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Pausen am Arbeitsplatz: Die gesetzliche Pausenregelung im Detail

© Robert Kneschke/stock.adobe.com
Pausen im Job

An einem normalen Arbeitstag müssen viele anspruchsvolle Aufgaben und komplexe Tätigkeiten ausgeführt werden. Um dauerhaft konzentriert zu bleiben und konstant eine hohe Leistung erbringen zu können, müssen Arbeitnehmer Pausen eingelegt. Unterbrechungen der Arbeit machen es möglich, wieder Schwung zu holen und sich von der Anstrengung des Arbeitstages zu erholen. Welche Pausenregelung der Gesetzgeber vorsieht und worauf Arbeitgeber achten können, um Arbeitnehmer leistungsfähig zu halten, erfahren Sie in diesem Artikel.

    Pausenregelung: Wie definiert sich eine Pause am Arbeitsplatz?

    Nach einer gewissen Zeit konzentrierten Arbeitens braucht jeder Beschäftigte eine Pause, um sich anschließend wieder auf neue Aufgaben einlassen zu können. Dabei bietet eine Unterbrechung der Arbeit die Möglichkeit, neue Energie zu tanken und sich zu erholen. Diese Phase der Entspannung fördert die Produktivität eines Mitarbeiters, da die Konzentration erhalten bleibt und das Wohlergehen des Angestellten nicht gefährdet wird.

    Da es keine offiziellen Regelungen gibt, wie genau eine Pause definiert wird und was Beschäftigte in dieser Pause tun dürfen bzw. machen sollten, liegt die Verantwortung beim Arbeitgeber: Er darf Instruktionen und eine Pausenordnung festlegen. Aber auch eine gesetzliche Bestimmung darüber, wie weit diese Befähigung des Arbeitgebers reicht, gibt es nicht. Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) setzt lediglich ein Rahmen für die Regelung von Pausen am Arbeitsplatz fest.

    Die Gesetzliche Regelung von Pausen am Arbeitsplatz

    Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) regelt in § 4 die Mindestlänge der Pausen je nach Arbeitsdauer an einem Tag. Außerdem legt der Paragraph fest, dass der Arbeitgeber die Regelung im Voraus klären muss. Der Beginn und die Dauer der Pause müssen somit bekannt sein, bevor der Arbeitnehmer die Arbeit unterbricht.

    • Eine Arbeitszeit von 6 bis 9 Stunden: mindestens 30 Minuten Arbeitspause
    • Eine Arbeitszeit von mehr als 9 Stunden: mindestens 45 Minuten Arbeitspause

    Das ArbZG verpflichtet den Arbeitgeber, seinen Beschäftigten Arbeitspausen zu gewähren und diese an die Dauer ihrer Arbeit an einem Tag anzupassen. Die Regelungen im Unternehmen können jedoch durch Bestimmungen in Tarifverträgen bzw. Betriebs- oder Dienstvereinbarungen unterschiedlich lauten. So weichen die Übereinkommen in Schicht- oder Verkehrsbetrieben häufig ab, da sie an die Umstände der Arbeit angepasst werden müssen.

    Wichtiger Hinweis: Die gesetzlichen Angaben der Pausendauer regeln nicht die konkrete Aufteilung der Ruhezeit. Arbeitnehmer sind nicht dazu verpflichtet, die Pause an einem Stück zu machen: Die Beschäftigten können die gesamte Pausendauer in einzelne Abschnitte von mindestens 15 Minuten aufteilen und über den Arbeitstag verteilen.

    Die Bedeutung einer Pausenregelung für Unternehmen

    Grundsätzlich gilt, dass Arbeitgeber die Leistung ihrer Mitarbeiter durch das Gewähren von Pausen erhalten und gegebenenfalls sogar erhöhen können. Die Arbeitsbedingungen einiger Berufsarten erlauben häufigere, aber kurze Pausen, andere erfordern unter Umständen seltenere, lange Unterbrechungen.

    Entgegen der Vermutung, dass Pausen die Effektivität des Unternehmens mindern, können Arbeitsunterbrechungen die Motivation und Konzentration der Beschäftigten fördern. Eine Ausgewogenheit von Arbeits- und Pausenzeit ist also auch für Arbeitgeber wichtig.

    Interessant: Bei der Festlegung der Pausenzeiten für ihre Mitarbeiter sollten Arbeitgeber auf die Verteilung der gesamten Arbeitszeit im Tagesverlauf achten. Mitarbeiter sollten aufgrund der Unterbrechungen an einem Arbeitstag nicht zu lange am Arbeitsplatz bleiben. Unter Umständen verletzt dies die gesetzliche Regelung der Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen (§ 5 ArbZG).

    Arbeitsunterbrechungen und Pausenvergütung

    Macht ein Mitarbeiter mittags Pause und verlässt das Büro, muss der Arbeitgeber diese Zeit nicht als Arbeitszeit vergüten. Nicht alle Unterbrechungen gelten jedoch als Pausenzeit und bleiben unbezahlt. Wichtig ist, dass Vorgesetzte bei der Abrechnung der Arbeitszeit genau auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die betriebsinternen Vereinbarungen achten.

