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Was eine Personalberatung ist und warum Headhunter an Bedeutung gewinnen

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Headhunter

Personalberater sind in der Regel auf die Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften spezialisiert. Durch ihre Marktkenntnis und ihr weitreichendes Netzwerk sind sie in der Lage offene Stellen effizienter zu besetzen als die Personalabteilung selbst. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Personalberater arbeiten und wie Sie einen professionellen Headhunter finden.

Personalberater sind Dienstleister im Personalwesen, die zu den Unternehmensberatern gezählt werden. Obwohl unter dem Oberbegriff prinzipiell Berater für alle Bereiche des Personalmanagements zusammengefasst werden, werden 90 Prozent des Branchenumsatzes mit der Personalvermittlung erwirtschaftet. Folglich versteht man unter Personalberatern vor allem Personalvermittler, die international auch als Headhunter bezeichnet werden.

    Personalberatung wird immer stärker nachgefragt

    Weil es aufgrund der guten Konjunktur und den stetig sinkenden Arbeitslosenzahlen in Deutschland immer schwieriger wird, geeignete Arbeitskräfte zu finden, nimmt die Wirtschaft immer häufiger die Leistungen der Personalberater in Anspruch. Laut der „Wirtschaftswoche“ stieg der Umsatz der Branche in den vergangenen fünf Jahren um satte 41,3 Prozent.

    Trotz des Umsatzplus hat sich die Anzahl der Unternehmen, die hierzulande Personalberatung anbieten, nicht erhöht. Laut dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) gibt es wie bereits vor fünf Jahren rund 2.000 Beratungsunternehmen. Die Anzahl der Berater in diesen Unternehmen hat sich im gleichen Zeitraum jedoch von 5.700 auf 7.500 erhöht. Insgesamt werden in der Branchen 14.700 Menschen beschäftigt – 34 Prozent mehr als vor fünf Jahren.

    Personalberater suchen vor allem hochqualifiziertes Personal

    Da die Dienstleistungen von Personalberatern verhältnismäßig teuer sind, werden sie von Unternehmen insbesondere für diejenigen offenen Stellen in Anspruch genommen, die schwer zu besetzen sind. Dabei handelt es sich meist um Fach- und Führungskräfte sowie Experten und Spezialisten, die besondere Qualifikationen, Erfahrungen und Kompetenzen mitbringen müssen. Hat sich ein Beratungsunternehmen rein auf Führungskräfte spezialisiert, wird auch von Executive Search gesprochen.

    Oftmals ist die Beauftragung eines Headhunters für die Gewinnung dieser Mitarbeiter unumgänglich, da sich entsprechende Kräfte kaum offen auf dem Arbeitsmarkt bewegen, sondern meist von anderen Unternehmen abgeworben werden. Durch ihre Arbeitsmarktkenntnis sowie ihr Netzwerk sind Personalberater in der Lage auch auf einem leergefegten Arbeitsmarkt Arbeitnehmer zu finden, die die notwendigen Anforderungen erfüllen.

    Suchmethoden von Headhuntern

    Mit der anzeigengestützten Suche und der direkten Suchen werden zwei wesentliche Methoden unterschieden, die Personalvermittler bei der Suche nach geeigneten Kandidaten anwenden. Im Rahmen der anzeigengestützten Suche werden in verschiedenen analogen und digitalen Medien Stellenangebote geschaltet. Das können Zeitungen, Fachmagazine, Jobportale im Internet aber auch soziale Netzwerke sein. Die Kandidaten bewerben sich beim Personalvermittler, der dann eine Vorauswahl trifft.

    Einen immer größeren Raum nimmt jedoch die direkte Suche ein. Dabei macht sich der Personalberater aktiv auf die Suche nach geeigneten Personen und versucht diese gegebenenfalls zu einem Arbeitgeberwechsel zu bewegen. Vielfach nutzen Headhunter für die direkte Suche ihre Datenbanken und ihr Netzwerk, sie recherchieren aber auch im Internet. Beliebt sind beispielsweise Karrierenetzwerke wie Linkedin und Xing, aber auch Facebook wird konsultiert.

