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Training on the Job – Vorteile, Methode, Beispiele

© Zsolt Nyulaszi/Fotolia
Training on the job

Praxisfernes, theoretisches Wissen lässt sich nicht immer einfach im beruflichen Alltag umsetzen. Learning by doing, also Training on the Job hingegen ist eine Maßnahme, die Wissen direkt vor Ort vermittelt und den Lernfaktor in der Praxis im Vordergrund betrachtet.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, warum sich Training on the Job lohnt, für wen es sich eignet und wie Sie die richtige Methode für Vorteile im Unternehmen einsetzen können. Von der Ausbildung bis hin zum langjährigen Mitarbeiter ist leaning by doing geeignet und dem rein theoretischen Vermitteln von Wissen vorzuziehen.

    Definition – Training on the Job

    Der Begriff „Training on the Job“ verrät bereits, auf welcher Basis das Training funktioniert. Es geht darum, die Theorie gezielt mit der Praxis zu verbinden und die Wissensvermittlung durch Handlung am Arbeitsplatz durchzuführen.

    Während Theorie grau und praxisfern ist, erweist sich das Training on the Job als hilfreiche Methode, um Erlerntes direkt in der Anwendung zu vertiefen und die vermittelten Prozesse umsetzen zu können. Jedes Training ist in der Praxis mit einem gezielten Feedback und der Kontrolle verbunden.

    Tipp: Auf dieser Basis können Sie ausschließen, dass Ihre Mitarbeiter zwar „wissen“, aber nicht oder nur teilweise „können“. Durch Training on the Job senken Sie Fehlerrisiken in der Firma nachhaltig und schulen Mitarbeiter in der Praxis für die Praxis.

     

    Training on the Job Vorteile – Warum sich learning by doing lohnt

    Es ist in allen Lebensbereichen und nicht nur im Business so- was man selbst tut, bleibt im Gedächtnis. Begeht man selbst Fehler, lernt man daraus. Diese Möglichkeiten sind bei reiner Theorie nicht gegeben, da die praktische Umsetzung fehlt und zum Beispiel ein erlernter Ablauf nur theoretisch im Hirn verankert ist.

    Mit learning by doing kann man direkt im Lernprozess eingreifen, eine fehlerhafte Handlung in die richtige Richtung lenken und so ausschließen, dass Aufgaben nur teilweise oder falsch verstanden werden.

    Der Mitarbeiter erhält höhere Verantwortung, was sich wiederum positiv auf seine Persönlichkeitsentwicklung und sein Selbstvertrauen, sowie auf die Firmenzugehörigkeit und den Teamgedanken auswirkt.

    Verschiedene Trainingsmethoden im Überblick

    In vielen Unternehmen werden Auszubildende nach Training on the Job-Methoden ausgebildet. Durch das Arbeiten in anderen Bereichen werden so über einen längeren Zeitraum diverse Kompetenzen vermittelt. Im festen Berufsalltag lassen sich die Wissensvermittlung durch folgende Trainingsmethoden umsetzen:

    Arbeitsplatzwechsel: Durch einen Arbeitsplatzwechsel für eine bestimmte Zeit erhält der Mitarbeiter Einblicke in eine anderes, vorzugsweise für Ihn relevantes Aufgabenfeld.

    Job Rotation: Die Job Rotation ist eine abgewandelte Form des Arbeitsplatzwechsels. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass die Job Rotation oftmals ein fest in die Unternehmenskultur integriertes System ist. Hierbei ist vorgesehen, dass Mitarbeiter in Intervallen einen anderen Arbeitsplatz besetzen und so alle relevanten Abläufe im Unternehmen kennenlernen.

    Shadowing: Shadowing bezeichnet eigentlich das „über die Schulter gucken“ bei einem anderen Mitarbeiter. Dieses Prinzip kann jedoch ausgeweitet werden, indem der Mitarbeiter nach einer gewissen Zeit selbst die zu erledigenden Aufgaben übernimmt.

    Training on the Job Projektgruppen: Dieses System eignet sich vor allem für die Einführung von Training on the Job. Hier können mehrere Mitarbeiter zeitgleich in einer Abteilung neue Kompetenzen erlangen. Nach einer Einführung durch einen erfahrenen Mitarbeiter, üben die Teilnehmer die verschiedenen Aufgaben in der Abteilung aus.

    Allgemein verfolgen alle Trainingsmethoden dasselbe Zeil: Durch den Arbeitsplatzwechsel und die neuen Aufgaben wird dem Mitarbeiter mehr Verantwortung abverlangt. In Kombination mit der Wissensvermittlung durch erfahrene Kollegen bildet sich so ein nachhaltiger Kompetenzzuwachs.

    Hinweis: Beginnen Sie langsam und bedenken, dass Sie Ihre Mitarbeiter nicht überfordern sollten. Neue Aufgaben und mehr Verantwortung sind gut, sofern sich der Teilnehmer gefordert, aber nicht überfordert fühlt. Im direkten Gespräch mit Ihrer Belegschaft können Sie Kompetenzen ermitteln und erfahren, wer mit welcher Aufgabe gut betraut ist und sich in seinen Fähigkeiten weiterbilden kann.

