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Weiterbildung Ausbilder: Dem Fachkräftemangel gezielt entgegen

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Weiterbildung Ausbilder

Der Fachkräftemangel (War for Talents) ist eines der beherrschenden ökonomischen Themen unserer Zeit. In Deutschland, aber auch in anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union fehlen in diversen Branchen qualifizierte, motivierte und flexible Arbeitskräfte. Im Wettlauf um die besten Talente und Angestellten greifen Betriebe und Konzerne daher zu innovativen Mitteln und sind zudem bereit, hohe Summe zu investieren, um neue Top-Mitarbeiter zu rekrutieren. Um ausländische Facharbeiter zu gewinnen, setzt man europaweit außerdem umfangreiche Förderprogramme auf, die die Immigration von Fachkräften begünstigen. Auch für die Zukunft zeigen Statistiken eindeutig, dass durch den demografischen Wandel in Deutschland der Bedarf an sehr gut ausgebildeten Experten weiter steigen wird.

Weiterbildung sollte hohe Priorität haben

Daher liegt es auf der Hand, dass die stetige Weiterbildung von Auszubildenden, Mitarbeitern und Führungskräften für Personaler und die Unternehmensleitung eine hohe Priorität haben muss. Nur so ist es möglich, das eigene Unternehmen positiv auf die Herausforderungen der Globalisierung und des Fachkräftemangels einzustellen und trotz des demografischen Wandels Erfolge als Unternehmen zu generieren. Mitarbeiterzentrierte Maßnahmen, die lebenslanges Lernen fördern sowie zielgerichtete, auf die Einzelperson abgestimmte Qualifizierungsmaßnahmen helfen dabei, die notwendigen fachlichen und persönlichen Informationen zu vermitteln. So ist es jedem Mitarbeiter möglich, professionell im eigenen Fachbereich zu agieren und perspektivisch Führungsverantwortung im Unternehmen zu übernehmen.

Beim Thema Qualifizierung und Weiterbildung rücken vor allem die Ausbilder eines Unternehmens in den Mittelpunkt. Sie sind in der Regel die wichtigsten Ansprechpartner für die Auszubildenden und haben durch Ihre empathische und praxisorientierte Ausbildung die Möglichkeit, bei jungen Menschen sehr frühzeitig die Weichen für eine erfolgreiche, berufliche Karriere zu stellen. Sie sehen als erstes Talente oder Charaktereigenschaften von Auszubildenden. Durch ein zielgerichtetes Entwicklungscoaching können Ausbilder junge Erwachsene erfolgreich formen und professionell ins Unternehmen integrieren.

Erfahrungsschatz und Fachwissen der Ausbilder weiterbilden

Ohne Zweifel haben Ausbilder dabei aus Ihrer praktischen Tätigkeit einen hohen Erfahrungsschatz mit individuellem Fachwissen aus dem eigenen Arbeitsgebiet. Zudem kennen sie die internen Abläufe im Unternehmen, wissen um die innerbetrieblichen Schwachstellen und können als Vermittler bei unterschiedlichen Herausforderungen in Teams fungieren. Die beschriebenen Aufgaben zeigen, dass man an Ausbilder in Unternehmen hohe Anforderungen stellt. Daher kann sich kein Ausbilder auf den bestehenden Kenntnisse und Fähigkeiten ausruhen, sondern hat auch selbst das Bedürfnis, sich fachlich, organisatorisch und kommunikativ weiterzubilden. Ausbilder würden sonst erleben, dass „Stillstand Rückschritt“ bedeutet und würden den Anforderungen ihrer Position auf lange Sicht nicht mehr gerecht.

Gerade für Ausbilder ist die fachliche Weiterbildung daher essenziell. Dabei geht es zum Beispiel um die neuesten technischen Entwicklungen im Fachbereich, um innovative Coachingmethoden oder auch um die umfangreichen Chancen der Digitalisierung für das eigene Unternehmen. Nur durch die persönliche Weiterbildung können Ausbilder eine fachlich hohe Ausbildungsqualität im Unternehmen sicherstellen und somit zum Gesamterfolg beitragen. Damit kommen Personalverantwortlichen, Ausbildern und der Unternehmensleitung eine beträchtliche Verantwortung zu, bei der die folgenden Fragen zu beantwortet sind:

  • Welche Möglichkeiten gibt es für Ausbilder, sich weiterzubilden?
  • Wie plant man als Ausbilder die eigene Weiterbildung?

