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Teambuilding-Maßnahmen: Das sollten Sie als Personaler wissen

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Teambuilding-Massnahmen

Einer für alle, alle für einen: Was sich erstrebenswert anhört, ist manchmal gar nicht so einfach zu erreichen. Damit ein Team zusammenarbeiten und gemeinsame Ziele erreichen kann, braucht es nämlich echten Teamgeist. Um diesen einzufangen, werden oftmals Teambuilding-Maßnahmen durchgeführt. Doch nicht immer sind sie so erfolgreich wie erhofft. In diesem Blogbeitrag lesen Sie, wie gute Teams funktionieren und welche Teambuilding-Maßnahmen sich anbieten, um den Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft zu stärken.

Teambuilding: So setzt sich ein erfolgreiches Team zusammen

Ein erfolgreiches Unternehmen besteht nicht nur aus intelligenten Individuen. Damit Unternehmensziele erreicht werden können, braucht es Mitarbeiter, die sich in ihr Team einfügen und voneinander lernen können. Klar ist: Jeder ist Experte auf seinem Gebiet – aber was nutzt es, wenn der Mitarbeiter seine Expertise nicht an seine Kollegen weitergibt und es keinen Austausch innerhalb der Abteilung gibt?

Mangelnde Kommunikation kann Missverständnisse nach sich ziehen, die wiederum zum Scheitern eines Projekts führen können. Um dem entgegenzuwirken, setzen viele Betriebe auf Teambuilding-Maßnahmen. Sie haben das Ziel, aus vielen Individuen eine Gruppe zu formen, in der jedes Mitglied seine Rolle kennt und sich in das Team einfügt. Doch welche Voraussetzungen gibt es, die den Erfolg einer Gruppe maßgeblich prägen?

  1. Ziel: Hier stellt sich die Frage, welche Ziele es zu erreichen gilt. Bevor ein Team geformt wird, sollten diese daher klar definiert werden.
  2. Größe: So viel wie nötig, so wenig wie möglich, heißt auch das Motto beim Zusammenstellen eines jeden Teams. Zu kleine Gruppen können das gesetzte Ziel aufgrund fehlender Kapazitäten überhaupt nicht stemmen. Zu große Gruppen hingegen lassen sich unter Umständen nicht koordinieren.
  3. Homogenität: Natürlich ist es das Ziel von Teambuilding-Maßnahmen, ein homogenes Team zu formen – doch was ist der Nutzen daraus, wenn alle die gleichen Fähigkeiten haben und dadurch keine innovativen Ideen entstehen können? Aus diesem Grund braucht es auch in einem Team unterschiedliche Persönlichkeiten.
  4. Führungspersönlichkeit: Ein Team braucht einen Leiter, der die Verantwortung für das Projekt übernimmt. Die Person muss nicht nur fachliche Anforderungen erfüllen, sondern auch von allen anderen Teammitgliedern akzeptiert werden.
  5. Kommunikation: Meetings und eine umfassende Kommunikation miteinander sind wichtig, um relevante Informationen auszutauschen und damit das Projekt überhaupt erfolgreich sein kann.

Die fünf Phasen der Gruppenbildung

Wie schon erwähnt, gibt es für ein erfolgreiches Team einige Grundvoraussetzungen, die es bei der Zusammensetzung zu beachten gilt. Doch das alleine ist nicht der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung eines Projekts oder dem Erreichen gesteckter Ziele. Damit der allbekannte Teamgeist überhaupt entstehen kann, muss ein Team erst einmal zusammenwachsen und lernen, sich gegenseitig zu vertrauen.