     

    Für wen eignet sich learning by doing und welche Vorteile erhält das Unternehmen?

    Durch die Bandbreite an Trainingsmöglichkeiten und Varianten eignet sich das Training on the Job für alle Mitarbeiter. Als Unternehmer profitiert man durch Vorteile, die sich aus dem breit gefächerten Wissens- und Kenntnisspektrum im stetigen learning by doing ergeben.

    Je mehr Kompetenzen ein einzelner Mitarbeiter erlernt, desto besser kann er sich im Unternehmen verwirklichen. Zusätzlich wird er sich insgesamt wohler an seinem Arbeitsplatz fühlen. Training on the Job ist eine Win-Win Situation, die Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen Vorteile bringt.

    Tipp: Stellen Sie kleine Projektgruppen zusammen und probieren es aus. Um Training on the Job zu praktizieren, teilen Sie neue Aufgaben zu, bieten abteilungsübergreifende Workshops an und erstellen Projekte, die für den einzelnen Mitarbeiter bereichsfremd oder verantwortungserweiternd sind.

     

    Training on the Job in der Ausbildung

    Das duale Bildungssystem trennt strikt Theorie und Praxis. Ist ein Azubi in der Berufsschule hervorragend, muss er diese Leistung noch lange nicht in der Praxis erbringen. Durch die Übertragung verantwortungsvoller Aufgaben wird er Azubi im Unternehmen einbezogen und erhält die Chance, sein erlerntes Wissen in der Praxis zu vertiefen und Denk- oder Umsetzungsfehler zu vermeiden.

    Tipp: Bei Azubis sollte das Training on the Job mit einem erfahrenen Mitarbeiter durchgeführt werden. Die Verantwortungssteigerung erhöht sich nach Lehrjahr, so dass Azubis im zweiten und dritten Ausbildungsjahr auch allein arbeiten und die von Ihnen übertragenen Aufgaben mit anschließender Kontrolle durch learning by doing übernehmen können.

     

    Job Rotation – eine innovative Methode

    Job Rotation steht für einen Arbeitsplatzringtausch, durch den jeder Mitarbeiter alle Abteilungen des Unternehmens durchläuft und es in ihrer Funktion vollständig kennenlernt. Langeweile, Unterforderung und stupides Arbeiten sind durch Training on the Job vermeidbar. Das wiederum bringt mit sich, dass die Mitarbeiter mehr Freude am Arbeiten haben und motivierter sind.

    Tipp: Erhöhen Sie die Anforderungen langsam und prüfen, ob der jeweilige Mitarbeiter seine neuen Aufgaben in einer anderen Abteilung gerne und ohne Angst meistert.

     

    Job Enlargement – eine Training on the Job Variante

    Beim Job Enlagerment erhält ein Arbeitnehmer auf seiner Hierarchieebene zusätzliche Aufgaben. Diese Methode ist sehr interessant, muss aber auch genau geplant und geprüft werden. Training on the Job darf nicht überfordern und zu mentalem Stress führen. Zusätzlich können Coachings und Gruppenprojekte zur Wissenserweiterung hilfreich sein.

    Vor- und Nachteile des Trainings in der Praxis

    Vorteile und Nachteile liegen eng beieinander. Zu den Vorteilen zählen die schnelle Implementierung, die Vielseitigkeit beim Training on the Job und das Fundament des Teamworks. Nachteilig kann sein, dass ein neuer Mitarbeiter sprichwörtlich ins „kalte Wasser geworfen“ und einen Praxisschock erleben wird.

    Die Praxis allein schließt wertvolle theoretische Grundlagen aus und ist eine unternehmensspezifische, nicht über den Tellerrand blickende Wissensvermittlung.

    Tipp: Sie können die Nachteile ausschließen, in dem Sie verschiedene Varianten beim Training on the Job einsetzen und zur direkten Einarbeitung in der Praxis theoretische Hilfestellungen geben. Beherzigen Sie die Wünsche Ihrer Mitarbeiter und achten darauf, dass sich kein Zwang und Druck aufbauen.

     

    Engagement und soziale Kompetenz als Fundament beim Training on the Job

    Um Training on the Job im Unternehmen einzuführen, sind Empathie, Engagement und soziale Kompetenz nötig. Nur wer sich in seine Mitarbeiter einfühlen kann, wird richtig entscheiden und learning by doing

    • interessant,
    • umsetzbar
    • und stressfrei für die Teilnehmer implementieren.

    Ehe Sie diese Methode in Ihrer Firma einführen, lernen Sie beim eigenen Handeln und finden heraus, was Ihre Belegschaft wünscht und ob diese Form der Veränderung positiv aufgenommen wird. Alle Vorteile basieren darauf, dass Sie das Projekt richtig starten und dass die Teilnehmer von der Aufgabenerweiterung / Veränderung überzeugt sind.

    Autor: Redaktion Personalwissen

    Siegel

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