und andere Verkehrsprobleme gehören zum Alltag der Berufspendler in Deutschland, von denen jeden Tag Millionen unterwegs sind.

    Man schätzt, dass mehr als die Hälfte der 33.8 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (Quelle: Statista, Stand 2020) in Deutschland täglich pendeln. Während viele Arbeitnehmer ihr privates Fahrzeug oder einen Dienstwagen benutzen, greifen vor allem Beschäftigte in Ballungsräumen auf das öffentliche Personennahverkehrsnetz (ÖPNV) zurück. Viele dieser Mitarbeiter von Unternehmen oder Behörden nutzen Jobtickets. Als Jobtickets bezeichnet man eine Monats- oder Jahresfahrkarte für öffentliche, regionale oder überregionale Verkehrsmittel oder die Deutsche Bahn.

    Jobtickets sind aufgrund ihrer vielen steuerlichen Vorteile, Sonderkonditionen und Erweiterungen des Leistungspakets sowohl bei Arbeitgebern wie Arbeitnehmern beliebt. Klassische Jobtickets können ausschließlich über den Dienstherrn oder Arbeitgeber erworben werden. Unternehmen erwerben Jobtickets bei der Deutschen Bahn oder beim regionalen Verkehrsverbund. Jobtickets haben nicht ausschließlich einen Kostenspareffekt für Arbeitnehmer. Sie sind gleichzeitig ein wirksames Mittel im Employer Branding und binden die Beschäftigten ans Unternehmen. Wer von den Benefits und Vorteilen des Betriebs profitiert ist zufriedener, spricht gut über den Arbeitgeber und sucht seltener eine neue berufliche Herausforderung. 

    Zusammengefasst profitieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer von den folgenden Mehrwerten bei Jobtickets:

    Vorteile ArbeitgeberVorteile Arbeitnehmer
    Kostenübernahme gilt als wirksame Maßnahme des Employer BrandingDurch Preisermäßigung günstiger als Einzelfahrscheine.
    Sachbezugsfreigrenze bleibt bestehenEntlastet Umwelt und Geldbeutel
    Imagefördernde Corporate-Benefits-MaßnahmeUmfangreiche Steuervorteile
    Auch für Kleinstbetriebe durch Barzuschüsse lukrativPauschalierung der Lohnsteuer durch Arbeitgeber möglich – keine Anrechnung auf Entfernungspauschale
    Kann ebenfalls privat genutzt werden

    Steuerliche Vorteile von Jobtickets

    Arbeitnehmer, die ihren täglichen Arbeitsweg zur ersten Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln vornehmen, freuen sich, wenn Ihr Unternehmen das Jobticket finanziell unterstützt. Firmen profitieren im Gegenzug von den steuerlichen Vorteilen, die Jobtickets attraktiv machen. Diese Steuervorteile gelten seit 2019, nachdem sie Ende 2003 weitestgehend abgeschafft wurden.  

    Verbesserte Regelungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer 

    Mit Beginn des Steuerjahres 2019 wurden umfassende Novellierungen in Bezug auf die steuerlichen Vorteile von Jobtickets vorgenommen. Ziel des Gesetzgebers war die Entlastung der Arbeitgeber und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV.  Für das Erreichen der Klimaziele und eine Reduktion von CO2 in Deutschland ist es ebenfalls essenziell, dass Pendler häufiger den öffentlichen Personennahverkehr und weniger das eigene Fahrzeug nutzen.

    Die gesetzliche Grundlage für die steuerliche Behandlung des Jobtickets finden Arbeitgeber im § 3 Nr. 15 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Im Gesetzestext wird eindeutig klargestellt, dass:

    • Zuschüsse des Arbeitgebers, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie für Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr gezahlt werden, steuerfrei sind.
    • Gleiches gilt für die unentgeltliche oder verbilligte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im öffentlichen Personennahverkehr, die der Arbeitnehmer auf Grund seines Dienstverhältnisses zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn in Anspruch nehmen kann.

    Durch die Neuregelung des § 15 EStG zum 01.01.2019 erfolgt die Wiedereinführung der Steuerbegünstigung von zusätzlich zum ohnehin schon geschuldeten Arbeitslohn gewährten Arbeitgeberleistungen. Die Änderungen betreffen die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr. Sie gelten grundsätzlich zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Da viele Jobtickets abends und am Wochenende die außerdienstliche Nutzung erlauben, hat die Novellierung des Gesetzes ebenso eine positive Auswirkung auf private Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese gelten ebenfalls als steuerfrei.

