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Karrierewebseite: Warum Standortmarketing so wichtig ist

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Standortmarketing

Wie passen Standortmarketing und die unternehmenseigene Karrierewebseite eigentlich zusammen? Sehr gut, denn mit der Wahl eines neuen Arbeitsplatzes geht für viele potenzielle Mitarbeiter auch der Umzug an einen neuen Wohnort einher. In diesem Artikel lesen Sie, was das für Firmen und insbesondere die Karrierewebseite bedeutet. So viel vorab: Die Promotion des Unternehmensstandorts ist nicht nur auf dem Land wichtig, sondern bietet auch für zentral gelegene Unternehmen zahlreiche Vorteile.

Karriereseite: Die Unternehmenspräsenz im Internet

Eine Karrierewebseite ist in Zeiten der Digitalisierung schon fast zum Must-have geworden. Klassische Stellenanzeigen in der Zeitung haben längst ausgedient. Eine moderne und mobil optimierte Webseite, die ausschließlich der Personalgewinnung dient, gehört mittlerweile zu den Basics einer erfolgreichen Recruiting-Strategie.

Doch mit der mobilen Optimierung allein ist es nicht getan. Zwar zählt das responsive Design aktuell zu den wichtigsten Eigenschaften einer Karriereseite, dennoch sollte die Seite auch andere User-Bedürfnisse fokussieren:

  • Umfassende, gut aufbereitete Informationen: Gelangen potenzielle neue Mitarbeiter auf Ihre Webseite, wollen sie sich in aller Regel informieren. Entweder über vakante Stellen oder über das Unternehmen als Arbeitgeber.
  • Ansprechpartner und Kontaktmöglichkeiten: Im Rahmen dessen sollten Sie den Interessenten direkte Ansprechpartner nennen. Auch integrierte Kontaktmöglichkeiten, via E-Mail oder hinterlegte Telefonnummern, die per Klick aufgerufen werden können, erweisen sich als vorteilhaft.
  • Employer Branding: Im Sinne eines erfolgreichen Employer Brandings ist es wichtig, eine positiv konnotierte Arbeitgebermarke aufzubauen. Stellen Sie die Unique Employer Proposition – also Ihr Alleinstellungsmerkmal als Arbeitgeber – heraus: Warum sollte sich der Kandidat bei Ihnen bewerben? Und gerade hier nimmt das Standortmarketing eine wesentliche Relevanz ein.

Je nachdem, was der Unternehmensstandort bietet, lässt er sich auf unterschiedliche Weise als Unique Employer Proposition nutzen – sowohl in der Provinz als auch zentral gelegen in einer bekannten deutschen Stadt.

Hidden Champions: Standortmarketing in der Provinz

Viele Hidden Champions – also Weltmarktführer (mitunter in Nischenbranchen) – sind nicht in größeren Städten ansässig. Die Gründe dafür sind vielfältig: Während einige Unternehmen aus Tradition am entlegenen Gründungsort bleiben, setzen andere gezielt auf einen Standort in der Peripherie. Günstigere Bodenpreise und geringere Gewerbesteuerhebesätze machen es leichter, dort zu expandieren.

Was einerseits mit finanziellen Vorteilen einhergeht, hat andererseits auch immense Nachteile – gerade was die Gewinnung von geeignetem Personal betrifft. In ländlichen Gebieten, in denen auch die Besiedlung rarer ist, stehen naturbedingt weniger potenzielle Mitarbeiter zur Verfügung. Werden dann noch Fach- oder Führungskräfte benötigt, könnte es schwer werden, ausreichend und vor allem entsprechend ausgebildetes Personal zu finden.

Das Stichwort lautet: Personalgewinnung. Doch mit welchen Strategien können Unternehmen nun die Aufmerksamkeit auf die eigene Firma lenken, als attraktiver Arbeitgeber auffallen und geeignete Kandidaten in entlegene Gebiete bringen?

Strukturelle Nachteile können auch Vorteile sein

Generell gilt: Bei der Betrachtung der Vor- und Nachteile eines Standorts kommt es immer auf die Sichtweise an. Während ländlichere und ruhigere Gebiete auf junge Familien meistens attraktiv wirken, da die Kinder im Grünen aufwachsen können, bietet die gleiche Region für junge IT-Affine vielleicht nicht genug Abwechslung und wirkt deshalb alles andere als anziehend.

Tipp: Es ergibt also durchaus Sinn, vorab zu überlegen, für welche Zielgruppen der Unternehmensstandort Vorteile bringt. Mitunter lohnt es sich, das Standortmarketing – zugeschnitten auf unterschiedliche Interessen – zu spezifizieren.

