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New Work: Definition, Fakten und Hintergründe zur Arbeit 4.0

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New Work, Arbeiten 4.0, Fakten und mehr

Der Begriff „New Work“ hat sich zu einem Schlagwort etabliert, das immer häufiger Erwähnung findet. Wörtlich mit „Neue Arbeit“ übersetzt, grenzt es den Themenbereich stark ein, lässt aber zugleich auch großen Interpretationsspielraum. Nicht jeder versteht unter „Neuer Arbeit“ dasselbe. In diesem Artikel lesen Sie, wie Experten New Work und Arbeit 4.0 definieren und welches Potenzial sich hinter dieser Entwicklung verbirgt.

New Work Definition: Was ist New Work überhaupt?

Fast schon ein Buzzword: Wo über Arbeiten gesprochen wird, bleibt auch der Themenbereich New Work nicht unerwähnt. In den meisten Kontexten bezeichnet New Work mittlerweile unterschiedliche Arbeitsmodelle und alternative Arbeitsformen, die in aller Regel den sich verändernden Bedürfnissen der Arbeitnehmer entgegenkommen. Seinen Ursprung hat New Work als Theoriekonzept jedoch in den 1970er-Jahren.

New Work: Definition nach Frithjof Bergmann

Der Grundgedanke, der hinter dem New-Work-Konzept steckt, geht auf Prof. Dr. Frithjof Bergmann zurück. Bereits in den späten 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts setzte sich Bergmann mit der zentralen (sozial-)philosophischen Fragestellung nach der Freiheit des Menschen auseinander. Seiner Erkenntnis nach sei es vor allem die Arbeit, die die Menschen zunehmend unfreier mache.

Denn: Seit der Industrialisierung ist der Mensch ein Teil des Arbeitsprozesses und fungiert – je nach Aufgabe – mehr oder weniger als Werkzeug bzw. als Mittel zum Zweck. Mit dem Konzept von New Work formuliert Bergmann die grundlegende Umkehr dieser Entwicklung. Nicht der Mensch ist das Mittel für die Arbeit, sondern die Arbeit dient als Mittel für den Menschen, der sich frei entfalten und entwickeln kann und soll.

Sein Fazit: Arbeit müsse sich grundlegend ändern, damit Werte wie Freiheit, Selbstbestimmung und Kreativität wieder neu aufleben könnten – New Work, die neue Arbeit, ist also die, welche der Mensch wirklich will und die ihm Freude bereitet oder zumindest einen sinnstiftenden Nutzen hat.

Arbeitsmodelle im Wandel: Was ist Arbeit 4.0?

Seit dem Begründen des Begriffs hat sich einiges in der Arbeitswelt getan. Vor allem der rasante Umbruch, der mit der Digitalisierung und dem technischen Fortschritt einhergeht, hat die Bedeutung des Konzepts nochmals gewandelt. New Work hat sich zu einem Schlüsselbegriff etabliert, der die weitreichende Transformation der Arbeitswelt vollumfänglich beschreibt. Doch um welche Transformationen handelt es sich konkret?

  • Digitalisierung: Neue technische Möglichkeiten prägen die Arbeitswelt. Algorithmen, Künstliche Intelligenz und Softwares entschlacken Arbeitsprozesse zunehmend. Damit geht eine Änderung der klassischen Aufgabengebiete einher. Maschinen können einzelne Arbeitsschritte oder ganze Prozesse übernehmen, was ebenfalls Auswirkungen auf das Aufgabenspektrum einzelner Beschäftigter hat. Das Internet und neue Telekommunikationskanäle ermöglichen zudem eine globale Kommunikation in Echtzeit.
  • Weltweite Vernetzung: Das Projektteam muss schon lange nicht mehr im selben Büro sitzen, um produktiv zusammenarbeiten zu können. Chats, Voice-over-IP und Co. ermöglichen eine grenzenlose Vernetzung, die neue Möglichkeiten eröffnet.
  • Agilität und Disruption: Schrittweiser Wandel und Entwicklungen weichen und machen Platz für rasante, bahnbrechende Neuerungen, die die gesamte Arbeitswelt betreffen und nachhaltig prägen können. Das erfordert mehr Agilität, um auf diese Veränderungen reagieren zu können.

Einzelne Maßnahmen des New-Work-Konzepts versuchen nun, diesem Wandel zu begegnen. Arbeit 4.0 schafft neue Modelle, die sich einerseits am Puls der Zeit bewegen und andererseits den Wünschen der Arbeitnehmer entgegenkommen.

Jobsharing, Digitalisierung und Homeoffice: Epochale Neuerungen

New Work bezeichnet die Arbeit, welche dem Menschen wirklich Spaß macht und in welcher er einer Art Selbstverwirklichung nachgehen kann. Diese beiden Merkmale von New Work decken sich deutlich mit den Wünschen und Bedürfnissen der Generationen, die langsam den Arbeitsmarkt erobern. War es für die Babyboomer (Geburtsjahrgänge 1955 bis 1969) noch von großer Relevanz, möglichst früh nach dem Eintritt ins Erwerbsleben eine Familie zu gründen und ein Eigenheim zu bauen, hat sich diese Prämisse längst geändert.

