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Steuertermine 2020: Die Erinnerung an alle wichtigen Steuerabgaben

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Neues Jahr, neue Termine – und auch die Steuertermine 2020 stehen jetzt schon fest. Wer hier den Überblick im Steuerdschungel nicht verlieren möchte, sollte sich bereits jetzt die wichtigsten Termine notieren. Die digitale Alternative ist der komfortable Download per ics-Datei für Outlook.

    Dies ist in Anbetracht der vielen unterschiedlichen Steuern, die auf Selbstständige und auf reguläre Arbeitnehmer zukommen, von großer praktischer Bedeutung. Wer unnötig Fristen und Zahlungen versäumt, riskiert Verspätungszuschläge nach § 152 der Abgabenordnung (AO) und weitere Sanktionen. Das sind Unannehmlichkeiten, die Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes sparen können. Voraussetzung dafür ist aber immer die rechtzeitige Zahlung der Steuerlast.

    Doch um welche Steuertermine müssen sich Selbstständige und Arbeitnehmer überhaupt kümmern?

    Lohnsteuertermine 2020

    Jedes Einkommen unterliegt in Deutschland der Besteuerung. Damit ergibt sich grundsätzlich ein Unterschied zwischen dem Brutto- und dem Nettoeinkommen. Das Nettoeinkommen ist das Einkommen, das nach dem Abzug von Steuern und Sozialabgaben tatsächlich auf dem Konto landet. Die maßgebliche Besteuerung erfolgt hierbei durch die Lohnsteuer. Sie wird nach § 38 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt. Als monatliche Vorauszahlung wird sie bei Arbeitnehmern vom Bruttomonatslohn abgezogen.

    Wichtig zu wissen: Die Einkommensteuer ist für alle Einkünfte einschlägig, die durch natürliche Personen erwirtschaftet werden. Diese können durch selbständige Arbeit, aber auch durch die nichtselbstständige Tätigkeit zustande kommen. Die Lohnsteuer ist dagegen nur dann von Bedeutung, wenn es um die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit geht.

    Die Lohnsteuer wird nach § 38 Abs. (3) EStG durch den Arbeitgeber direkt ans Finanzamt abgeführt. Für die Lohnsteuertermine 2020 ist wichtig, dass die Haftung für Pünktlichkeit und Korrektheit der Steuern ausschließlich dem Arbeitgeber obliegt. Auch das ergibt sich explizit aus dem Gesetz in § 41a EStG. Damit ist der Arbeitnehmer weder für die Berechnung noch für die Zahlung der Steuern zuständig, bleibt aber steuerrechtlich der Schuldner der Lohnsteuer. Kommt es in diesem Zusammenhang zu Fehlern oder Verspätungen, ist der Arbeitgeber nach § 42d EStG verpflichtet, einen Ausgleich zu bewirken.

    Der Arbeitgeber hat die Lohnsteuer für die von ihm beschäftigten Arbeitnehmer bis zum zehnten Tag nach Ablauf des geltenden Anmeldezeitraums anzumelden. Dies ist in der Regel der zehnte Tag des Kalendermonats. Welche Frist dabei einschlägig ist, hängt von der Höhe der gesamten Lohnsteuer im Vorjahr ab.

    Der Fiskus sieht dabei folgende feste Fristen vor:

    • Lohnsteuer im Vorjahr lag über 4.000 Euro: monatliche Anmeldung der Lohnsteuer
    • Lohnsteuer im Vorjahr lag zwischen 1.000 und 4.000 Euro: vierteljährliche Anmeldung der Lohnsteuer
    • Lohnsteuer im Vorjahr lag unter 1.000 Euro: jährliche Anmeldung der Lohnsteuer.

    Steuertermine 2020 mit Fristen

    Anmeldung für den Monat Termin
    Januar 10.02.2020
    Februar 10.03.2020
    März 14.04.2020
    April 11.05.2020
    Mai 10.06.2020
    Juni 10.07.2020
    Juli 10.08.2020
    August 10.09.2020
    September 12.10.2020
    Oktober 10.11.2020
    November 10.12.2020
    Dezember 11.01.2021

     

    Arbeitnehmer aufgepasst: Der Arbeitgeber ist für die Berechnung der Lohnsteuer zuständig. Damit ist eine Berechnung durch den Arbeitnehmer grundsätzlich nicht notwendig. Durch eine Einkommensteuererklärung am Ende des Steuerjahres stellen Arbeitnehmer sicher, dass sie tatsächlich nicht zu viel Steuern gezahlt haben.