    Für die Recherchearbeit sind bei Beratungsunternehmen sogenannte Researcher zuständig. Werden Anzeigen- und Direktsuche kombiniert, spricht man auch von Mixed Media Search.

    Vorteile von Personalberatern Nachteile von Personalberatern
    • Entlastung der Personalabteilung durch Outsourcing
    • Gute Arbeitsmarktkenntnis
    • Weitreichendes Netzwerk
    • Beschleunigung des Auswahlprozesses
    • Höhere Neutralität, Diskretion und Objektivität
    • Schutz das Unternehmensimage bei Abwerbeversuchen
    • Geringere Quote von Fehlentscheidungen bei Personalauswahl
    • Kein Schutz der Berufsbezeichnung
    • Kennt Ihr Unternehmen nur oberflächlich
    • Keine Kontrolle über das Auftreten und Kommunikationsverhalten im Namen Ihres Unternehmens
    • Herausgabe persönlicher und vertraulicher Informationen notwendig
    • Hohe Kosten

     

    Arbeitnehmer sind Jobangeboten gegenüber aufgeschlossen

    Die meisten Personalberater sind auf eine bestimmte Branche oder eine Sparte innerhalb der Branche spezialisiert. Das ist wichtig, da sich gut ausgebildete und erfahrene Mitarbeiter heute fast nur noch durch das Abwerben rekrutieren lassen. Personalberater müssen folglich nicht nur wissen, wo sie entsprechende Kandidaten finden und ansprechen können, sondern sie müssen auch gute Überzeugungsarbeit leisten.

    Dass das Geschäft der Personalvermittler so gut läuft, hat nicht nur mit der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt zu tun, sondern auch damit, dass ein Großteil der Arbeitnehmer einem Arbeitsplatzwechsel durchaus aufgeschlossen gegenübersteht. Einer Studie von Linkedin zufolge, sind nur 17 Prozent der Vollzeitbeschäftigten aktiv auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Der Großteil der übrigen 83 Prozent hingegen ist auf passiver Jobsuche. Das heißt, sie schauen sich zwar nicht aktiv um, sind Angeboten aber nicht abgeneigt. Genau auf diese Gruppe zielen Headhunter ab.

    Auswahlkriterien für einen Personalberater

    Wenn Sie einen Personalvermittler mit der Suche und Auswahl eines neuen Mitarbeiters beauftragen wollen, sollten Sie bei der Auswahl eines geeigneten Dienstleisters genau hinschauen. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, so dass sich prinzipiell jeder als Personalberater bezeichnen darf. Achten Sie bei der Wahl eines Beraters auf folgende Auswahlkriterien:

    • Ausbildung
    • Tätigkeitserfahrung
    • Branchenkenntnis
    • Spezialisierung
    • Referenzen
    • Leistungsspektrum
    • Suchmethoden
    • Vernetzung innerhalb der Branche
    • Kommunikationsfähigkeit
    • Angebots- und Vertragsgestaltung
    • Transparenz
    • Außendarstellung und -wahrnehmung
    • Projektplanung und -organisation
    • Honorargestaltung

    In sechs Schritten zum neuen Mitarbeiter

    Haben Sie den passenden Personalberater gefunden, erfolgt seine Dienstleistung üblicherweise in sechs Schritten:

    1. Persönliches Beratungsgespräch

    Bei einem Besuch des Personalberaters in Ihrem Unternehmen werden das Profil der zu besetzenden Stelle sowie die Anforderungen an den Mitarbeiter besprochen. Gegebenenfalls können gemeinsam mit dem Headhunter Veränderungen an der Stellenbeschreibung vorgenommen werden, um schneller und günstiger einen geeigneten Kandidaten zu finden.

