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Endlich! – Potenziale für Ihr Unternehmen durch den Laissez-faire-Führungsstil

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Laissez-faire-Führungsstil

Der Begriff Laissez-faire kommt aus dem Französischen und lässt sich mit „lassen Sie machen“ oder „lassen Sie laufen“ übersetzen. Diese Redewendung entstammt der französischen Phraseologie und konnte bis zum heutigen Tag in die deutsche Sprache übernommen werden. Wenden wir diese Eigenschaften auf den Führungsstil an, kommen wir in der Unternehmensführung an, in der niemand aus dem Kreis der Vorgesetzten in die Arbeitsabläufe eingreift. Die Mitarbeiter haben quasi freies Spiel, wenn es darum geht, ihren Arbeitsalltag zu gestalten, um die anvisierten Ziele zu erreichen. In diesem Artikel erfahren Sie, ob der Laissez-faire-Führungsstil auch für Ihr Unternehmen einsetzbar ist.

Welches Konzept steckt hinter dem Laissez-faire-Führungsstil?

Der Ursprung des Laissez-faire-Führungsstils ist dem Sozialpsychologen Kurt Lewin zuzuschreiben. Er hat im Rahmen von Feldexperimenten die Leistungen von Jugendlichen unter unterschiedlichen Führungsstilen untersucht. Am Ende der Skala erscheint der Laissez-faire-Stil. Man verordnete den Vorgesetzten absolute Passivität, wenn es um die Verteilung von Verantwortungen und Entscheidungen geht. Das gewährleistet maximale Handlungsfreiheit und die Möglichkeit, als Mitarbeiter die Aufgaben selbst zu verteilen und zu erledigen.

Im Rahmen dieses lockeren Führungsstils geht es also in erster Linie darum, seine Arbeitsumgebung so zu gestalten, wie sie einem gefällt. Die Vorgesetzten wünschen sich eine gesteigerte Motivation und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter, denen man so viele Freiheiten gewährleistet, wie sie brauchen.

Die wichtigsten Charaktereigenschaften beim Laissez-faire-Führungsstil sind:

  • eine geringe Anteilnahme am Arbeitsablauf,
  • eher unklare und grobe Aussagen sowie
  • ein neutraler Umgang mit Mitarbeitern, die in ihrem Zuständigkeitsbereich eine vollkommene Freiheit genießen.

„Laissez-faire“ in der Praxis: Probleme und Risiken des Führungsstils

Überall da, wo eigenständiges, autonomes und freies Arbeiten gefragt ist, bietet es sich an, einen Blick auf den Laissez-faire-Führungsstil zu werfen. Dennoch birgt diese Form der Unternehmensführung jede Menge Risiken und Gefahren mit sich, wenn zum Beispiel jegliches Feedback fehlt. Die Motivation der Mitarbeiter kann schnell sinken, wenn sie für ihre Arbeitsleistung keinerlei Honorierung erfahren. In den meisten Fällen kann Laissez-faire zu einem Verlust von Eigeninitiative führen. Dieser Prozess schleicht sich in die Unternehmensstrukturen ein. Mit anderen Worten macht der Mitarbeiter dann nur das, wofür er belohnt wird. Seine Produktivität sinkt in diesem Zusammenhang erheblich.

Ist es also ein Allheilmittel, einfach alles laufen zu lassen und die Mitarbeiterführung vollkommen abzugeben? Zu viele Freiheiten und Losgelassenheit können wertvolle Produktivität kosten. Das Gegenteil des Laissez-faire-Führungsstils ist der autoritäre Führungsstil, der in seinen Grundfesten auf Regeln und eine strikte Verteilung von Aufgaben zurückgeht, während der Unternehmer im Sinne des Laissez-fair seinen Betrieb nicht sich selbst überlässt. Wer denkt, er würde rein gar nichts mehr tun, irrt gewaltig. Auch der Verzicht auf die Führung kann eine ganz spezifische Unternehmensführung und Einflussnahme in den Betrieb bringen.

