Betriebsklima verbessern – so geht’s

Betriebsklima verbessern – so geht’s

Zwischen ca. 96% und 98% der Befragten sind eine gute Arbeitsatmosphäre und eine gute Zusammenarbeit unter Kollegen die wichtigsten Faktoren, um sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen.

Ein gutes Betriebsklima ist ein für Management und Mitarbeiter gleichermaßen wichtiges Thema. Als Personaler können Sie aktiv durch verschiedene Maßnahmen für ein positives Betriebsklima sorgen.

    „Wenn der Sinn verloren geht, leiden Körper und Psyche“

    Helmut Schröder, Vize-Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK

    Was versteht man unter einem guten Betriebsklima?

    Laut dem Gabler Wirtschaftslexikon ist das Betriebsklima ein „Sammelbegriff für das subjektive Erleben eines Betriebes durch seine Mitarbeiter mit Vorgängen der zwischenmenschlichen Interaktion und Kommunikation als Schwerpunkt.“ Das bedeutet, dass es vor allem um die subjektive Wahrnehmung des Unternehmens vonseiten des Personals geht.

    Ein angenehmes und positives Betriebsklima zeichnet sich durch verschiedene Merkmale aus:

    • Lockere und entspannte Stimmung am Arbeitsplatz
    • Gegenseitiger Respekt und Toleranz
    • Anerkennung und Wertschätzung
    • Kollegiales Verhalten miteinander
    • Feste Regeln, Gewohnheiten und Routine
    • Starker Teamgeist
    • Hohe Arbeitsmotivation
    • Geringe Mitarbeiterfluktuationsrate

    Einige der genannten Merkmale sind messbar, andere basieren jedoch auf dem subjektiven Empfinden der Beschäftigten.

    Ursachen für ein negatives Arbeitsklima

    Während jedes Betriebsklima individuell von Unterschieden geprägt ist, gibt es ähnliche Faktoren für ein gutes oder schlechtes Betriebsklima.

    Als Ursachen für schlechtes Betriebsklima gelten die folgenden Punkte:

    • fehlender Respekt, wenig Wertschätzung
    • starker Konkurrenzkampf und starre Hierarchiestufen
    • Wenig bis keine Kommunikation miteinander
    • unfaire und unflexible Arbeitszeiten
    • keine abgegrenzten Zuständigkeiten und kleine Verantwortungsbereiche
    • mangelnde Transparenz
    • zu wenig Personal
    • mangelnde Motivation
    • räumliche Gegebenheiten
    fehlender Respekt, schlechte Arbeitszeiten, wenig Personal, Ursachen schlechtes Arbeitsklima
    Erkennen Sie diese Faktoren, herrscht schlechtes Betriebsklima © Racle Fotodesign – Adobe Stock

    Wer lange Zeit unter einem schlechten Betriebsklima leidet, ist öfter von psychischen Erkrankungen betroffen. Dabei sind psychische Belastungen die häufigste Ursache für Fehlzeiten bei Berufstätigen. Fällt diese Person dann durch eine längere Krankheit im Unternehmen aus, müssen die Kollegen vermehrt diese Aufgaben übernehmen. Damit steigt der Zeit- und Leistungsdruck und sinkt die Motivation, weswegen diese Kollegen entweder kündigen (Fluktuation) oder durch zu viel Stress krank werden (steigender Krankenstand).

    So messen Sie das Betriebsklima

    Bevor Sie das Arbeitsklima verbessern und damit den Teamgeist stärken können, müssen Sie zunächst die oben aufgeführten Gründe herausfinden, die ein schlechtes Betriebsklima verursachen. Diesbezüglich gibt es zwei primäre Möglichkeiten zur Erfassung der Ursachen:

    1. Fragebögen
    2. Mitarbeitergespäche

    Eine Möglichkeit ist die Erstellung von anonymen Fragebögen oder Feedbackbögen, mit deren Hilfe die Zufriedenheit der Mitarbeiter gemessen werden kann. Hierfür müssen klare Messkriterien entwickelt werden, mit denen die Stimmung im Betrieb eingeordnet werden kann. Entweder das Personalwesen oder dafür ausgebildete Dienstleistungsunternehmen führen solche Befragungen bzw. Erhebungen durch.