    2. Betriebsbesichtigung

    Bei einer Besichtigung Ihres Unternehmens macht sich der Headhunter ein Bild von der Ausstattung, den Prozessabläufen, dem Betriebsklima und der Arbeitsatmosphäre. Wichtige Informationen, die ihm dabei helfen, einen Bewerber zu finden, der zum Unternehmen passt und nicht gleich in der Probezeit wieder aussteigt.

    3. Konditionen vereinbaren

    Sind die Ziele und Rahmenbedingungen geklärt, können Sie mit dem Personalberater ein individuelles Honorar sowie die Zahlungsmodalitäten verhandeln.

    4. Schriftlicher Vertrag

    Halten Sie alle Vereinbarungen in einem Vertrag fest, der auch die Fristen enthält und regelt, wie der Personalberater bezahlt wird, wenn er innerhalb der Frist keine geeigneten Kandidaten präsentieren kann.

    5. Suche und Auswahl

    Nachdem alles geklärt ist, kann der Headhunter mit der Suche beginnen. Er trifft eine Vorauswahl und präsentiert Ihnen eine Auswahl an zwei bis sechs geeigneten Arbeitnehmern, aus der Sie einen auswählen.

    6. Arbeitsvertrag unterzeichnen

    Mit der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags gilt der Auftrag als erfolgreich abgeschlossen und die Abschlusszahlung wird fällig.

    Was kostet ein Headhunter?

    Die Kosten für einen Headhunter trägt immer das beauftragende Unternehmen. In aller Regel bemisst sich das Honorar am Jahresbruttogehalt des zu vermittelnden Kandidaten. Üblich sind Prozentsätze zwischen 15 und 35 Prozent, wobei die genaue Höhe unter anderem von der

    • Hierarchiestufe,
    • Branche,
    • Region
    • und den Anforderungen an den Mitarbeiter abhängt.

    Je komplexer die Suche, desto teurer der Personalvermittler. In ländlichen Regionen ist es beispielsweise besonders schwierig Digitalexperten zu finden, die hier leben und arbeiten wollen. Entsprechend aufwendiger ist die Personalbeschaffung und höher das Honorar.

    Häufig verlangen Personalberater ein Mindesthonorar, um zumindest die Kosten decken zu können. In seltenen Fällen lässt sich die Personalvermittlung auch zum Festpreis oder 100 Prozent erfolgsabhängig vereinbaren.

    Hinweis: Je höher die Karrierestufe und die Anforderungen an den Kandidaten, desto höher auch das Honorar. Vor allem für Führungskräfte sind Honorarsätze über 30 Prozent üblich. Beachten Sie zudem, dass Nebenkosten für Anzeigen und Reisen hinzukommen können.

     

    Bei der Abrechnung ist die Drittelregelung üblich. Demnach wird ein Drittel des vereinbarten Honorars mit Auftragsvergabe fällig. Ein weiteres Drittel wird entweder nach einem vorher festgelegten Projektfortschritt oder nach einer bestimmten Zeit fällig. Das letzte Drittel wird mit Unterzeichnung des Arbeitsvertrags in Rechnung gestellt, der gleichzeitig die erfolgreiche Beendigung des Auftrags markiert.

    Personalberatung ist teuer aber lohnenswert

    Je schwieriger es wird, freie Stellen im Bereich der Fach- und Führungskräfte zu besetzen, desto gefragter sind Headhunter. Sie sind auf die Suche und Auswahl hochqualifizierter Mitarbeiter spezialisiert. Insbesondere wenn es um das Abwerben von anderen Unternehmen geht, bringen sie die notwendige Expertise mit und können als Vermittler das Image Ihres Unternehmens schützen.

    Achten Sie bei der Auswahl eines Personalberaters darauf, dass dieser sich in Ihrer Branche auskennt, transparent arbeitet und Ihre Kommunikations- sowie Verhaltensregeln beachtet. Eine gute Personalberatung zahlt sich trotz der hohen Kosten aus, da Sie Ihre Unternehmensressourcen so für das Kerngeschäft nutzen können und das Risiko einer teuren Falschauswahl reduzieren.

    Autor: Matthias Koprek

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