    Unternehmen sollten bei der Verbuchung und Gewährung von Jobtickets generell darauf achten, dass alle steuerlichen Rahmenbedingungen und Vorschriften eingehalten werden. Von einem geldwerten Vorteil ist unter anderem dann nicht auszugehen, wenn ein Unternehmen seinen Arbeitnehmern das Jobticket, zu dem mit der Deutschen Bahn oder örtlichen Verkehrsbetrieben vereinbarten Preis überlässt und keine weiteren Vergünstigungen einrechnet.

    Auch private Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind steuerfrei ©MaxSafaniuk – Adobe-Stock

    Warum die abgeschafften Regelungen unrentabel waren

    Bis Ende 2018 galt die bekannte und in den meisten Unternehmen angewendete Sachbezugsfreigrenze, die im § 8 Absatz 2 Satz 11 des Einkommensteuergesetzes (EstG) beschrieben wird, ebenso für Jobtickets. Ein Jobticket konnte bis zu diesem Zeitpunkt vom Arbeitgeber ausschließlich bis zu einer Obergrenze von 44 Euro pro Monat steuerfrei bezuschusst werden. Die monatliche Freigrenze durfte nicht überschritten oder auf einen Jahresbetrag hochgerechnet werden. Ansonsten wären die Kosten des gesamten Jobtickets steuerpflichtig geworden. Da viele Verkehrsbetriebe deutlich günstigere Jahrestickets ausgeben, wurden die Bestimmungen der Sachbezugsfreigrenze in der Praxis in vielen Fällen zu einem Problem.

    Aus Kostengründen wären die vergünstigten Jahrestickets für das Unternehmen attraktiver gewesen. Da die monatliche Freigrenze nicht auf den Jahresbeitrag hochgerechnet werden konnte, verfiel die Steuerfreiheit des Jobtickets. Aus diesem Grund wurden in den meisten Fällen die teureren Monatstickets geordert. Hier konnten Unternehmen das Jobticket bis zu 44 Euro im Monat bezuschussen und einen Steuerspareffekt erzielen. Gleichzeitig hatten Sie keine weitere Möglichkeit, den Arbeitnehmer anderweitig mit einer steuerfreien Kompensationsleistung, zum Beispiel mit einem Zuschuss für das Fitnessstudio zu unterstützen. Die Sachbezugsfreigrenze war ausgereizt.

    Jobticket und Entfernungspauschale – das müssen Arbeitnehmer 2021 beachten

    Da der Weg zur Arbeit kein Privatvergnügen ist, können die Fahrten zwischen Wohnung und erster Arbeitsstätte grundsätzlich über die sogenannte Entfernungspauschale steuerlich abgesetzt werden. Arbeitnehmer erhalten 0,30 Euro pro vollen Entfernungskilometer für die einfache Strecke. Ob die Wegstrecke zur Arbeit mit dem privaten PKW, öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad bewältigt wird, ist unerheblich.

    Ab 01.01.2021 steigt die Entfernungs- oder Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer auf 0,35 Euro pro Kilometer. Der erhöhte Kilometersatz ist bis Ende 2023 befristet und wird in der Folge bis zum 31.12.2026 auf 0,38 Euro pro Kilometer angehoben. Die Neuregelung soll vor allem die Pendler im ländlichen Raum entlasten, die nicht oder unter erschwerten Bedingungen auf den ÖPNV zurückgreifen können. Pro Kalenderjahr können im Höchstfall 4.500 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Ausnahmen müssen dem Finanzamt begründet werden.

    Bei der steuerlichen Sicht auf das Jobticket muss die Entfernungspauschale grundsätzlich berücksichtigt werden. Die steuerfreien Leistungen des Jobtickets werden auf die Entfernungspauschale angerechnet. Dies bedeutet in der Praxis, dass ein Zuschuss für ein Jobticket von 50 Euro pro Monat die Entfernungspauschale um 600 Euro pro Jahr minimieren würde. Arbeitnehmer könnten in ihrer Einkommensteuererklärung noch bis zu 3.900 Euro ansetzen.

