• 0228 / 95 50 160
Marken der Personalwissen Familie

Mitarbeiterzufriedenheit steigern: So funktioniert‘s

© Picture-Factory / Fotolia
Mitarbeiterzufriedenheit

Mitarbeiter sind das Herz eines Unternehmens. Denn: Mit Ihnen steht und fällt alles. Dies zeigt sich vor allem im Rahmen des Fachkräftemangels, bei dem sich qualifizierte Arbeiter – je nach Branche – ihre Arbeitsstätte geradezu aussuchen können. Dabei werden neben offensichtlichen Auswahlkriterien wie Gehalt und Standort auch immer mehr weiche Pull-Faktoren wie Work-Life-Balance und Fortbildungsmöglichkeiten wichtiger. Wie Sie auch in Ihrem Unternehmen die Mitarbeiterzufriedenheit steigern können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

    Warum sollten Sie auf die Mitarbeiterzufriedenheit achten?

    Heutzutage haben viele Unternehmen große Schwierigkeiten, vakante Positionen zu besetzen. Der herrschende Fachkräftemangel führt dazu, dass gut ausgebildete Mitarbeiter immer schwieriger zu finden sind. Vor allem im Baugewerbe oder in der Pflegebranche wird händeringend nach Personal gesucht.

    Für Firmen wird es daher immer wichtiger, gute und attraktive Rahmenbedingungen für ihre Mitarbeiter zu schaffen. Denn bis heute gilt die allbekannte Faustregel: Mehr Mitarbeiterzufriedenheit führt auch zu mehr Arbeitsproduktivität. Das wiederum lockt auch mehr Bewerber ins Unternehmen, was im Sinne des Employer Brandings ebenfalls von großer Relevanz ist.

    Mitarbeiterzufriedenheit messen: So geht’s

    Die Zufriedenheit der Beschäftigten ist – wie schon dargelegt – ein wichtiger Faktor, den Unternehmen bei ihrer Personalführung beachten sollten. Dafür gilt es zunächst, den Status quo festzustellen: Wie zufrieden sind meine Mitarbeiter überhaupt?

    Folglich stellt sich jedoch die Frage, wie die Mitarbeiterzufriedenheit am besten zu messen ist. Unterschieden werden hierbei zwei Messarten: Erstens die direkte und zweitens die indirekte Messung:

    • Direkte Messung: Hierunter versteht man vor allem Mitarbeiterbefragungen, die dazu dienen, die Diskrepanz zwischen Erwartung und Erfahrung zu erfragen. Das bedeutet, dass die Befragten in einem Fragebogen zu Protokoll geben, wie sie sich einen guten Arbeitsplatz vorstellen und inwieweit ihre derzeitige Arbeitsplatzsituation diese Vorstellung widerspiegelt. Je größer die Diskrepanz zwischen Erwartung und Erfahrung, desto höher ist die Mitarbeiterunzufriedenheit. Falls dies eintritt, sollten die Wünsche der Mitarbeiter dringend in Betracht gezogen werden.
    • Indirekte Messung: Hierunter fallen gewissen Kennzahlen, die in indirekte Verbindung zur Mitarbeiterzufriedenheit gesetzt werden können. Dazu gehören beispielsweise der Fluktuationsgrad, die Fehl- und Krankheitstage, die Performance in Form von erfüllten Zielvereinbarungen, die Fehlerrate und die Einstellungserfolge.

    Am besten ist es, beide Methoden gemeinsam bei der Beurteilung der Mitarbeiterzufriedenheit in Betracht zu ziehen. Während eine Befragung der Mitarbeiter nützlich sein kann, um konkrete Verbesserungswünsche herauszufinden, können indirekte Messungsmethoden eher als Erfolgs- oder Warnsignale verstanden werden.

    Tipp: Sinnvoll ist es zudem, auf anonymisierte Feedback-Methoden zurückzugreifen – so erhalten Sie authentischere Rückmeldung.

    So steigern Sie die Mitarbeiterzufriedenheit

    In diesem Beitrag wurden bisher verschiedene Punkte genannt, die darlegten, weshalb es wichtig ist, auf die Zufriedenheit des Personals zu achten und wie diese Zufriedenheit gemessen werden kann. Nachdem diese Punkte geklärt sind, bleibt noch offen, welche Maßnahmen durchgeführt werden können, wenn die Kennzahlen der Mitarbeiterzufriedenheit nicht in dem Maße befriedigend sind, wie sich das ein Unternehmen wünscht. Daher werden nun konkrete Handlungsbeispiele aufgezeigt, die darlegen, wie Sie als Personaler für eine bessere Stimmung und mehr Zufriedenheit unter den Mitarbeitern sorgen.