    Arbeitgeber können nicht davon ausgehen, dass sie die Zeit, die der Beschäftigte beispielsweise als Mittagspause verbracht hat, allgemein von der Gesamtvergütung abziehen können. Nur mit einem Nachweis über Zeitpunkt und -länge der Pause und in Absprache kann dieser Abzug bei der Vergütung der Arbeit passieren. Erfolgt der Abstrich ohne Nachweis, können Mitarbeiter rechtlich dagegen vorgehen.

    Interessant: Vorgesetzte dürfen die Pausen ihrer Mitarbeit durchaus bezahlen. Möchten Arbeitgeber ihre Beschäftigten dafür prämieren, dass sie beispielsweise an Samstagen arbeiten, können sie dies anhand einer Pausenentlohnung tun.

    Betriebspausen als Sonderfall

    Die Mittagspause eines Beschäftigten zählt zu den normalen Ruhepausen, die Angestellte nehmen dürfen und die nicht vergütet werden. Doch Unterbrechungen der Arbeit können auch zur Arbeitszeit zählen.

    Begrifflichkeit: Ein Arbeitnehmer, der die Reparatur seines Computers organisieren muss und aus diesem Grund seiner eigentlichen Tätigkeit nicht nachgehen kann, macht keine Ruhepause. Eine Unterbrechung aufgrund technischer Probleme oder organisatorischer Aufgaben gilt als Betriebspause.

    Betriebspausen bieten dem Arbeitnehmer nicht die Möglichkeit, Abstand von seiner Arbeit zu nehmen und zu entspannen. Der Mitarbeiter muss entweder andere Aufgaben erledigen oder sich mit weiteren Problemstellungen beschäftigen.

    Einige Unterbrechungen der Arbeit werden somit nicht von der Vergütung abgezogen und gelten als reguläre Arbeitszeit. Dazu gehören unter anderem:

    • Technische Aufgaben
    • Innerbetriebliches Organisieren
    • WC-Gang
    • Bildschirmpausen

    Raucherpausen regeln Unternehmen dagegen häufig gesondert. Dabei sind die Unterbrechungen für das Rauchen oft verboten oder erfolgen nur mit einem weiteren Nachweis über die Dauer der Pause.

    Pausenregelung: Wie soll eine Arbeitspause aussehen?

    Das ArbZG enthält Mindestangaben über die Dauer von Pausen am Arbeitsplatz. Damit eine Arbeitspause aber auch ihren Zweck erfüllt und die Mitarbeiter Entspannung erleben, müssen sie die Unterbrechung sinnvoll gestalten.

    Um den Arbeitstag für Arbeitnehmer effizient zu gestalten und die Gesundheit der Mitarbeiter nicht zu belasten, können Vorgesetzte ihre Beschäftigten auf einige Aspekte aufmerksam machen:

    • Angestellte sollten ihre Arbeit unterbrechen, bevor sich eine Erschöpfung bemerkbar macht: rechtzeitige Pausen sind erholsam und beugen starker Belastung und einem Stress-Zustand vor
    • Das Aufhalten in der Natur, an der frischen Luft und im Tageslicht ermöglicht den Mitarbeitern, neue Energie zu tanken. Die frische Luft und Bewegung außerhalb der Büroräume bringen neuen Schwung mit sich.
    • Technische Geräte und künstliches Licht umgeben Arbeitnehmer den gesamten Tag über. Pausen, die ohne Smartphone oder Laptop verbracht werden, gelten als entspannter und erholsamer. Beschäftigte, die in ihren Pausen nicht erreichbar sein müssen, können besser Abstand nehmen und Energie tanken.

    Da die meisten Tätigkeiten in Unternehmen mit der Arbeit an einem Bildschirm verbunden sind, gilt es besonders hier darauf zu achten, Pausen einzuhalten. Unterbrechungen der Arbeit am Bildschirm sollten regelmäßig erfolgen und zählen zur Arbeitszeit.

    Wichtiger Hinweis: Um das Gesundheitsrisiko der Bildschirmarbeit gering zu halten kann auf einige Maßnahmen zurückgegriffen werden: Der Arbeitgeber sollte den Mitarbeitern zum Beispiel die bestmögliche technische Ausstattung zur Verfügung stellen und Beschäftigten Schulungen über die Ergonomie am Arbeitsplatz anbieten.

     

    Verletzen Mitarbeiter die betriebsinternen Vereinbarungen oder die gesetzliche Pausenregelung, stellt dies keinen sofortigen Kündigungsgrund dar.

    Überschreiten Beschäftigte beispielsweise regelmäßig die Pausenzeiten lässt sich die Situation womöglich zunächst im Gespräch klären. Grundsätzlich sollte das Ausmaß des Verstoßes immer in Relation zu der Dauer und Qualität des Arbeitsverhältnisses gesehen werden.

    Autor: Redaktion Personalwissen

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