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Mit diesen 9 Tipps gestalten Sie eine erfolgreiche Karriereseite

© Elnur Amikishiyev/Fotolia
Karriereseite

Wer auf Jobsuche ist, der begibt sich ins Internet. Die Karriereseite ist nicht nur das Herzstück des E-Recruiting, sondern der gesamten Personalbeschaffung. Sie dient als erste Anlaufstelle und muss daher die Fähigkeit besitzen, potentielle Bewerber auf Anhieb zu überzeugen. Wie eine gelungene Karriereseite aussieht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Karriereseiten sind keine wirklich neuen Erfindungen. Unternehmen, die etwas von sich halten, veröffentlichen ihre Jobangebote seit Jahren auch online auf der eigenen Webseite. Doch die Auflistung von ein paar freien Stellen genügt schon lange nicht mehr um Bewerber anzulocken. Stattdessen müssen Sie sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren und Ihre Vorzüge gegenüber der Konkurrenz deutlich machen.

    Personalbeschaffung wird zur Herausforderung

    Der Jobmarkt hat sich von einem Anbieter- zum Bewerbermarkt gewandelt. Als Arbeitgeber reicht es nicht mehr offene Stellen einfach auszuschreiben und sich aus den Bewerbungen dann einen geeigneten Kandidaten auszusuchen. Stattdessen haben die Arbeitnehmer mittlerweile die Qual der Wahl. Je besser ausgebildet sie sind, desto mehr Anforderungen stellen sie an einen Arbeitgeber.

    Der Personalmangel, der sich nicht mehr nur auf Fachkräfte beschränkt, macht Mitarbeiter zu einer immer wertvolleren Ressource, die sich ihres Werts durchaus bewusst ist. Hinzu kommt, dass es schon lange nicht mehr reicht nur mit einem üppigen Verdienst zu locken. Vor allem jungen Generationen geht es vielmehr um eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Sie schauen ganz genau, wie das Arbeitsumfeld ist und welche Benefits ihnen geboten werden.

    Mit emotionalen Inhalten als attraktiver Arbeitgeber präsentieren

    Aufgabe der Karriereseite ist es, Interessenten genau hier abzuholen. Anders als bei Jobportalen, entscheiden Sie auf Ihrer Webseite selbst, wie Sie sich präsentieren und können alle Hebel in Bewegung setzen, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Die zentrale Frage, die Sie mit der Karriereseite beantworten müssen, lautet: Warum sollte sich ein Interessent bei Ihrem Unternehmen bewerben?

    Eine erfolgreiche Karriereseite schafft es Emotionen zu vermitteln. Das gelingt vor allem durch multimediale Inhalte, die Ihrem Unternehmen ein Gesicht geben. Statt auf beliebige Stockfotos, sollten Sie auf echte Aufnahmen Ihrer Belegschaft setzen. Noch besser sind Videos, weil sie am einfachsten zu konsumieren sind. Auch mithilfe des Textes können Sie Bewerber emotional ansprechen und überzeugen.

    Eine gute Karriereseite muss kurz und knackig die wichtigsten Bewerberfragen beantworten:
    • Was macht das Unternehmen?
    • Wo, also an welchen Standorten, agiert das Unternehmen?
    • Welche Werte hat das Unternehmen und welche Ziele verfolgt es?
    • Welche Erwartungen hat das Unternehmen an seine Mitarbeiter?
    • Was bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern?
    • Welche Karriere- und Verdienstmöglichkeiten gibt es in dem Unternehmen?
    • Wie kann ich mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen?

    Zielgruppe entscheidet über Aufmachung der Karriereseite

    Um mit einer Karriereseite die Anzahl der qualifizierten Bewerbungen nachhaltig zu erhöhen, müssen Sie wie überall im Marketing die Zielgruppe im Auge haben. Deshalb gibt es auch kein allgemeingültiges Konzept für eine erfolgreiche Karriereseite. Auszubildende müssen anders angesprochen werden, als Führungskräfte im oberen Management.

