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Erfolgreiches Vorstellungsgespräch – so wählen Sie neue Mitarbeiter aus

© Robert Kneschke/Fotolia
Vorstellungsgespräch erfolgreich führen

Bei einem Vorstellungsgespräch sollten einige Dinge beachtet werden, damit sich sowohl die Durchführenden als auch die Bewerber wohlfühlen. Beide Seiten haben ein besseres Gefühl, wenn das Gespräch auf einer lockeren Ebene verläuft und der Ablauf einem Small Talk gleicht.

Welche Fragen bieten sich an?

Bei Vorstellungsgesprächsfragen sollte es sich um eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Sparten handeln, die die Führungskraft über

  • den Charakter,
  • die Einstellung,
  • die Ziele und Visionen des Bewerbers informiert.

Dabei können vor allem lockere Fragen zum Beispiel nach etwas Verrücktem, das man einmal erlebt hat, die Situation gezielt auflockern, wenn die Gesprächsleitung eine gewisse Anspannung spürt.

Auch wenn das Vorstellungsgespräch Schwächen und Stärken des Bewerbers herausstellen soll und so seine Eignung für das Unternehmen festgestellt werden kann, sollten die Fragen ihn nicht in die Enge treiben.

Empfehlung: Lösen Sie Stressfragen nach kurzer Zeit auf – schließlich soll sich der Bewerber direkt wohlfühlen und nach dem Gespräch noch Lust haben, in dem Unternehmen anzufangen. Um ihm die Möglichkeit zu geben, auch seine positiven Seiten herauszustellen, sollten im Vorstellungsgespräch Stärken erfragt werden, wenn auch über die Schwächen geredet wurde.

Vorbereitung ist alles

Die Vorbereitung ist im Vorstellungsgespräch das A und O. Die schriftliche Bewerbung des Kandidaten liegt in der Regel der Führungskraft und dem Personaler vor und ist ihnen auch beim Gespräch immer zur Hand. Die Fragen kann die Führungskraft im Vorstellungsgespräch daher passend auswählen.

Achtung: Gehaltsverhandlungen haben in einem Vorstellungsgespräch eigentlich nichts zu suchen.

 

In der Regel informieren die Bewerber bereits im Rahmen ihrer Bewerbung den Arbeitgeber über die Gehaltsvorstellungen, sodass dieser sich darauf einstellen und die Kandidaten entsprechend auswählen kann.

Auch die Absage eines Gespräches gehört sich in der Regel nicht. Sollte schon ein passender Kandidat gefunden worden sein, ist es zwar nur fair, den anderen Bewerbern abzusagen. Doch eine kurzfristige Absage kann den Kandidaten verunsichern und entmutigen. Deshalb sollte man ein Vorstellungsgespräch nicht absagen, sondern jedem Bewerber die gleiche Chance geben und vermitteln, dass er realistische Chancen auf die Stelle hat. Sofern die Kandidaten ein Vorstellungsgespräch absagen, ist das ein Grund, sie nicht einzustellen. Offenbar ist ihnen der Job nicht wichtig genug – es zeigt ihre Einstellung und Motivation.

Fragenkatalog

Einen Fragenkatalog für Bewerbungsgespräche findet man in der Regel bei der Suche im Internet sehr schnell. Außerdem haben wir einige nützliche Fragen bereits in unserem Artikel „Vorstellungsgespräch Fragen – wertvolle Tipps zum Kennenlernen neuer Mitarbeiter“ vorgestellt, mit denen Führungskräfte gut und in kurzer Zeit Bewerber und Bewerberinnen auswählen können.

Um ein gutes Vorstellungsgespräch zu führen, können Führungskräfte eine Checkliste mit Bewerberfragen vorbereiten. Diese Sie können Sie hier als PDF direkt herunterladen. Sie ist direkt zu nutzen und zudem können Sie die Antworten des Bewerbers rechtsseitig direkt notieren.

