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MINT-Berufe: Was steckt dahinter?

© Eisenhans/Fotolia
MINT-Berufe, Student

Wer heute Stellenanzeigen durchsieht, dem fällt eine Sache ins Auge: Personen, die einem der vielfältigen MINT-Berufe nachgehen, sind begehrt. Aber was steckt eigentlich hinter der Begrifflichkeit „MINT“ und welche Berufe werden so dringend gesucht? Spielen diese Berufsgruppen auch in der Zukunft noch eine wichtige Rolle? Antworten auf diese und weitere Fragen rund um die Bedeutung der MINT-Sparte finden Sie im nachfolgenden Artikel.

Was sind MINT-Berufe: Definition

Bei dem Begriff MINT handelt es sich um ein Akronym, das sich aus den Anfangsbuchstaben bestimmter Berufsarten bzw. -sparten zusammensetzt:

  • Mathematik
  • Informatik
  • Natur- und Ingenieurwissenschaften
  • Technik

Obwohl die Berufsgruppen kaum gemeinsamen Inhalt besitzen und sich thematisch nicht unbedingt überschneiden, lässt sich eine Parallele erkennen: Viele Unternehmen sind auf der Suche nach Fachkräften aus diesen Sachgebieten.

Interessant: Bei den MINT-Berufen handelt es sich nicht nur um Tätigkeiten, für die eine akademische Ausbildung notwendig ist. Etwa 84 Prozent aller Positionen sind auch mit einer Ausbildung zu erreichen und bieten häufig gute Möglichkeiten für einen Aufstieg auf der Karriereleiter.

MINT-Berufe: Vielfältig und dringend gesucht

Von den ca. 44 Millionen Berufstätigen in Deutschland, arbeiten etwa 9,52 Millionen in MINT-Berufen. Dieser hohe Anteil macht die Sparte für Berufseinsteiger und Arbeitnehmer, die sich neu orientieren wollen, sehr attraktiv.

Da viele der MINT-Erwerbstätigen in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen, deutet sich eine Entwicklung an: Die Zahl an offenen Stellen in diesem Sektor ist steigend. Die Chance auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis in einem der Berufe der MINT-Sparte wird also immer höher.

Große Palette an Berufsbildern aus dem MINT-Sektor

Die unterschiedlichen Fachgebiete, aus denen sich die MINT-Sparte zusammensetzt, beinhalten verschiedene Schwerpunkte und damit eine Vielfalt von Berufsbildern. Neben Tätigkeiten in der Informatik und Elektrotechnik, zählen auch Arbeitsfelder der Physik und Mathematik sowie der Biologie und der Chemie zur MINT-Sparte. Zum Themenbereich Naturwissenschaften gehören übrigens auch Medizin und Pharmazie, die man vielleicht nicht gleich mit dem MINT-Bereich in Zusammenhang bringt.

Außerdem stellen technischen Berufe einen weiteren Zweig der MINT-Sparte dar. Etwa 86 Prozent aller Arbeitnehmer im MINT-Sektor sind Techniker und auch auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich diese Verteilung deutlich: 91 Prozent der zu Verfügung stehenden Stellen, entfallen auf den technischen Bereich. Ausbildungsberufe in dieser Fachrichtung sind sehr vielfältig und haben unterschiedliche Kernpunkte. Ausbildungsberufe wie

  • Anlagenmechaniker
  • Mechatroniker
  • Metallbauer
  • Industriemechaniker

lassen sich als Beispiele für Tätigkeiten aus dem technischen Sachgebiet anführen.

MINT-Berufe: Wie sieht die Zukunft aus?

Aktuelle Vorhersagen prognostizieren 1,38 Millionen offene Stellen in der MINT-Sparte für das Jahr 2020. Schon jetzt sind einige Tätigkeitsfelder der MINT-Berufe von einem Mangel an Fachkräften betroffen, doch dieses Problem wird sich in Zukunft noch verstärken. Da sich jedoch immer mehr Studienanfänger für einen Fachbereich des MINT-Sektors entscheiden, kommt es in den akademischen Berufsgebieten wohl weniger zu einem Fachkräftemangel.

Anders sieht es hingegen bei den Ausbildungsberufen aus: Fachpersonal wird hier in der Zukunft fehlen und dringend gesucht werden. Die etwa 23 Prozent aller Erwerbstätigen in Lehrberufen, welche als spezielle Fachkräfte gelten, werden einer Statistik der Agentur für Arbeit zufolge noch begehrter sein. Mit einer zusätzlichen Weiterbildung, wie beispielweise einer Meisterausbildung, verfügen sie über weitere wichtige Fähigkeiten.

Gerade in den oben erwähnten technischen Berufen, aber auch in der Informatik oder Mathematik sowie den anderen MINT-Berufen gelten ausgebildete Fachkräfte als begehrt. Durch das Fortschreiten des demografischen Wandels, wird sich die Situation zukünftig noch verschärfen. So werden immer mehr Stellen frei und Ausbildungsstellen bleiben offen.

Die Bedeutung von Frauen für den MINT-Sektor

Nur etwa 15 Prozent der Arbeitnehmer in MINT-Berufen sind weiblich. Zwar ist der Anteil an Frauen im MINT-Sektor minimal gestiegen, jedoch bleibt er bisher sehr gering. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Tätigkeit in der Sparte attraktiver zu machen, müssen die Bedingungen an die Bedürfnisse der Erwerbstätigen angepasst werden.

Arbeitgeber müssen Frauen mehr Möglichkeiten bieten, ihre Familie und ihren Beruf vereinbaren zu können. Das Interesse an einem Wandel dieser Voraussetzungen für Frauen wird in Zukunft wohl noch weiter steigen.

Gender Pay Gap in MINT-Berufen

Nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss also verbessert werden. Auch Gehaltsunterschiede machen sich im MINT-Sektor bemerkbar. Um die Sparte für Frauen attraktiver zu machen, müssen sich die Konditionen, zu denen Frauen arbeiten, denen der Männer angleichen. Laut Statista verdient beispielsweise eine Ingenieurin im Vertrieb jährlich momentan noch rund 10.000 Euro weniger als ein Mann in der gleichen Position – eine deutliche Gender Pay Gap macht sich hier bemerkbar.

MINT-Berufe: Ausbildung und Entwicklungsmöglichkeiten

Die MINT-Sparte bietet sehr unterschiedliche Berufsmöglichkeiten und umfasst verschiedene Themengebiete. Für den Großteil der Stellen legt die Ausbildung die fachliche Basis. Um keine falschen Erwartungen zu wecken, sollten Ausbildungsbetriebe den Schwerpunkt der dualen Berufsausbildung klar herausstellen.

Die Ausbildung als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung lässt sich in der IT-Abteilung eines großen Unternehmens und ebenfalls bei einem Software-Entwickler machen. Auch wenn das Berufsbild dasselbe ist, wird es dennoch unterschiedliche Tätigkeitsschwerpunkte geben.

Wichtiger Hinweis: Nach einer abgeschlossenen Ausbildung bieten sich oft weitere Aufstiegsmöglichkeiten. Es bestehen häufig verschiedene Optionen für fachspezifischen Weiterbildungen oder einen passenden Studiengang, mit dem eine weitere Qualifikation erreicht werden kann. Auch solche Möglichkeiten sollten im Rahmen eines erfolgreichen Employer Brandings kommuniziert werden.

 

Autor: Redaktion Personalwissen

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