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Human Resource Management vs Workforce Management

© ANDRANIK HAKOBYAN – shutterstock
Human Resource Management, Workforce Management

Wenn es um Personal und Personalplanung geht, hat das Unternehmen mehrere Möglichkeiten, die unter verschiedenen Namen bekannt sind. Wir betrachten im folgenden Artikel Human Resource Management und Workforce Management. Was bedeuten diese Begriffe und wie funktioniert die Planung damit?

Grundsätzliche Unterscheidung

Das Workforce Management reduziert die Mitarbeiter auf ihre Funktion als Arbeitskraft. Sie sind quasi Arbeitsmittel, mit denen das Unternehmen seine Ziele plant und umsetzt.

Das Human Resource Management betrachtet das Personal aus einer anderen Sichtweise. Mitarbeiter dienen nicht nur als Arbeitskraft, sondern man betrachtet sie überdies wie eine Wertanlage, ein Wirtschaftsgut. Und das Wirtschaftsgut Personal lässt sich ohne Frage auch optimieren und entwickeln.

Workforce Management und Personalplanung

Da es die Mitarbeiter als Arbeitsmittel ansieht, umfasst die Personalplanung des Workforce Managements folgende Punkte:

  • Ermittlung des Personalbedarfs. Sie legt fest, wie viele Mitarbeiter (quantitativ und qualitativ) für die Erreichung der Unternehmensziele notwendig sind.
  • Beschaffung von Personal/Personalgewinnung. Auch hier bestimmt das Unternehmen, wann und wo die Arbeitskräfte (qualitativ und quantitativ) zu beschaffen sind.
  • Planung der Personalentwicklung. Damit das Unternehmen sich ständig weiter entwickeln kann, ist es wichtig, auch das Personal zu schulen (z. B. an neuen Maschinen).
  • Planung des Personaleinsatzes. Es ist wichtig, dass jedem Mitarbeiter die Aufgabe zugewiesen wird, die er aufgrund seiner Qualifikation am besten erledigt.
  • Planung der Personalfreisetzung. Damit sind die geplanten Kündigungen gemeint. Das Unternehmen muss auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren. Dabei ist es manchmal wichtig, das Personal zu reduzieren, statt aufzustocken.

Hauptaufgaben des Workforce Managements

Wie oben kurz dargestellt, organisiert das Workforce Management das Personal so, dass immer genügend Mitarbeiter auf Positionen arbeiten, die sie am besten ausfüllen.

Bei dieser Planung legt das Personalbüro fest, welche Arbeitskraft wann und wo benötigt wird. Dann prüft der zuständige Sachbearbeiter, welcher Mitarbeiter die beste Qualifikation für welche Stelle hat und teilt ihn dort ein.

Wenn das Unternehmen etwas umstrukturiert und sich technisch anpasst, wird das Personal entsprechend geschult. Damit ist auch eine passende Qualifikation für die neuen Anforderungen gewährleistet.

HR, Workforce Management
© Natali_ Mis – shutterstock

Kritik am Workforce Management

Dennoch wirkt das Workforce Management eher unpersönlich und betrachtet Mitarbeiter wie Maschinen oder Geräte. Das Personal wird im selben Stil verplant und eingesetzt. Der Fokus liegt dabei auf der Wirtschaftlichkeit, Qualifikation und möglichen Kostensenkungen. Außerdem ist das Personal automatisch mit den Maschinen verbunden, da die Mitarbeiter diese Maschinen bedienen müssen. Entsprechend werden beide im Zusammenhang kalkuliert.

Das Human Resource Management plant zwar ebenfalls den Personaleinsatz, geht dabei aber noch einen Schritt weiter.

Definition Human Resource Management

Über die Kernaufgaben der Beschaffung, Bindung und Planung des Einsatzes der Arbeitskräfte hinaus, hat das Human Resource Management noch weitere Aufgaben. Es soll nämlich die gesamte Unternehmenskultur positiv fördern.

Human Resource Management und Personalplanung

Da die beiden Begriffe beinahe deckungsgleich sind, erfüllt auch das Human Resource Management weitgehend dieselben Aufgaben wie das Workforce Management:

  • Ermittlung des konkreten Personalbedarfs
  • Beschaffung einer ausreichenden Anzahl qualifizierter Mitarbeiter
  • Planung der weiteren Personalentwicklung. Vorschau des Bedarfs und Schulung der Mitarbeiter gehören dazu.
  • Planung des korrekten Personaleinsatzes. Auf jede Stelle gehört der passende Mitarbeiter.
  • Falls es unternehmerisch notwendig ist, muss das Human Resource Management auch die Entlassungen von Mitarbeitern planen.

