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Wie Sie Mobbing am Arbeitsplatz erkennen und Lösungen finden

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Mobbing am Arbeitsplatz

Die Arbeitswelt bietet reichlich Gelegenheit für Konflikte, Diskussionen und Auseinandersetzungen, was nicht selten in Mobbing am Arbeitsplatz mündet. In den meisten Fällen verlaufen diese vollkommen friedlich und beide Parteien fällen einen Kompromiss, mit dem Sie zufrieden sind. Doch was passiert, wenn einer der Mitarbeiter immer benachteiligt wird? Das Ganze fängt mit übler Nachrede an und festigt sich bis hin zum schwerwiegenden Problem, das der gesamten Belegschaft einen herben Dämpfer versetzt. Wie Sie Mobbing am Arbeitsplatz erkennen, damit umgehen und außerdem schwerwiegende Probleme am besten handeln, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

    Definition: Was ist Mobbing am Arbeitsplatz?

    Mobbing am Arbeitsplatz steht unter anderem für die üble Nachrede und die damit einhergehende Belästigung einzelner Angestellter. So selten, wie man gemeinhin denkt, treten diese Situationen gar nicht mehr auf. Im Arbeitsschutzgesetz gibt es einen bestimmten Absatz zu dieser Problematik. Das Wort selbst kommt aus dem Englischen „mob“, was so viel wie Gesindel oder Pöbel bedeutet. Machen wir daraus wiederum ein Verb, setzen wir damit die deutsche Übersetzung „angreifen“ oder „bedrängen“ gleich.

    Das Landesarbeitsgericht in Schleswig-Holstein hat Mobbing als eine Form konfliktbelasteter Situation definiert. Das Ziel dabei ist es, eine Person oder eine Personengruppe auszugrenzen und zudem zu belästigen. So gibt es beim Mobbing Opfer und Täter. Der Täter hat sein Ziel erreicht, wenn sein Opfer, also der Gemobbte, das Unternehmen verlässt.

    Hinweis: Mobbing am Arbeitsplatz durch den Chef wird mit Bossing beschrieben. So geht die Belästigung und Unterdrückung von der Führungskraft aus. Die Arbeitnehmer haben keine Chance, sich aufgrund der Firmenhierarchie gegen die Sticheleien zu wehren. Beim Staffing handelt es sich wiederum um das Mobbing unter den Angestellten unterschiedlicher Abteilungen oder Teams.

    Mobbing am Arbeitsplatz – Anzeichen richtig deuten

    In den meisten Fällen verläuft ein schmaler Grat zwischen einem heftigen Streit und einer Auseinandersetzung und dem konstanten Mobbing, das die Arbeitnehmer enorm belastet. Zumeist wird eine ganz bestimmte Person drangsaliert und belästigt. So würde zum Beispiel der Chef nicht die gesamte Belegschaft kritisieren, sondern sich immer eine Person heraussuchen und diese spontan angreifen, ohne dafür relevante Gründe zu nennen oder überhaupt zu haben.

    Ferner verläuft das Mobbing am Arbeitsplatz in den meisten Fällen systematisch und regelmäßig. Mit konstruktiver Kritik hat dieses Verhalten freilich nichts zu tun. Das Ziel ist eindeutig: Das Opfer soll aus einer Position verschwinden. Damit einher gehen ein respektloses Verhalten und eine offene Zurschaustellung der Abneigung, die der Mobber gegenüber seinem Opfer hat. Eine letzte Voraussetzung für das Mobbing am Arbeitsplatz ist die Regelmäßigkeit, in denen die Handlungen stattfinden. In den meisten Fällen leiden die Opfer tagtäglich unter den Drangsalierungen im Unternehmen.

    Wo kommt es zu Mobbing am Arbeitsplatz?

    Im Jahr 2002 ist der „Mobbing-Report“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgekommen. Erschreckenderweise musste man feststellen, dass 2,7 % der deutschen Angestellten unter dem Mobbing über einen gewissen Zeitraum gelitten haben. Kurzzeitig von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen waren 11,3 % der Angestellten. In den meisten Fällen war der Mobber zudem der Vorgesetzte, der Gruppenleiter oder ein Kollege. Dabei hat sich eine Risikogruppe herauskristallisiert, zu der Personen unter 25 Jahre und über 55 Jahren gehören. Besonders junge Angestellte und ältere Kollegen gehören häufiger zum Ziel von Mobbingattacken am Arbeitsplatz.

    Außerdem haben weibliche Angestellte ein 75 % höheres Risiko, Opfer der Attacken am Arbeitsplatz zu werden. Gerade soziale und öffentliche Berufe im Verkauf sind der häufigste Ort für Mobbing. Dennoch lässt es sich nicht ausmachen, dass eine Branche vom Mobbing vollkommen ausgenommen ist.