Des Mitarbeiters freier Wille

Das Hauptaugenmerk liegt auf dem freien Willen des Mitarbeiters. Vorgesetzte stehen ihm unterstützend zur Seite, um die Vorteile und die Pluspunkte herauszufiltern und bei Problemen weiterzuhelfen. Im Betriebsrat und im Arbeitsrecht sind heute klare Regelungen enthalten, die wiederum die Interessen der Mitarbeiter schützen und dem Chef nicht mehr die Befugnisse geben, über alles und jeden zu entscheiden. Jedes einzelne Mitglied im Team und Unternehmen ist als mündiger Mensch zu betrachten, demgegenüber man sich fair zu verhalten hat.

Tipp: Wer auf den Laissez-faire-Führungsstil setzt, verwendet Synonyme, wie „nicht einmischen“ oder „gewähren lassen“ – das räumt den Mitarbeitern eine maximale Freiheit ein.

 

Es gibt Branchen, in denen ein Laissez-faire-Führungsstil überhaupt nichts zu suchen hat, wie zum Beispiel

  • im Militärwesen
  • der Polizei
  • der Feuerwehr
  • oder im Rettungswesen.

Hier ist es zwingend notwendig, Anweisungen zu erhalten, diese zu befolgen und sich streng an einen vorgegebenen Plan zu halten.

Die Vorteile des Laissez-faire-Ansatzes für das eigene Unternehmen nutzen

Die Profite liegen ebenso deutlich auf der Hand. Jeder Mitarbeiter bringt sich im Sinne seiner persönlichen Stärken in das Unternehmen ein. Der Vorgesetzte gewährt ein Höchstmaß an Selbstbestimmtheit, was zu effektiveren und schnelleren Lösungen führt. Der Laissez-faire-Führungsstil fördert die Kreativität der Angestellten und das selbstbestimmte Denken, für die persönliche Kreativität und Produktivität, selbst verantwortlich zu sein. Das setzt wiederum die Gefahr, gesteckte Ziele nicht zu erreichen. Darüber hinaus können einige Mitarbeiter die ihnen gebotenen Freiheiten überstrapazieren und bis zu einem Maximum ausnutzen. Schließlich ist bei der Betrachtungsweise und Definition der Führungsstil an eine ideale Arbeitswelt gebunden, in der jeder Mitarbeiter die Lust und die Motivation hat, sich mit seinem ganzen Engagement einzubringen.

Wo kommt der Laissez-faire-Führungsstil zum Einsatz?

Andere Arbeitnehmer können mit der Dauerbelastung der Verantwortung nicht leben. Werden zum Beispiel einzelne Mitarbeiter krank, müssen die Betroffenen die Entscheidungen übernehmen. Schließlich wirkt der Vorgesetzte nicht delegierend ein. Überall dort, wo Kreativität und Innovation gefragt sind, bietet sich die Arbeitsweise des Laissez-faire an. Das ist vor allen Dingen in der PR und in der Werbebranche der Fall. Liegt das Hauptaugenmerk nicht auf akkurat ausgefüllten Tabellen und automatisierten Prozessabläufen, kann dieser freie und autonome Führungsstil entscheidende Vorteile für eine Agentur mit sich bringen.

Wichtiger Hinweis: Dennoch sollten die Angestellten das selbstständige Arbeiten gewohnt sein und die nötige Disziplin an den Tag legen. Nur dann macht es auch Sinn, gleichberechtigt nebeneinander zu stehen.

 

Insbesondere Start-ups nutzen für sich die Vorteile des autonomen und eigenständigen Handelns. Hier sind auf breiter Ebene Engagement und Vollständigkeit gefragt. Eines der typischen Beispiele für einen Laissez-faire-Führungsstil liefern Gewerkschaften, in denen es nicht darum geht, auf die Anweisungen Vorgesetzter zu reagieren, sondern sich über den Austausch von Ergebnissen die Kontrolle zu erarbeiten. Nur so ist es möglich, über den Laissez-faire-Führungsstil hin zu einer effektiveren und besseren Mitarbeiterführung zu gelangen.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

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