 

So besteht die Möglichkeit, die Unternehmensseite mit speziellen Informationen für die unterschiedlichen Interessenten anzureichern:

  • Familien: Hier sollten Sie Vorteile, wie geringe Immobilienpreise, Betreuungsangebot für Kinder sowie familientaugliche Freizeitmöglichkeiten herausstellen.
  • Junge Leute: Überlegen Sie, welche USPs einer Region für junge Leute relevant sein können. Das sind beispielsweise Freizeit- und Abendangebote. Auch der Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel oder eine schnelle ICE-Strecke sind für die jüngere Zielgruppe von Relevanz.
  • Erfahrene Teammitglieder: Kulturelle Angebote einer Region sowie Kulinarisches werden erfahrene Personen, deren Kinder bereits aus dem Haus sind, mehr überzeugen als das Kita-Angebot in der Region.

Arbeitgeber müssen Standortnachteile ausgleichen

Einige Standortnachteile, wie beispielsweise lange Fahrtwege oder eine mäßige Versorgung mit Kinderbetreuungsangeboten, lassen sich nicht leugnen – und auch nicht beschönigen. Wer als Unternehmen hier Mittel und Wege findet, strukturelle Nachteile durch individuelle Angebote auszugleichen, gewinnt als Arbeitgeber an Attraktivität.

Es muss nicht gleich die Eröffnung eines Kindergartens auf dem Betriebsgelände sein, um bei Interessenten als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Flexible Arbeitszeitmodelle oder Homeoffice-Möglichkeiten sind weitaus günstiger und bieten zugleich großes Potenzial. Denn: Damit holen Sie als Firma nicht nur berufstätige Eltern ab, sondern auch immer mehr Menschen, für die Freizeit und die eigene Freiheit fernab vom Job zunehmend wichtiger werden.

Hier gilt die Devise: Seien Sie kreativ und hören Sie darauf, was sich Ihre Mitarbeiter wünschen. Nur so lassen sich motivierte Beschäftigte finden und auch langfristig binden.

Großstadt und Metropolregion: Attraktive Standorte bewerben

Unternehmen, die ohnehin in größeren Städten ansässig sind, haben zumeist weniger Nachwuchsprobleme. Dennoch sollten Sie auch in einem solchen Fall nicht das Standortmarketing auf der Karriereseite vernachlässigen. Wer von außerhalb in eine neue Stadt zieht, kennt vielleicht einige Sehenswürdigkeiten, Insiderwissen fehlt aber noch.

Werden Sie als Firma hier aktiv: Bieten Sie Interessenten und Mitarbeitern die Möglichkeit, direkt über die Karriereseite des Unternehmens alle relevanten Informationen gebündelt zu finden:

  • Administratives: Wo kann ich mich ummelden? Welche Wohnungsbaugesellschaften gibt es? Wie finde ich eine geeignete Wohnung?
  • Schulen und Kitas: Welche sind in der unmittelbaren Nähe des Unternehmens?
  • Lebenshaltungskosten: Wichtiges Insiderwissen betrifft auch das tägliche Leben. Was kostet wie viel? Wie verhält es sich mit den Mietpreisen?

Eine eigene Unterseite oder eine separate Sektion auf der Karriereseite bieten dafür genügend Raum und lässt auch Platz für Kreativität.

Testimonials: Mitarbeiter für den Standort sprechen lassen

Genügend Firmen machen es vor: Sie implementieren Kundenstimmen auf ihren Internetseiten, die sich für das entsprechende Produkt oder eine Dienstleistung des Unternehmens aussprechen. Wieso diese erfolgreiche Marketingstrategie nicht auch auf das Standortmarketing der Karriereseite übertragen? Natürlich gilt hierbei die Devise: Testimonial-Stimmen müssen authentisch und ehrlich sein! Fakes und undurchsichtige Aussagen haben auf einer seriösen Karriereseite nichts verloren. Schließlich wollen Sie Kandidaten mit echten Tatsachen überzeugen und nicht Erwartungen schüren, die die Region und im weiteren Sinne der Arbeitsplatz nicht erfüllen können.

Die beste Werbung für einen Standort sind Mitarbeiterstimmen, die positive Erfahrungen teilen. Sinnvoll sind auch hier wieder unterschiedliche Positionen und Sichtweisen. Um die Glaubwürdigkeit und den sogenannten „Trust“ zu erhöhen, ist es sinnvoll, dass die Mitarbeiter nicht nur ein Statement abgeben, sondern mit Namen genannt werden. Ein Plus: Fotos oder Videomaterial, das die Credibility nochmals steigert.

Autorin: Johanna Wirsing

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