    Infografik Personalwissen, Fragen Betriebsklima, Schwachstellen im Betriebsklima erkennen
    Mit diesen Fragen erkennen sie Schwachstellen im Betriebsklima © Personalwissen.de

    Alternativ können Sie sich ein Bild der Situation in vertraulichen Mitarbeitergesprächen machen. Wichtig ist, dass der Mitarbeiter offen reden kann, ohne Nachteile zu befürchten. Nachdem alle Informationen gesammelt und die Ergebnisse vorliegen, können Sie entsprechend der konkreten Situation geeignete Maßnahmen einleiten. 

    Wichtiger Einflussfaktor: Stimmung im Team

    Im Berufsleben ist Teamgeist gefragt, wenn eine Gruppe effizient arbeiten soll. Um das Maximale aus der Stimmung im Team herausholen zu können, sollten Rahmenbedingungen entsprechend der Situation angepasst werden.

    Wie hängen Arbeitsklima und Teamgeist zusammen?

    Die Aufgabe der Führungskraft lässt sich wie folgt zusammenfassen:

    „Bedingungen schaffen, die der Mannschaft das Arbeiten erleichtern“

    Cyril Northcote Parkinson

    Doch wie können Führungskräfte die Arbeit der Angestellten erleichtern und für ein verbessertes Arbeitsklima sorgen? Ein erster Schritt könnte der Stärken des Gemeinschaftsgefühls sein. Führungskräfte sollten sich für ein Zusammengehörigkeitsgefühl und ein kollegiales hilfsbereites Verhalten im Team einsetzen. Denn das hat laut Definition einen bedeutenden Einfluss auf das Betriebsklima und die Mitarbeiterbindung.

    Stimmung im Team verbessern

    Gerade in der Findungsphase ist das Teamklima von

    • Misstrauen,
    • Machtkämpfen
    • und Konflikten geprägt.

    Noch sind die Teamrollen nicht verteilt, verbale Auseinandersetzungen sind normal. Solange diese Reibereien respektvoll und fair verlaufen, können Sie sich zurückhalten. Ansonsten können ein Workshop oder Team-Building-Maßnahmen hilfreich sein.

    Wenn die Stimmung spürbar schlecht ist, reichen ein, zwei Teambuilding-Übungen nicht aus, um schlagartig ein positives Arbeitsklima zu schaffen. Die Mitarbeiter müssen sich besser kennenlernen, die Stärken und Schwächen der anderen akzeptieren und eine gemeinsame Sprache finden. Mischen Sie sich maßvoll ein, dulden Sie keine mobbingähnlichen Zustände am Arbeitsplatz, aber maßregeln Sie auch nicht.

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    Maßnahmen für ein gutes Betriebsklima

    Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber können aktiv am guten Betriebsklima mitwirken. Denn der respektvolle Umgang miteinander ist niemals einseitig. So muss der Arbeitgeber sicherstellen, dass positive Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz herrschen.

    Das kann der Arbeitgeber für das Betriebsklima tun

    • Offene Kommunikation

    Negative oder positive Aspekte sollten von Arbeitnehmer und Arbeitgeber angesprochen werden können. Grundlage hierfür ist eine vertrauensvolle Unternehmenskultur, bei dem jeder konstruktive Kritik in einem Gespräch aussprechen darf. Dazu gehört, regelmäßig Feedback einzuholen.

    • Konstruktive Fehlerkultur

    Mitarbeiter sind Menschen – und jeder Mensch macht Fehler. Daher sollten Fehler auch offen und gemeinschaftlich thematisiert werden, damit eine gemeinsame Lösung gefunden werden kann.

    • Interesse am Angestellten

    Damit sich ein Mitarbeiter weiterentwickeln und sein ganzes Potenzial ausschöpfen kann, braucht er einen Chef, der seine Stärken kennt. Wenn der Vorgesetzte regelmäßige Gespräche sucht, erreichbar ist und ein offenes Ohr für deren Anliegen hat, fühlt sich der Beschäftigte wohl.

    • Wertschätzende Haltung

    Ein respektvoller Umgangston sowie gute Leistungen in Form von Lob oder leistungsgerechter Bezahlung anzuerkennen, trägt maßgeblich zu einem positiven Arbeitsklima bei. Die finanzielle Anerkennung kann ebenfalls durch Tankgutscheine, Kostenübernahme der Kinderbetreuung, Prämien, Fortbildungen oder flexiblen Arbeitszeiten erfolgen.

