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Welche Führungskompetenzen Sie heute und morgen erfolgreich machen

Heute wird gute Führung daran gemessen, wie professionell Sie Ihr Team führen, wie Sie durch die digitale Transformation navigieren und die zunehmende Komplexität im Arbeitsalltag meistern. Es sind im wesentlichen fünf Parameter, die eine erfolgreiche Führungskraft ausmachen. Messen Sie sich daran.

Anne Sengpiel

12.05.2026 · 5 Min Lesezeit

Wollen Sie Ihre Führungsrolle effektiv ausfüllen, heißt das, sich auf die Parameter zu konzentrieren, die erfolgreiche Führungskräfte ausmachen. Es geht dabei nicht um Intelligenz oder fachliche Kompetenz. Vielmehr kommt es auf Ihr Verhalten, Ihr Selbstverständnis, Ihre Kompetenz, durch Veränderungsprozesse zu führen, an und – last but not least – darauf, wie Sie Menschen führen können.

Gelingt Ihnen das nicht, sind Sie keine gute Führungskraft. Denn schlechte Führung senkt die Motivation Ihrer Mitarbeitenden, erhöht die Fluktuation und bremst Innovation. Lernen Sie die fünf Erfolgsfaktoren kennen und setzen Sie sie im Führungsalltag um.

Es geht um Ihre Führungskompetenz

Sie sind zur Führungskraft geworden, weil Sie Ihr Fachgebiet beherrschen, aber das ist nicht die Grundvoraussetzung dafür, eine gute Führungskraft zu sein. Wenn Sie bereits einige Jahre Führungskraft sind, wissen Sie sicher noch, wie sich die ersten Monate angefühlt haben: Es ging nicht mehr darum, Ihre „eigentliche“ Arbeit zu machen. Das macht Ihr Team.

Ihre Aufgaben waren von einem auf den anderen Tag ganz andere, ohne dass Sie das in der Regel gelernt haben: Entscheidungen moderieren, Konflikte lösen, Motivation fördern, Strategie übersetzen.

Beispiel

Johanna Seibert ist Konstrukteurin. Aufgrund ihrer guten fachlichen Leistungen wird sie zur Leiterin eines Entwicklerteams befördert. Technisch war sie brillant, doch jetzt, wo andere ihre eigentliche Arbeit machten, wollte sie alles kontrollieren – so als hätte sie es selbst gemacht. Das Team war genervt. Innerhalb eines Jahres kündigten zwei Leistungsträger. Seibert hatte den Wechsel zur Führungskraft nicht vollzogen. Es war nicht mehr ihre Aufgabe, ihr Expertenwissen umzusetzen, sondern ein Team erfolgreicher Experten zu führen.

So setzen Sie Ihre Führungskompetenz um

  • Definieren Sie Ihre Rolle neu: Ihre wichtigste Aufgabe ist nicht mehr die eigene Leistung, sondern der Erfolg des Teams.
  • Delegieren Sie bewusst Verantwortung und Entscheidungen.
  • Investieren Sie aktiv in Ihre eigene Führungsentwicklung – Coaching, Feedback und Training sind kein Luxus, sondern Voraussetzung für gute Führung.

Es geht um Ihre Selbstreflexion

Wissen Sie, ob Ihre Selbstwahrnehmung auch dem Bild entspricht, das Ihre Mitarbeitenden von Ihnen haben? Eine der wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Führungskräfte ist Selbstwahrnehmung. Dennoch unterschätzen viele Führungskräfte ihre Wirkung auf andere.

Mitarbeitende erleben Sie als Führungskraft vielleicht als unnahbar, ungeduldig oder dominant, während Sie selbst sich als klar, zugewandt und effizient wahrnehmen. Hüten Sie sich vor diesen blinden Flecken.

Beispiel

Ferdinand Freising empfand sich als Führungskraft als pragmatisch und teamorientiert. In einer Mitarbeiterbefragung kam zutage, dass sein Team eine andere Wahrnehmung hatte. Mitarbeitende beschrieben ihren Chef als wenig zugänglich und kaum ansprechbar.

Nach dem Schock besann Freising sich. Er bemühte sich um mehr Kommunikation. So erhöhte er die Frequenz der Teamgespräche und besann sich darauf, weniger „anzusagen“ und mehr zuzuhören. Er stellte häufiger offene Fragen. Die Zusammenarbeit im Team verbesserte sich deutlich.

So setzen Sie Ihre Selbstreflexion um

  • Nutzen Sie regelmäßig Feedbackinstrumente wie Vieraugengespräche und 360-Grad-Feedback.
  • Fragen Sie Kolleginnen und Kollegen, aber auch Ihre Teammitglieder nach der Wirkung Ihres Führungsstils.
  • Planen Sie bewusst Reflexionszeiten ein, zum Beispiel nach wichtigen Meetings oder Projekten. Denn Selbstreflexion ist eine Kernkompetenz moderner Führung.
  • Nehmen Sie sich einen Punkt vor, den Sie konkret ändern wollen.

