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5 Dinge, die Sie über Mitarbeiterbindung wissen müssen

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Betriebsklima, Mitarbeiterbindung

Rekrutierung – egal, ob sie nun intern oder extern ist – geht mit einem gewissen Aufwand einher. Sinnvoller erscheint es da, bestehende Mitarbeiter zu halten und im besten Falle dazu zu motivieren, langfristig in der Firma zu bleiben. Wenn es dann noch gelingt, dass Beschäftigte positiv über das eigene Unternehmen als Arbeitgeber sprechen, wurde alles richtig gemacht. Worauf alles fußt? Auf der Mitarbeiterzufriedenheit und der Mitarbeiterbindung. In diesem Artikel lesen Sie fünf Dinge, die Sie über Mitarbeiterbindung wissen müssen.

1. Definition: Mitarbeiterbindung – was ist das?

Fehlender Nachwuchs aufgrund des demografischen Wandels und der „War for Talents“ hinterlassen ihre Spuren: In vielen Branchen suchen Unternehmen händeringend nach geeignetem Personal. Anstatt den Aufwand zu betreiben und neue Mitarbeiter zu rekrutieren, liegt es nahe, bestehende Beschäftigte mittel- bis langfristig im Unternehmen zu halten. Damit gehen verschiedene Vorteile einher:

  • Kosten reduzieren: Es ist deutlich wirtschaftlicher, bereits eingelernte Kräfte, die mit der Unternehmenskultur vertraut sind, im Unternehmen zu behalten, anstatt neue zu rekrutieren. Recruiting ist nicht nur zeit-, sondern auch ressourcenaufwendig.
  • Betriebsklima verbessern: Bleibt die Fluktuation gering, können sich Teams miteinander entwickeln. Das wirkt sich auch positiv auf die Stimmung im Betrieb aus: Ein gesundes Betriebsklima resultiert in motivierten und leistungsstarken Mitarbeitern.
  • Arbeitgeberattraktivität steigern: Verweilen Beschäftigte länger in einem Unternehmen und fühlen sie sich respektiert, abgeholt und wertgeschätzt, wird sich das auch auf das Employer Branding auswirken. Zufriedene Mitarbeiter empfehlen ihr Unternehmen weiter – die Arbeitgeberattraktivität steigt an, wodurch Nachwuchsprobleme in den Hintergrund rücken.

Die Mitarbeiterbindung ist also gerade in Zeiten des Fachkräftemangels von großer Relevanz. In einigen, oftmals größeren Unternehmen gibt es bereits Teams, die sich ausschließlich um das sogenannte Retention (engl.: Bindung) Management kümmern.

Im Zentrum des Interesses stehen beim Retention Management vor allem spezifische Maßnahmen, die dazu beitragen, die Mitarbeiterbindung zu erhöhen: Corporate Benefits, arbeitnehmerfreundliche Arbeitszeitmodelle und sogenannte Incentives (engl.: Anreize).

2. Effektive Maßnahmen: Personalbindung durch Anreizsysteme

Um die Mitarbeiterbindung zu erhöhen bzw. aufrechtzuerhalten, können spezifische Maßnahmen ergriffen werden. Im Großen und Ganzen ist die Personalbindung aber durchaus komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Alle Boni der Welt sind wirkungslos, wenn sich ein Mitarbeiter im Unternehmen nicht wohlfühlt. Kurzum: Die Mitarbeiterbindung ist das Resultat eines großen Ganzen, bestehend aus verschiedenen Bestandteilen:

  • Wertschätzung durch das Unternehmen: Sind fähige Persönlichkeiten in Führungspositionen? Gibt es neben Tadel auch Lob vonseiten der Geschäftsführung?
  • Zusammenhalt der Mitarbeiter: Ist das Betriebsklima angenehm? Herrscht eine offene Kommunikationskultur? Können sich Beschäftigte auf ihre Kollegen verlassen?
  • Äußere und innere Rahmenbedingungen: Gibt es flexible Arbeitszeiten? Ist das Unternehmen familienfreundlich? Ist das Firmengelände gut zu erreichen?
  • Lohn bzw. Gehalt: Erhalten die Mitarbeiter eine leistungsgerechte Vergütung? Haben Sie genügend Urlaubstage für Regeneration zur Verfügung?

Einige Dinge, wie die Lage des Unternehmens können nicht geändert werden – andere schon. Hier sind die einzelnen Abteilungen gefragt: Sie können bzw. sollten ihren Beitrag zu diesem großen Ganzen leisten. Die Unternehmenskultur muss in jeder einzelnen Abteilung hochgehalten und gelebt werden. Nur so kann die Mitarbeiterzufriedenheit gewährleistet werden, die schlussendlich die Beschäftigten an Ihr Unternehmen bindet.

