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Talentmanagement: Alle Facts auf einem Blick

© Kelly Young/Fotolia
Talentmanagement

Wahre Talente findet man nicht an jeder Straßenecke: Daher ist es für Unternehmen und damit auch für Personalabteilungen wichtig, hoch qualifizierte Talente einerseits zu rekrutieren andererseits zu halten. Verstärkt wird die Suche nach den sogenannten High Potentials durch den Fachkräftemangel: Eine hohe Nachfrage und ein zu geringes Angebot führen dazu, dass Betriebe nicht mehr genügend Personal finden. In diesem Beitrag lesen Sie, wie gutes Talentmanagement aussieht und welche Maßnahmen damit verbunden sind.

Was ist Talentmanagement?

Das Talentmanagement umfasst den Prozess sowie die Aktivitäten, die auf die Rekrutierung, Identifizierung, Entwicklung und Bindung von Talenten im Unternehmen abzielen. Damit gehört das Talentmanagement zum Personalmarketing und zur Personalbindung. Eine allgemeingültige Definition für Talentmanagement gibt es nicht. Es wird jedoch oftmals in externes und internes Personalmanagement unterteilt:

  • Internes Personalmanagement: Dazu gehören Maßnahmen, die die Gewinnung und die Identifizierung von talentierten Mitarbeitern zum Ziel haben. Unter die Gewinnung fallen dabei die Aktivitäten, die der Betrieb unternimmt, damit ein Bewerber sich für das Unternehmen entscheidet. Damit gehört die Gewinnung eher zum Employer Branding und zum Talent Relationship Management. Im Unterschied dazu gehört die Identifikation von Talenten eher zum Personalmarketing und beschreibt das aktive Rekrutieren von Kandidaten, die für eine Stelle als besonders geeignet erscheinen. Aber auch die Überprüfung des eigenen Talente-Pools, wodurch vakante Stellen durch bereits unter Vertrag stehende Mitarbeiter besetzt werden können, zählt zu diesem Punkt.
  • Externes Personalmanagement: Zu den externen Maßnahmen gehören die Entwicklung sowie der Einsatz von Talenten. In puncto Entwicklung gibt es sehr viele mögliche Aktivitäten, die ein Unternehmen initiieren kann. Beispielsweise können Firmen bestimmte Mitarbeiter in besonders fordernde Tätigkeitsfelder einbinden, um ihr Potenzial analysieren zu können. Aber auch eine Master- oder Doktorarbeit kann dabei helfen, das Mitarbeiterpotenzial ausreizen und bewerten zu können. Nachdem die Kapazitäten des Mitarbeiters analysiert sind, müssen Sie die Potenziale natürlich noch richtig einsetzen, damit der Beschäftigte maximal zum Erfolg des Unternehmens beitragen kann. Daher gehört auch der Einsatz von talentierten Mitarbeitern zu einem guten Talentmanagement.

Wieso ist Talentmanagement so wichtig?

Eingangs wurde es schon erwähnt: Der Fachkräftemangel macht sich bei den Unternehmen durch viele verschiedene Aspekte bemerkbar. Nicht nur das vermehrt unternommene Employer Branding oder die immer bedeutenderen Corporate Benefits sind in diesem Zusammenhang zu nennen – auch die Rekrutierung von High Potentials ist eine wichtige Komponente, damit ein Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt.

Wichtiger Hinweis: Das Herzstück eines Betriebs sind nach wie vor die Mitarbeiter. Wenn diese motiviert zur Arbeit gehen und sie ihre Fähigkeiten zur Gänze ausschöpfen können, profitiert das Unternehmen in jeglicher Hinsicht. Der War for Talents – also der branchenspezifische Kampf um geeignete Mitarbeiter – ist nach wie vor ein präsentes Thema. Weitere Faktoren, die ein attraktives Talentmanagement unabdingbar machen, sind:

  • Demographischer Wandel: Die Nachfrage nach jungen Talenten wird auch in Zukunft immer größer, während das Angebot gleichzeitig kleiner wird. Nachwuchskräfte zu entdecken und zu fördern wird aus diesem Grund schwieriger, aber auch immer wichtiger für die Unternehmen.
  • Wachsende Wissensgesellschaft: Die Entwicklung hin zu einer Wissensgesellschaft verschärft die Suche nach talentierten und begabten Mitarbeitern.
  • Sinkende Arbeitnehmerloyalität: Wer sich nicht wertgeschätzt fühlt, bindet sich auch nicht dauerhaft an sein Unternehmen. Die Folge: Die Mitarbeiter fühlen sich immer weniger dem Betrieb zugehörig, was sich durch eine sinkende Arbeitnehmerloyalität ausdrückt.
  • Steigende Globalisierung: Arbeiten geht heutzutage immer und überall – die Globalisierung macht‘s möglich. Daher müssen die Betriebe auch immer mehr mit weltweiter Konkurrenz im Kampf um qualifizierte Nachwuchskräfte rechnen.