    Vor- und Umsatzsteuertermine 2020

    Die Umsatzsteuer betrifft alle Selbstständigen, die nicht als Kleinunternehmer nach § 19 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) wirtschaften. Sie ist grundsätzlich als sogenannte Jahressteuer konzipiert. Das bedeutet aber in der Praxis nicht, dass sie deshalb zwangsläufig nur einmal jährlich entrichtet wird. Vielmehr müssen alle Selbstständigen, die im Vorjahr ein Umsatzsteueraufkommen von 1.000 bis 7.500 Euro abgeführt haben, vierteljährlich eine Voranmeldung für die Umsatzsteuer tätigen und diese Zahlung auch entrichten. Der Zeitraum für die Umsatzsteuervoranmeldung umfasst dann jeweils drei Monate.

    Beträgt das Umsatzsteueraufkommen mehr als 7.500 Euro pro Jahr, sollte die Umsatzsteuervoranmeldung sogar monatlich erfolgen. Nur bei einem Umsatzsteueraufkommen von weniger als 1.000 Euro pro Jahr sieht das Finanzamt von einer Zahlungspflicht innerhalb des Jahres ab.

    Die Umsatzsteuervoranmeldung fällt immer auf den zehnten Kalendertag – und zwar unabhängig davon, ob die Umsatzsteuer monatlich oder vierteljährlich abgeführt wird.

    Wichtig zu wissen: Mit der Voranmeldung erwächst auch gleichzeitig die Steuerschuld. Die Zahlung der Umsatzsteuer erfolgt damit in der Regel gleichzeitig mit der Umsatzsteuervoranmeldung. Allerdings gewährt das Finanzamt die sogenannte Schonfrist. Sie leitet sich aus § 240 Abs. (3) AO ab. Durch die Schonfrist wird auf einen Säumniszuschlag in den ersten drei Tagen nach Ablauf der Frist verzichtet. Praktisch bedeutet das: Die Umsatzsteuervoranmeldung muss bis zum 10. des Folgemonats angemeldet werden – zahlbar ohne Versäumniszuschläge ist die Umsatzsteuer aber bis zum 13. des Folgemonats.

    Steuertermine 2020 Vor- und Umsatzsteuer mit Schonfristen

    Anmeldung für den Monat Termin Schonfrist
    Januar 10.02.2020 13.02.2020
    Februar 10.03.2020 13.03.2020
    März 14.04.2020 17.04.2020
    April 11.05.2020 14.05.2020
    Mai 10.06.2020 15.06.2020
    Juni 10.07.2020 13.07.2020
    Juli 10.08.2020 13.08.2020
    August 10.09.2020 14.09.2020
    September 12.10.2020 15.10.2020
    Oktober 10.11.2020 13.11.2020
    November 10.12.2020 14.12.2020
    Dezember 11.01.2021 14.01.2021

     

    Im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung ist für Unternehmer auch die Möglichkeit der Dauerfristverlängerung von Bedeutung. Bei der Dauerfristverlängerung wird auf Antrag beim Finanzamt eine Verlängerung der Abgabefrist für die Umsatzsteuervoranmeldung erreicht. Damit steht Selbstständigen etwas mehr Spielraum zur Verfügung, wenn es um die Zahlung der Umsatzsteuer geht. Die Dauerfristverlängerung kann auch im laufenden Kalenderjahr beantragt werden und gilt ab dem Stichtag der Umsatzsteuervoranmeldung für alle weiteren Stichtage automatisch. Sie ist grundsätzlich unbefristet gültig, kann aber unter bestimmten Voraussetzungen vom Finanzamt zurückgenommen werden.

    Gewerbesteuertermine 2020

    Unternehmer in jeder Form müssen die Gewinne und Umsätze, die im Zusammenhang mit der unternehmerischen Tätigkeit stehen, versteuern. Alle Gewerbetreibenden unterliegen zusätzlich der Gewerbesteuerpflicht. Davon ausgenommen sind Freiberufler – solange sie nicht gewerblich tätig werden. Freiberufler, die auch nur nebenbei eine gewerbliche Tätigkeit ausüben, unterliegen ebenfalls der Pflicht zur Zahlung der Gewerbesteuer.

