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Wie Sie eine positive Fehlerkultur gestalten

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Fehlerkultur, Feedbackkultur

Nicht alle Fehler sind vermeidbar. Wichtig ist vor allem, dass im Unternehmen richtig und mit hoher Kompetenz mit begangenen Fehlern umgegangen wird. Hierbei hilft eine umfassende Feedbackkultur, die mit einer klaren Richtlinie und wichtigen Grundsätzen konzipiert und im Bedarfsfall umgesetzt wird. Die am besten funktionierenden und erfolgreichsten Unternehmen sind nicht die, die keine Fehler machen. Vielmehr basiert der Erfolg darauf, wie auf Fehler reagiert und wie mit den unterschiedlichen Fehlern umgegangen wird. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen die Bedeutung einer guten Fehlerkultur näherbringen und Ihnen zeigen, welche Vorteile Sie durch die moderne Feedbackkultur erhalten.

    Definition Fehlerkultur – Feedbackkultur

    Die Bezeichnung Fehlerkultur beschreibt nicht etwa die Förderung oder Duldung von Fehlern, sondern den richtigen Umgang mit Situationen, wenn es zu einem Fehler gekommen ist. Im Regelfall stellt einen die Behebung begangener Fehler vor immense Schwierigkeiten und Herausforderungen. Auch ein Vertrauensbruch gegenüber dem Initiator eines Fehlers kann die Folge sein, wenn es im Unternehmen keine echte und offene Feedbackkultur gibt.

    Hinweis: Durch die Implementierung einer offen kommunizierten und sanktionsfreien Fehlerkultur motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, gemachte Fehler zuzugeben und damit die Chance auf eine zeitnahe Behebung zu steigern. Weiter trägt eine positive Fehlerkultur dazu bei, Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und Fehlern effektiv vorzubeugen.

    Der richtige Umgang mit Fehlern in Unternehmen

    In den meisten Unternehmen ist der Ablauf im Umgang mit Fehlern gleich. Ein Mitarbeiter macht einen Fehler, verschweigt ihn und hofft aus Sorge vor Sanktionen, dass der Fehler folgenlos bleibt. Allein aus diesem Gedankengang heraus ergibt sich ein folgenschwerer Fehler, die sich durch die Einführung einer positiven Feedbackkultur vermeiden lässt.

    Hat ein Mitarbeiter keine Angst vor dem Eingeständnis eines Fehlers, können Folgeschäden und ihre Einflüsse eingedämmt werden.

    Tipp: Prüfen Sie Ihr Verhalten und Ihre Reaktion, wenn Ihnen ein Mitarbeiter einen Fehler gesteht. Sind Sie verärgert, hilflos oder gar wütend? Dann werten Sie diese Emotionen als Zeichen, die Fehlerkultur in Ihrem Unternehmen zu überdenken und neu zu ordnen.

    Verschiedene Fehler und ihre Unterteilung in Kategorien

    Grundsätzlich sind Fehler in drei Kategorien zu unterteilen. Die Unterteilung basiert nicht auf der Schwere und der Auswirkung eines Fehlers, sondern auf seiner Ursache. Grundsätzlich spricht man im Rahmen der Fehlerkultur von Fehlern als Lehrbeispiel und von Fehlern, die nicht zu Lernerfolgen führen und auf der Routine basieren.

    1 Fehler, die abgestellt werden können

    In der Rubrik abstellbare Fehler sind vor allem Routinefehler verzeichnet. Diese passieren, da standardisierte und automatisierte Prozesse die Aufmerksamkeit einschränken und dadurch zu einer gesteigerten Fehlerquote führen.

    Tipp: Erstellen Sie eine Checkliste, die Ihren Mitarbeitern Aufmerksamkeit abverlangt. Alle Routinefehler sind durch eine gute Feedbackkultur – ohne Belehrung und Sanktionen, abstellbar.

    2 Fehler, die unvermeidbar und nicht vorhersehbar sind

    Als Beispiel für unvermeidbare Fehler eignet sich die IT-Abteilung im Unternehmen. Basiert ein Fehler mit allen Folgen zum Beispiel auf dem Absturz der IT-Anlage oder durch Hacker-Angriffe, kann der Unternehmer seine Verantwortung nicht outsourcen und dem Mitarbeiter, der aktuell am Fehlerort tätig war, keine Schuld zuweisen.

    Hinweis: Auch unvermeidbare Fehler können durch Prävention vermieden werden. Eine transparente IT-Struktur und die übersichtliche Darstellung komplexer Prozesse steigern das Verständnis und schließen aus, dass ein äußerer Einfluss unerkannt bleibt und folgenschwere Auswirkungen hat.