    Mobbing am Arbeitsplatz: Beispiele für Unterdrückung

    Es gibt unterschiedliche Szenarien,

    • die vom Arbeitsalltag
    • der Freizeit
    • über den Pausenraum
    • bis hin zu den Gesprächen unter den Kollegen führen.
    Achtung: Hier gilt es für Sie als Führungskraft, Augen und Ohren offen zu halten, um derlei Tendenzen bereits im Keim zu ersticken.

     

    Die typische Form der Angriffe zeigt sich vor allen Dingen in der immerwährenden Kritik, die überdies auch in das Privatleben übergreift. Damit einher gehen abwertende Blicke und Gesten, lautes Anschreien und die vollkommene Verweigerung von Kontakt. Nicht selten kommt es in diesem Zusammenhang außerdem sogar zu Telefonterror.

    So werden zum Beispiel bestimmte Gerüchte über einen Arbeitnehmer in Umlauf gebracht. Andere ahmen die Stimme des Opfers nach und machen sie im Kreise des Teams lächerlich. Das schadet dem sozialen Ansehen im Unternehmen und dem Privatleben und kann ernst zu nehmende Konsequenzen für die Betroffenen nach sich ziehen. In einigen besonders extremen Fällen kommt es des Weiteren zu sexuellen Belästigungen.

    Mobbing am Arbeitsplatz – was tun?

    Auch wenn sich in den meisten Fällen das Mobbing auf die Arbeit fokussiert, tragen die Opfer in sehr heftigen Situationen einen gesundheitlichen Schaden davon. Extrem-Mobbing sind die Fälle, in denen die Täter ihren Opfern einen Denkzettel verpassen wollen und zu Handgreiflichkeiten übergehen. Sie als Unternehmensführer sollten ein Fingerspitzengefühl für die gesamte Belegschaft entwickeln und vor allen Dingen für klare und faire Arbeitsstrukturen sorgen. Ein extremes Arbeitspensum, eine unklare Struktur, ein Gerangel um Positionen oder Entscheidungen, welche die Angestellten obendrein nicht nachvollziehen können, bilden immer wieder einen Herd für Mobbing am Arbeitsplatz durch Kollegen.

    Dazu gesellen sich gesellschaftliche Probleme, die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren und in einen finanziellen Notstand zu gelangen. Die Folgen können immens für die Betroffenen sein und von einem psychischen Schaden über körperliche Krankheiten hin reichen. Kreislaufprobleme, Magengeschwüre, stetige Kopfschmerzen, Schwindel und chronische Essstörungen sind die Folgen von Extrem-Mobbing.

    Bei Mobbing am Arbeitsplatz ist die Krankschreibung eine unmittelbare Folge, wenn die Arbeitnehmer private Probleme haben, psychische und physische Folgen davontragen.

    Wichtiger Hinweis: Eines sollte an dieser Stelle feststehen, Mobbing am Arbeitsplatz ist strafbar und kann mit einer Anzeige geahndet werden.

    Schnelle Hilfe bei Mobbing am Arbeitsplatz durch Vorgesetzte

    Prävention und Bekämpfung von Mobbing am Arbeitsplatz ist eine Ihrer Pflichten als Führungskraft. Nicht zu unterschätzen ist der enorme Imageschaden, den ein Unternehmen davonträgt, wenn bekannt wird, wie die Kollegen miteinander umgehen. Von enormer Wichtigkeit ist es daher, dass Sie bei Kenntnis eines entsprechenden Falls diesen analysieren und sanktionieren. Hier müssen Sie unter allen Umständen durchgreifen, um ein Zeichen zu setzen. In besonders vertrackten Fällen können sogenannte Mentoren und externe Personen in das Unternehmen kommen, um eine Lösung für den Konflikt herbeizuführen.

    Die beste Gegenmaßnahme gegen das Mobbing am Arbeitsplatz ist die Prävention und die Vorbeugung. Versuchen Sie, die Konflikte zwischen den Mitarbeitern schnellstmöglich zu schlichten und eine Entscheidung zu finden, mit denen alle zufrieden sind. Definieren Sie Fehler in den Arbeitsstrukturen und korrigieren Sie sie zeitnah. Verteilen Sie die Aufgaben gleichmäßig und sorgen Sie in jedem Arbeitsprozess für Transparenz. Sensibilisieren Sie den gesamten Mitarbeiterstab zum Thema Mobbing und entwickeln Sie feine Antennen, die Ihnen auf zwischenmenschlicher Ebene weiterhelfen.

    Autor: Redaktion Personalwissen

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