    Beispiel: Ein Unternehmen zahlt einem Mitarbeiter 50 Euro Zuschuss für ein Jobticket. Pro Kalenderjahr erhält er einen Zuschuss von 600 Euro. Der Angestellte fährt jeden Tag mit öffentlichen Verkehrsmitteln von seiner Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte und legt hierbei 25 Kilometer zurück. Abzüglich Urlaub und Krankheitstagen kann in der Berechnung von 230 Arbeitstagen ausgegangen werden.

    Die Rechnung für die jährlich anzurechnende Entfernungspauschale lautet:

    230 Arbeitstage * 20 Kilometer (einfache Wegstrecke * 0,30 Euro = 1.380 Euro

    230 Arbeitstage * 5 Kilometer (einfache Wegstrecke) * 0,35 Euro = 402,50 Euro

    Von dieser Entfernungspauschale muss im nächsten Schritt der steuerfreie Arbeitgeberzuschuss zum Jobticket von 600 Euro abgerechnet werden:

    JÄHRLICHE ENTFERNUNGSPAUSCHALE:              1.782,50 EURO

    Abzüglich Arbeitgeberzuschuss:              600,00 Euro

    Anzurechnende Entfernungspauschale:  1.182,50 Euro

    Kurz erklärt: Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von Jobtickets

    • Es besteht ein gültiger Arbeitsvertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
    • Die Kosten für das Jobticket werden zusätzlich zum vereinbarten Arbeitslohn gewährt.

    Ausnahme: Eine Gehaltsumwandlung ist seit 2020 zulässig, wenn die Kosten für das Ticket oder den Zuschuss pauschal mit 15 Prozent Lohnsteuer versteuert werden. Grundlage hierfür ist der § 40 Abs. 2 EStG, in dem festgelegt wird, dass Sachbezüge in Form einer unentgeltlichen oder verbilligten Beförderung eines Arbeitnehmers zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte pauschal zu versteuern sind. Das Jobticket wird auf die Entfernungspauschale des Arbeitnehmers angerechnet.

    • Arbeitgeber zahlen einen Zuschuss zum Jobticket überlassen das Jobticket dem  Arbeitnehmer kostenlos.
    • Begünstigt sind ausschließlich Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Der Personenfernverkehr kann mit einem zusätzlichen Fernverkehrsaufpreis genutzt werden. Dieser ist als Abo-Variante oder Einzelfahrschein erhältlich und muss vorab bezahlt werden. Für die Benutzung von ICE-Zügen ist ein abweichendes Ticket notwendig.

    Zum Personenfernverkehr gehören neben regionalen Anbietern die Fernzüge der Deutschen Bahn oder internationaler Anbieter (ICE, IC, EC) sowie Fernbusse auf festgelegten Linien oder Routen und mit avisierten Haltepunkten. Sowohl der Luftverkehr und ebenso Fahrten mit einem Taxi gehören nicht zu den geförderten Beförderungsmöglichkeiten. Eine Ausnahme besteht, wenn das Taxi im Rahmen des Schienenersatzverkehrs genutzt wird.

    Steuertipps für Unternehmen: So holen Sie 2021 das beste aus Jobtickets heraus

    Unternehmen erhalten von der Deutschen Bahn oder von regionalen Verkehrsbetrieben Jobtickets mit einem Preisvorteil. Überlassen Firmen ihren Arbeitnehmern das Jobticket zu den Einkaufskonditionen, können sowohl Betriebe wie Mitarbeiter Lohnsteuer- und Sozialversicherungsbeiträge sparen. Das Jobticket kann entweder unentgeltlich oder verbilligt überlassen werden. Die Kosten werden auf der Jahreslohnsteuerbescheinigung bescheinigt und mit der Entfernungspauschale des Arbeitnehmers verrechnet.

    Seit 2020 haben Unternehmen eine zusätzliche Option. Sie können ihrem Arbeitnehmer das Jobticket oder den Zuschuss zur Verfügung zu stellen, ohne dass dieser auf der Jahreslohnsteuerbescheinigung erscheint und für die Entfernungspauschale angerechnet wird. Für diese Variante zahlen Arbeitgeber 25 Prozent pauschale Lohnsteuer.

