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Keine Spielerei: Teambuilding-Spiele für Erwachsene

© Michael Brown/Fotolia
Teambuilding

„Spiel ist keine Spielerei. Es hat hohen Ernst und tiefe Bedeutung.“ Dieses Friedrich Fröbel-Zitat bezog sich ursprünglich auf das Kinderspiel und trifft auch auf die Erwachsenenwelt zu. Denn in der Menschheitsgeschichte spielte das Spiel mit all seinen Facetten schon immer eine tragende Rolle. Heutzutage haben sich Spiele zum Teambuilding und Mitarbeiterführung im Berufsleben etabliert.

Spaß bei der Teambildung

Oberflächlich betrachtet, werden Teamevents oft noch als Mitarbeiterbespaßung abgetan. Bei solch einer halbherzigen Einstellung ist der teambildende Erfolg entsprechend gering. Natürlich dürfen und sollen Spiele zum Teambuilding Spaß machen und einen gewissen Unterhaltungswert haben. Nur dann spielen die Mitarbeiter bereitwillig mit.

Achtung: Letztlich sollen die Aktionen jedoch die Teamentwicklung voranbringen. Deshalb ist bei der Auswahl und der Organisation der teambildenden Maßnahmen die Entwicklungsphase des Teams zu beachten. Wobei auch die Zusammensetzung der Gruppe eine nicht unerhebliche Rolle spielt, so beispielsweise der Altersdurchschnitt und körperliche Voraussetzungen.

Reichlich Ideen für Teambuilding

Wer nach Ideen fürs Teambuilding sucht, trifft auf vielfältige Möglichkeiten und Angebote. Darunter sind beispielsweise

  • bewegungsintensive Spiele,
  • Denkspiel,
  • Rollenspiele und Strategiespiele.

Viele Spielideen lassen leicht realisieren und können sogar in der Firma umgesetzt werden. Andere Maßnahmen erfordern etwas Planung und spezielle Geräte oder Räumlichkeiten.

Teambuilding durch bewegungsreiche Spiele für Erwachsene Indoor und Outdoor

Gerade actionreiche Maßnahmen werden häufig im Outdoorbereich durchgeführt. Bei schönem Wetter machen bewegungsintensive Übungen des Teambuildings im Freien ja auch Spaß. Doch Action im Regen ist nicht jedermanns Sache.

Tipp: Wetterunabhängig sind Indoor-Varianten wie Klettern in der Halle oder Drachenbootpaddeln im Hallenbad.

Spiele für alle Phasen der Teamentwicklung

Welche Teambuilding-Spiele geeignet sind, hängt auch von der Entwicklungsphase ab, die das Team gerade durchlebt. Entsprechend den Phasen nach Tuckmann lassen sich passende Spiele für Erwachsene zur Teambildung auswählen. Hier einige Beispiele, die mit geringem Aufwand durchführbar sind.

1. Spiele der Orientierungsphase: Kennenlernspiele, Vertrauensspiele, Namenlernspiel

  • Kennenlernspiele wie Namenschlagen und Ballwurfkette lassen sich auch in ein Meeting einbauen.
  • Während einer etwa einstündigen Schnitzeljagd lernen sich die neuen Teammitglieder auf lockere Art besser kennen.
  • Oft erprobt als Teambildungs-Spiel ist der Gordische Knoten. Dabei stehen die Kollegen Schulter an Schulter im Kreis und fassen sich willkürlich bei ausgestreckten Armen an den Händen. Der dabei entstehende Armknoten muss innerhalb einer festgelegten Zeit wieder gelöst werden.

2. Spiele der Konfrontationsphase: Gruppendynamische Spiele und Übungen, um Zusammenarbeit zu lernen

  • Das Team steht auf einem Teppich und muss diesen umdrehen. Dabei darf kein Teammitglied den Boden berühren. Statt Teppich gingen natürlich auch eine Gewebeplane, eine entsprechend große Pappe oder Ähnliches.
  • Teamwork erfordert auch das Spiel „Stab absenken“: Auf den Zeigefingern, an ausgestreckten Armen der Mitspieler liegt eine Stange, die auf dem Boden abgelegt werden soll. Während des Vorganges müssen alle Finger ständig die Stange berühren.

3. Spiele der Kooperationsphase: Gruppendynamische Spiele und Vertrauenspiele

  • Blind vertrauen und führen: Ein Teammitglied hat die Augen verbunden und lässt sich über eine Strecke, eventuell einen Hindernisparcours führen. Die Führung kann durch die Hand eines Teampartners oder durch Zurufe und Hinweise aus dem Team erfolgen.
  • Ein Mitspieler lässt sich rückwärts fallen und vertraut darauf, dass er aufgefangen wird.