Welche Möglichkeiten haben Ausbilder, sich persönlich weiterzubilden?

Ausbilder stehen an der Schnittstelle aller Weiterbildungs- und Schulungsaktivitäten im Unternehmen. Neben der stetigen fachlichen Fortbildung im eigenen Arbeitsbereich gibt es für Ausbilder verschiedene Möglichkeiten, die eigene Qualifikation als Ausbilder weiter auszubauen. Hierfür bieten zum Beispiel die Industrie- und Handelskammern oder private Ausbildungsinstitute in Deutschland unterschiedliche Fortbildungsmodule an.

Weiterbildung zum

  • Aus- und Weiterbildungspädagogen oder Berufspädagogen IHK
  • Online-Trainer IHK
  • Fachwirt (kaufmännischer Bereich)
  • Industriemeister (gewerblich-technischer Bereich)

Während Ausbilder bei einer Qualifizierung in der örtlichen IHK in den meisten Fällen einen Teilzeit- oder Vollzeitkurs genießen, ist es bei privaten Ausbildungsinstituten auch möglich, ein Fernstudium zu absolvieren. Je nach Unternehmensausrichtung, dem beruflichen Aufgabenbereich und der persönlichen Zeiteinteilung mag ein Fernstudium eine sinnvolle und im Rahmen der Work-Life-Balance interessante Lernmethode für Ausbilder sein.

Für die Ausbildungsleitung im Unternehmen und für verantwortliche Personaler ergibt sich zudem durch eine Teilnahme beim jährlich stattfindenden, deutschen Ausbildungsleiterkongress eine gute Möglichkeit des unternehmensübergreifenden Informationsaustausches. Im Rahmen des Fachkongresses profitieren Teilnehmer direkt von modernen und innovativen Ansätzen im Bereich Aus- und Weiterbildung. Im Nachgang kann man passende Vorschläge und Methoden individuell im Unternehmen implementiert.

Inhalte der Weiterbildung zum Aus- und Weiterbildungspädagogen

Für Personaler ist es sehr wichtig, die wesentlichen Sachverhalte der Fortbildung zum Aus- und Weiterbildungspädagogen zu kennen, da diese erhebliche Schnittmengen mit dem originären Tätigkeitsbereich der Personalabteilung haben.

Nach einer Weiterbildung zum Aus- und Weiterbildungspädagogen sind Ausbilder noch intensiver in die betrieblichen Schulungsprozesse zu integrieren. Eine der Hauptaufgaben eines Aus- und Weiterbildungspädagogen ist dabei die Betreuung und Beurteilung von Auszubildenden oder Mitarbeitern in einer internen Qualifikationsmaßnahme.

Ausgebildete Aus- und Weiterbildungspädagogen beobachten den Lernfortschritt, geben Hilfestellungen und sorgen gleichzeitig für die vorschriftsmäßige Umsetzung der Ausbildungsordnung. Je nach Betriebsgröße ist der Ausbilder erster Ansprechpartner für alle betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen und verantwortlich für die organisatorische und pädagogische Ausführung.

Als Aus- und Weiterbildungspädagoge besetzen Ausbilder bildlich ausgedrückt einen sehr wichtigen Platz in der Schaltzentrale des Unternehmens. Durch intensive Gespräche, schriftliche Beurteilungen und die enge Absprache mit Führungskräften stellen diese verantwortlichen Mitarbeiter die Kompetenzen von Auszubildenden und Angestellten fest. Anhand aller gesammelter Erkenntnisse planen Ausbilder im nächsten Schritt professionell die bestmögliche Weiterentwicklung in Abstimmung mit der Personalabteilung. Dabei kennen sie den Wertekodex Ihres Betriebes und achten darauf, diesen in allen Schulungsprozessen erkennbar zu verfolgen. Ein wesentliches Ziel ihrer Tätigkeit ist die Optimierung von Lernwegen und die individuelle Förderung der Mitarbeiter im Bereich der Aus- und Weiterbildung.