    Bahncard und Jobticket – das sollten Arbeitgeber wissen

    In vielen Unternehmen ist es üblich, leitenden Angestellten oder Mitarbeitern, die beruflich fortlaufend reisen, eine Bahncard zur Verfügung zu stellen. Neben den Bahncard-Varianten, die die Ticketpreise vergünstigen (Bahncard 25, Bahncard 50) kann für Vielfahrer eine Bahncard 100 interessant sein. Für eine solche Bahncard ergibt sich kein geldwerter Vorteil für den Angestellten, wenn in einer Prognose darstellbar ist, dass die Bahncard im Vergleich zu den eigentlichen Reisekosten für Dienstreisen eine Ersparnis darstellt. Eine Nutzung der Bahncard für Privatfahrten ist in diesem Fall möglich und steuerrechtlich irrelevant. Der Kauf einer Bahncard ist für das Unternehmen ebenfalls steuerfrei.

    Kann in einer Prognose nicht dargestellt werden, dass die Bahncard günstiger als die Einzelfahrten sind, werden die Kosten der Bahncard als steuerpflichtiger Arbeitslohn berechnet. In einem Korrekturbetrag können am Jahresende die Kosten für die tatsächlich angefallenen Dienstreisen abgezogen werden.

    Zusammenfassend ist es in Bezug auf die Gestellung einer Bahncard wichtig, die möglichen Kosten für Dienstreisen fachgerecht zu prognostizieren.  In der Folge wird das Ergebnis mit den Aufwendungen für Einzelfahrscheine verglichen. Bei einer Vollamortisation rechnet sich in jedem Fall eine Bahncard.

    Jobtickets und Employer Branding – wie Sie Mitarbeiter ans Unternehmen binden

    Vor Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 gehörte der Fachkräftemangel in vielen Branchen zu den wesentlichsten Herausforderungen, denen Unternehmen gegenüberstanden. Durch Covid-19 und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen sowie durch Millionen von Kurzarbeitern sind die Herausforderungen durch fehlende Fachkräfte kurzzeitig in Vergessenheit geraten. Nach der Krise wird der Fachkräftemangel in vielen Bereichen erneut aufflammen. Eine der wichtigsten Möglichkeiten, die eigene Belegschaft ans Unternehmen zu binden und neue Fachkräfte für den eigenen Betrieb zu begeistern ist das sogenannte Employer Branding. Zum Employer Branding gehört die Gewährung von Corporate Benefits oder steuerfreien Arbeitgeberleistungen.

    Attraktive Zusatzleistungen steigern die Produktivität und Motivation Ihrer Mitarbeiter ©Prostock-studio- Adobe-Stock

    Unter Employer Branding versteht man alle strategischen Maßnahmen in einem Unternehmen, die dazu beitragen, den Betrieb als attraktiv darzustellen. Moderne Firmen nutzen neben Jobtickets viele weitere Möglichkeiten, um Mitarbeiter durch Arbeitgeberleistungen und Corporate Benefits zu motivieren. Innerbetriebliche Maßnahmen wie:

    • kostenlose Mahlzeiten,
    • stylische Büro- oder Gemeinschaftsräume oder
    • ein besonderes Firmenambiente

    gehören ebenso zum Employer Branding wie eine attraktive Gehaltsstruktur oder Prämien- und Bonuszahlungen.

    Da Jobtickets seit 01.01.2019 komplett steuerfrei sind, kann die Sachbezugsfreigrenze anderweitig genutzt werden, um Mitarbeiter mit steuerfreien Zusatzleistungen zu motivieren. Viele erfolgreiche Unternehmen haben sich zum Beispiel für folgende Leistungen entschieden:

    • Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge.
    • Betriebliche Zuschüsse zur Gesundheitsvorsorge, z. B. für Präventionsmaßnahmen.
    • Zuschüsse zur Kinderbetreuung.
    • Unentgeltliche oder bezuschusste Mahlzeiten im Betrieb.

    Diese und weitere Maßnahmen eröffnen Unternehmen Spielräume in der Mitarbeitermotivation. Couragierte Mitarbeiter sprechen positiv vom eigenen Unternehmen und finden wenig Gründe, sich anderweitig um eine Anstellung zu bemühen. Ein zukunftsorientiertes Employer Branding in Verbindung mit einer Erfolgsprämie für die Anwerbung neuer Mitarbeiter kann ein vielversprechender mehrwertorientierter Kanal sein. Er kann Führungskräfte unterstützen, neue Betriebsangehörige zu gewinnen und das Problem des Fachkräftemangels innerbetrieblich abzustellen.