Die wichtigsten Tipps für ein gelungenes Vorstellungsgespräch haben wir hier zusammengefasst:

1: Eine gute Vorbereitung ist alles

Deshalb sollten sich Führungskräfte vor jedem Vorstellungsgespräch noch einmal die Bewerbung des Kandidaten ansehen, um ihn möglichst genau kennenzulernen. Außerdem können durch Kenntnis von Lebenslauf und Co. gezielte Fragen gestellt werden

2: Den Kandidaten nicht in die Enge treiben

Unangenehme Fragen sollten im Rahmen eines ersten Vorstellungsgespräches möglichst vermieden werden. Diese bringen den Kandidaten womöglich in eine peinliche Situation. Einige diskrete Fragen sind sogar per Gesetz verboten und müssen vom potenziellen Arbeitnehmer nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden. Sollten Führungskräfte dennoch eine unangenehme Frage stellen, ist es wichtig, den Bewerber schnell aus der Stresssituation zu erlösen und eine lockere Frage folgen zu lassen.

Fragen im Bewerbungsgespräch, die Seitens des Arbeitgebers verboten sind:
Fragen zu / zur / zum … Beispiel …
Familienplanung
  • Familienstand
  • Neigungen sexueller Hinsicht
  • Schwangerschaft
  • Kinderwunsch
  • Arbeitsplatz des Partners
  • Familienumfeld
Gesundheit
  • Gesundheitszustand (aktuell, Vergangenheit, Behinderung
  • Erkrankungen im Familienumfeld
Private Ansichtsweisen
  • Religion und CO.
  • Parteizugehörigkeit
  • Zugehörigkeit einer Gewerkschaft
Privatleben
  • Umgang mit den Finanzen
  • Schulden
  • Vermögensverhältnisse im Familienumfeld
  • Vorstrafen, Straftaten, Gefängnisaufenthalt

 

3: Stärken und Schwächen erfragen

Um dem Kandidaten die Möglichkeit zu geben, sich ganzheitlich zu präsentieren, sollten sie sowohl nach Stärken als auch nach Schwächen gefragt werden. Die Frage nach den Stärken sollte auf die Frage nach den Schwächen folgen, um beim Bewerber wieder ein gutes Gefühl einzustellen.

4: Checklisten erstellen

Bereiten Sie die Vorstellungsgespräche und die entsprechenden Fragen mit einer Checkliste optimal vor. So passen Sie diese individuell auf den Kandidaten an. Auf diese Weise können sich die Führungskräfte in kurzer Zeit gut auf das Gespräch vorbereiten. Benutzen Sie insbesondere dann eine Checkliste, wenn mehrere Gespräche an einem Tag anstehen. Damit bringen Sie die Kandidaten nicht durcheinander.

5: Eine entspannte Atmosphäre schaffen

Allen geht es besser, wenn das Gespräch in einer lockeren Umgebung stattfindet. Es sollte keine Verhörsituation entstehen, in der sich der Bewerber ausgefragt und in die Ecke gedrängt fühlt. Stattdessen sollte auch die Führungskraft etwas erzählen und eine Small-Talk-Situation entstehen lassen. Ein paar Kekse auf dem Tisch und ein Getränk am Platz führen zu einer entspannten Situation unter beiden Parteien.

6: Gespräch auf Augenhöhe

Auch wenn Führungskräfte sich natürlich in einer höheren Position befinden, sind sie auch nur Menschen. Das sollte ihnen bei der Durchführung eines Vorstellungsgespräches stets bewusst sein. Behandeln Sie den Bewerber respektvoll und höflich, schließlich erwarten Sie das auch von ihm.

Tipp: Nur wenn das Gespräch auf Augenhöhe verläuft, haben beide Parteien danach noch das Bedürfnis, miteinander zu arbeiten.

7: Clevere Fragen stellen

Benutzen Sie nicht direkt gestellte Fragen. Fragen Sie beispielsweise nach einem speziellen Erlebnis mit schlechten Erfahrungen. Direkt nach den Schwächen des Kandidaten zu fragen empfiehlt es sich eher nicht. So kann man den Bewerbertyp erkennen. Es zeigt sich, wie er auf bestimmte Situationen reagiert und wie er mit Konflikten umgehen kann. Eine Frage beantwortet also gleich mehrere – und spart dadurch eine Menge Zeit.

8: Fragen verraten viel über den Chef

Bei all der Fragerei sollte man eins immer bedenken: Die Art der Fragen geben Aufschluss über den Charakter und die Einstellung der Führungskraft. Das bedeutet, dass auch diese sich in einem Gespräch teilweise „entblößt“. Als Personaler sollte man sich daher vorher genau überlegen, wie und welche Fragen man stellen möchte.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

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