Ausbilder arbeiten gemeinsam mit Personalern an der Gewinnung von Azubis

Dabei arbeiten Sie eng mit allen verantwortlichen Personalern zusammen. Aus- und Weiterbildungspädagogen in modernen Betrieben entwickeln daher auch geeignete Marketingmaßnahmen zur Gewinnung neuer Auszubildender. Sie orientieren sich außerdem am firmeninternen Employer Branding und entwickeln dieses bedarfsgerecht weiter, um die besten Talente anzuziehen. Insgesamt engagieren sich Aus- und Weiterbildungspädagogen aktiv gegen einen möglichen Fachkräftemangel im Unternehmen und für eine individuelle Qualifizierung aller Mitarbeiter.

Die Qualifizierung zum Aus- und Weiterbildungspädagogen kann berufsbegleitend oder auch im Präsenzunterricht als Vollzeitkurs absolviert werden und beinhaltet ca. 400 Unterrichtsstunden. Eine 30-tägige Projektarbeit im eigenen Betrieb gehört als praktischer Teil der Weiterbildung ebenso zur Weiterqualifikation. Entscheiden sich Ausbilder für eine Kurs an der Fernschule, so kann bei einem wöchentlichen Zeitaufwand von 8-10 Stunden mit einer Ausbildungsdauer von in etwa 18 Monaten gerechnet werden.

Das Gesamtunternehmen profitiert stark von einer Weiterbildung der Ausbilder zum Aus- und Weiterbildungspädagogen. Nach einer Prüfung vor der örtlichen Industrie- und Handelskammer können Ausbilder noch besser auf die Belange aller Auszubildenden eingehen und individuelle Weiterbildungsmaßnahmen im Unternehmen anstoßen. Neben einer Tätigkeit im eigenen Unternehmen haben Aus- und Weiterbildungspädagogen auch sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und werden zum Beispiel von Arbeitsvermittlern, Personaldienstleistern oder Bildungsträgern aufgrund ihrer guten theoretischen und praktischen Kenntnisse gesucht.

Inhalte der Weiterbildung zum Online-Trainer IHK

Durch die Digitalisierung verändert sich auch die Arbeit von Ausbildern rasant. Während noch vor einigen Jahren Auszubildende individuell und persönlich vor Ort trainiert und ausgebildet wurde, wird heute berufliches Wissen vermehrt online am PC oder auf Tablets und Smartphones vermittelt. Junge Auszubildende arbeiten gern und oft spielerisch mit digitalen Lernelementen, sodass sich eine Verlagerung der innerbetrieblichen Ausbildung in Richtung Digitalisierung anbietet.

Dadurch können Kosten gespart und bessere und nachhaltigere Ergebnisse erzielt werden. Dies liegt unter anderem daran, dass Auszubildende oder auch Mitarbeiter, die an einer internen Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen, nutzenorientierter und mit einem hohem Mehrwert unterrichtet werden können. Zudem bieten moderne mobile Endgeräte die Möglichkeit, an jedem Ort zu lernen und neue Inhalte durch eine interaktive Visualisierung aktiver aufzunehmen.

Im Rahmen der Weiterbildung zum Online-Trainer IHK erlernen Ausbilder vor allem die pädagogischen und psychologischen Grundlagen beim E-Learning. Sie erfahren, wie Online-Trainings wirkungsvoll und zielgerichtet entwickelt werden und werden auch darin ausgerüstet, mit einfachen Mitteln, komplexe Lerninhalte in einen Online-Lernprozess zu integrieren.

So sind Ausbilder noch besser in der Lage Teile von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen online abzuwickeln. Auch ist es möglich, den Lernfortschritt von Mitarbeitern und Auszubildenden im Rahmen von E-Learnings und Online-Tests abzufragen. In Kooperation mit der IT-Abteilung und der Personalabteilung entstehen so sinnvolle Synergien und eine firmeninterne Online-Lern-Plattform, die Personaler und Ausbilder dabei unterstützt, relevante Ausbildungsinhalte noch wirkungsvoller zu vermitteln.

Inhalte zur Weiterbildung zum Fachwirt

Für Ausbilder im kaufmännischen Bereich bietet sich für die persönliche Qualifizierung die Weiterbildung zum Fachwirt an. Im Wesentlichen verfolgt diese Fortbildung den Zweck, kaufmännische Kenntnisse zu intensivieren. Ausbilder sind danach noch besser in der Lage die Auszubildenden des Betriebes faktenorientiert und sehr spezifisch anzuleiten. Diese nicht-akademische Weiterbildung kann generell von allen Kaufleuten belegt werden, die zusätzlich zur eigenen Ausbildung und zur Ausbilder-Qualifikation weitere Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben möchten.