    Die Höhe der Gewerbesteuer ist abhängig von der Kommune, in der das Gewerbe betrieben wird. Laut Statistisches Bundesamt bestimmt der Hebesatz dabei, wie hoch die Steuer ist, die auf den Gewerbeertrag anfällt. Einzelunternehmern und Personengesellschaften steht dabei ein jährlicher Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro zu. Nur der Ertrag, der nach dem Abzug des Freibetrags noch übrig bleibt, wird durch die Gewerbesteuer erfasst.

    Die Gewerbesteuer muss quartalsweise im Voraus gezahlt werden. Die Termine dafür ergeben sich direkt aus § 19 Absatz (1) des Gewerbesteuergesetzes (GewSTG).

    Steuertermine 2020 Gewerbesteuer

    Gewerbesteuer für Termin
    Quartal 1 / 2020 17.02.2020
    Quartal 2 / 2020 15.05.2020
    Quartal 3 / 2020 17.08.2020
    Quartal 4 / 2020 16.11.2020

    Grundsteuertermine 2020

    Ebenso wie die Gewerbesteuer ist die Grundsteuer eine Steuer, die durch die Gemeinden erhoben wird. Sie wird durch das Grundsteuergesetz (GrStG) geregelt. Für selbstständige Unternehmer ist regelmäßig die Grundsteuer B einschlägig. Sie betrifft alle bebauten oder bebaubaren Grundstücke.

    Damit gehören zur Grundsteuer B:

    • Betriebe der Land- und Forstwirtschaft
    • Betriebsgrundstücke
    • Betriebsgebäude
    • Wohnungseigentum, Teileigentum und Erbbaurechte.

    Die Zahlung der Grundsteuer wird ebenfalls quartalsweise fällig. Durch Antrag kann die Grundsteuer auch abweichend einmal pro Jahr zum 01. Juli des Jahres in einem einzigen Betrag abgeführt werden.

    Steuertermine 2020 für die Grund

    Grundsteuer für Termin
    Quartal 1 / 2020 17.02.2020
    Quartal 2 / 2020 15.05.2020
    Quartal 3 / 2020 17.08.2020
    Quartal 4 / 2020 16.11.2020
    Jahreszahler 01.07.2020

    Körperschaftssteuertermine 2020

    Das deutsche Recht unterscheidet juristische von natürlichen Personen. Während alle Menschen im Rechtssinn als natürliche Personen gelten, sind juristische Personen immer dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Verbund aus Personen oder Sachen darstellen. Auch diese rechtliche Einheit kann Träger von Rechten und Pflichten sein. Dies ist im wirtschaftlichen Miteinander von großer Bedeutung. Hier treten juristische Personen regelmäßig in Form von Aktiengesellschaften (AG), als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder als eingetragener Verein (e.V.) auf.

    Auch juristische Personen können ein Einkommen erzielen – und sind für dieses genauso steuerpflichtig wie jede natürliche Person. Anstelle der Einkommensteuer erhebt der Fiskus hier aber die Körperschaftssteuer. Die Körperschaftssteuer wird durch das Körperschaftssteuergesetz (KStG) geregelt und stellt das Pendant zur Einkommensteuer dar, die ausschließlich für natürliche Personen einschlägig ist.

    Da sich die Körperschaftssteuer in ihrem Wesen der Einkommensteuer annähert, hat der Gesetzgeber hier die Regelungen für die Fälligkeiten übernommen. § 31 Absatz (1) KStG verweist dazu explizit auf § 37 EStG.

    Steuertermine 2020 für die Körperschaftssteuer nach Quartalen

    Körperschaftssteuer für Termin
    Quartal 1 / 2020 10.03.2020
    Quartal 2 / 2020 10.06.2020
    Quartal 3 / 2020 10.09.2020
    Quartal 4 / 2020 10.12.2020

    Solidaritätszuschlag 2020

    Auch, wenn die Bezeichnung etwas anderes vermuten lässt: Der Solidaritätszuschlag ist die Steuer, die die Kosten für die deutsche Wiedervereinigung decken soll. Er wird allerdings nur noch bis zum Jahr 2021 erhoben – ab dann fällt der Solidaritätszuschlag nur noch ab einem bestimmten Einkommen an. Aktuell beträgt der Solidaritätszuschlag 5,5 Prozent der Körperschaftssteuer bzw. Einkommensteuer. Er ist damit sowohl für natürliche Personen einschlägig wie auch für Unternehmen jeder Rechtsform.

