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HR-Manager werden – Ausbildung, Studium, Fortbildung und Co.

© Boiko Y – shutterstock
Human Resource Management, Personalmanagement

Wenn Sie HR-Manager werden möchten, haben Sie eine gute Berufswahl getroffen. Diese Fachkräfte sind immer gefragt. Allerdings sollten Sie sich der Tatsache bewusst sein, dass Sie künftig eine große Verantwortung übernehmen müssen.

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie Sie HR-Manager werden können. Sie reichen von einer Weiterbildung mit IHK-Abschluss als Personalfachkaufmann und Personalfachkauffrau bis hin zum Einstieg über ein Bachelor- oder Masterstudium.

Wann gab es die erste offizielle Ausbildung zum HR-Manager?

In Deutschland entschlossen sich die Industrie- und Handelskammern in den 1970er Jahren dazu, einen Abschluss zur Ausbildung als HR-Manager anzubieten. Der neue Abschluss wurde „Geprüfter Personalfachkaufmann“ genannt und hatte die gleiche Wertigkeit wie ein Meisterbrief in handwerklichen Berufen. Im Jahr 2002 erfolgte eine bundesweit einheitliche Regelung dieser Weiterbildung durch die Einführung einer speziellen Prüfungsverordnung (PersFachkPrV). Darin finden sich die Mindestansprüche an die Ausbildungsinhalte und Prüfungsinhalte.

Welche Basis brauchen Sie, wenn Sie HR-Manager werden wollen?

Die mit Abstand meisten Prüflinge starten mit einer Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf. Um eine Zulassung für die Prüfung nach der PersFachkPrV zu bekommen, müssen Sie anschließend mindestens zwei Jahre praktisch gearbeitet haben. Anerkennungsfähig sind dabei nur Tätigkeiten, die einen engen Zusammenhang mit dem Personalwesen aufweisen.

Haben Sie einen anderen Beruf als Erstausbildung gewählt, müssen Sie eine mindestens dreijährige Berufspraxis im Bereich Personalarbeit nachweisen. Der Zugang zur Weiterbildung und Prüfung als Personalfachkaufmann ist mittlerweile sogar ohne vorherigen Berufsabschluss möglich. Dafür schreibt die Prüfungsordnung eine fünfjährige Berufspraxis im Personalmanagement vor. Zusätzlich benötigen Sie den Nachweis der Eignung als Ausbilder (AdA-Schein).

Welche Inhalte umfasst die Ausbildung zum Personalfachkaufmann?

Die rechtlichen Grundlagen zur Durchführung zur Durchführung der Personalarbeit bilden den wichtigsten Schwerpunkt der Ausbildung zum HR-Manager. Sie umfassen sowohl arbeitsrechtliche als auch steuerrechtliche Aspekte. Hinzu kommt Wissen zu Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen. Wenn Sie über eine Weiterbildung zum Personalfachkaufmann HR-Manager werden wollen, besteht der zweite thematische Schwerpunkt in der Organisation der Personalarbeit. Zu den weiteren Lerninhalten gehören die Personalplanung, das Personalcontrolling sowie die Personalentwicklung. Außerdem lernen Sie die Grundlagen des Personalmarketings kennen.

Wie geht der Weg zum HR-Manager nach dieser Ausbildung weiter?

 

Studium Human Resource Management, HR-Manager
Ein erfolgreich abgeschlossenes Studium ist erst der Anfang © fongbeerredhot – shutterstock

 

In der Regel erfolgt danach ein Einsatz als Sachbearbeiter in der Personalwirtschaft. Möglich ist das sowohl in den Personalbüros von mittelständischen und großen Unternehmen als auch in einer Zeitarbeitsfirma. Mit einem Abschluss als Personalfachkaufmann können Sie alternativ eine Karriere als Sachbearbeiter bei den Jobcentern der Bundesagentur für Arbeit anstreben.

Der Weg in eine Selbstständigkeit als privater Arbeitsvermittler steht Ihnen ebenfalls offen. Dafür benötigen Sie allerdings zusätzlich eine Arbeitsvermittlungserlaubnis. Diese Erlaubnis erteilen die zuständigen Landesarbeitsämter.

Gute Alternative: Einstieg über ein Studium Personalwirtschaft

Möchten Sie auf dem direkten Weg HR-Manager werden, können Sie sich an einigen deutschen Hochschulen für ein Studium einschreiben. Wissenswert ist, dass die Studiengänge unterschiedliche Bezeichnungen haben. Manche Hochschulen nennen ihren Studiengang „Management und Personalwesen“. Andere Bildungseinrichtungen bieten den Studiengang Betriebswirtschaft mit einer Spezialisierung auf das Personalmanagement an.