    • Transparente Informationskultur

    Vorgesetzte sollten wichtige Informationen an die Mitarbeiter weitergeben. Denn bleiben Informationen aus oder es werden Maßnahmen ohne die Kenntnisnahme der Beschäftigten umgesetzt, fühlen sie sich übergangen. Sofern möglich, sollten Sie die eine gemeinsame Plattform schaffen, um für Transparenz zu sorgen. Das trägt zu einem positiven Betriebsklima und zur Mitarbeitermotivation bei.

    • Gemeinsame Aktivitäten

    Teambuilding-Methoden haben einen positiven Einfluss auf das Betriebsklima. Vor allem regelmäßige Treffen oder Betriebsausflüge helfen dabei, die Abteilung zusammenzuschweißen.

    • materielle Arbeitsbedingungen verbessern
    Informationskultur, Wertschätzung, Mitarbeitermotivation, Arbeitszeiten, Hilfsbereitschaft
    Gemeinsam im Team – dass fördert positives Betriebsklima © REDPIXEL – Adobe Stock

    Für eine ideale Arbeitsatmosphäre sind Mitarbeiterangebote als Corporate Benefits, wie ein eigenes Firmenauto oder eine moderne Büroausstattung nicht zu vernachlässigen. Dabei spielen die Größe der Räumlichkeiten, die technische Ausrüstung, Besprechungs- und Pausenräume und sonstige Materialien eine wichtige Rolle.

    • flexiblere Arbeitszeiten ermöglichen

    Entweder Mitarbeitern ist es erlaubt, 15 Minuten eher anzufangen und eher zu gehen, damit Mitarbeiter ihre Anschlüsse bekommen. Oder falls es die Arbeitsabläufe im Betrieb zulassen, können Sie eine gleitende bzw. flexible Arbeitszeit mit Anwesenheitspflicht zu bestimmten Uhrzeiten einführen.

    Das können Ihre Mitarbeiter für ein positives Arbeitsumfeld tun

    Doch nicht nur die Führung sollte für ein positives Arbeitsklima sorgen. Auch die Beschäftigten können das Betriebsklima verbessern:

    • Übernahme von Selbstverantwortung

    Es ist leicht, Fehler auf andere zu schieben – so auch in puncto Arbeits- und Betriebsklima. Perfektionismus oder fehlende Kommunikation sollten dabei genauso auf der Liste der Überlegungen stehen wie ein schlechtes Zeitmanagement.

    • Wertschätzender Umgang

    Es kann Kollegen geben, mit denen man sich besser versteht als mit anderen. Daher ist es umso wichtiger, einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen – unabhängig davon, ob es der Lieblingskollege ist oder nicht.

    • Toleranz und Hilfsbereitschaft

    Es ist besonders im Team wichtig, andere Meinungen und Ansichtsweisen zu akzeptieren und zu tolerieren. Sonst kann das zu einer angespannten Arbeitsatmosphäre führen, in der sich keiner wohl fühlt. Hierbei spielt Empathie eine entscheidene Rolle. Zudem sollten Arbeitnehmer offen für Kritik sein und sich für ihre Leistungen gegenseitig loben. Zuletzt sollte ein kollegiales, hilfsbereites Verhalten an den Tag gelegt werden. So entsteht ein freundliches Klima am Arbeitsplatz.

    Fazit: Ein positives Betriebsklima trägt zur effektiven Arbeit bei

    Der Erfolg eines Unternehmens hängt stark von den Mitarbeitern ab. Wenn sich Beschäftigte am Arbeitsplatz nicht wohl fühlen, kann das negative Konsequenzen haben. Sollten Sie ein ungünstiges Betriebsklima feststellen, sollten Sie zunächst die Ursachen herausfinden. Beachten Sie, dass sich das Betriebsklima nur mit Beteiligung der Angestellten verbessern lässt. Kommunizieren Sie offen über Konflikte und erarbeiten Sie gemeinsam mit den Teammitgliedern Lösungsmaßnahmen für ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl und eine angenehme Unternehmenskultur.

    Autor: Redaktion Personalwissen