    Tipp: Steuerersparnis für Ihre Mitarbeiter durch Jahreskarten

    Da neben den Monatskarten ebenso die Jobticket-Jahreskarten steuerlich begünstigt sind, ergibt sich für Mitarbeiter in den meisten Fällen eine deutliche Kostenersparnis. Die deutlich günstigeren Jahreskarten bedeuten eine Ersparnis bei den Gesamtkosten des Jobtickets und damit ein Netto-Plus für Ihren Mitarbeiter.

    Unternehmen haben grundsätzlich die Möglichkeit, die Kosten für ein Jobticket anteilig oder komplett zu übernehmen. Der Mitarbeiter erhält vom Verkehrsunternehmen ein personenbezogenes Jobticket, das nicht übertragbar ist. Auf seiner Gehaltsabrechnung erscheint für das Jobticket eine Buchung des bezuschussten Betrages. Dieser Zuschuss ist steuerfrei. Zahlen Sie dem Arbeitnehmer einen Barzuschuss, so wird dieser auf seiner Gehaltsabrechnung ebenfalls als steuerfreier Bruttozuschuss vermerkt. Für Ihren Mitarbeiter erhöht sich damit das Nettogehalt um den Zuschuss zum Jobticket.

    Unterschiedliche Kostenmodelle bei Jobtickets – so finden Firmen das passende Angebot

    Angebote für Jobtickets finden Unternehmen und Arbeitnehmer bei den regionalen Stadtwerken oder Verkehrsbetrieben und bei der Deutschen Bahn. Die Kostenstruktur und die Mindestabnahmemengen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter. Es ist sinnvoll, sich eingehend über die Möglichkeiten und Mehrwerte des jeweiligen Systemanbieters zu informieren.

    Die Deutsche Bahn bietet zwei unterschiedliche Kostenmodelle für ein Jobticket an. Basierend auf der Unternehmensgröße und der Mitarbeiterzahl unterscheidet man bei einem Jobticket zwischen dem Solidarmodell und dem Fakultativmodell.

    Das Jobticket im Solidarmodell – für Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern

    Damit Unternehmen Jobtickets im Solidarmodell erhalten können, müssen Sie grundsätzlich für alle beschäftigten Mitarbeiter Jobtickets abnehmen. Des Weiteren kommen Sie ausschließlich in den Genuss des vergünstigten Tickets im Solidarmodell, wenn 50 oder mehr Mitarbeiter beschäftigt sind und ein Jobticket abnehmen.

    Im Solidarmodell der Deutschen Bahn unterscheidet die Bahn unterschiedliche Preisstufen, die sich nach Region und Bundesland unterscheiden. Am Beispiel des Bundeslandes NRW kann man die Preisstrukturen gut ablesen. Hier differenziert die Deutsche Bahn zwischen 3 unterschiedlichen Preiskategorien:

    PreiskategoriePreis/PersonUnternehmensstandorte
    Preiskategorie 158,80 EuroStadtgebiete Köln oder Bonn
    Preiskategorie 243,40 Euroz. B. Leverkusen, Troisdorf, Wesseling oder Bergisch Gladbach
    Preiskategorie 330,60 Euroz. B. Gummersbach, Euskirchen, Burscheid oder Swisttal

    Beispiel: Ein Unternehmen beschäftigt 80 Mitarbeiter am Unternehmenssitz im Stadtgebiet von Köln. Ein Jobticket für den Stadtbereich von Köln erhält der Betrieb im Solidarmodell zum Grundpreis von 58,80 Euro pro Person. Somit berechnen sich die Gesamtkosten für Jobtickets im Solidarmodell wie folgt:

    80 Mitarbeiter * 58,80 Euro = 4.704 Euro Monatskosten (56.448 Euro Jahreskosten)

    In diesem Beispiel bezahlen Unternehmen für einen Mitarbeiter monatlich 58,80 Euro für das Monatsticket. Bis Ende 2018 konnten von diesem Betrag ausschließlich 44 Euro steuerfrei bezuschusst werden. Ab 01.01.2019 ist es möglich, den vollen Betrag steuerfrei anzusetzen. Das Jobticket wird dabei persönlich pro Mitarbeiter ausgestellt und ist nicht übertragbar. Werktags ab 19 Uhr und am Wochenende können Angestellte einen weiteren Erwachsenen und drei Kinder sowie ein Fahrrad kostenlos mit dem Jobticket befördern.