    Grundlage hierfür ist die Studie von Abraham Maslow aus dem Jahre 1954, die zum Ziel hatte, grundlegende Bedürfnisse und Motivationen von Menschen herauszufinden. Als Ergebnis seiner Forschungsstudie präsentiert Maslow fünf unterschiedliche Motive, die das Verhalten eines Menschen bestimmen. Diese sind in Pyramidenform aufgebaut:

    1. Physiologische Bedürfnisse (ganz unten): Menschen haben Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung und Wohnung. Diese müssen erfüllt sein, damit sich ein Mensch überhaupt existieren und sich ansatzweise entfalten kann.
    2. Sicherheitsbedürfnisse: Sicherheit stellt für einen Menschen ein elementares Bedürfnis dar. Schutz vor Gefahr, Vorsorge und Angstfreiheit sind Grundvoraussetzungen dafür, dass sich ein Mitarbeiter überhaupt seinen Tätigkeiten widmen kann.
    3. Soziale Bedürfnisse: Das Ziel, einer Gruppe zugehörig zu sein und anerkannt zu werden, ist auf der dritten Ebene zu verorten. Auch sie sind ein Elementarbedürfnis, das erfüllt sein muss, damit ein Mitarbeiter sein volles Potenzial ausschöpfen kann.
    4. Individualbedürfnis: Alle Menschen sind unterschiedlich. Daher haben sie auch ganz unterschiedliche Ziele: Das Streben nach Stärke und Unabhängigkeit gehört ebenso zu dieser Kategorie wie beispielsweise Freiheit und Wertschätzung.
    5. Selbstverwirklichung (Pyramidenspitze): Hierunter versteht man das Bedürfnis, sich selbst zu finden und seine Fähigkeiten ausleben zu können. Das Hauptcharakteristikum dieser Kategorie ist das Streben, die eigene Persönlichkeit entfalten und das ganze Potenzial ausschöpfen zu können.

    5 Praxistipps: Führen durch Zufriedenheit

    Aus diesen Erkenntnissen lassen sich verschiedene Vorschläge ableiten, die Sie in Ihrem Unternehmen verwirklichen können, damit die Mitarbeiter noch zufriedener mit ihrer Arbeitsplatzsituation sind:

    • Tipp 1: Achten Sie auf gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen. Hierunter fallen beispielsweise ergonomische Arbeitsplätze, gesunde Ernährung, adäquate Beleuchtung oder attraktive Sportangebote.
    • Tipp 2: Geben Sie Ihren Mitarbeitern ein gutes Sicherheitsgefühl. Unbefristete Arbeitsverträge und eine leistungsgerechte sowie branchenübliche Entlohnung geben den Beschäftigten ein Gefühl von Sicherheit – daher sollten Sie diese Punkte genauso beachten, wie zum Beispiel offene und transparente Mitarbeitergespräche, die auch zu einem besseren Sicherheitsgefühl beitragen können.
    • Tipp 3: Hören Sie zu und fördern sie Teambuilding-Maßnahmen. Wie die dritte Ebene von Maslow darlegte, ist die Erfüllung sozialer Bedürfnisse eine Hauptkomponente eines zufriedenen Mitarbeiters. In diesem Kontext bietet es sich an, regelmäßig Betriebsausflüge zu planen oder Aufenthaltsräume einzurichten. Nur ein Mitarbeiter, der sich in seinem Team wohlfühlt, ist auch ein glücklicher Mitarbeiter.
    • Tipp 4: Schenken Sie Ihren Mitarbeitern bei positiver Leistung Anerkennung. Wer sich nicht anerkannt fühlt, verliert bald die Lust, sich für seine Arbeit ins Zeug zu legen. Daher ist es bei der Personalführung auch zu bedenken, positive Anreize für gute Leistungen zu setzen. Beispiele sind hierfür Lob und Auszeichnungen, Gehaltserhöhungen oder Boni.
    • Tipp 5: Sorgen Sie für attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten. Wenn sich das Personal mit seinen Fähigkeiten und Wünschen selbst entfalten können soll, braucht es genügend Möglichkeiten, individuelle Akzente zu setzen. Daher sollten interne oder externe Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten zu einem erfolgreichen Personalmanagement gehören.

    Diese Anregungen dienen als Inspiration für Maßnahmen, die die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen. Dadurch können Sie nicht nur von einer besseren Stimmung unter den Beschäftigten profitieren, sondern auch von mehr Produktivität am Arbeitsplatz.

    Fazit

    Auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu achten, lohnt sich in jedem Fall. Denn: Wer sich am Arbeitsplatz gut aufgehoben fühlt, kommt nicht nur gerne zur Arbeit, sondern arbeitet besser und trägt das positive Gefühl auch nach außen. Davon profitieren schlussendlich Sie und das gesamte Unternehmen, das als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird.

    Autor: Redaktion Personalwissen

    Siegel

    Sie haben Fragen? Rufen Sie uns an.
    0228 / 95 50 160