    Nichtsdestotrotz gibt es natürlich einige Regeln und Tipps, mit denen Sie aus Ihrer Karriereseite das Beste rausholen. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengefasst:

    1. So klar und einfach wie möglich

    Natürlich dürfen Sie im Kampf um die besten Mitarbeiter auch Kreativität walten lassen. Das ist vielfach sogar notwendig. Eine Karriereseite darf auch optisch etwas hermachen. Trotzdem sollte das Design immer klar und aufgeräumt sein. Bei Karriereseiten gilt nämlich das gleiche, wie auf allen anderen Seite auch: Internetnutzer agieren intuitiv und wollen nicht lange suchen. Treffen sie auf eine unübersichtliche Webseite, sind sie innerhalb von Sekunden wieder weg und Sie verlieren möglicherweise einen ideal geeigneten Bewerber.

    Je einfacher und klarer eine Webseite, desto stärker erhöhen Sie die Fokussierung. Daher kann es durchaus Sinn machen, Menüs im Header und Footer auf ein Minimum zu reduzieren, damit so wenig wie möglich von der Karriereseite ablenkt und wegzieht.

    Beispiel: Obwohl die Luxusmarke Hermès eine grafisch sehr aufwendige Karriereseite realisiert hat, wirkt alles klarlinig und ordentlich. Die Seiten sind nicht mit Informationen überfrachtet, sondern im Mittelpunkt stehen die detailreichen, miteinander verbundenen Zeichnungen.

    2. Emotionen wecken mit multimediale Inhalte

    Text ist nach wie vor der wichtigste Content im Internet, weil er die höchste Informationsdichte besitzt und von den Suchmaschinen am besten interpretiert werden kann. Achten Sie auf Ihrer Karriereseite darauf, dass der Text kurz und präzise ist. Textwände schrecken eher ab, egal wie informativ sie sein mögen. Vermeiden Sie bei der Formulierung ausgelutschte Floskeln.

    Vermitteln Sie mithilfe von Bildern und Video einen Eindruck von Ihrem Unternehmen und der Arbeitsatmosphäre. Viele Mitarbeiter sind bereit bei einem kleinen Fotoshooting mitzumachen. Zeigen Sie eine breite Auswahl an Arbeitsplätzen und Charakteren. Ein professioneller Fotograf sorgt für emotionale Fotos mit Botschaft, statt für gestellt und unnatürlich aussehende Szenen. Bieten Sie mit Bildern von

    • den Arbeitsplätzen,
    • der Produktion
    • und übrigen Räumlichkeiten zudem einen „Blick hinter die Kulissen“.

    Videos sorgen auch auf Karriereseiten für eine nachweislich höhere Konversionsrate. Vor allem junge Menschen konsumieren Informationen so am liebsten. Mit einem aussagekräftigen Imagefilm können Sie Ihr Unternehmen und Ihr Team präsentieren und das Bedürfnis wecken, Teil dieses Teams zu werden.

    3. Persönlich werden

    Indem Sie einzelne Mitarbeiter mit einem kleinen Portrait vorstellen, schaffen Sie es, dass sich Bewerber mit der Person und damit auch mit Ihrem Unternehmen identifizieren. Stellen Sie exemplarisch einen Mitarbeiter aus den verschiedenen Bereichen vor und geben Sie Interessenten in Wort und Bild einen Eindruck von ihrer Arbeit.

    Machen Sie im Rahmen der Vorstellung deutlich, welche Vorbildung der Mitarbeiter mitbrachte und welche Karrierestufen er bereits in Ihrem Unternehmen beschritten hat. So erreichen Sie ein hohes Maß an Identifikation und schaffen Vorbilder. Vor allem bei Auszubildenden, Studenten und Nachwuchskräften erzeugen Sie auf diese Weise ein „Das will ich auch!“-Gefühl und steigern die Bewerbungsrate erheblich.

