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Weihnachtsgeschenke für Arbeitnehmer: Das sollten Sie beachten

©Ramona Heim/stock.adobe.com
Weihnachtsgeschenke

Weihnachten nehmen viele Arbeitgeber zum Anlass, sich bei ihren Mitarbeitern mit einem kleinen Weihnachtsgeschenk für ihr Engagement und ihre Leistung in den vergangenen Monaten zu bedanken. Das steigert die Motivation und verbessert das Unternehmensimage. Doch was sollte man seinen Mitarbeitern schenken? Wie teuer dürfen Weihnachtsgeschenke sein, damit es nicht auch das Finanzamt beschenkt? Und was gibt es sonst noch zu beachten? Wir geben Tipps!

Zeichen der Wertschätzung und Motivationsfaktor

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Das gilt nicht nur im Privaten, sondern natürlich auch im Berufs- und Geschäftsleben. Mitarbeiter freuen sich ganz besonders über ein Präsent zu Weihnachten. Ein Weihnachtsgeschenk vom Chef gilt als besondere Anerkennung. Schließlich handelt es sich um eine freiwillige Leistung, auf die freilich kein Angestellter Anspruch hat.

Manchmal sind es eben die Kleinigkeiten, die dafür sorgen, dass Mitarbeiter sich respektiert und wertgeschätzt fühlen. Somit leisten kleine Zuwendungen einen Beitrag zum Betriebsklima und zur Mitarbeiterbindung. Nicht zu vergessen ist der Imagegewinn, der nicht nur beim Beschenkten wirkt. Immerhin erzählen Mitarbeiter im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis gern, wenn der Chef ihnen ein tolles Geschenk gemacht hat.

Doch worüber freuen sich Mitarbeiter? Klar, Pralinen oder Wein nimmt jeder gern entgegen. Wirklich in Erinnerung bleibt man mit solch beliebigen Geschenken – die vor Weihnachten zuhauf den Besitzer wechseln – aber nicht wirklich. Wie im Privaten gilt auch hier: Persönliche Geschenke kommen besser an als unpersönliche. Als Arbeitgeber ist das aber gar nicht so einfach. Schenkt man jedem Mitarbeiter etwas individuelles, kann schnell Neid und Missgunst in der Belegschaft aufkommen. Außerdem muss stets eine professionelle Distanz gewahrt werden. Zu persönlich darf es also auch nicht werden.

Drei Viertel wünschen sich Geld oder Gutscheine

Fragt man die Arbeitnehmer selbst, wünschen sich 75 Prozent Geld oder Gutscheine vom Arbeitgeber. Das hat eine Umfrage des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Toluna unter insgesamt 538 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ergeben. Rund 40 Prozent der Arbeitgeber kommen diesem Wunsch nach.

Eine Alternative ist es, ein gemeinsames Erlebnis zu verschenken. So stärken Sie gleichzeitig auch das Zusammengehörigkeitsgefühl Ihrer Belegschaft. Denkbar ist zum Beispiel ein gemeinsamer Konzert- oder Musicalbesuch. Dabei ist darauf zu achten, dass eine Veranstaltung gewählt wird, die möglichst alle Beschenkten begeistert. Der Vorteil: Solch gemeinsame Erlebnisse bieten Gesprächsstoff und bleiben länger im Gedächtnis.

Damit ein Weihnachtsgeschenk tatsächlich gut ankommt und nicht für schlechte Stimmung sorgt, gilt es nicht nur bei der Auswahl ein glückliches Händchen zu beweisen, sondern auch einige rechtliche Besonderheiten zu beachten. Denn grundsätzlich gehören Geschenke vom Arbeitgeber zum Lohn oder Gehalt und müssen somit versteuert werden.

Sachzuwendungen bis 44 Euro pro Monat abgabenfrei

Das Einkommensteuergesetz (EStG) sieht in § 8 Abs. 2 Satz 11 jedoch eine Ausnahme vor, die es Ihnen deutlich leichter macht, Mitarbeiter zu beschenken. Demnach sind nämlich Sachzuwendungen im Wert von maximal 44 Euro pro Mitarbeiter und Monat steuer- und sozialversicherungsfrei.

Wichtig: Es zählt der Wert des Geschenkes, nicht der Preis. Das heißt, wenn Sie die Präsente aufgrund von persönlichen Beziehungen oder aus anderen Gründen besonders günstig einkaufen, kann es trotz vorliegender Rechnung sein, dass ihr Wert überschritten wird und das Geschenk abgabepflichtig wird. Das Finanzamt kann den Wert schätzen, wenn dieser ihm zu niedrig erscheinen sollte. Dieser Hinweis ist vor allem auch dann relevant, wenn es sich um selbst hergestellte Präsente handelt. Die Rechtsauffassung dabei ist relativ streng. Der Bundesfinanzhof hat beispielsweise entschieden, dass bei nach Hause gelieferten Geschenken die Zustellungskosten ebenfalls in die Berechnung des geldwerten Vorteils einfließen müssen, da es sich um eine Zusatzleistung handelt (AZ: VI R 32/16). Nutzen Sie im Zweifel nicht die gesamte Freigrenze aus, sondern lassen Sie einen Puffer.


Viele Arbeitnehmer nutzen diese Freigrenze für zusätzliche Incentives wie Tankkarten. Da es keine Sonderregelung für Weihnachtsgeschenke gibt, ist das die einzige Möglichkeit, sie für beide Seiten abgabenfrei zu verschenken. Dabei ist zu beachten, dass es sich nur um
Sachzuwendungen, nicht aber um Bargeld handeln darf. Der Blumenstrauß oder das Parfüm sind dabei genauso erlaubt wie Gutscheine mit aufgedrucktem Wert. Eine Auszahlung des Gutscheins darf jedoch nicht möglich sein.

