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So steigern Sie die Motivation älterer Mitarbeiter

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Motivation älterer Mitarbeiter

Der demographische Wandel zeigt sich nicht zuletzt in der Arbeitnehmerstruktur der Unternehmen. So können mittlerweile einige Angestellte der eigene Großvater oder Vater sein. Sie arbeiten mehr als 20 Jahre in einem Betrieb, über das eigentliche Rentenalter hinaus und bleiben der Unternehmensleitung dadurch über viele Jahre erhalten. Die Motivation älterer Mitarbeiter ist ein wichtiger Teilaspekt in der erfolgreichen Unternehmensführung. Über die erfahrenen Arbeitnehmer ergibt sich ein enormer Fundus an Erfahrung sowie an Ruhe und Gelassenheit. Im Gegenzug dazu können Best Ager auch einige Probleme mit sich bringen, gerade wenn sie sich gegen innovative Entwicklungen sperren in der Hoffnung, endlich das Rentenalter zu erreichen.

    Warum sind ältere Mitarbeiter unverzichtbar für ein Unternehmen?

    Der Großteil der Unternehmer und Personaler konzentriert sich auf die jungen aufstrebenden und überaus motivierten Mitarbeiter. Dabei vergeben sie personelle Ressourcen, die ungenutzt im eigenen Betrieb verbleiben.

    Aufstiegschancen und die Aussicht auf eine Erhöhung der Lohnzahlung führen bei den Älteren nur bedingt zum Erfolg. Es müssen andere Strategien her, die eine zielgerichtete, nachhaltige Motivation älterer Mitarbeiter gewährleisten. Zunächst sollten Unternehmer feststellen, was den älteren Mitarbeitern am meisten Spaß macht und was sie im Unternehmen besonders motiviert.

    Tipp: Nutzen Sie das enorme Know-how für Ihr Unternehmen und setzen Sie ältere Mitarbeiter in der Ausbildung und Weiterbildung der jüngeren Arbeitnehmer und Auszubildenden ein. In diesem Bereich können sie ihr Wissen weitergeben und andere motivieren, ihr Bestes zu geben.

    Was tun, wenn die Motivation älterer Mitarbeiter sinkt?

    Stellen Sie als Unternehmer fest, dass Ihre älteren Mitarbeiter nur noch dem Tag der Rente entgegensehnen und nicht mehr bereit sind, vollen Einsatz für den Betrieb zu zeigen, sollten Sie schnellstmöglich ein offenes Gespräch führen. Dabei ist es nicht in jedem Fall einfach, die Situation als solches zu erkennen und konkret anzusprechen. Motivation ist an dieser Stelle großgeschrieben und sollte Kritik ablösen. Es bringt nichts, einen 55- bis 60-jährigen Mitarbeiter in seinen Grundfesten zu kritisieren und an seine Verantwortung zu appellieren. Genau dieses negativ ermahnende Gespräch kann auf die psychische und mentale Gegenwehr stoßen und somit das genaue Gegenteil bewirken.

    Betroffene Mitarbeiter machen vollkommen zu, überstrapazieren Krankheitstage und bauen eine negative Grundhaltung auf. Stattdessen ist es empfehlenswert, an die ursprünglichen Werte und Ziele der Mitarbeiter zu appellieren. Frei nach dem Motto „Sie waren immer einer der Besten“ wecken Unternehmer in einem offenen Gespräch die Motivation der älteren Mitarbeiter.

    • „Lassen Sie uns gemeinsam ihre ursprünglichen Ziele verfolgen.“ oder
    • „Zeigen Sie den Jungen, wo es langgeht?“
    Hinweis: Das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf dem Wettbewerb innerhalb des Unternehmens.

    Probleme im Arbeitsalltag und im Umgang mit älteren Mitarbeitern bewältigen

    In vielen Fällen können ältere Mitarbeiter gar nicht dieselbe Leistungsfähigkeit bringen wie die jüngeren. Das zielt auf ihren körperlichen und psychischen Zustand ab. Unternehmer müssen mit einem erhöhten Krankenstand rechnen und können ältere Mitarbeiter nur bedingt belasten. An dieser Stelle sollte ein Unternehmer und Personaler darüber nachdenken, wie er die veränderte Leistungsfähigkeit seiner älteren Mitarbeiter an die jetzige Ist-Situation anpasst.

    Tipp: Bieten Sie Zeiten für Erholung und Entspannung während des Arbeitstages an.