Nach erfolgreicher Prüfung können Teilnehmer entweder im bestehenden Unternehmen den nächsten Karriereschritt gehen und eine weitergehende Führungsposition anstreben. Neben dem Ausbilder profitiert vor allem die Belegschaft im Betrieb von einer Qualifizierung zum Fachwirt, da sie eine noch hochwertigere und qualitativ bessere Ausbildung im Gesamtbetrieb sicherstellt.

Die Weiterbildung zum Fachwirt, die als branchenspezifische Aufstiegsfortbildung anzusehen ist, erlaubt es Mitarbeitern nach erfolgreicher IHK-Prüfung eine geschützte Berufsbezeichnung zu tragen. Anschließend dürfen Sie sich zum Beispiel je nach Branche als „Fachwirt für Finanzberatung“ oder „Technischer Fachwirt“ bezeichnen. Ausbilder, die sich nicht auf einen Fachbereich spezialisieren möchten, können sich auch allgemein fortbilden und eine Fortbildung zum „Handelsfachwirt“ oder „Wirtschaftsfachwirt“ in Angriff nehmen.

Am Beispiel eines Lehrgangs zum Wirtschaftsfachwirt, der sowohl im Fernstudium oder im Präsenzunterricht bei einer Bildungseinrichtung vor Ort absolviert werden kann, werden die fachlichen Inhalte der Fortbildung sehr gut deutlich.

Die Themenbereiche des Wirtschaftsfachwirts

  • Volks- und Betriebswirtschaftslehre
  • Steuerrecht
  • Rechnungswesen
  • Unternehmensleitung und betriebliches Management
  • Marketing und Vertrieb

Durch die Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt werden Ausbilder innerbetrieblich zu noch gefragteren Experten, da sie in den genannten Fachbereichen über einschlägiges theoretisches Know-how verfügt. Mittels der gleichzeitigen Verknüpfung mit der persönlichen praktischen Erfahrung aus dem Unternehmensalltag fällt es ausgebildeten Fachwirten leicht, Auszubildende oder Mitarbeiter im Unternehmen professionell aus- oder weiterzubilden und gleichzeitig ein wirkungsvolles Änderungsmanagement im Unternehmen anzustoßen. Durch die Qualifizierung zum Fachwirt erhöhen sich die Einkommensmöglichkeiten und die innerbetrieblichen Aufstiegschancen beträchtlich.

Moderne Fernschulen bieten mittlerweile Unterricht in virtuellen Seminarräumen und Webinaren an. Dadurch profitieren Ausbilder von einem echten Präsenzunterricht und der Erfahrung anderer Kursteilnehmer, ohne sich physisch im Klassenraum befinden zu müssen. Solche Webinare eignen sich sehr gut, um betriebliche und persönliche Belange zusätzlich zur Fortbildung optimal abzubilden.

Inhalte der Weiterbildung zum Industriemeister

Allen Ausbildern im gewerblich-technischen Bereich steht die fachliche Weiterbildung zum Industriemeister offen. Durch die persönliche Weiterentwicklung vom Facharbeiter zur Führungskraft arbeiten Industriemeister aufgrund Ihrer hohen Qualifikation in leitenden Positionen im unteren oder mittleren Management in unterschiedlichen industriellen Betrieben. Industriemeister werden zum Beispiel in den folgenden Bereichen ausgebildet:

  • Chemie- und Lackindustrie
  • Metall- und Elektrotechnik
  • Lebensmittelindustrie
  • Fachbereich Mechatronik

Neben den fachbezogenen, internen Aufgaben im eigenen Unternehmen sind Industriemeister vor allem mit der Aus- und Weiterbildung von Lehrlingen betraut. Als Ausbilder und Industriemeister haben Absolventen der Fortbildung daher im besonderen Maße die Möglichkeit, Auszubildende fachlich, praktisch und theoretisch anzuleiten und diesen das Rüstzeug für eine eigene Karriere im Betrieb zu vermitteln.

Eine Weiterbildung zum Industriemeister kann, wie andere Qualifizierungslehrgänge für Ausbilder, in Vollzeit, Teilzeit oder auch als Fernstudium absolviert werden. An den Inhalten und Lernzielen eines geprüften Industriemeisters IHK in der Fachrichtung Metall kann man sehr gut die Schwerpunkte der späteren Tätigkeit erkennen.

Wie viel Verantwortung trägt der Industriemeister?