    Im Solidarmodell wird das Jobticket grundsätzlich für alle beschäftigten Mitarbeiter erworben. Unternehmen sind aufgrund der in Deutschland geltenden Vertragsfreiheit darin frei, ein internes Umlageverfahren anzuwenden, wenn nicht alle Angestellten ein Jobticket nutzen möchten. Im Umlageverfahren würden in diesem Fall der Preis für diejenigen Mitarbeiter festgelegt, die ein Jobticket nutzen möchten.

    Beispiel: Von den 80 Mitarbeitern des Unternehmens möchten 65 das Jobticket nutzen. Da der Arbeitgeber die Kosten des Jobtickets nicht trägt, berechnet er die Monatskosten für die 65 Nutzer des Jobtickets wie folgt:

    4.704 Euro Monatskosten / 65 Mitarbeiter = 72,37 Euro Monatskosten pro Mitarbeiter.

    Das Jobticket würde somit nach internem Umlageverfahren 72,37 Euro pro Person kosten.

    Das Jobticket im Fakultativmodell – für Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeiter

    Das Jobticket im Fakultativmodell ist für alle Unternehmen gedacht, die über weniger als 50 Mitarbeiter verfügen. Der Preis beträgt zum Beispiel für Unternehmen, deren Hauptunternehmensstandort sich in der Stadt Köln befindet, pro Person 80,50 Euro. Im Mindestfall müssen 2 Mitarbeiter des Unternehmens ein Jobticket erwerben. Zusätzlich muss die Firma einem Berufsverband angehören, der im Mindestfall 250 Jobtickets abnimmt. Die Nutzungsbedingungen im Fakultativmodell sind äquivalent zu den Bedingungen des Solidarmodells.

    Zum Beispiel bietet die Steuerberaterkammer Köln Ihren Mitgliedsunternehmen an, einen Rahmenvertrag zu nutzen. Neben dem Ticketpreis von 80,50 Euro fällt eine Aufwandspauschale für die Kunden- und Vertragsbetreuung an. Diese beträgt 2,50 Euro pro Jobticket und Mitarbeiter, sodass ein Jobticket 83 Euro pro Monat kostet.

    Jobtickets bei regionalen Anbietern

    Neben der Deutschen Bahn bieten die regionalen Verkehrsverbünde in einzelnen Städten oder Landkreisen ebenfalls Jobtickets an. Beispielsweise bietet die VWG in Oldenburg (Oldb.) das Jobticket für monatlich 40,50 Euro an. Abweichend von den Konditionen der Deutschen Bahn gilt eine Mindestabnahmemenge von 20 Jobtickets für Unternehmen. In der Freizeit können 1 Erwachsener und bis zu 4 Kinder kostenlos mitgenommen werden. Neben den ermäßigten Fahrpreisen bieten viele Anbieter von Jobtickets weitere Vergünstigungen und Bonusangebote an. Darüber hinaus bieten die verschiedenen Verkehrsverbünde unterschiedliche Tarifzonen und Preisstufen an und unterscheiden nach Monatskarte oder einem Jahresabo. 

    Jobtickets in Kleinstbetrieben – so profitieren kleine Firmen vom Jobticket

    Auch Kleinstbetriebe, die die Bedingungen des Fakultativmodells der Deutschen Bahn oder anderer Verkehrsverbünde nicht erfüllen, haben seit Januar 2019 die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter beim Erwerb eines Jobtickets zu unterstützen.

    Da das Gesetz nach der Novellierung ebenfalls steuerfreie Barzuschüsse erlaubt, können Unternehmen den Zuschuss direkt an Ihren Mitarbeiter überweisen. Eine Abwicklung über den Verkehrsbetrieb oder die Deutsche Bahn ist nicht mehr nötig. Essenziell ist, dass alle Leistungen zusätzlich zum geleisteten Arbeitslohn gewährt werden. Ist dies nicht der Fall, können alternativ Pauschalabgaben zur Lohnsteuer geleistet werden.