Spätestens seit der Generation Y – die nicht umsonst einen Namen trägt, der wie das englische „why“ (warum?) klingt – haben andere Werte an Wichtigkeit gewonnen. Selbstbestimmung, Freiheit sowie sinnstiftende Tätigkeiten, die nicht alleine dem Broterwerb dienen, bestimmten den Alltag. Statussymbole, wie beispielsweise ein Geschäftswagen, haben Konkurrenz bekommen:

  • Sabbaticals und freie(re) Arbeitszeitgestaltung
  • örtliche Flexibilität
  • flache Hierarchien

sind nur ausgewählte Beispiele für die Wünsche der jungen Generation.

New Work: Potenzialentfaltung vs. Karriere machen

Der Begriff von New Work setzt sich mit den sich wandelnden Wünschen und Bedürfnissen der Arbeitnehmer auseinander. Im Rahmen von „Neuer Arbeit“ sollen Arbeitsmodelle geschaffen werden, die den sich ändernden Bedürfnissen der Arbeitnehmer entgegenkommen. Mit einem wesentlichen Ziel: Die Mitarbeiter zufrieden stimmen. Nicht erst seit gestern ist bekannt, dass die Mitarbeiterzufriedenheit einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens hat.

Moderne Internetkonzerne und Digitalisierungsunternehmen wie Facebook oder Google machen es vor. Aber: Natürlich müssen in einem solchen Fall auch die Beschäftigten zum Unternehmen passen. Das bedeutet, dass Arbeitsumfeld und Berufsalltag mit den Wünschen der Mitarbeiter konform gehen sollten. Traditionelle Branchen, beispielsweise eine Bank, in der die gute alte Kleiderordnung einen festen Platz hat, werden sich schwerer tun, moderne bzw. vollkommen flexible Arbeitsformen einzuführen.

Kein Unternehmen ist gleich: Individuelle Arbeitsmodelle entwickeln

Aber gerade das macht das Konzept von New Work aus. Es gibt kein New-Work-Korsett, das einer Organisation übergestülpt werden kann. Vielmehr liegt es an den Unternehmen selbst, individuelle New-Work-Maßnahmen zu implementieren. So wird es möglich, die Wünsche der Mitarbeiter zu berücksichtigen und deren Potenzial voll auszuschöpfen. Dafür gibt es unterschiedliche Beispiele:

  • Homeoffice: Die örtliche Freiheit, wo gearbeitet werden kann und darf, hat einen positiven Einfluss auf die Haltung der Mitarbeiter. Homeoffice-Varianten sind nicht nur familienfreundlich, sondern auch verhältnismäßig leicht umsetzbar – gerade auch in klassischen Firmenmodellen.
  • Flexible Arbeitszeiten: Auch hier steht der zentrale Aspekt der Freiheit des Mitarbeiters ganz weit vorn. Der klassische 9-to-5-Job hat ausgedient. Längst ist bekannt, dass es Unterschiede im Biorhythmus gibt (Stichwort Lerchen und Eulen), die auch einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit jedes Einzelnen haben.
  • Selbstorganisiertes Arbeiten: Nicht in jedem Unternehmen ist es möglich, den Mitarbeitern die maximale Freiheit zum selbstorganisierten Arbeiten zu geben. Eine offene Feedbackkultur, in der Ihr Team eigene Wünsche formulieren kann, ist bereits ein Anfang. So lässt sich die Eigeninitiative der Mitarbeiter fördern. Das kann sukzessive ausgebaut werden.

Arbeit 4.0: Was ist mit der Work-Life-Balance geschehen?

Auch wenn die jüngeren Generationen Y und Z mehr Wert auf ein Leben neben der Arbeit legen, lässt sich zugleich eine interessante Feststellung machen. Moderne Kommunikationsmittel wie Smartphones und Tablets, die praktisch überall Arbeits-E-Mails empfangen können, machen es schwieriger, Arbeit und Freizeit- bzw. Familienleben strikt voneinander zu trennen.

In jüngster Zeit hat sich der Terminus des „Work-Live-Blending“ etabliert. Weniger eine Balance zwischen Arbeit und Privatleben, denn eine Verschmelzung der privaten und der beruflichen Sphäre ist damit gemeint. Das hat nicht nur etwas mit der ständigen Erreichbarkeit aufgrund moderner technischer Möglichkeiten zu tun.

Viele – vor allem junge und hippe Unternehmen – aus der IT- und Kreativbranche setzen auf eine aktive Vermischung von Freizeit und Arbeit. Büroräume, die an eine Wohngemeinschaft erinnern, oder Teambuilding-Events, die den Aktivitäten innerhalb eines Freundeskreises gleichen, sind typische Beispiele von Work-Live-Blending, einer weiteren erwähnenswerten Entwicklung innerhalb des New-Work-Konzepts. Auch hierbei gilt die Devise: Passt die Attitüde der Mitarbeiter zur Firmenphilosophie, profitieren Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen von den Möglichkeiten der „Neuen Arbeit“.

Autorin: Johanna Wirsing

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