    3 „Intelligente“ Fehler mit Lernfunktion

    Eigentlich schließen sich Intelligenz und Fehler gegenseitig aus, denken viele Unternehmer. Doch genau hierin besteht ein Fehler. Denn es gibt durchaus intelligente, bewusst eingeleitete oder auch unbewusst begangene Fehler, die aufgrund ihrer Lernfunktion durchaus einen Mehrwert nach sich ziehen.

    Tipp: Während die ersten beiden Fehlerarten durch Prävention auf ein Minimum gesenkt werden sollten, können Sie durch intelligente Fehler ein Bewusstsein und eine Achtsamkeit in Ihrer Belegschaft zu fördern.

    360 Grad Feedback ist bei allen Fehlern richtig

    Um aus Fehlern zu lernen, muss man die Vorteile erkennen und in der Lage sein, in einem 360 Grad Feedback über die Ursachen, die Folgen und die Beseitigung zu sprechen. Eine optimale Fehlerkultur bedingt ebenfalls das Führen von konstruktiven Mitarbeitergesprächen und schließt aus, dass ein Mitarbeiter bei Fehlern mit Sanktionen rechnen muss und aus diesem Grund schweigen wird. Niemand ist perfekt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Fehler automatisch gut sind und in größerer Menge geduldet werden sollten.

    Hinweis: Damit aus Fehlern gelernt werden kann, sollten Sie das 360 Grad Feedback einführen und die Kommunikation – ohne Schuldzuweisung – als wichtiges Gebot erachten. Die Fehlerkultur ist ein aktiver Prozess, der bisher nur in wenigen Unternehmen praktiziert wird. Nur wenn die Feedbackkultur gelebt und aktiv praktiziert wird, steigen die Chancen zur Fehlerbehebung.

    Warum eine ausgeklügelte Fehlerkultur Vorteile bringt

    Der wichtigste Punkt: Kein Unternehmer sollte sich und das durch ihn angeordnete Handeln in Perfektionierung betrachten. Sicherlich geht es darum,

    • Fehler im Vorfeld zu vermeiden
    • und negative Einflüsse auf die eigene Marktposition und sein Image zu vermeiden.

    Dennoch ist eine gut geplante und im Unternehmen integrierte Fehlerkultur hilfreich und erlaubt eine neue Orientierung im Umgang mit Fehlern. Die Feedbackkultur schließt Bewertungen aus und konzentriert sich darauf, Verbesserungen einzuführen und zu lernen. Nur durch die Fehlerkultur legen Sie einen Grundstein für die schnelle Behebung, die offene Kommunikation und die zukünftige Vermeidung durch Lernpotenzial.

    Die Grundsätze einer guten Feedbackkultur

    Mit Einführung der Fehlerkultur entscheiden sich Unternehmen für zwei primäre Grundsätze.

    1. Jeder Fehler muss grundsätzlich schnell behoben Dazu gehört, dass Mitarbeiter über Fehler informieren und offen kommunizieren, damit eine Lösung gefunden wird.

    2. Unternehmen sollten nicht vorschnell urteilen, noch die Schuld verteilen.

    Das befolgen dieser Beiden Grundsätze bewirkt, dass ein 360 Grad Feedback ohne Sanktionen möglich ist. Somit setzen sie in der der Feedbackkultur den Grundstein, durch Fehlerfreundlichkeit einen Lernprozess zu erzeugen und die zukünftige Leistungszeit fehlerfrei zu gestalten.

    Tipp: Lösen Sie sich vom Wunsch nach Perfektion. Auch wenn die Fehlervermeidung natürlich im Vordergrund steht, müssen Sie Fehler dulden und nicht verurteilen, um daraus Lehren zu ziehen und in Zukunft mit erweiterter Umsicht zu arbeiten.

    Wie man die Fehlerkultur im Unternehmen einführt

    Soll die Fehlerkultur fortan Bestandteil im Unternehmen sein, sollte man bei der Einführung systematisch vorgehen. Allem voran steht die Bestandsaufnahme, der die Festlegung der Richtlinien folgt. Eine aktive und kommunikative Fehlerkultur verschafft Vorteile und bildet das Fundament für alle Maßnahmen, die zur Fehlerbeseitigung und zum Lernprozess beitragen.

    Die Bekanntgabe und Einführung der neuen Richtlinien schließen das Management nicht aus. Offen eingestandene und kommunizierte Fehler zeigen den Mitarbeitern, dass begangene Fehler nicht zu Ängsten führen und Sanktionen befürchten lassen müssen.

    Wichtig: Gehen Sie in der Einführung der Fehlerkultur mit gutem Beispiel voran. Sicherlich können Sie sich an einen Ihrer Fehler erinnern, der durch seine Folgekette längerfristige Maßnahmen erforderte. Wenn Sie dieses Beispiel in der Feedbackkultur verwenden, erzielen Sie einen positiven Effekt und zeigen der Belegschaft, dass Fehler menschlich und bei früher Bekanntgabe besser behebbar sind.

     

    Autor: Redaktion Personalwissen

    Siegel

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