    Zusammenfassung: Fortlaufend verbesserte Rahmenbedingungen für Jobtickets

    Der Gesetzgeber fördert seit 01.01.2019 die Mobilität von Beschäftigten durch Steuervergünstigungen bei Jobtickets und hat die Bedingungen stetig verbessert. Die Vorteile für Arbeitgeber und Betriebsangehörige liegen auf der Hand. Arbeitnehmer können vergünstigt oder kostenlos den ÖPNV nutzen und leisten gleichzeitig einen Beitrag zu den Klimazielen und zur Verringerung des CO2-Ausstosses. Die unterschiedlichen Anbieter differenzieren nach Preisstufen und Tarifzonen und bieten Monatskarten oder Jahresabos an. Arbeitgeber sparen bei der Übernahme von Kosten von Jobtickets Steuern und haben darüber hinaus ein effektives Instrument der Mitarbeitermotivation an der Hand.

    Durch den Wegfall der 44-Euro-Freibezugsgrenze für die Steuerfreiheit von Jobtickets profitieren kleine Firmen, die die Möglichkeit haben, im Fakultativmodell Jobtickets zu ordern. Kleinstbetriebe, die vor 2019 die Voraussetzungen für das Jobticket nicht erfüllten, verfügen seit der Novellierung ebenfalls über Optionen. Sie können unter anderem Barzuschüsse auszahlen und ihre Mitarbeiter auf diese Weise bei der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterstützen.

    Da Jobtickets nicht mehr unter die Freibezugsgrenze fallen, ergeben sich für Unternehmen weitere Spielräume, ihre Mitarbeiter mit Corporate Benefits zu Gesundheitsangeboten oder zur Kinderbetreuung zu unterstützen. Ein solches Vorgehen stärkt das Employer Branding und hilft Unternehmen, Fachkräfte im Betrieb zu halten und neue Mitarbeiter anzuwerben.

    Insgesamt kann die Möglichkeit, mit Jobtickets Steuern zu sparen und die Beschäftigten zu unterstützen, als wirkungsvoller innerbetrieblicher Hebel bezeichnet werden. Eine effiziente Mitarbeiterförderung, gezielter Bürokratieabbau, eine Erhöhung der Motivation und ein Beitrag zum Umweltschutz sind vier wesentliche Benefits von Jobtickets. Unternehmen handeln zielführend, wenn Sie die Vorteile von Jobtickets nutzen und im Betrieb implementieren.

    Welche Vorteile bieten Jobtickets für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

    Als Jobticket bezeichnet man eine verbilligte Form einer Monats- oder Jahreskarte für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Jobtickets können ausschließlich über den Arbeitgeber bezogen werden und sind seit 2019 steuerfrei. Jobtickets können sowohl bei der Deutschen Bahn und ebenso bei regionalen Verkehrsbetrieben vom Arbeitgeber geordert werden.

    Wann lohnt sich ein Jobticket für Arbeitnehmer?

    Wird der tägliche Weg zwischen Wohnung und erster Arbeitsstätte in der Regel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, lohnt sich ein Jobticket aufgrund der Vergünstigungen für Arbeitnehmer.

     Wann lohnt sich die Pendlerpauschale und wann das Jobticket?

    Arbeitnehmer erhalten für die Fahrtstrecken zwischen Wohnung und erster Arbeitsstätte die sogenannte Pendlerpauschale. Diese beträgt 0,30 Euro pro Kilometer der einfachen Wegstrecke. Ab dem 21. Kilometer können 0,35 Euro zugrunde gelegt werden. Der Wert des Jobtickets muss von der Pendlerpauschale abgezogen werden. Grundsätzlich lohnt sich ein Jobticket für Mitarbeiter, deren Region über ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz verfügt. Wer grundsätzlich mit dem eigenen Fahrzeug zum Betrieb fährt, benötigt in der Regel kein Jobticket. Er kann in diesem Fall die volle Pendlerpauschale absetzen.

    Welche Unterschiede bestehen zwischen dem Solidarmodell und dem Fakultativmodell der Deutschen Bahn?

    Die Deutsche Bahn unterscheidet bei der Vergabe von Jobtickets zwischen dem Solidarmodell und dem Fakultativmodell. Um das Solidarmodell nutzen zu können, müssen mindestens 50 Mitarbeiter in einem Betrieb beschäftigt sein. Alle Mitarbeiter im Betrieb müssen darüber hinaus ein Jobticket buchen. Beim Fakultativmodell müssen im Mindestfall 2 Mitarbeiter ein Jobticket buchen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Unternehmen zu einem Berufsverband gehört, der einen Rahmenvertrag mit der Deutschen Bahn für Jobtickets abgeschlossen hat.
     

    Kann das Jobticket ebenfalls privat genutzt werden?

    Autor: Torsten Niermann