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Wie Sie psychische Belastungen am Arbeitsplatz reduzieren

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psychische Belastungen

In vielen Unternehmen steigen die Fehlzeiten deutlich, ohne dass es für die Führungsebene einen sichtbaren Indikator gibt. Dies liegt daran, dass psychische Belastungen weitgehend tabuisiert sind und sich entsprechend unbemerkt verstärken.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen aufzeigen, wie Sie Probleme bei Ihren Mitarbeitern erkennen und welche Maßnahmen sich in der Prävention anbieten. Nur wenn Sie offen und sensibel sind, die Belange Ihrer Belegschaft ernst nehmen und sich über die Zufriedenheit des Einzelnen in einer Mitarbeiterbefragung in Kenntnis setzen, können Sie handeln und die Fehlzeiten in Ihrer Firma nachhaltig senken.

    Prävention als wichtigste Maßnahme gegen psychische Belastungen

    Das größte Risiko für psychische Belastungen basiert auf der Angst zu versagen. Die Anforderungen im beruflichen Alltag werden immer komplexer. Mitarbeiter müssen heute weitaus mehr leisten, als in Bezug auf die Gesundheit gut und ratsam ist. Psychische Belastungen sind die Folge und können, wenn es in Ihrem Unternehmen keine Prävention für die psychische Gesundheit gibt, zum Burnout und damit zum vollständigen Ausfall eines Mitarbeiters führen.

    Tipp: Sie tragen die volle Verantwortung für die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter. Während es in vielen Unternehmen bereits zahlreiche Maßnahmen zum Erhalt der körperlichen Gesundheit gibt, kommt die Psyche zu kurz. Hier sollten Sie aufmerksam sein und bedenken, dass schätzungsweise mehr als die Hälfte aller Fehlzeiten psychischer Natur sind.

    Mitarbeiterbefragung als Basis – Wie zufrieden ist Ihre Belegschaft?

    Eine Mitarbeiterbefragung in Bezug auf die Zufriedenheit und psychische Belastungen ist zugegebenermaßen ein heikles Thema. Dennoch handelt es sich bei einer derartigen Umfrage um die einzige Möglichkeit, mehr über das Gefühl der Beanspruchung von Führungskräften und Mitarbeitern zu erfahren.

    Wer nicht fragt, wird im Regelfall keine Informationen erhalten und somit nicht erfahren, ob ausreichend Maßnahmen zur Gesunderhaltung und zum Wohlbefinden der Mitarbeiter getroffen werden.

    Tipp: Ehrliche Antworten erhalten Sie am ehesten, wenn Sie die Mitarbeiterbefragung anonym vornehmen. Erkennen Sie Handlungsbedarf, ist der zweite Schritt in der Prävention die Enttabuisierung des Themas psychische Belastungen.

    Klare Strukturen in Arbeits- und Pausenzeiten

    Kontinuierliche Mehrarbeit, zahlreiche Überstunden und nicht eingehaltene Pausen führen zwangsläufig zur Überlastung. Mit einer klaren Struktur der Arbeits- und Pausenzeiten beugen Unternehmer vor und führen die beste Prävention gegen psychische Belastungen durch. Sehr wichtig ist die Reduzierung von Überstunden und die konkrete Einteilung von Verantwortlichkeiten.

    Hinweis: Prüfen Sie die Stundenzettel Ihrer Mitarbeiter und bringen in Erfahrung, wer deutlich mehr arbeitet und wer seine Arbeitszeiten häufiger in die Pause überzieht. Mit der schriftlichen Festlegung klarer Strukturen können Sie allen Mitarbeitern helfen und psychische Belastungen in Ihrem Unternehmen reduzieren.

     

    Unter Umständen können So auch andere Missstände als Ursache psychischer Belastungen erkannt werden. Ist der Leistungsdruck zu hoch und häufen sich Überstunden an, kann dies auch ein Anzeichen für fehlende Arbeitskraft sein.

    Qualifizierung nach Maß erhöht die Arbeitsgesundheit

    Die Digitalisierung begünstigt den verschwommenen Übergang von Berufs- und Privatleben unter dem Begriff New Work. Stärken Sie Ihre Belegschaft, in dem Sie jeden Mitarbeiter qualifizieren, seine eigene Work-Life-Balance zu organisieren.

    Machen Sie Ihren Mitarbeitern deutlich, dass niemand nur für die Firma lebt und dass die Freizeit ein ebenso wichtiges Element zur Gesunderhaltung ist.

    Hinweis: Um ernst genommen zu werden, gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Kein Mitarbeiter wird Ihre Anweisungen befolgen, wenn Sie selbst rund um die Uhr für die Firma da sind und sich keine Freizeit gönnen.

    Burnout Vorsorge – Maßnahmen zur Steigerung des Mitarbeiterwohlbefindens

    Die häufigste Ursache für längere Ausfallzeiten einzelner oder mehrerer Mitarbeiter beruht auf psychischer Überlastung. Dabei ist Burnout keinesfalls eine nur im Management auftretende Erkrankung. Während viele Unternehmer bereits Maßnahmen für die körperliche Gesundheit ergreifen und beispielsweise Freikarten im Fitnessstudio anbieten, werden psychische Belastungen übersehen.

