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Motivationskiller im Büro: Leistungsverluste durch fehlenden Ansporn

© Anson0618 – Shutterstock
Motivationskiller

Der perfekte Zustand für jeden Vorgesetzten ist eine Abteilung voller Mitarbeiter, die motiviert und mit Höchstleistung arbeiten. Nicht nur situationale Gegebenheiten beeinflussen die Effizienz der Beschäftigten, auch die Personen selbst steuern, wie produktiv ihre Arbeit ist. Dabei bestimmen verschiedene Faktoren, wie viel Energie Arbeitnehmer investieren und wie viel Einsatz sie im Arbeitsalltag zeigen. Die Arbeitsumstände im Unternehmen lassen sich oft leichter verändern als die verschiedenen Persönlichkeitsmerkmale der Mitarbeiter. Aus diesem Grund sehen Arbeitgeber hier einen Ansatzpunkt, um Motivationskiller zu beseitigen sowie Arbeitnehmer zu animieren und zu motivieren. Dieser Artikel bietet Ihnen eine Übersicht über Quellen des Motivationsverlusts und potenzielle Wege, Motivationskillern entgegenzuwirken.

Motivation am Arbeitsplatz: Was bewirkt Motivation im Job?

Die Vorstellung vom idealen Arbeitsplatz ist in ständigem Wandel. Immer neue Erkenntnisse über die Bedürfnisse von Mitarbeitern lenken das Bild des perfekten Büros und der optimalen Arbeitsumstände. Dabei ist der Grundgedanke sehr basal: Die Gegebenheiten am Arbeitsplatz sollten die Motivation der Arbeitnehmer fördern. Motivationskiller haben in einem modernen Büro also nichts verloren.

Und das aus einem guten Grund: Ist die Motivation der Mitarbeiter groß, steigen die Produktivität und die Effizienz im Unternehmen. Arbeitnehmer, die ein persönliches Interesse an den Inhalten ihres Jobs haben, leisten mehr und zeigen häufiger und zudem größeres Engagement. Gerade deshalb erhält Motivation im Büro als Antrieb und Ressource eine große Bedeutung. Vorgesetzte sollten Rahmenbedingungen und Regelungen am Arbeitsplatz aus diesem Grund so gestalten, dass sie Angestellte motivieren und positiv beeinflussen.

Prinzipiell lässt sich zwischen zwei Arten der Motivation unterscheiden: Die intrinsische und die extrinsische Motivation. Im Gegensatz zur intrinsischen wird die extrinsische Motivation durch äußere Einflüsse erhöht. Beispielsweise erreicht ein Vorgesetzter durch Belohnungen, dass Angestellte eine Aufgabe erfüllen. In diesem Fall wird die extrinsische Motivation der Mitarbeiter durch die Belohnung erhöht. Die intrinsische Motivation liegt dagegen im Interesse und den Wünschen eines Arbeitnehmers selbst.

Beide Formen der Motivation lassen sich beeinflussen. Arbeitgeber sollten jedoch zunächst herausfinden, ob Mitarbeiter bereits eine intrinsische Motivation besitzen, bevor sie durch äußere Anreize motivieren. Belohnungen und ähnliche Mittel zeigen nicht die gleichen Effekte, wenn ein Angestellter schon von sich aus Interesse an einer Aufgabe zeigt. Vorgesetzte sollten daher die Einstellungen und Bedürfnisse ihrer Arbeitnehmer kennen, um geeignete Maßnahmen zur Motivationsförderung ergreifen zu können.

Motivationskiller: Wann sinkt die Motivation bei Mitarbeitern?

Auch wenn Arbeitgeber die Motivation ihrer Mitarbeiter durch verschiedene Maßnahmen fördern können, ist es zunächst wichtig, Motivationskillern entgegenzuwirken. Denn: Solange negative Faktoren die Arbeit der Angestellten beeinflussen, bleiben fördernde Mittel erfolglos. Das Locken mit Anreizen ist somit überflüssig, wenn Vorgesetzte bestimmte Umstände nicht ändern und an die Bedürfnisse der Arbeitnehmer anpassen.