Im Rahmen der Fortbildung werden Industriemeister vor allem auf ihre Mittlerposition zwischen den Facharbeitern des Unternehmens und der Unternehmensleitung vorbereitet. Da die Digitalisierung und auch der Strukturwandel in vielen Industriebereichen zu einer Verkleinerung der Belegschaft und der Hierarchiestufen geführt haben, übernehmen Industriemeister viel Verantwortung im Betrieb. Sie sorgen neben ihrer Leitungsfunktion außerdem für einen reibungslosen Produktionsablauf und achten darauf, innerbetriebliche Verbesserungsmöglichkeiten zu implementieren. Durch die Tätigkeit an den Schnittstellen „Personal“ und „Produktion“ wird in der Weiterbildung zum Industriemeister vor allem Wert auf die folgenden Fachbereiche gelegt:

  • Betriebswirtschaft und Recht
  • Technik und Organisation
  • Grundlagen der Personalführung

Da die Leitung von Teams und die Tätigkeit als Führungskraft einen wesentlichen Teil der Tätigkeit eines Industriemeisters ausmacht, wird praktisches Know-how vermittelt, welches Industriemeister in die Lage versetzt, Projekte wirkungsvoll aufzubauen und zu leiten. Auch in den Bereichen soziale Kompetenz und empathisches Coaching wird darauf geachtet, das notwendige Hintergrundwissen zu vermitteln.

Vom Ausbilder zum Industriemeister

Auch wenn Ausbilder in Ihrer bisherigen Ausbildungstätigkeit bereits viele Aufgabenbereiche ausgefüllt haben und über die notwendigen Eigenschaften verfügen, ist die Weiterbildung zum Industriemeister sehr wertvoll. Sie gibt jedem Teilnehmer die Sicherheit und Kompetenz, Auszubildende und Mitarbeiter individuell anzuleiten und zu fördern und hilft zeitgleich dabei, nutzenorientierte Coachingansätze auszubauen und die Kernkompetenzen als Ausbilder zu schärfen.

Des Weiteren beschäftigt sich die Weiterbildung zum Industriemeister mit der wichtigen Frage der Digitalisierung in Industrieunternehmen. Je nach Branche und Schwerpunkt enthalten die einzelnen Seminarteile einen gründlichen Einblick in Softwareprogramme, wie zum Beispiel CAD-Software. Durch intensive Schulungsmaßnahmen entwickeln angehende Industriemeister schon während der Fortbildung interessante und innovative Ideen, die später im eigenen Unternehmen implementiert werden können.

Insgesamt befähigt die Weiterbildung zum Industriemeister Ihre Ausbilder darin, Auszubildende oder Fachkräfte im Unternehmen beruflich und kommunikativ noch wirkungsvoller zu qualifizieren. Dabei steigen die persönlichen Karrierechancen von Industriemeistern und das Gehalt erheblich. Je nach Fortbildungsanbieter oder Fernschule können Sie mit einer Lehrgangsdauer von 12-30 Monaten für die Weiterbildung zum Industriemeister rechnen. Eine Vollzeitausbildung in einem Bildungszentrum nimmt ungefähr 4 Monate Zeit in Anspruch. Die Kurskosten für eine Ausbildung zum Industriemeister liegen dabei in etwa zwischen 5.000€ – 5.500€.

Fördermöglichkeiten für die eigene Weiterbildung

Für jeden Ausbilder ist es essenziell, sich professionell und fortwährend weiterzubilden. In der Regel stellen Unternehmen die finanziellen Mittel für die stringente Aus- und Weiterbildung vollständig oder teilweise zur Verfügung. Die Übernahme von Kursgebühren kann mit individualvertraglichen Vereinbarungen verbunden sein, die sich auf die Kündigungsfrist des Ausbilders beziehen. Bei vorzeitiger Kündigung ist es oft Teil der Vertragsklausel, einen bestimmten Anteil der Kosten zurückzuzahlen.

Gleichzeitig sorgen Personaler oder die Unternehmensleitung proaktiv dafür, dass auch der erforderliche zeitliche Rahmen geschaffen wird, damit die Lerninhalte aufgenommen, verinnerlicht und weitergegeben werden können. Neben der persönlichen Weiterbildung der Ausbilder unterstützen Sie als Unternehmen so eine zielgerichtete und sehr persönliche Weiterbildung aller Auszubildenden und der Gesamtbelegschaft.