    Übrigens wirkt schon die persönliche Ansprache auf der Karriereseite offener, wertschätzender und sympathischer. Sie erhöht zudem die Aufmerksamkeit beim Leser. Statt einzelner Personen können Sie auch die Abteilungen und ihre Mitarbeiter als Team vorstellen.

    Hinweis: Natürlich müssen die Recruiting-Testimonials der Veröffentlichung ihrer Daten und Bilder auf der Karriereseite zustimmen. Lassen Sie sich diese Zustimmung schriftlich geben, um auch im Falle eines Zerwürfnisses mit dem Mitarbeiter nicht ohne Beweise dazustehen.

     

    4. Vorzüge herausstellen

    Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern mittlerweile viele Vorteile und Zusatzleistungen. Das beginnt bei flexiblen Arbeitszeiten und Firmenhandys, reicht über einen Betriebskindergarten und kostenloses Gesundheitskurse, bis hin zu monatlichen Tankgutscheinen, kostenlosen Getränken und Obst sowie Zuschüssen zu den Fahrtkosten.

    Kommunizieren Sie diese Benefits klar und deutlich. Vor allem die freie Arbeitszeitgestaltung, Homeoffice und Auszeiten wie ein Sabbatjahr sind für viele Arbeitnehmer ein hohes Gut und zum Teil ausschlaggebend bei der Entscheidung für einen (potentiellen) Arbeitgeber.

    Bei den Vorzügen kann man eigentlich nie zu viele nennen. Sie sollten lediglich vermeiden Selbstverständlichkeiten wie einen eigenen Schreibtisch zu etwas Besonderem zu machen. Auch kleine Unternehmen bieten häufig Vorzüge, die vielleicht nicht so sehr ins Gewicht fallen, aber doch zumindest den Sympathiefaktor erhöhen. Mit einem Augenzwinkern darf deshalb gern auch der kostenlose Kaffee aus dem Vollautomaten in die Aufzählung aufgenommen werden.

    Letztlich suchen die allermeisten Arbeitnehmer aber einen Job um Geld zu verdienen. Auch wenn der monetäre Aspekt bei der Stellenwahl sicherlich nicht mehr der einzige ist, ist er nach wie vor wichtig und vielleicht auch entscheidend. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter überbetrieblich bezahlen oder es Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt, darf das natürlich ebenso erwähnt werden.

    5. Mehrwert bieten und Interaktion fördern

    Runden Sie Ihre Karriereseite mit Zusatzangeboten ab und bieten Sie die Möglichkeit der Interaktion. Denkbar ist beispielsweise ein Leitfaden für Absolventen, der darüber informiert, wie der Auswahlprozess abläuft und wie sich die Bewerber bestmöglich darauf vorbereiten können. Geben Sie beispielsweise Auszubildenden Tipps für ihr erstes Vorstellungsgespräch und senken Sie damit die Hemmschwelle für eine Bewerbung. Mit einem interaktiven Karrierespiel erzielen Sie Aufmerksamkeit und schaffen emotionale Nähe.

    6. Geringe Einstiegshürde

    Im Kampf um geeignetes Personal sollten Sie es Interessenten zumindest auf der Karriereseite so einfach wie möglich machen. Statt gleich eine umfangreiche Bewerbungsmappe anzufordern, bieten Sie die Möglichkeit der Kurzbewerbung mit einem knappen Anschreiben, das direkt auf der Seite getippt werden kann, sowie einem angehängten Lebenslauf.

    So ermutigen Sie auch die Menschen sich bei Ihnen zu bewerben, die vielleicht nicht gerade das beste Zeugnis haben, aber deshalb noch lange nicht ungeeignet sind. Und Sie sparen Zeit, indem Sie nicht unnötig viele Unterlagen sichten müssen, sondern schon vorab aussortieren können.