    Arbeitgeber führen den Solidaritätszuschlag für ihre Mitarbeiter zusammen mit der Lohnsteuer ab.

    Damit ergeben sich die Steuertermine 2020 

    Solidaritätszuschlag für den Monat Termin
    Januar 10.02.2020
    Februar 10.03.2020
    März 14.04.2020
    April 11.05.2020
    Mai 10.06.2020
    Juni 10.07.2020
    Juli 10.08.2020
    August 10.09.2020
    September 12.10.2020
    Oktober 10.11.2020
    November 10.12.2020
    Dezember 11.01.2021

    Sonstige Steuern

    Neben den genannten Steuerarten kann sowohl auf Selbstständige wie auch auf herkömmliche Arbeitnehmer noch die Zahlung anderer Steuern zukommen. Dazu gehört unter anderem die große Sparte der Verbrauchssteuern, die regelmäßig nur auf bestimmte Waren anfällt. Beispiele für Verbrauchssteuern sind

    • Energiesteuer
    • Tabaksteuer
    • Kaffeesteuer
    • Brandweinsteuer
    • Stromsteuer
    • Mineralölsteuer

    Wichtig zu wissen: Die Verbrauchssteuer kann dazu führen, dass ein bestimmtes Konsumgut doppelt besteuert wird – hier kann nämlich zusätzlich auch noch die Umsatzsteuer einschlägig sein.

    Jahresabschluss / Steuerbilanz 2020

    Arbeitnehmer erstellen am Ende des Kalenderjahres eine Steuererklärung. Sie hilft dabei, zuviel gezahlte Steuern zurückzufordern. Die Steuererklärung kann aber auch offenlegen, dass im Laufe des Jahres zu wenig Steuern gezahlt wurden. Dann folgt auf die Steuererklärung eine entsprechende Forderung des Finanzamtes zur Nachzahlung.

    Sobald sich das Geschäftsjahr dem Ende zuneigt, ist insbesondere in Unternehmen der Jahresabschluss ein wichtiges und präsentes Thema. Dabei geht es fast immer um die Bilanz. Diese zeigt die Vermögens- und Schuldwerte eines Unternehmens auf und wird nach den Grundsätzen des Handelsrechtes erstellt. Die Handelsbilanz dient dabei der Darstellung des wirtschaftlichen Erfolges des Unternehmens. Bei der sogenannten Steuerbilanz ist das Ziel die Darstellung des zu versteuernden Gewinns des jeweiligen Unternehmens.

    § 60 Absatz (2) Satz (2) der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV) bezieht sich dabei explizit auf die Steuerbilanz. Sie kann, muss aber nicht zwangsläufig, von der herkömmlichen Handelsbilanz abweichen.

    Wichtig zu wissen: Die Erstellung einer Steuerbilanz ist nicht immer verpflichtend. Eine Pflicht zur Erstellung der Steuerbilanz trifft zum Beispiel den Gewerbetreibenden, der zwar nach handelsrechtlichen Vorschriften nicht bilanzpflichtig ist, aber die Umsatz- bzw. Gewinngrenze überschreitet. Eine Steuerbilanz kann grundsätzlich auch freiwillig erstellt werden, wenn keine Pflicht diesbezüglich gegeben ist.

    Unternehmer laufen schnell Gefahr, die Bedeutung der Steuerbilanz zu unterschätzen. Dabei ist sie die maßgebliche Grundlage für die Ermittlung der Einkommensteuer, der Gewerbesteuer und auch der Körperschaftssteuer des Unternehmens. Sie basiert zwar rein technisch auf der Handelsbilanz, richtet sich aber an das Finanzamt. Daher wird sie aufgrund der steuerrechtlichen Ausrichtung an diese angepasst.

    Ist das Unternehmen zur Abgabe einer Steuerbilanz verpflichtet, dann muss diese bis zum 31. Juli des Folgejahres vorliegen. Wird die Steuerbilanz von einem Steuerberater erstellt, verlängert sich die Frist. Die Abgabe der Steuerbilanz muss dann bis zum 28. bzw. 29. Februar des darauffolgenden Jahres erfolgen.

    Danach ergeben sich folgende Steuertermine 2020:

    Steuerbilanz für 2019 Termin
    Erstellung ohne Steuerberater 31.07.2020
    Erstellung mit Steuerberater 28.02.2021

     

    Autor: Redaktion Personalwissen

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