Zusätzlich zu den individuellen innerbetrieblichen Maßnahmen in Bezug auf die Übernahme von Kurskosten oder Freistellung zur Weiterbildung, gibt es weitere Fördermöglichkeiten, die die Bundesländer oder andere staatliche Institutionen zur Verfügung stellen, um die finanzielle Belastung für Seminare und Fortbildungskurse abzufedern. Vor allem die folgenden Fördermöglichkeiten können für Ausbilder und Unternehmen interessant sein:

1. Aufstiegsbafög

Mit dem sogenannten Aufstiegsbafög fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Fortbildungen öffentlicher und privater Träger, die Fachkräfte ausbilden, die sich gezielt  zum Meister, Fachwirt, Techniker oder Betriebswirt weiterqualifizieren möchten. Gefördert werden insgesamt über 700 Fortbildungsabschlüsse.

Die gesetzliche Grundlage für eine Aufstiegsfortbildung ist im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz verankert (AFBG). Unter anderem beschreibt der Gesetzestext die förderfähigen Maßnahmen, die persönlichen Voraussetzung und auch den Umfang der Förderung pro Antragsteller.

Um Aufstiegsbafög zu erhalten, müssen die folgenden zeitlichen und qualitativen Anforderungen erfüllt werden:

  • Mindestdauer: 400 Unterrichtsstunden
  • 25 Unterrichtsstunden bei einer Vollzeit-Weiterbildung pro Woche – Höchstdauer: 3 Jahre
  • 18 Unterrichtsstunden bei einer Teilzeit-Weiterbildung pro Woche – Höchstdauer: 4 Jahre
  • Fernlehrgänge benötigen eine Zertifizierung des AFBG

Bei der Beantragung und beim Erhalt von Aufstiegsbafög profitiert Ihr Mitarbeiter zum einen von Zuschüssen zur Weiterbildung, die man nicht zurückgeführen muss. Zusätzlich erhält er ein Angebot über ein zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW). Es ist möglich, Lehrgangsgebühren bis maximal 15.000 Euro durch ein Aufstiegsbafög fördern zu lassen. 40 % der Lehrgangsgebühren erhalten Teilnehmer an einer Aufstiegsfortbildung als Zuschuss, die restlichen Kosten werden durch das vergünstigte Darlehen der KFW abgedeckt. Bei einem Prüfungserfolg können Ihnen auf Antrag zudem 40% der Darlehenskosten, die zum Zeitpunkt der Prüfung noch nicht abgerufen sind, erlassen werden. Bei einer Vollzeitausbildung erhalten Teilnehmer zudem einen einkommens- und vermögensabhängigen Beitrag zu den Lebenshaltungskosten. Alle Detailinformationen und einen Online-Rechner zum Aufstiegsbafög finden Sie auf der Internetpräsenz des BMBF.

2. Bildungsprämien der Bundesländer

Verschiedene Bundesländer bieten finanzielle Fördermöglichkeiten und Bildungsprämien an, um Weiterbildung individuell zu unterstützen. Der Stadtstaat Hamburg fördert zum Beispiel mit dem „Weiterbildungsbonus Hamburg“ die Buchung diverser Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen mit einem Zuschuss von bis zu 1.500 Euro pro Jahr. Es lohnt sich für jedes Unternehmen oder für interessierte Mitarbeiter zu überprüfen, ob für einen individuellen Fortbildungswunsch ein entsprechendes Prämienprogramm des Bundeslandes verfügbar ist.

3. Bildungsurlaub

Als Bildungsurlaub bezeichnet man eine besondere Form des bezahlten Urlaubs. Dieser dient vor allem der beruflichen Qualifizierung und benennt eine weitere Möglichkeit für Unternehmen und Ausbilder, Raum für persönliche Weiterbildung zu schaffen. Da es sich beim Bildungsurlaub um bezahlte Urlaubstage handelt, die zusätzlich zum gesetzlichen Erholungsurlaub auf Antrag zu gewähren sind, erhält Ihr Mitarbeiter während der Weiterbildung die vereinbarten Gehaltszahlungen. Als Arbeitgeber erwirken Sie für jeden Tag des Bildungsurlaubes Ihres Angestellten von der jeweiligen Landesregierung eine pauschale Lohnkostenerstattung.