Daher setzten viele Unternehmen auf Teambuilding-Maßnahmen, die genau das erreichen sollen. Dabei werden nach dem Modell des Psychologen Bruce Wayne Tuckman aus dem Jahr 1965 fünf Phasen unterschieden, die zur Gruppenbildung führen:

  1. Orientierungsphase: In dieser Phase tasten sich die Gruppenmitglieder erst einmal ab. Es erfolgt ein initiales Kennenlernen mit dem Versuch, ein erstes Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen.
  2. Konfrontationsphase: Diese Phase zeichnet sich durch Selbstdarstellung und Grüppchenbildung aus. Die Gruppenmitglieder versuchen, an Einfluss und Macht zu gewinnen.
  3. Kooperationsphase: In der dritten Phase kommt es zu einer klaren Rollenverteilung. Das Ziel ist es dabei, ein kooperatives Umfeld und ein Wir-Gefühl zu entwickeln.
  4. Wachstumsphase: In dieser Phase erkennen die Mitglieder der Gruppe, dass sie im Team mehr erreichen können als alleine. Jedes Teammitglied erhält je nach Talent und Fähigkeit eine Aufgabe, wobei dennoch die Kooperation im Vordergrund steht.
  5. Auflösungsphase: Erst zwölf Jahre später fügte Tuckman seinem Modell diese Phase hinzu. In dieser Phase löst sich das Team auf, wodurch Abschieds- und Aufbruchsgefühle vorherrschend sind. Wissen und Erfahrungen werden in spätere Projekte mitgenommen.

Das Modell dient vielen Teambuilding-Maßnahmen als Rahmen: Je nachdem, wie weit eine Gruppe bereits zusammengewachsen ist, orientieren sich die entsprechenden Aktivitäten bzw. Maßnahmen an den Bedürfnissen des Teams.

Praxistipps für Teambuilding-Maßnahmen: Ideen, Beispiele und mehr

In Anlehnung an das vorgestellte Modell von Tucker gibt es einige Spiele und Übungen, die zum Teambuilding beitragen können. Einige Ideen finden Sie hier:

  • In der Orientierungsphase sind klassische Kennenlernspiele angebracht. Ein Beispiel ist hier das Ballwurfspiel: Ein Mitspieler erhält einen Ball und wirft ihn – nachdem er den Namen laut genannt hat – einem weiteren Mitspieler zu. Dieses Spiel geht so lange, bis jeder an der Reihe war.
  • In der Konfrontations- und Kooperationsphase sollten Spiele gespielt werden, die die Gruppendynamik stärken. Beispielsweise kann das Spiel gespielt werden, bei dem alle auf einem Teppich stehen und dieser umgedreht werden muss, ohne dass ein Mitspieler den Boden berührt. Gemeinsam erarbeitet die Gruppe so eine Lösung, tritt aktiv miteinander in Kontakt und erreicht schlussendlich in Kooperation das gesetzte Ziel.
  • In der Wachstumsphase können entweder bekannte Spiele wie „Die Werwölfe“ gespielt werden oder auch gemeinsame Unternehmungen wie ein Abteilungs- oder Betriebsausflug durchgeführt werden. Herausfordernde Maßnahmen, wie Wildwasserrafting oder Segelseminare, sind ebenso denkbar wie etwas ruhigere Ausflüge in den Zoo oder in ein Museum. Im Vordergrund steht hier, dass sich das Team auch außerhalb der Arbeit noch besser kennenlernt.
  • Ist ein Projekt erfolgreich abgeschlossen, bietet es sich in der Auflösungsphase an, das ganze Team zu belohnen. Mögliche Aktivitäten sind beispielsweise Fahrradtouren, kulturelle Veranstaltungen oder Wellness-Events. Wichtig ist dabei, dass der Spaß im Vordergrund steht und die Belegschaft frei von Leistungsdruck ist.

Fazit: Teambuilding ist mehr als ein Betriebsausflug

So schön gemeinsame Aktivitäten wie der alljährliche Betriebsausflug auch sind – Teambuilding-Maßnahmen können mehr sein: Es besteht die Möglichkeit, gemeinsame Seminare oder Tagungen zu nutzen, um den Team-Spirit zu stärken, beispielsweise auch mit professioneller Unterstützung durch einen Coach oder Sozialpädagogen. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Spaß an der Sache und ein stetiger Vertrauensaufbau im Vordergrund stehen.

Erst wenn gegenseitiges Vertrauen herrscht und jeder seine Rolle sowie die der anderen im Team kennt, kann echter Teamgeist entstehen. Dieser Aspekt ist für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens wichtig. Erfolg hängt nämlich nicht nur von den Kompetenzen und Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter ab, sondern auch von einem positiven Betriebsklima, das wiederum mit der Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter einhergeht.

Autor: Redaktion Personalwissen

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