Individuum & Team

Warum Sie nicht jedes Teammitglied gleich führen können

„Alle gleich behandeln“ klingt gerecht – und ist in der Führung oft genau das Gegenteil. Menschen unterscheiden sich in Erfahrung, Belastbarkeit, Motivation, Arbeitsstil und Unterstützungsbedarf. Wer jedem exakt das Gleiche gibt, ignoriert diese Unterschiede. Wer dagegen zu stark individualisiert, riskiert es, Sonderregeln aufzustellen, Neid zu entfachen und den Eindruck zu vermitteln, dass er nach Willkür handelt. Gute Führung braucht deshalb keine Gleichbehandlung, sondern nachvollziehbare Unterschiedlichkeit.

Guido Bonau

13.10.2026 · 2 Min Lesezeit

Verwechseln Sie Gleichheit nicht mit Gerechtigkeit

Zwei Mitarbeitende können die gleiche Aufgabe haben und trotzdem unterschiedliche Führung brauchen. Der eine benötigt enge Abstimmung, die andere möglichst viel Freiheit. Einer braucht klare Zwischenschritte, die andere nur ein Ziel. Wenn Sie beide identisch behandeln, bekommt mindestens einer von beiden die falsche Unterstützung. Gerechtigkeit entsteht deshalb nicht dadurch, dass jeder das Gleiche erhält, sondern dadurch, dass jeder das bekommt, was er für gute Leistung tatsächlich braucht. Kritisch wird es erst, wenn Unterschiede nicht mehr erklärbar sind. Dann wirkt individuelle Führung schnell wie Bevorzugung.

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