Jedes Bundesland hat in separaten Landesgesetzen unterschiedliche Ausprägungen in Bezug auf die Ausgestaltungsmöglichkeiten von Bildungsurlaub bestimmt. Bildungsurlaub eignet sich insbesondere für kleinere Qualifizierungsvorhaben oder spezifische Seminare oder Sprachkurse.

4. Andere Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Sollte ein Ausbilder derzeit arbeitssuchend sein und Interesse an einer gezielten Weiterqualifizierung haben, so bietet auch die Bundesagentur für Arbeit unterschiedliche Fördermöglichkeiten für Weiterbildungen an. Zudem profitieren Ausbilder, die einen Teil oder die gesamte Weiterbildung aus eigenen Mitteln bezahlen, von Steuervorteilen und der Absetzbarkeit der Kursbeiträge und möglicher Finanzierungskosten.

Wie plant man als Ausbilder die eigene Weiterbildung?

Um trotz vielfältiger, innerbetrieblicher Aufgaben als Ausbilder in Weiterbildungsangeboten zu partizipieren, benötigen Sie ein gutes Zeitmanagement und Durchsetzungsvermögen in Bezug auf Ihre persönlichen Qualifizierungsziele. Zudem ist es entscheidend, in Planungsgesprächen mit den direkten Vorgesetzten oder der Unternehmensleitung die gewünschten Weiterbildungsmaßnahmen klar anzusprechen. Da jedes Seminar und jede Maßnahme sowohl finanzielle Mittel als auch Arbeitszeit in Anspruch nehmen, ist es für Ausbilder sehr wichtig, den Mehrwert der Ausbildungsmaßnahme für das Unternehmen herauszustellen.

Durch eine nutzenorientierte Argumentation wird es Ausbildern schnell gelingen, Vorgesetzte oder die Unternehmensführung von zielführenden Maßnahmen zu überzeugen. Planen Sie als Ausbilder zudem klar, wie Sie trotz eigener Weiterbildung die betrieblichen Vorgaben in Bezug auf die Ausbildung von Auszubildenden einhalten können. Legen Sie außerdem in Feedbackgesprächen klar dar, wie Ihnen die Inhalte der Weiterbildungsmaßnahme helfen, die Aus- und Fortbildung im Gesamtunternehmen oder in Ihrem Arbeitsbereich noch weiter zu professionalisieren. Mit einer stringenten Planung und einer zielgerichteten Organisation können Ausbilder auch ihre eigenen Weiterbildungsmaßnahmen passgenau planen und damit zum Gesamterfolg des Unternehmens beitragen.

Teilnahme beim Deutschen Ausbildungsleiterkongress

Der deutsche Ausbildungsleiterkongress, der im Jahr 2019 vom 26.-27. November 2019 in Düsseldorf stattfindet, ist Deutschlands größter Fachkongress für HR- und Ausbildungsverantwortliche. Die Zielrichtung der 2-tägigen Tagung ist es, die „Ausbildung von morgen mitzugestalten“ und „Ideen und Erfahrungen“ auszutauschen. Im Kongressprogramm wird zudem das Vorhaben formuliert, dass Fachleute, Wirtschaftslenker und Prominente gemeinsam innovative Lösungsansätze für den drohenden Fachkräftemangel entwickeln können.

Ein besonderes Augenmerk legt der Kongress im Jahr 2019 auf die duale Ausbildung. Mittels interessanter Strategien und innovativer Lösungsansätze soll jeder Teilnehmer konzentrierte Impulse erhalten, die Ausbilder und Personaler dabei unterstützen, die Ausbildungsqualität im eigenen Betrieb und damit die globale Qualität der Ausbildung in Deutschland zu steigern.

Die wichtigsten Themenfelder im Jahr 2019 sind sicherlich für jeden Ausbilder oder Personaler attraktiv, da sie die Herausforderungen von Unternehmen aller Größenordnungen beschreiben:

  • Azubi-Gewinnung
  • Talentmanagement
  • Integration
  • Ausbildung der Zukunft
  • Der Ausbildungsverantwortliche im Fokus
  • Wirtschaft und Berufsschule

In über 100 Vorträgen versucht der deutsche Ausbildungsleiterkongress viele innovative Ideen, Informationen und Denkanstöße zu vermitteln, die dem eigenen Betrieb einen hohen Nutzen bringen können. Auch regionale Ausbilderkongresse, die von den örtlichen Industrie- und Handelskammern organisiert werden, oder branchenspezifische Seminare für Ausbilder können nützliche und zielführende Veranstaltungen sein, die Kommunikation fördern, den persönlichen Horizont erweitern und jeden Ausbilder dabei unterstützen, die eigene Fort- und Weiterbildung nicht zu vernachlässigen.