Fortbildung

Abgesehen von den Standardaufgaben der Personalplanung geht das Human Resource Management aber noch weiter. Das zuständige Personal entwickelt explizite Trainings- und Schulungsprogramme. Diese sind oft breit gefächert, um einen hohen Standard zu gewährleisten. Dadurch kann das Personalbüro auch sicherstellen, dass im Vertretungsfall nicht nur eine Person eine bestimmte Arbeit ausüben kann.

Lohn und Motivation

Daneben erstellt das HRM auch Vergütungspläne oder Bonuszahlungen für Mitarbeiter, die die Motivation fördern sollen. Ein angemessener Lohn trägt zur Zufriedenheit bei und bildet einen gewissen Anreiz.

Soziales Umfeld

Ein ebenso guter Anreiz ist auch ein passendes soziales Umfeld. Dies entwickelt und fördert das Human Resource Management genauso.

In jedem Unternehmen stehen dafür verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Eventuell regelmäßige Treffen oder Betriebsfeiern. Vielleicht auch ein passender Aufenthaltsraum oder eine Kantine.

Darüber hinaus sorgt das Human Resource Management dafür, dass sich die Mitarbeiter am Arbeitsplatz wohlfühlen. Sie dürfen sich mit allen Fragen an speziell benannten Personen oder ihren Vorgesetzten wenden.

Gesundheitsvorsorge und Sicherheit

Eine weitere wichtige Aufgabe stellt die Gesundheitsvorsorge und die Sicherheit der Mitarbeiter dar. Das Human Resource Management achtet darauf, dass die Mitarbeiter in einem sicheren und gesunden Umfeld arbeiten. Dieses muss allen arbeitsrechtlichen Bestimmungen und Erfordernissen entsprechen. Die Einhaltung wird dabei laufend sichergestellt.

Vorteile

Das Human Resource Managements beeinflusst das Betriebsklima durch seine sozialen Bemühungen auf positive Art und Weise. Besonders dann, wenn das Unternehmen die Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiter beachtet und darauf eingeht.

Das Unternehmen muss die Kenntnisse, Fähigkeiten und das Potenzial jedes Mitarbeiters ganz genau einschätzen und fördern. Dadurch kann jeder Mitarbeiter sich an einem geeigneten Arbeitsplatz entfalten.

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Auswirkungen auf die Mitarbeiter

Jeder Mitarbeiter, der ernst genommen und gefördert wird, fühlt sich im Betrieb wohl. Das ist positiv für die Bindung an den Betrieb. Langjährige Mitarbeiter verfügen über einen großen Erfahrungsschatz, den sich der Betrieb somit dauerhaft sichert.

Darüber hinaus fördert ein positives Arbeitsumfeld auch die Motivation der Mitarbeiter. Motivierte Mitarbeiter sind produktiver, ausgeglichener und machen weniger Fehler.

Auswirkungen auf die Firma

Ein zufriedener Mitarbeiter trägt dazu bei, dass das Unternehmen insgesamt produktiv und effektiv arbeitet. Außerdem stärkt es den Zusammenhalt der Mitarbeiter untereinander.

Nicht zuletzt festigt dies auch die Position des Unternehmens am Markt und die Wettbewerbsfähigkeit und bringt einen größeren Umsatz.

Für einen Betrieb ist ein positives Klima auch förderlich, wenn es umstrukturiert und neue Techniken einbringt. Denn dazu benötigt das Unternehmen engagierte und lernwillige Mitarbeiter, die mit Freude und Einsatz daran mitarbeiten.

Letztendlich kann ein Unternehmen, das sich aktiv um ein positives Umfeld für seine Mitarbeiter bemüht, also nur profitieren.

Kritik am Human Resource Management

Human Resource wird oft durch den Begriff Human Capital ersetzt und kommt dadurch in die Kritik der Gesellschaft. Diese wirft den Unternehmen oft vor, dass die Menschen nur als „Humankapital“ und Ressource angesehen werden. Dies reduziert sie auf ihren reinen ökonomischen Wert.

Wenn man aber betrachtet, welche positiven Bemühungen sich das HRM auf die Fahne geschrieben hat, haben eher die Befürworter recht: Diese sehen nämlich, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter fördern und motivieren. Und sich gleichzeitig um ihre Bedürfnisse und ihre Gesundheit und Sicherheit kümmern.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

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