Es geht um Ihre Veränderungskompetenz

Changeprozesse oder die KI-Transformation bestimmen heute jeden Führungsalltag. Neue Technologien, veränderte Märkte und geopolitische Entwicklungen fordern Ihnen und Ihrem Team kontinuierliche Anpassung ab. Ihre Aufgabe besteht darin, angesichts der Unsicherheiten nicht den Kopf einzuziehen, sondern Veränderungen aktiv zu steuern.

Doch genau das führt häufig zu Problemen. Wesenlich besser ist es, die neuen Heruasforderugen aktiv anzugehen. Achten Sie daruf alle Teammitglieder bei diesen Prozessen mitzunehmen.

Beispiel

Chiara Pfeifer weiß, dass sie sich mit ihrem Team fit für die KI-Transformation machen muss. Noch nutzen alle KI sporadisch und wenig strategisch. Im Vergleich zu anderen Abteilungen ist Pfeifers Team schon ins Hintertreffen geraten. Erfolge bleiben aus. Das Team fühlt sich abgehängt und ist frustriert. In einem Workshop erarbeitet Pfeifer daher eine Strategie für das Team, in der sie den Sinn hinter der neuen Technologie und die Vorteile nachvollziehbar darstellt.

So steuern Sie Veränderung

  • Sagen Sie „Ja“ zu Veränderungen und kommunizieren Sie diese früh und transparent.
  • Erklären Sie den Sinn hinter neuen Strategien oder Technologien.
  • Binden Sie Mitarbeitende aktiv in Veränderungsprozesse ein.

Es geht um Vertrauen statt Kontrolle

Machen Sie nicht den Fehler, alles bis ins Kleinste bestimmen und kontrollieren zu wollen. Das zerstört mittel- und langfristig jede Motivation und Eigenverantwortung.

Stattdessen sollten Sie Ihren Mitarbeitenden vertrauen und ihnen die Möglichkeit geben, eigene Lösungen zu entwickeln.

Beispiel

Jakob Zimmermann ist IT-Projektleiter. Kundenpräsentationen seines Teams prüft er selbst. Als seine Chefin ihn darauf anspricht, beschließt er, einen Monat lang anders vorzugehen. Er wartet ab, bis sein Team sich meldet. Die Folge: Das Team arbeitet nicht nur effektiver, sondern ist auch viel zufriedener.

So bauen Sie Vertrauen auf

  • Formulieren Sie klare Ziele statt detaillierte Arbeitsanweisungen zu geben.
  • Vertrauen Sie auf die Kompetenz Ihres Teams.
  • Unterstützen Sie Mitarbeitende als Coach, nicht als Kontrolleur.

Es geht um Prioritäten

Wenn die Anforderungen steigen, ist die Priorisierung der Aufgaben das A und O, wenn Sie nicht in der Überforderung landen wollen. Das Gleiche gilt für Ihr Team.

Beispiel

Julia Engel ist engagiert und arbeitet regelmäßig über 60 Stunden pro Woche. Sie hängt sich rein und lässt sogar zu, dass ihr Chef ihr und dem Team weiter Aufgaben zuteilt. Diese Arbeitsüberlastung zehrt bereits an ihrer Gesundheit. Auch die Fehltage im Team nehmen zu. „So geht es nicht weiter“, beschließt sie und macht sich eine Prioritätenliste. Damit geht sie zu ihrem Chef: „Wenn ich das Zusatzprojekt machen soll, dann muss ich etwas anderes streichen.“ Der Chef akzeptiert die Priorisierung. Engel und ihr Team gewinnen mehr Freiraum und die Arbeitsbelastung reguliert sich.

So setzen Sie Prioritäten

  • Definieren Sie drei bis fünf zentrale Prioritäten für Ihr Team.
  • Delegieren Sie operative Entscheidungen konsequent.
  • Sorgen Sie für Aussausch im Team.

FAZIT

Gute Führung braucht die Konzentration auf wesentliche Kompetenzen: Selbstführung, Steuern von Veränderungsprozessen, Vertrauen, Prioritätensetzung und die Kompetenz, Menschen zu führen. Wenn Sie Ihr Führungshandeln an diesen Parametern ausrichten, füllen Sie Ihre Führungsrolle erfolgreich aus.

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Anne Sengpiel ist Autorin für Führungswissen und Kommunikationsexpertin. Sie verleiht Menschen Ausdruck: Unternehmenslenkern ebenso wie unbekannten Persönlichkeiten. Sie möchten den ganzen Artikel lesen, aber haben noch keinen Zugang? Testen Sie […]