Zusammenfassung und Fazit zur Weiterbildung Ausbilder

Weiterbildung und lebenslanges Lernen ist eine der wichtigsten ökonomischen Herausforderungen unserer globalisierten Gesellschaft. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es für Unternehmen entscheidend, bestehende Mitarbeiter und Auszubildende fachlich und persönlich professionell weiterzubilden.

Ausbildern und Personalern kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Neben fachlichem Detailwissen benötigen Ausbilder vor allem eine hohe soziale Kompetenz und die Fähigkeit, komplizierte Informationen auch unter Einsatz von digitalen Medien einfach und verständlich darzulegen. Nur so kann man Auszubildende und die Belegschaft im Unternehmen faktenorientiert und empathisch aus- oder weitergebilden. Um als Ausbilder dabei auf dem neuesten Stand zu sein und alle fachlichen Themenbereiche kompetent abdecken zu können, benötigen auch Ausbilder regelmäßige Schulungen und Qualifizierungen.

Diese professionellen Maßnahmen zur Weiterbildung gibt es

Zudem gibt es sehr professionelle Weiterbildungsmaßnahmen, die jeden Ausbilder fachlich und persönlich nachhaltig weiterentwickeln können. So kann man eine Aus- und Fortbildung im Unternehmen verwirklichen, bei der für jeden Betriebsangehörigen ein individueller Mehrwert entsteht. Ausbilder profitieren dabei vor allem von folgenden Weiterbildungskursen.

Weiterbildung zum:

  • Aus- und Weiterbildungspädagogen oder Berufspädagogen IHK
  • Online-Trainer IHK
  • Fachwirt (kaufmännischer Bereich)
  • zum Industriemeister (gewerblich-technischer Bereich)

Zusätzlich werden weitere branchenspezifische Kurse und Seminare angeboten, die individuelle Fähigkeiten objektiv verbessern und das Wissen und die Kompetenz von Ausbildern entscheidend erhöhen. Viele dieser Aufstiegsfortbildungen werden sowohl vom Unternehmen als auch von staatlichen Institutionen umfangreich gefördert. Gleichzeitig sublimieren sich für hoch qualifizierte Ausbilder die innerbetrieblichen Karrieremöglichkeiten durch eine Erhöhung des eigenen Marktwertes erheblich.

Ausbilder sollten die eigene Weiterbildung dabei nicht dem Zufall überlassen, sondern Qualifizierungswünsche eindeutig und nutzenorientiert mit ihrem direkten Vorgesetzten oder der Unternehmensleitung erörtern. Wenn der Nutzen und Mehrwert für das Unternehmen verständlich und nachvollziehbar sind, wird auch kostenintensiven Fortbildungen gern zugestimmt. Neben der persönlichen Weiterbildung der Ausbilder durch Seminare oder Aufstiegsfortbildungen fördert der intensive Austausch mit Fachkollegen anderer Betriebe neue Ideen zutage, die zu gegebener Zeit im  eigenen Unternehmen implementiert werden können.

Nehmen Sie unbedingt am Ausbildungsleiterkongress teil

Auch eine Teilnahme am Ausbildungsleiterkongress oder regionalen Infoseminaren verdeutlichen Schnittmengen und helfen jedem Ausbilder, die eigene Leistung zu professionalisieren und sich als Führungspersönlichkeit weiterzuentwickeln.

Durch eine abgestimmte und professionelle Vorgehensweise tragen Ausbilder, Personaler und die Unternehmensleitung zur optimistischen Ausrichtung des Unternehmens bei. An der wesentlichen innerbetrieblichen Schnittstelle „Aus- und Fortbildung“ werden so junge Talente positiv und zukunftsorientiert gefördert und durch zielführende Fortbildungen weiterentwickelt. Dies sichert die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes und erhöht die Motivation der Gesamtbelegschaft. Diese relevanten und aus Sicht des Unternehmens entscheidenden Ziele erreichen Ausbilder jedoch nur durch die eigene kontinuierliche Aus- und Weiterbildung und durch ein hohes Interesse an allen Themenbereichen der Fortbildung.

Autor: Torsten Niermann

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