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Aus Führen wird Leadership – Verhalten von Führungskräften im Wandel

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Leadership

Wenn wir an Führungspositionen denken, haben viele von uns bereits ein gewisses Klischee vor Augen. Ein Chef ist extrovertiert, selbstsicher und gibt seinen Mitarbeitern klare Anweisungen. Auf viele Führungskräfte mag diese Beschreibung auch genau zutreffen. Nichtsdestotrotz, wandeln sich die Anforderungen an das Führungspersonal. Anstelle des klassischen Managements tendiert die Entwicklung mehr und mehr in Richtung vom sogenannten Leadership.

Dieser Artikel wird Sie darüber aufklären, was Leadership genau bedeutet, was Sie tun müssen, um selbst ein Leader zu werden und welche Vor- und Nachteile dies mit sich führen kann.

    Was bedeutet Leadership?

    Steve Jobs, Mark Zuckerberg und Elon Musk haben es vorgemacht. Ein Leader ist mehr als nur ein „Chef“. Die Anforderungen an ein effektives Leadership gehen über das klassische Prinzip des Führens und Folgens hinaus. Gutes Leadership ermöglicht es, das volle Potential Ihrer Mitarbeiter auszuschöpfen, ohne diese zu überlasten.

    Das Gegenteil ist sogar der Fall: Leadership erhöht nicht nur die Produktivität und Innovation Ihrer Belegschaft, es erhöht auch die allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit. Wie funktioniert das? Als erstes schauen wir uns dafür einmal den Unterschied von einer traditionellen Führungskraft zu einem sogenannten Leader an:

    Eine traditionelle Führungskraft wird meist als nüchterner, analytischer und bedachter Verwalter gesehen. Sie kümmert sich um die Kontrolle, die Organisation und Planung der alltäglichen Abläufe. Sie setzt in der Regel auf bewährte Vorgehensweisen und ist eher weniger daran interessiert Risiken einzugehen, die nicht eingegangen werden müssen.

    Ein Leader hingegen, zeichnet sich durch die Überzeugung für seine Unternehmensvision aus. Er kann seine Mitarbeiter motivieren, inspirieren und mobilisieren. Sein Anspruch ist es, die zukünftige Entwicklung des Unternehmens aktiv zu gestalten. Im besten Fall werden Mitarbeiter in diesem Szenario zu Followern, da sie sich emotional mit den Vorstellungen und Ideen des Leaders identifizieren können.

    Wie aber geht dies genau von statten? Die intrinsische Motivation der Mitarbeiter ist im Falle des Leaderships eine andere. Während sie beim Führen und Folgen auf Zwang besteht: „du folgst mir, weil ich es sage.“, beruht sie beim Leadership auf Vertrauen, Fachwissen und Überzeugung – und nicht auf Autorität: „Ich folge dir, weil du in diesem Projekt, bei dieser Fragestellung, mit deiner Idee voraus bist und deshalb unterstütze ich dich und bringe mich damit selbst einen Schritt weiter und lerne dazu.“

    Vor- und Nachteile von Leadership

    In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie vielseitig sich die Vorteile eines professionellen Leadership auf ein Unternehmen auswirken können.

    ✓ Leadership spart Kosten ein

    Stellenwechsel kosten Geld. Gutes Leadership die verbessert Identifikation des Mitarbeiters mit dem Unternehmen, dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit Mitarbeiter zu verlieren. Dies entlastet nicht nur die Personalabteilung, sondern sorgt auch dafür, dass essentielles Know-How in der Firma bewahrt bleibt.

    ✓ Erhöhte Mitarbeitermotivation

    Mitarbeiter erfahren durch die Implementierung einer Leadership orientierten Führung eine höhere Wertschätzung ihrer Arbeit. Im Gegensatz zum Prinzip des Führens und Folgens, führen sie nicht einfach nur ihre Arbeit auf Anweisung aus. So kann man beispielsweise die Bereitschaft, Verbesserungsvorschläge zu präsentieren steigern.

    ✓ Innovationssteigerung

    Nur durch ein effektives Leadership wird die potentielle kollektive Intelligenz Ihres Unternehmens, Ihres Projektes oder Ihrer Abteilung zur Geltung gebracht. Kreative Ideen und Lösungsansätze kann man am besten durch transdisziplinäre Herangehensweisen lösen. Unmotivierte oder geradezu frustrierte Mitarbeiter sehen darin keinen Vorteil, über die von ihnen vorgeschriebenen Aufgaben hinaus Arbeit zu leisten.

