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Mobile Recruiting: Definition, Beispiele und mehr – das müssen Personaler wissen

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Mobile Recruiting

Mobile Recruiting nimmt bei der Personalbeschaffung einen immer größeren Stellenwert ein. Doch worum handelt es sich bei dem sogenannten mobilen Rekrutieren überhaupt?

In diesem Artikel lesen Sie Wissenswertes rund um Mobile Recuriting, Recruiting-Trends und wie die Smartphone-Nutzung die Personalabteilung zunehmend verändert.

Was ist Mobile Recruiting: Definition und Grundlegendes

Beim Mobile Recruiting handelt es sich um eine moderne Methode des internetbasierten Rekrutierens, auch E-Recruiting genannt. Diese Art der Personalbeschaffung erfolgt nicht klassisch über Stellenanzeigen in Print- oder Onlinemedien, sondern ermöglicht die direkte Ansprache der Bewerber über mobile Endgeräte. Dazu zählen:

  • Smartphone
  • Tablet
  • Netbooks etc.

Der klare Vorteil vom Mobile Recruiting: Potenzielle neue Mitarbeiter werden genau da abgeholt, wo sie sich häufig aufhalten – im Internet surfend mit einem mobilen Endgerät. Die Zahlen sprechen für sich: Die Anzahl der Smartphone-Nutzer steigt in Deutschland beständig. Einer Studie von Statista zufolge waren es im Jahr 2009 lediglich 6,31 Millionen User. Ein deutliches Plus prägt die Erhebung im Jahr 2018, wonach bereits 57 Millionen Menschen regelmäßig zum Smartphone greifen.

Auch Unternehmen und insbesondere deren Personalabteilungen haben die Relevanz der mobilen Personalbeschaffung erkannt. Eine Studie der Uni Bamberg in Kooperation mit der Stellenbörse Monster hat ergeben, dass die Bedeutung von Mobile Recruiting deutlich zunimmt: Von den Top-1.000-Unternehmen haben 72,2 % die Wichtigkeit dieser zeitgemäßen Rekrutierungsmöglichkeit erkannt. Doch ganze 53,6 % der befragten Unternehmen bieten gar kein Mobile Recruiting an.  Das ist gerade im Hinblick auf einen Mangel an geeigneten Kandidaten nicht ganz nachvollziehbar.

Mobile Recruiting: Chancen für Unternehmen

Mit dem Einsatz von Mobile Recruiting gehen zahlreiche Vorteile einher, von denen Betriebe gerade in Zeiten des War for Talents profitieren können. Mobiloptimierte Personalbeschaffungsmethoden haben einen merklichen Einfluss auf die Bewerberreichweite. Die konkrete Umsetzung des mobilen Recruitings muss gar nicht unbedingt durch spezifische Apps geschehen, sondern kann auf Basis bewährter Online-Stellenbörsen erfolgen. Diese haben ohnehin eine hohe organische Reichweite und bieten standardmäßig Stellenanzeigen, die für die mobile Ansicht optimiert sind. Durch eine geschickte Keyword-Einflechtung steigt die Kandidatenreichweite also enorm.

Liest ein potenzielles neues Teammitglied die Job-Annonce, die im Rahmen des Mobile Recruiting ihren Weg auf das Smartphone oder das Tablet gefunden hat, muss nur noch die „Conversion“, also die Bewerbung, erfolgen. Das heißt:

  1. Der Kandidat richtet seine Aufmerksamkeit auf eine Stellenanzeige
  2. Er fühlt sich von dieser angesprochen
  3. Der Kandidat bewirbt sich, wird zum Bewerber und somit zum potenziellen neuen Mitarbeiter

Der Bewerbungsprozess kann mit einem wesentlichen Merkmal überzeugen: Einfach und schnell soll es gehen. Hier gibt es deutliche Parallelen zur kommerziellen Internetnutzung. Auch beim Onlineshopping mag es der User so schnell und so einfach wie möglich – am besten mit nur einem Klick. Mobile Recruiting ist also eine Chance, auf die sich ändernden Bedürfnisse der modernen, digitalen Gesellschaft einzugehen. Eine Möglichkeit, die Unternehmen nutzen sollten – auch um als moderner und attraktiver Arbeitgeber im Sinne des Employer Branding wahrgenommen zu werden.

Herausforderungen bei der Personalbeschaffung über mobile Endgeräte

Mobile Recruiting bietet viele Vorteile, die Umsetzung des mobilen Rekrutierens ist für ein Unternehmen jedoch auch mit einigen Herausforderungen verbunden. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen haben zum einen nicht immer die personellen Ressourcen zur Verfügung, um die Recruiting-Kanäle adäquat zu betreuen.