Grundsätzlich gilt, dass der Austausch zwischen Arbeitgeber und seinen Angestellten die Basis für Produktivität und Erfolge darstellt. Weiß der Vorgesetzte nichts von den Wünschen und Ansprüchen seiner Mitarbeiter, kann er nichts an den Bedingungen im Unternehmen ändern. Die Kommunikation und eine funktionierende Feedback-Schleife sind maßgebend. Auf diese Weise können Arbeitgeber Motivationskiller ausfindig machen und Motivationsverluste beheben.

Was sind die schlimmsten Motivationskiller am Arbeitsplatz?

Je nach Unternehmen und Art der Arbeit lassen sich verschiedene Formen von Motivationskillern erkennen. Unter Umständen können diese von Firma zu Firma stark variieren. Einige Motivationskiller betreffen jedoch fast jedes Unternehmen und wirken für alle Arbeitnehmer gleich. Vorgesetzte sollten diese Faktoren identifizieren und schnellstmöglich handeln, da Motivationskiller gravierende Folgen für die Firma und den Unternehmenserfolg haben können.

  • Druck: Alles scheint nur schleppend voranzugehen und Aufgaben bleiben oft liegen? Durch Antreiben, Drohen und ständiges Überprüfen kann Druck helfen, Erfolge zu erzielen. Aber nur für kurze Zeit: Die Motivation von Mitarbeitern sinkt, wenn sie dauerhaft unter Druck stehen. Dieser Stress kann außerdem auch zu körperlichen sowie psychischen Problemen und Belastungen führen, beispielsweise einem Burn-out.
  • Unter- und Überforderung: Die Fähigkeiten des Mitarbeiters bestimmen, welche Aufgaben er übernimmt. Die Passung zwischen Anforderungen und Fertigkeiten des Arbeitnehmers sind ausschlaggebend für seine Motivation, Leistung zu erbringen. Langweilen sich Angestellte im Büro, arbeiten sie weniger effektiv, da sie keine Herausforderung für sich erkennen. Doch auch überfordernde Tätigkeiten führen zu Motivationsverlusten: ausbleibende Erfolge senken den Antrieb und verringern die Effektivität der Arbeit.
  • Organisation: Organisatorische und technische Fehler passieren – senken jedoch die Motivation der Mitarbeiter. Da es durch Komplikationen häufig zu Verzögerungen kommt, halten sie Angestellte auf und bringen ihre Arbeit ins Stocken. Das Gleiche gilt für erfolglose oder chaotische Meetings oder eine fehlerhafte Aufgabenzuteilung. Durch eine optimale Strukturierung der Arbeitsabläufe erhöht sich auch die Motivation der Arbeitnehmer. Diese können sich komplett auf ihre Aufgaben konzentrieren, wenn sich die grundlegenden Vorgänge flüssig abspielen.

Diese Faktoren betreffen vor allem die Struktur eines Unternehmens. Daneben existieren auch weitere Aspekte, auf die Vorgesetzte achten sollten. Motivationskiller verstecken sich häufig in unauffälligen Bereichen und gewohnten Abläufen im Büro. Deshalb sollten Arbeitgeber Vorgänge und den Aufbau bzw. die Struktur einer Firma gründlich untersuchen.

Die schlimmsten Motivationskiller: Was verringert den Arbeitsansporn?

Neben strukturellen Gegebenheiten kommt es auch durch fehlerhafte Feedbackprozesse zu Motivationsverlusten. Der Antrieb der Mitarbeiter verringert sich unter anderem auch durch mangelnde Rückmeldung und Wertschätzung. So verbergen sich auch in den verschiedenen Facetten des Umgangs mit Angestellten Motivationskiller.