    ✗ Personelle Abhängigkeit

    Eine Abteilung oder eine Firma, dessen Organisation und Moral einzig und allein auf der Hingabe und der Ausstrahlung ihres Leaders beruht geht ein Risiko ein. Auch ein hingebungsvoller Leader kann seinen Beruf eines Tages, aus welchem Grund auch immer, an den Nagel hängen. Die Gefahr, dass eine Abteilung oder ein Unternehmen lediglich auf der Ausstrahlung einer einzigen Person funktioniert, ist ein Risiko.

    ✗ Potentielle Verunsicherung

    Wie sich herausstellt, sind gerade ältere Mitarbeiter häufig von einer plötzlichen Umstrukturierung überfordert, die der Wechsel zu einem nach dem Leadership-Modell geführten Organisation bedeuten kann. Aufgrund meist langjähriger Gewöhnung an eher autoritäre Unternehmensstrukturen können sie – aber auch andere Mitarbeiter – verunsichert werden.

    Was muss ich tun um ein Leader zu werden?

    Ein Leader zu werden ist keine Angelegenheit die man von einem auf den anderen Tag durch das Abhaken einer To-Do Liste erledigen kann. Leadership verlangt Hingebung und weitere persönliche Eigenschaften, die nicht einfach erlernt werden können. Wer jedoch wirklich hinter seinem Projekt, seinen Mitarbeitern und dessen Konzept steht, hat gute Chancen einen erfolgreichen Transformationsprozess abzuschließen. Diese Auswahl an Soft-Skills sind eine Mindestvoraussetzungen für einen erfolgreichen Leader:

    1. Kontinuierliche Innovation

    Stagnation bedeutet in einer sich immer schneller wandelnden Unternehmenswelt einen Rückschritt. Ein Leader muss sich dieser Tatsache bewusst sein und dementsprechend Handeln. Kontinuierliche Innovation und Verbesserung, nicht nur der Arbeitsabläufe, müssen auf der Tagesordnung stehen. Die oben genannte kollektive Intelligenz ist eine Grundvoraussetzung für kontinuierliche Innovation.

    2. Empathie

    Empathie ist eine grundlegende Voraussetzung um die Grundbedürfnisse der Mitarbeiter zu verstehen, darüber hinaus benötigt man sie um zu beeinflussen und zu überzeugen. Zwei grundlegende Fähigkeiten, die man braucht um ein Unternehmen oder eine Abteilung zu führen. Wer nicht weiß, woran er bei seinem Gegenüber ist, der kann nicht im Sinne des Mitarbeiters führen.

    3. Hingabe

    Der Leader muss mehr als jeder andere Hingabe für sein Unternehmen beweisen. Er ist derjenige, auf den sich die Belegschaft in jeder Situation verlassen können muss. Er oder sie ist das offene Ohr der Belegschaft und sollte metaphorisch ausgedrückt, der Erste sein, der kommt und der Letzte sein, der geht.

    4. Verantwortungsbewusstsein

    Innovation birgt Risiken und diese müssen getragen werden. Niemand ist unfehlbar. Ein Leader muss auch bei Fehlentscheidungen die Verantwortung tragen und darf diese nicht auf Andere abwälzen.

    5. Vision

    Ein Leader braucht eine Vision. Er muss eine genaue Vorstellung davon haben, wo sich das Unternehmen oder sein Team in den nächsten fünf, zehn und zwanzig Jahren befindet. Für diese Vision muss er unabhängig von seiner eigenen Profilierung brennen und andere davon begeistern können. Vision entsteht aus Kreativität und aus der Fähigkeit abstrakt zu denken.

    Fazit – Warum Leadership so wichtig ist

    Neben der allgemeinen Verbesserung der Arbeitsverhältnisse ist die Effektivitätssteigerung eines durch Leadership geführten Unternehmens unweigerlich vorhanden. Vor allem die großen Tech-Unternehmen, wie Apple, Google und Windows machen es vor. Nichtsdestotrotz kann es sein, dass zumindest die Transitionsphase bei Teilen der Belegschaft zu gespürter Überforderung führt.

    Während jüngere Arbeitnehmer-Generationen von durch Leadership organisierten Unternehmen oder Abteilungen geradezu angezogen werden, verlieren ältere Mitarbeiter ein Stück der Struktur, die über Jahre einen Teil ihres beruflichen Lebens geprägt hat. Die Lösung lautet in jedem Fall: Kommunikation. Wer die Transitionsphase Schritt für Schritt angeht, kann effektive Veränderungen herbeiführen, ohne die Verunsicherung jahrelanger Mitarbeiter zu riskieren.

    Autor: Redaktion Personalwissen

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