Zum anderen sind Mobile-Recruiting-Maßnahmen nicht gerade günstig. Wer beispielsweise in einer mobil optimierten Stellenbörse inserieren will, hat zwei Alternativen zur Auswahl. Kostenfreie Stellenanzeigen, die mit der Zeit nach hinten rutschen, sowie prominent platzierte Stellenausschreibungen. Diese sind jedoch kostenpflichtig und belasten das HR-Budget.

Möchte ein Unternehmen spezifische Mobile-Recruiting-Lösungen, die eigens auf den individuellen Betrieb abgestimmt sind, wird es noch teurer: Dann müssen aufwendige technische Lösungen her, die mitunter erst programmiert oder ins IT-System implementiert werden.

Mobile Recruiting umsetzen: Darauf sollten Sie achten

Nicht immer müssen es eigens angefertigte QR-Scan-Lösungen oder individualisierte Software-Optionen sein. Standardmäßige Web-Optimierungen und kleinere Anpassungen der Webseite haben bereits einen positiven Einfluss auf die Candidate Experience beim Bewerben.

Gibt es spezielle Bewerberseiten, so sollten der Video-Content sowie bewerberspezifische Blogbeiträge mobil optimiert sein. Müssen Interessierte erst aufwendig scrollen, um Inhalte lesen und Videos ansehen zu können, hinterlässt das keinen positiven ersten Eindruck. Auch diese Maßnahmen erweisen sich als praktisch:

  • Sharing-Möglichkeiten schaffen: Wenn Stellenanzeigen einfach via Klick als E-Mail oder über WhatsApp versendet werden können, ist das ein großer Vorteil. Auch interessant. Die Option, Stellenausschreibungen zu „spreaden“ – also über einen Button per Mausklick in den Social Media zu teilen.
  • Kurzbewerbungen sind willkommen: Es liegt auch an den Unternehmen selbst, im Rahmen des Personalmarketings zu kommunizieren. Interessierte dürfen nicht den Eindruck bekommen, dass schnelle Bewerbungen, die über Mobile-Recruiting-Kanäle eingehen, als Bewerbungen zweiter Klasse behandelt werden.

Dass Mobile-Recruiting-Maßnahmen mehr als wichtig sind, bekräftigt auch die Studie Mobile Recruiting 2017, die von der Hochschule RheinMain und dem Onlineportal meinestadt.de durchgeführt wurde. Befragt wurden mehr als 1.000 Fachkräfte, von denen 46,6 % schon einmal eine Bewerbung abgebrochen haben, da der Bewerbungsprozess nicht ausreichend mobil optimiert war. Eine erschreckende Bilanz, wenn man bedenkt, wie händeringend einige Branchen nach geeigneten Bewerbern suchen.

Sonderfall Ausbildungsmarketing: Warum Mobile Recruiting hier noch wichtiger ist

Die Personalbeschaffung von Fach- und Führungskräften unterscheidet sich merklich von der Gewinnung von neuen Auszubildenden. Das liegt sowohl an der Altersstruktur der Zielgruppe als auch an der Anzahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte. Auch der Trend zur zunehmenden Akademisierung macht sich auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar. Laut einer Erhebung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks planen aktuell zwei Drittel der Schulabgänger, ein Studium zu absolvieren, und nur ein Drittel beginnt eine Berufsausbildung. Vor zehn Jahren war das noch umgekehrt.

Unternehmen müssen also gerade beim Ausbildungsmarketing viel daran setzen, als echte Alternative zu einem Studium wahrgenommen zu werden. Besonders dabei gilt es, sich als zeitgemäßer Arbeitgeber zu präsentieren, der weiß, worauf die Priorität der Auszubildenden liegt.

Wirft man einen erneuten Blick auf die Zahlen der Smartphone-Nutzer, fällt auf, dass nahezu jeder junge Mensch im Besitz eines Smartphones ist. Rund 95 % der 14- bis 29-Jährigen nutzen ein solches Gerät. Um diese Zielgruppe über ihr präferiertes Device zu erreichen und Ausbildungsnachwuchs zu rekrutieren, müssen Unternehmen tätig werden: Mobile Recruiting wird gerade im Ausbildungsmarketing immer wichtiger. Dabei geht es darum, einerseits technische Weichen zu stellen, andererseits sollten auch die Inhalte auf die junge Zielgruppe abgestimmt sein.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

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