Hinweis: Auch Geld kann eine Sachzuwendung sein, wenn dieses für einen bestimmten Zweck vorgesehen ist und der Mitarbeiter nicht frei entscheiden kann, wofür er es ausgibt. So können Sie Ihren Mitarbeitern zum Beispiel 40 Euro für einen Blumenstrauß geben, damit diese sich (am besten bei einem bestimmten Floristen) einen Strauß für genau diesen Wert mit den Lieblingsblumen und Lieblingsfarben zusammenstellen lassen können. Sie sind allerdings in der Pflicht sicherzustellen, dass das Geld nicht für andere Zwecke eingesetzt wird.


Bei Übersteigen der Freigrenze muss komplett versteuert werden

Die Freigrenze von 44 Euro gilt für alle Zuwendungen innerhalb eines Monats, nicht pro Geschenk. Seien Sie also vorsichtig, wenn Sie Ihren Mitarbeitern ohnehin schon monatliche Geschenke machen. Das Weihnachtsgeschenk ist eine Zuwendung wie jede andere auch.

Beachten Sie zudem, dass eine Freigrenze kein Freibetrag ist. Das bedeutet: Kostet das Geschenk auch nur einen Cent mehr, muss nicht die Differenz zur Freigrenze, sondern der gesamte Wert versteuert werden. Bei einem Freibetrag hingegen nur der Teil, der darüber liegt.

Tipp: Möchten Sie die monatliche Regelzuwendung im Dezember nicht streichen, Ihren Mitarbeitern aber dennoch ein Geschenk machen, kann die Freigrenze bewahrt werden, wenn der Mitarbeiter eine Zuzahlung leistet. Das gilt auch, wenn Sie ihm ein Geschenk machen wollen, das wertvoller als 44 Euro ist. Dieses Vorgehen sollte mit dem Personal aber im Vorfeld abgesprochen werden und jeder muss zustimmen.

Pauschale Versteuerung von Weihnachtsgeschenken

Erhalten Ihre Mitarbeiter im Dezember bereits Sachzuwendungen, können Sie die Versteuerung des Weihnachtsgeschenks übernehmen, damit es auch wirklich ein Geschenk ist. Der Gesetzgeber ermöglicht gemäß § 37b EStG die Pauschalierung der Einkommensteuer bei Sachzuwendungen. Demnach zahlen Sie pauschal 30 Prozent Steuern und Sozialabgaben. Die Zuwendungen dürfen die Obergrenze von 10.000 Euro pro Jahr und Mitarbeiter nicht überschreiten.

Hinweis: Weihnachtsgeschenke für Mitarbeiter dürfen selbstverständlich als Betriebsausgaben geltend gemacht werden und schmälern somit die Steuerschuld. Der Bundesfinanzhof hat mit einem Urteil zudem indirekt bestätigt, dass auch die Pauschalsteuer für Sachzuwendungen als Betriebsausgabe absetzbar ist. Das gilt jedoch nur für Geschenke an Mitarbeiter, nicht etwa an Geschäftspartner, um die es in dem Urteil des Bundesfinanzhofs ging (AZ: IV R 13/14).


Für Aufmerksamkeiten im Rahmen von persönlichen Anlässen hat der Gesetzgeber sogar eine Freigrenze in Höhe von 60 Euro festgelegt. Allerdings zählt Weihnachten nicht zu einem persönlichen Anlass, weshalb diese Freigrenze nicht für Weihnachtsgeschenke genutzt werden kann. Diese Rechtsauffassung hat das Finanzgericht Hessen erst kürzlich bestätigt (AZ: 4 K 1408/17). Persönliche Anlässe sind zum Beispiel

  • Geburtstag,
  • Trauung,
  • Geburt eines Kindes,
  • Beförderung,
  • Beförderung
  • oder ein Beschäftigungsjubiläum.

Weihnachtsgeschenke über Freigrenze für Weihnachtsfeier abrechnen

Eine Alternative jedoch ist es, Weihnachtsgeschenke im Rahmen einer Betriebsveranstaltung – naheliegender Weise der Weihnachtsfeier – zu verteilen. Auf diese Weise können Geschenke in den Freibetrag für Betriebsveranstaltungen einbezogen werden, der gemäß § 19 Abs. 1b Satz 3 EStG 110 Euro umfasst. Dafür muss aber ein konkreter Zusammenhang zwischen Betriebsveranstaltung und Geschenk bestehen. Der Wert des Geschenks sollte dabei 60 Euro nicht überschreiten. Wichtig ist, die Geschenke wirklich erst auf der Weihnachtsfeier zu verteilt und nicht davor oder danach.

Fazit zu Weihnachtsgeschenke für Arbeitnehmer

Sie sehen: Es gibt nicht nur gute Gründe, warum man Mitarbeiter mit einem kleinen Weihnachtspräsent überraschen sollte, sondern auch verschiedene Möglichkeiten der steuerlichen Handhabung. Achten Sie darauf, dass beim Thema Weihnachtsgeschenke eine Gleichbehandlung herrscht und niemand auf den Kollegen neidisch sein kann. Vermeiden Sie es, dass der Mitarbeiter Abgaben oder Zuzahlungen für ein Geschenk leisten muss. Das hinterlässt meist einen schalen Beigeschmack und verursacht Unmut.

Autor: Matthias Koprek

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