3. Mitarbeiterbindung: Strategien, Konzepte und Beispiele

Es gibt verschiedene Instrumente und Strategien bzw. Konzepte, um die Personalbindung zu erhöhen. In großen Unternehmen setzt das Retention Management zunächst einmal auf Mitarbeiterumfragen, in denen der Bedarf analysiert wird: Welche Dinge wünschen sich die Beschäftigten im Arbeitsalltag? Das können sowohl monetäre Anreize als auch betriebliche Rahmenbedingungen (beispielsweise Urlaub, Arbeitszeit) sein. Auch Büroausstattung oder bestimmte gesunde Kantinen-Angebote können vom Personal als Benefit wahrgenommen werden. Regelmäßige, anonyme Umfragen ermitteln die Bedürfnisse der Belegschaft und können entsprechend umgesetzt werden.

In kleinen oder mittelständischen Unternehmen besteht die Möglichkeit, dass solche Umfragen wenig Erkenntnisse bringen. Mitarbeiter zieren sich – aus Angst vor Sanktionen – ehrlich zu antworten. Oftmals fehlen auch schlicht und ergreifend die personellen Ressourcen, um Mitarbeiterbefragungen durchzuführen. Trotzdem können bereits einige wesentliche Änderungen bzw. Modifizierungen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein, um die Mitarbeiterbindung zu stärken:

  • Flexible Arbeitszeitenmodelle: Familie und Beruf zu vereinbaren, stellt eine der größten Hürden auf dem heutigen Arbeitsmarkt dar – insbesondere für Frauen. Flexible Arbeitszeitlösungen und Homeoffice-Möglichkeiten sind ein wesentlicher Punkt, um die Personalbindung zu erhöhen.
  • Attraktives Arbeitsumfeld: Das fängt bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes an, geht über die Erlaubnis, den Hund mit zur Arbeit zu nehmen, und endet bei einer vollausgestatteten Teeküche und gemeinsamen Lunch-Breaks. Prominente Beispiele sind hier Start-ups oder Internetfirmen aus dem Silicon Valley, so wie Google oder Facebook.
  • Betriebliche Altersvorsorge: Klassisch und sinnvoll – betriebliche Rentenangebote oder auch vermögenswirksame Leistungen erweisen sich ebenfalls als passable Methode, die Mitarbeiterbindung zu intensivieren.

4. Mitarbeiterbindung im Detail: Das sollten Sie nicht vergessen

Gerade wenn es darum geht, als Unternehmen langfristig auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen, ist es ratsam, eine Strategie zur Mitarbeiterbindung auszuarbeiten. Einzelne Maßnahmen können kurzen Erfolg versprechen – im Großen und Ganzen sollte die Personalbindung jedoch planvoll erfolgen. Dabei muss nicht nur die personelle, sondern auch die finanzielle Situation des Unternehmens im Blick behalten werden – Ressourcen stehen nirgendwo unbegrenzt zur Verfügung.

Auch die Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterstruktur spielt eine wichtige Rolle. So sollten Anreizsysteme immer zur jeweiligen Zielgruppe passen. Schließlich muss auch sie von den Maßnahmen des Retention Managements angesprochen werden. Das heißt konkret: Einzelne Mitarbeiterbindungsmaßnahmen müssen zu Ihren Beschäftigten passen. In aller Regel wird es wenig Sinn ergeben, in einem Start-up auf Rückengymnastik-Angebote in der Mittagspause zu setzen. Mehr Anklang finden in diesem Umfeld Zuschüsse zu den ÖPNV-Abos oder die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten.

5. Selektive Mitarbeiterbindung: Wen halten?

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Frage „Wen will ich eigentlich im Unternehmen behalten?“. Hier erweist es sich als sinnvoll, vor allem High Potentials, Fach- und Führungskräfte sowie sonstige Leistungsträger in den Fokus zu nehmen.

Aber Achtung: Eine Zweiklassen-Gesellschaft soll keineswegs entstehen. Im Gegenteil: Die Mitarbeiterbindung ist nur fruchtbar, wenn sich niemand der Belegschaft benachteiligt fühlt. Ebenfalls möglich ist, dass Personalbindung auch auf schwächere Beschäftigte eine positive Auswirkung hat – wenn diese durch entsprechende Förderung ihre Leistung massiv steigern können, ist ebenfalls viel gewonnen.

Im Hinblick auf die Personalbindung gilt also durchaus abzuwägen, welche Maßnahmen Sinn ergeben. Hierbei müssen sowohl die Möglichkeiten des eigenen Unternehmens im Blick behalten werden als auch die Wünsche und Bedürfnisse der Belegschaft. Eines steht dabei fest: Starre Strukturen haben ausgedient. Wer sich am Puls der Zeit bewegt, setzt auf eine nachhaltige Mitarbeiterbindung.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

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