4. Spiele der Wachstumsphase: Kommunikationsspiele, Darstellungsspiele

  • Jedes Teammitglied erzählt zwei Wahrheiten und zwei Lügen – die anderen müssen herausfinden, was wahr und was gelogen ist. (Eignet sich auch als Kennenlernspiel.)
  • Mit scheinbar ungeeigneten Materialien einen möglichst hohen Turm bauen.
  • Eine Vorführung einstudieren, egal, ob es ein Theaterstück, etwas Musikalisches oder ein Tanz sein soll.

Was ist bei Spielen zum Teambuilding zu beachten?

Von Zeit zu Zeit werden aufwendigere Maßnahmen für das Teambuilding geplant, die mehrere Stunden oder einen Tag lang dauern:

  • Bogen schießen,
  • ein Floß bauen und damit „in See stechen“,
  • Seifenkistenrennen veranstalten
  • oder im Steinofen Brot backen –

die Möglichkeiten sind vielfältig. Als Action Learning werden solche Unternehmungen genannt. Im Vordergrund steht das gemeinsame Erlebnis, Stärken, Schwächen und Strukturen werden deutlich und der Teamgeist beeinflusst.

Zur Teilnahme motivieren

Was nützen die spektakulärsten Ideen zum Teambuilding, wenn die Personen nicht oder nur ungern mitspielen. Schon bei der Erwähnung des Begriffs Teambildung-Spiele machen Angestellte oft dicht, stöhnen genervt oder verweigern sich ganz. Zurückhaltende, schüchterne Mitarbeiter scheuen sich, haben Angst, sich zu blamieren. Andere Teammitglieder sehen den Sinn nicht, weil die Spiele nichts mit der fachlichen Aufgabe zu tun haben.

Wie sagte Albert Einstein? „Spiel ist die höchste Form der Forschung.“

Eventuell lassen sich die Mitarbeiter eher motivieren, wenn Sie Experimente, Übungen und Tests sagen, statt Gruppenspiele für Erwachsene zur Teambildung. Besondere Events können Sie auch als Dankeschön-Veranstaltungen deklarieren und dezent spielerische Elemente einbauen. Gerade in der dritten und vierten Phase der Teambildung können praxisnahe Aufgaben im Spiel sinnvoll sein.

Gibt es immer noch Verweigerer, die sich nicht trauen oder nicht wollen? Teambildungs-Experten betonen: Grundsätzlich beruht das Mitspielen auf der Basis der Freiwilligkeit. Wer absolut nicht mitmacht, darf sich auf die Zuschauerrolle beschränken. Vielleicht steigt er ja später in das Spiel ein.

„Der Mensch“, meinte Friedrich Schiller, „ist nur dann ganz Mensch, wenn er spielt.“

Nach der Maßnahme reflektieren und Weichen zur Veränderung stellen

Wie erfolgreich ein Spiel zur Teamentwicklung beigetragen hat, zeigt sich erst später. Idealerweise ist das gegenseitige Vertrauen spürbar gewachsen, die Kommunikation verbessert sich und das Team funktioniert spürbar effektiver. Die aufmerksame Führungskraft erkennt während der Spielphase, wo es klemmt im Team und was besonders gut klappt. Speziell in gruppendynamischen Spielen und bei gestalterischen Aufgaben werden die Teamrollen (nach Belbin) sichtbar.

Im Anschluss an Teambuilding-Maßnahmen wie Spiele sollte der Ablauf deutlich reflektiert werden. Wobei es nicht um Bewertungen, Lob und Tadel oder Siegen und Verlieren geht. Vielmehr sollen Verhaltensmuster erkannt und Schwachstellen innerhalb des Teams identifiziert werden. Darauf aufbauend, können Weichen für Veränderungen gestellt werden. Schließlich sind teambildende Spiele kein Selbstzweck. Wie alle Methoden des Teambuildings sind die Spiele für Erwachsene ein Baustein zur Weiterentwicklung des Teams und Stärkung des Teamgeistes. Das oberste Ziel ist die bestmögliche Erfüllung der Arbeitsaufgabe.

Von Zeit zu Zeit könnten Spiele wie der Gordische Knoten oder „Stab ablegen“ wiederholt werden. Dabei wird schnell deutlich, wie sich das Team weiterentwickelt hat. Wahrscheinlich haben die Beteiligten nach einem gewissen Zeitraum mehr Spaß dabei und lösen die Aufgabe effektiver.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

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