    Tipp: Burnout Prävention basiert auf Angeboten, die Ihre Mitarbeiter in Anspruch nehmen können. Wie wäre es mit einem Yoga Kurs einmal pro Woche, für den Sie Ihre Mitarbeiter freistellen und der von Ihnen bezahlt wird? Auch gemütliche Pausenräume mit Wohlfühlatmosphäre fördern die psychische Gesundheit und wirken sich positiv auf das Betriebsklima aus.

    Kollegiale Begleitung laut Mitarbeiterbefragungen am wichtigsten

    In der Praxis wird ein Mitarbeiter kaum in der Führungsebene an die Tür klopfen und mitteilen, dass er mit seinen Aufgaben überlastet ist. In großen und mittelständischen Unternehmen hat es sich bewährt, einen qualifizierten Ansprechpartner als Schnittstelle zwischen der Belegschaft und der Führungsebene einzusetzen. Das muss eine Person sein, dem die Mitarbeiter vertrauen und auf den sie zukommen, um das Gespräch zu suchen.

    Hinweis: Durch die kollegiale Begleitung überbrücken Sie eine Hemmschwelle und legen den Grundstein für Offenheit im Themenbereich psychische Belastungen. Der „Vertrauensmitarbeiter“ gibt erste Ratschläge und organisiert einen Termin bei der Geschäftsführung. Laut Mitarbeiterbefragung in größeren Unternehmen wird dieses Angebot durchaus angenommen und bewährt sich in der Reduzierung von Krankenständen.

    Sensible Führungskräfte erkennen psychische Belastungen frühzeitig

    Fakt ist, dass die meisten Führungskräfte nicht wahrnehmen, ob ein Mitarbeiter überlastet ist. Dies begründet sich im Regelfall darin, dass man selbst mehr arbeitet, als man sollte. Daraus resultiert nicht selten eine unangemessene Reaktion, die psychische Belastungen bei bereits übermäßig beanspruchten Mitarbeitern verstärkt.

    Hinweis: Sensibilisieren Sie das Management für psychische Belastungen. Mit einer entsprechenden Qualifikation und einer guten Selbstreflexion werden Sie zukünftig kleinste Signale erkennen und auf diesem Weg rechtzeitig Maßnahmen zur Prävention einleiten.

    „Arbeitsbelastung“ darf kein Tabuthema sein

    Kein Mitarbeiter schämt sich, über Schmerzen im Rücken oder im Knie zu sprechen. Doch wenn es um die psychischen Folgen einer zu hohen Verantwortung oder der zu starken Belastung im Beruf geht, herrscht Schweigen. Fällt ein Mitarbeiter durch weniger Leistung auf, sind sogar ironische Anmerkungen keine Seltenheit.

    Wichtig: Da sich Psyche und Physis gegenseitig bedingen, dürfen psychische Belastungen nicht zum Tabuthema werden. Viele Unternehmer haben bereits gute Erfahrungen damit gemacht, das Thema in Meetings und Mitarbeiterbesprechungen offen zu behandeln und ihre Erkenntnisse in Maßnahmen zur Prävention umzusetzen.

     

    Weitere Tipps, wie sie die Belastbarkeit Ihrer Belegschaft steigern können, finden Sie in unserem Beitrag Belastbarkeit steigern: Wie können Ihre Mitarbeiter resilienter werden?

    Veränderungen in der Unternehmenskultur als Prävention gegen Überlastung

    Vertrauen, Toleranz und eine gute Unternehmensstruktur beugen psychischen Belastungen vor. Die gelebte Unternehmenskultur sollte alle Abteilungen einschließen und in der Führungsebene zusammenlaufen.

    Sehr wichtig ist die Wertschätzung jedes einzelnen Mitarbeiters. Es ist bekannt, dass Unternehmen, in denen Wertschätzung gelebt wird, weniger Krankenstände melden als Firmen, in denen der Mitarbeiter als wichtigste Ressource mit zu wenig Aufmerksamkeit bedacht wird.

    Tipp: Mit einer Prüfung Ihrer Unternehmenskultur finden Sie heraus, ob sich Ihre Mitarbeiter wertgeschätzt fühlen oder ob das Problem psychische Belastungen in der Firma liegt. Selbst kleine Änderungen können Großes bewirken und sich neben gesunden Mitarbeitern auch positiv auf Ihr Image auswirken.

    Mitarbeiter ernst nehmen: Individuelle Maßnahmen anbieten

    Führen Sie eine regelmäßige Mitarbeiterbefragung durch und nehmen Sie die Probleme ernst, die diesbezüglich an Sie herangetragen werden. Auch wenn psychische Belastungen immer subjektiver Natur sind, sollten Sie jede Äußerung ernst nehmen und das Gespräch mit betroffenen Mitarbeitern suchen.

    Zuhören allein reicht nicht. Etwas ernst zu nehmen bedeutet, dass Sie Lösungsschritte aufzeigen und die Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung offen ansprechen. Auf diesem Weg finden Sie Möglichkeiten und Maßnahmen für die Prävention.

    Autor: Redaktion Personalwissen

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