     

    Vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit, die alltägliche Arbeit neu zu sortieren und auf das Alter der Mitarbeiter anzupassen. Außendienstmitarbeiter, die über Jahre viele Stunden im Wagen verbracht haben und heute mit enormen Rückenbeschwerden zu kämpfen haben, können im Alter im Inneneinsatz eingesetzt und auf andere Projekte umgelenkt werden. Diese Orientierung gilt für den Arbeitsplatz mit

    • höhenverstellbaren Tischplatten und Schreibtischen
    • Arbeitsplatzbrillen
    • Förderungsmöglichkeiten,

    deren Kosten das Unternehmen trägt. An dieser Stelle sollten Sie keinesfalls unterschätzen, wie sehr ältere Mitarbeiter diesen Einsatz für sich zu schätzen wissen. In jedem Fall sind sie dann stärker bereit, das Beste für ihren Job zu geben.

    Der gemeinsame Weg in die digitale Zukunft

    Eine der größten Hürden stellt sich für viele ältere Mitarbeiter über die digitale Umstellung dar. Nicht selten erfinden sich Betriebe und Unternehmen vollkommen neu, um mit der Zeit zu gehen und nachhaltig eine Chance auf wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Nicht in jedem Fall hat die gesamte Belegschaft Lust auf diesen doch recht aufwändigen Umstellungsprozess. Hier ist es nicht immer die beste Entscheidung, ältere Arbeitnehmer gegen jüngeres Personal auszutauschen.

    Eine Pauschalformel für die Motivation im Laufe dieser Wandlungsprozesse gibt es nicht. Die Unternehmensleitung und Personaler können eigentlich nichts weiter machen, als die Notwendigkeit der vorhergehenden Maßnahmen zu erläutern. An dieser Stelle sollten Sie immer wieder an die Vorbildfunktion der älteren Mitarbeiter appellieren. Schließlich bringt es für die gesamte Belegschaft Probleme, wenn der Älteste nicht mitzieht.

    Seminare und Weiterbildung zur Motivation älterer Mitarbeiter

    Achtung: An dieser Stelle können wir nur davor warnen, Lerngruppen bestehend aus älteren und jüngeren Teilnehmern aufzubauen. Denn: Ältere Mitarbeiter lernen langsamer und anders. Am Ende langweilen sich die jungen Mitarbeiter und die Älteren kommen überhaupt nicht mehr mit. Natürlich gibt es auch unter der älteren Belegschaft absolute Technik- und IT-Freaks. Der Regelfall ist das aber nicht.

     

    Nicht zu vernachlässigen ist die nachlassende Gedächtnisleistung im zunehmenden Alter. Aus rein körperlicher Perspektive sind ältere Mitarbeiter gar nicht in der Lage, mit den Jungen mitzuhalten und enorm hohe Dosen an neuem Wissen aufzunehmen, zu verarbeiten und im Endeffekt erfolgreich anzuwenden. Im Gegenzug dazu stimmen Sie die Lerneinheiten auf das Alter der gesamten Belegschaft ab, setzen in der Motivation älterer Mitarbeiter auf mehrere Wiederholungen und Praxisbeispiele, die im Endeffekt die Anwendung deutlicher machen.

    Nachhaltige Motivation älterer Mitarbeiter: Lassen Sie niemanden zurück!

    In der Motivation älterer Mitarbeiter geht es darum, niemanden zurückzulassen. Vielen Angestellten ist es äußerst peinlich, mit der aktuellen Software oder dem System nicht mehr umgehen zu können. Sie verdrängen ihre Defizite aus Angst, im Arbeitsalltag nicht mehr Schritt halten zu können. Das kostet nicht nur Motivation, sondern auch wertvolle personelle Ressourcen. Dementsprechend suchen Angestellte zum Teil kreative Wege, ihr Unwissen oder Defizit zu vertuschen.

    Die Panik in Verbindung mit Computern und PCs geht auf unterschiedliche Ursachen zurück:

    • Einige haben Angst, den Computer oder die Software zu beschädigen.
    • Andere kommen mit der enormen Geschwindigkeit einiger Programme und Anwendungen einfach nicht zurecht.
    Tipp: Wer sich motivierte Mitarbeiter in allen Teilen der Belegschaft wünscht, konstatiert eine individuelle Unternehmensführung, gibt differenzierte Denkanstöße und teilt der älteren Belegschaft die Aufgaben zu, die sie problemlos und mit Motivation erledigen kann.

     

    Im Endeffekt sind die jahrelange Erfahrung im Unternehmen, das Know-how und die Gelassenheit der älteren Mitarbeiter für den nachhaltigen Erfolg unbezahlbar.

    Autor: Redaktion Personalwissen

    Siegel

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