    Bieten Sie Auszubildenden Schnupperpraktika an, mit denen sie herausfinden können, ob der Beruf etwas für sie ist. Statt gleich zwei Wochen vorzuschreiben, sollten sie möglichst unverbindliche Probetage anbieten. Machen Sie deutlich, dass der Praktikant dabei das Unternehmen und seinen Arbeitsplatz kennenlernen kann.

    Vor allem in Branchen mit hoher Abbruchrate und Fluktuation, wie zum Beispiel in der Gastronomie, bringt so ein Probearbeiten auch Ihnen viel. Schließlich lernen Sie dadurch auch den Bewerber deutlich besser kennen als in einem kurzen, verkrampften Vorstellungsgespräch.

    7. Call-to-Action und Kontaktmöglichkeiten

    Auch auf einer Karriereseite ist der Call-to-Action, also die Aufforderung sich zu bewerben, das Wichtigste. Ein entsprechend auffälliger Button erhöht die Bewerberquote deutlich. Er sollte mit einem Klick zum digitalen Bewerbungsprozess führen. Wie beim Kaufprozess im Onlineshop, müssen Sie es dem Bewerber auch hier möglichst leichtmachen, damit der Prozess nicht unerwartet abgebrochen wird. Benutzerfreundlichkeit und Vertrauenswürdigkeit sind das A und O, wenn es um die Preisgabe persönlicher Daten geht.

    8. Bleiben Sie in Kontakt

    Bieten Sie allen, die noch Fragen habe, Hilfe beim digitalen Bewerbungsprozess benötigen oder sich einfach ganz klassisch bewerben wollen, gut sichtbare Kontaktmöglichkeiten. Am besten natürlich gezielt den zuständigen Ansprechpartner mit Adresse, Telefon und E-Mail. Ein Bild der jeweiligen Person sorgt für Sympathiepunkte. Weisen Sie zudem auf die Möglichkeit von Initiativbewerbungen hin.

    Um in Kontakt zu bleiben, bietet sich ein Newsletter oder Job Alert an. Auf diese Weise können Sie Personen, die sich für Sie als Arbeitgeber interessieren, regelmäßig über neue offene Stellen informieren oder ihnen gezielt einen Hinweis darauf geben, wenn ihre Wunschposition im Unternehmen vakant ist. Newsletter und Job Alerts sorgen dafür, dass der Kontakt zu potentiellen Mitarbeitern auch nach dem Schließen der Karriereseite nicht abbricht.

    Gleiches erreichen Sie über die sozialen Netzwerke. Machen Sie auf Ihrer Karriereseite auf Ihre Unternehmensauftritte bei Facebook, LinkedIn, Xing und Co. aufmerksam. Vernetzen Sie sich dort aktiv mit Interessenten und Bewerbern und bieten Sie auch dort möglichst viele Informationen zum Unternehmen und zu offenen Stellen.

    Hinweis: Auf die Karriereseite gehören ebenfalls die Termine der nächsten Jobbörsen und Personalmessen, auf denen Sie anzutreffen sind. Laden Sie potentielle Bewerber gezielt ein, sich dort mit Ihnen zu treffen, um Sie persönlich kennenzulernen und Fragen zu stellen.

     

    9. Landingpages für verschiedene Berufe

    Um die Zielgruppe möglichst gezielt ansprechen zu können, empfehlen sich Landingpages für die einzelnen Berufe. Hier können Sie sich wirklich der jeweiligen Stelle widmen, statt irgendwie alle potentiellen Bewerber ansprechen zu müssen. Solche Seiten sind zwar aufwendig, aber auch ungleich erfolgreicher.

    Beispiel: Adidas hat für die verschiedenen Abteilungen Microsites kreiert, mit denen Bewerber gezielt angesprochen und informiert werden können. Jede Landingpage geht auf die individuellen Bedürfnisse der Zielgruppe ein und listet am Ende offene Stellen aus der Abteilung. Hier zum Beispiel für das Team Digital.

    Autor: Matthias Koprek

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