Praxisbeispiel: So setzen Sie erfolgreiches Talentmanagement um

Die meisten Talentmanagementprozesse lassen sich zumeist in drei Schritte unterteilen. In der Umsetzung des Prozesses kann die Personalabteilung dabei aber kreativ bleiben: Alles, was als positiver Anreiz für Bewerber oder schon unter Vertrag stehende Mitarbeiter dient, ist erlaubt. Das allgemeingültige Ziel ist es, die individuellen Fähigkeiten eines jeden Arbeitnehmers zu entdecken und maximal auszuschöpfen. Damit die Arbeitnehmer ihr Potenzial auch bei Ihrem Unternehmen einbringen möchten, sollten Sie natürlich auch die Mitarbeiterzufriedenheit nicht außer Acht lassen.

Die drei Schritte des Talentmanagements

1. Talente identifizieren

Bei der Identifikation von Talenten sollten Sie natürlich sowohl inner- als auch außerhalb der Firma schauen: Wer ist bereits im Unternehmen tätig, der einer anspruchsvollen Aufgabe gewachsen ist und wer steht gerade auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung? Diese Frage sollten Sie in diesem ersten Schritt beantworten. Bezogen auf die interne Suche sind Mitarbeitergespräche oder Personalbeurteilungen durch den Vorgesetzten besonders hilfreich. Dieser weiß am besten, inwieweit das Potenzial eines Mitarbeiters noch unzureichend ausgeschöpft ist.

In Bezug auf die externe Identifizierung von talentierten Kandidaten sind Talent Review Workshops oder strukturierte Potenzialbewertungen hilfreiche Tools. Zusätzlich sollten Sie auf ein attraktives Employer Branding achten. Auf der eigenen, aber auch auf externen Websites können Sie die Vorzüge des Unternehmens hervorheben. Damit wird es einfacher, hoch qualifizierte Kandidaten ins Unternehmen zu locken.

2. Talente fördern

Maßnahmen zur Personalentwicklung gehören besonders in den zweiten Bereich. Bei der Förderung von talentierten Mitarbeitern sollten Sie sowohl die Ziele des Unternehmens als auch die Wünsche und Vorstellungen des jeweiligen Arbeitnehmers berücksichtigen. So ist es wichtig, dass eine Stelle durch einen Mitarbeiter besetzt wird, der darin eine Herausforderung sieht. Gleichzeitig muss die Position aber auch seinen Begabungen entsprechen. Weitere Praxistipps, die sowohl für die Personalabteilung als auch für den Mitarbeiter hilfreich sind, sind zum Beispiel Zielvereinbarungen, Seminare zur Weiterbildung oder Entwicklungspläne.

3. Talente binden

Mitarbeiter verlassen seltener ihr Unternehmen, wenn sie mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden sind. Daher ist auch dies ein wichtiger Punkt, wenn es um die Bindung von Talenten geht. Wie im zweiten Punkt bereits erwähnt, sollten Sie daher für den Mitarbeiter Arbeitsstellen auswählen, in denen er gleichzeitig einen gewinnbringenden Beitrag für das Unternehmen leisten, aber auch seine eigenen Wünsche und Ziele mit einbringen kann. Auch Aspekte wie erfolgversprechende Karriereaussichten helfen dabei, die High Potentials im Betrieb zu halten. Wer den Arbeitnehmern attraktive Corporate Benefits wie flexible Arbeitszeiten bietet, hat es umso einfacher, die Mitarbeiter zu halten. Daneben gilt natürlich auch immer noch, dass ein attraktiver Lohn ein wichtiger Faktor für viele Arbeitnehmer ist.

Denn: Wenn sich die Beschäftigten auch durch eine angemessene Bezahlung wertgeschätzt fühlen, so bleiben sie dem Unternehmen sehr viel häufiger treu, als wenn die Vergütung nicht angemessen ist.

Autor: Redaktion Personalwissen

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