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Bewerten Sie Störungen neu und nutzen Sie sie als Frühwarnsystem

Schon wieder eine Nachricht im Postfach: „Haben Sie kurz Zeit?“ Eine Mitarbeiterin möchte eine Entscheidung erneut besprechen. Sie stöhnen mehr oder weniger hörbar. Ein Kollege fragt zum dritten Mal nach Feedback. Der Trainee will unbedingt an einem Meeting teilnehmen. Und die neue Mitarbeiterin möchte schon wieder mit Ihnen über ihre Entwicklungsmöglichkeiten sprechen. „Lasst mich doch endlich mal in Ruhe“, mögen Sie jetzt vielleicht denken und genau hier sollte Ihr Umdenken beginnen.

Anne Sengpiel

29.09.2026 · 6 Min Lesezeit

Anfragen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind oft mehr als eine Störung oder Unterbrechung Ihres Arbeitstags als Führungskraft. Hinter dem Wunsch nach Unterstützung, Beteiligung oder Rückmeldung kann jeweils ein grundlegendes menschliches Bedürfnis stehen. Und Ihre eigene Irritation? Auch sie liefert Ihnen wichtige Hinweise über sich selbst. Wollen Sie künftig Störungen neu bewerten, beherzigen Sie die oberste Regel, bevor Sie eine Antwort geben: Urteilen Sie nicht zu schnell.

Nutzen Sie Störungen als Frühwarnsystem

Als Führungskraft stehen Sie meist unter hohem Zeit- und Arbeitsdruck – vor allem, wenn Sie in der mittleren Ebene führen. Da liegt es nahe, dass Sie vermeintliche Störungen schnell aus der Welt schaffen möchten. Deshalb schleichen sich ganz automatisch Bewertungsmuster ein:

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