  • Lob: Im Alltag der Arbeitnehmer laufen einige Prozesse ganz selbstverständlich ab. Mitarbeiter erledigen bestimmte Aufgaben, ohne dafür Rückmeldung zu erhalten. Dabei gilt gerade dieses Feedback häufig als motivierend. Bleibt Lob für gelungene Tätigkeiten aus, sinkt der Ansporn, den Erfolg zu wiederholen. Die Erwartung einer Belohnung – beispielsweise in Form von Lob – ermuntert Angestellte und erhöht die Arbeitsmotivation. Das Ausbleiben einer entsprechenden Würdigung entmutigt und demotiviert Arbeitnehmer.
  • Gehalt: Positives Feedback und regelmäßige Rückmeldungen zeigen Mitarbeitern, dass Vorgesetzte Interesse an ihrer Arbeit haben und diese wertschätzen. Neben diesem Austausch dient jedoch auch das Gehalt als Zeichen der Anerkennung. Steht das Einkommen eines Angestellten nicht im Verhältnis zu seiner Leistung, kann das zu Frustration und Verlust von Motivation führen. Eine angemessene Bezahlung ist somit essenziell.
  • Kommunikation: Die Kommunikation zwischen Arbeitgeber und -nehmer ist facettenreich. Vorgesetzte müssen beispielsweise Aspekte wie Häufigkeit der Kommunikation, Kommunikationsmittel und Umgangston korrekt und ansprechend gestalten. Durch einen ausgewogenen Austausch fühlen sich Mitarbeiter akzeptiert und vor allem als Teammitglied geschätzt. Außerdem erhalten Arbeitgeber in der Kommunikation mit ihren Angestellten wertvolle Informationen über ihre Bedürfnisse. Auf diese Weise beugen Vorgesetzte Motivationsverlusten vor.

Die Aufgabe, alle Ansatzpunkte genau zu untersuchen, ist anspruchsvoll. Allerdings profitieren Arbeitgeber und Personalverantwortliche von einer Verbesserung der Umstände. Motivationskiller im Büro senken nicht nur die Produktivität und Effizienz, sie verringern auch die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. Jedoch ist nicht nur eine hohe Fluktuation die Folge geringer Arbeitsmotivation: Konsequenzen zeigen sich in verschiedenen Bereichen und vor allem in unterschiedlichem Ausmaß.

Motivationsverlust und seine Folgen: Konsequenzen für das Unternehmen

Motivationskiller senken den Antrieb der Mitarbeiter. So erreichen Angestellte bei niedriger Motivation nicht ihre Bestleistung und arbeiten weniger effektiv. Auf Dauer hat der geringe Antrieb aber auch weitreichendere Folgen. Ein Motivationsdefizit verursacht sowohl auf individueller Ebene wie auch für das Unternehmen Probleme, die Arbeitgeber aufwendig beheben müssen.

Mitarbeiter leiden auf unterschiedliche Art und Weise unter dem mangelnden Antrieb. Zunächst sinkt die Motivation, überhaupt ins Büro zu kommen. Die Erwartungen an die Arbeit verringern sich und der Beschäftigte gerät unter Umständen in einen Teufelskreis. Bei geringer Arbeitsmotivation bleiben berufliche Erfolge in der Regel aus. So fehlt auch zukünftig der Ansporn, Leistung zu erbringen.

Ohne Erfolge und positive Rückmeldung verändert sich zudem der Umgang mit Stress und Anforderungen am Arbeitsplatz. Mitarbeiter können negative Einflüsse schlechter kompensieren und leiden auch gesundheitlich unter den Bedingungen. Als Konsequenz fallen sie gesundheitsbedingt aus oder entwickeln dauerhafte Beeinträchtigungen. Folgen für das Unternehmen sind somit unter anderem:

  • Fluktuation
  • sinkende Produktivität und Effizienz
  • finanzielle Einbußen
  • negatives Image nach außen (Stichwort: Employer Branding)
  • Beeinträchtigung zukünftiger Entwicklung

Bestehen in einer Firma mangelhafte Arbeitsbedingungen und sind Mitarbeiter demotiviert, spricht sich das schnell herum. Ein Unternehmen entwickelt so einen schlechten Ruf und wird als Arbeitgeber unattraktiv. Auch in Hinblick auf die zukünftige Entwicklung sollten Vorgesetzte deshalb Motivationskiller beseitigen. Folgen von Motivationsverlusten sind weitreichend und im Voraus nicht berechenbar.

Motivationskillern entgegenwirken: Wie Sie Motivation säen und Leistung ernten

Vorgesetzte sollten frühzeitig eingreifen und weitere Verluste von Antrieb und Motivation verhindern. Nachdem Arbeitgeber die Motivationskiller im Unternehmen identifiziert haben, können sie gezielt ansetzen, um ihnen entgegenzuwirken. Schon einige Schritte helfen, die Situation zu verbessern und Mitarbeiter zu motivieren.