Die durchschnittliche Studiendauer für den Bachelor-Abschluss als HR-Manager beträgt sechs bis sieben Semester. Bei den Studiengängen mit sieben Semestern entfällt ein komplettes Semester auf ein Praktikum. Das können Sie wahlweise in Deutschland oder im Ausland absolvieren. Wünschen Sie sich als künftiger Personalchef einen Master-Abschluss, planen Sie bei Ihrer Studiendauer vier weitere Semester ein.

Welche Zugangsvoraussetzungen gelten für ein Studium Personalwesen?

Die Basis stellt ein erfolgreiches Abitur dar. Alternativ können Sie mit einer fachgebundenen Hochschulreife in das Bachelorstudium Personalwirtschaft starten. Einige Hochschulen legen zusätzlich Wert darauf, dass Sie einen Numerus Clausus erfüllen. Das ist jedoch nicht überall notwendig.

Dort, wo ein Numerus Clausus gilt, müssen Sie in der Regel einen Notendurchschnitt von 2,5 oder besser vorweisen. Die Praxis beweist außerdem Vorteile bei der Studienbewerbung durch eine bereits vorliegende Berufsausbildung im kaufmännischen Bereich. Psychologische Kenntnisse bringen ebenfalls Pluspunkte.

Das duale Studium verbindet Theorie und Praxis optimal

Dieser Weg ist sehr ratsam, wenn Sie HR-Manager werden wollen. Ein duales Studium Personalwirtschaft hat den Vorteil, dass Sie Ihre theoretischen Kenntnisse sehr zeitnah in der Praxis anwenden können. Dafür erfolgt eine Gliederung des Studiums in Blöcke mit Vorlesungen und Praktika in einem Unternehmen. Dabei bekommen Sie im Praktikumsbetrieb einen Mentor an die Seite gestellt. Meistens nimmt der dortige Personalchef diese Aufgabe wahr. Daraus ergibt sich ein entscheidender Vorteil.

Der Personalchef kann Sie und die Entwicklung Ihres Wissens und Ihrer Fähigkeiten bereits während der Studienzeit kennenlernen. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Absolventen des dualen Studiums Personalwirtschaft von ihren Praktikumsbetrieben nach dem erfolgreichen Abschluss Arbeitsverträge bekommen. Außerdem ist der Mentor ein guter Ratgeber und Begleiter bei der Erstellung der Bachelorarbeiten und Masterarbeiten.

Ist ein Studium Personalwirtschaft lohnenswert?

Für den direkten Einstieg als HR-Manager über ein Studium können Sie Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz beantragen. Entscheiden Sie sich für eine kaufmännische Basisausbildung und die Weiterbildung zum Personalfachkaufmann, sind Leistungen aus dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz möglich.

Das heißt, Sie müssen selbst keine umfangreichen Finanzreserven besitzen, um HR-Manager werden zu können. Die Verdienstchancen sind gut, denn selbst bei einem Einsatz als Mitarbeiter in einem Personalbüro sind Bruttoverdienste von bis zu 3500 Euro pro Monat möglich. Steigen Sie bis zum Personalchef eines größeren Unternehmens auf, können Sie diesen Bruttoverdienst sogar fast verdoppeln.

Welche Umwege sind für die Tätigkeit als HR-Manager üblich?

Immer wieder stellen Studenten während des Studiums fest, dass sie mit ihrer Studienrichtung nicht die optimale Wahl getroffen haben. Das ist jedoch oftmals kein Grund, ein Studium komplett abzubrechen. Haben Sie beispielsweise ein Jurastudium begonnen und wollen doch kein Rechtsanwalt, Staatsanwalt oder Richter werden, können Sie auf Betriebswirtschaft umschwenken. Mit dieser Kombination haben Sie gute Chancen, später als Personalchef in einem Unternehmen zu arbeiten.

Auch das Umschwenken von einem Psychologiestudium auf ein Betriebswirtschaftsstudium ist beim Wunsch nach einer Tätigkeit im Personalwesen sinnvoll. Damit den Kenntnissen aus den ersten Semestern verschaffen Sie sich in beiden Fällen Vorteile bei den späteren Bewerbungen. Damit stellen die absolvierten Semester in der verworfenen Studienrichtung keine verschenkte Zeit dar.

Autor: Redaktion Personalwissen

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