Motivationskiller beseitigen: Als Vorgesetzter ein Vorbild sein

Zunächst sollten Vorgesetzte prüfen, ob sie selbst das Verhalten zeigen, das sie von ihren Mitarbeitern erwarten. Dabei geht es nicht nur um Leistung: Arbeitgeber sollten nicht nur in ihrer Produktivität ein Beispiel sein, sondern auch in ihrer Art, ihre Arbeit aufzuteilen. Da Motivation nur erhalten bleibt, wenn die Balance zwischen Arbeit und Entspannung gegeben ist, sollten Vorgesetzte diese vorleben.

So sollten Arbeitgeber nicht nur auf ihren Umgang mit den Mitarbeitern und eine angemessene Struktur achten. Aktivitäten, die die Motivation steigern, müssen ebenso vorgelebt werden. Dabei spielen unter anderem soziale Interaktion, Bewegung und Flexibilität eine wichtige Rolle. Arbeitgeber erleichtern ihren Angestellten die Umsetzung motivationsfördernder Tätigkeiten, wenn Sie das gewünschte Verhalten vorleben.

Motivationskillern entgegenwirken: Den Arbeitsalltag motivierend gestalten

Neben der Art und Weise, wie Vorgesetzte als Vorbild Motivation zeigen, helfen weitere Ansätze, Motivationskiller zu beseitigen. Da sich Motivationsverluste durch unterschiedliche Faktoren ergeben, variieren auch die Gegenmaßnahmen je nach Unternehmen. Grundsätzlich sind jedoch einige Komponenten zentral für den Erhalt beziehungsweise die Steigerung von Motivation unter den Mitarbeitern.

  • Zielklärung: Damit Teamprojekte, Arbeits- und Zeitaufteilung funktionieren, müssen Arbeitgeber und- nehmer zunächst die gemeinsamen Ziele klären. Vorgesetzte sollten sich Zeit für eine ausführliche und unter Umständen gemeinschaftliche Planung nehmen. Dabei hilft es, Ziele eindeutig zu formulieren, um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Kapazitäten identifizieren: Um eine Unter- oder Überforderung der Mitarbeiter zu verhindern, ist es sinnvoll, die Fähigkeiten und Kenntnisse der Angestellten zu kennen. Gleichzeitig sollten Vorgesetzte einen Überblick darüber haben, welche Aufgaben zu erfüllen sind. Eine ideale Zuteilung der Aufträge an die entsprechenden Mitarbeiter ermöglicht, dass die zuständigen Arbeitnehmer motiviert bleiben und ihre Aufgaben gewissenhaft erledigen.
  • Unternehmenskultur verinnerlichen: Jede Firma besitzt eine Philosophie, auf die das Unternehmen aufbaut. Diese Grundidee beinhaltet Werte und Normen, die die Firma großschreibt. Um die Motivation der Arbeitnehmer zu fördern, hilft es, diese Unternehmenskultur in den Köpfen der Mitarbeiter zu verankern. Auf diese Weise sehen sich die Angestellten eher als Gemeinschaft, für die es sich lohnt, Leistung zu erbringen. Als Team mit dem gleichen Zielgedanken lassen sich Pläne effektiver verwirklichen.

Flexibilität und Kommunikation gelten ebenso als Ansatzpunkte für eine Motivationssteigerung. Um Motivationskiller aus dem Arbeitsalltag zu entfernen, ist es förderlich, Mitarbeitern Eigenständigkeit zuzuschreiben. Beschäftigte, die so weit wie möglich selbst entscheiden können, wann, wie und wo sie arbeiten, agieren motivierter.

Da Vorgesetzte ihnen so Vertrauen und Verantwortung entgegenbringen, zeigen sich Arbeitnehmer gewissenhafter und pflichtbewusst. Durch eine regelmäßige und offene Kommunikation bleiben Arbeitgeber und Mitarbeiter intensiv im Austausch, um Fragen zu klären und Probleme zu lösen. Auf diese Weise lässt sich ein weiterer Motivationskiller umgehen.

Autor: Redaktion Personalwissen

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