Autokratische Führung: Wie der Führungsstil den Erfolg des Unternehmens beeinflusst

Autokratische Führung: Wie der Führungsstil den Erfolg des Unternehmens beeinflusst

Eine Möglichkeit, Unternehmen zu führen, ist der autokratische Führungsstil, der autoritärer Führungsstil genannt wird. Hier stehen die alleinigen Machtbefugnisse und die Gesamtverantwortung an oberster Stelle beim Chef des Unternehmens.

Der autokratische Führungsstil blickt – verglichen mit anderen Methoden – auf eine vergleichsweise lange Geschichte zurück. Er hat seinen Ursprung in einer Zeit, als der Mensch vor 100 oder noch 50 Jahren. Damals wurden Menschen noch als reine Arbeitskraft und Untertan angesehen. 

    Unternehmen werden auf unterschiedliche Art und Weise geführt. Der Führungsstil, wie mit den Mitarbeitern umgegangen wird oder welche Kompetenzen ihnen eingeräumt werden, ordnet man verschiedenen Stiltypen zu: Entweder nach

    • Max Weber (Sozialökonom, 1864-1920)
    • Kurt Lewin (Psychologe, 1890-1947).
    • Daneben gibt es noch den eindimensionalen, zwei- und dreidimensionalen Führungsstil

    Autokratischer Führungstyp: Deutliche Hierarchie zwischen Führungskraft und Mitarbeitern

    Während sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte neue Führungsstile entwickelt haben, um den veränderten Ansprüchen der Mitarbeiter gerecht zu werden, ist der autokratische Stil ein eher klassischer und nach wie vor einer starken Hierarchie verpflichtet. Das kann Vorteile haben, aber auch Nachteile. Grundsätzlich sorgt der autokratische Führungsstil für klare Regeln im Betrieb. Wobei sowohl Entscheidungsvollmacht als auch Verantwortung für die Verteilung der Aufgaben stets beim Chef liegt. 

    Vorteile des autokratischen Führungsstils: 

    • Eindeutige Verantwortlichkeit, Zuständigkeiten sind klar geregelt
    • Schnelle Entscheidungen, anstatt vieler Gespräche und Diskussionen
    • Die Situation im Betrieb und damit auch die Arbeitsabläufe sind unter Kontrolle
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    Der autokratische Führungsstil bietet einige Vorteile, sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer © Matej Kastelic – Adobe Stock

    Nachteile des autokratischen Führungsstils: 

    • Ohne den Firmenchef, etwa bei Krankheit, können keine Entscheidungen getroffen werden
    • Die Motivation und der Leistungswille der Mitarbeiter ist wenig ausgeprägt
    • Anregungen und Wünsche von Mitarbeitern finden kein Gehör
    • Distanz und wenig Vertrauen zwischen den Angestellten und dem Unternehmenschef

    Der autokratische Führungsstil nach Weber bedeutet Willkür und Alleinherrschaft eines Einzelnen, es herrscht Kontrolle und Sanktion. Mitarbeiter sind nicht befugt, sich an wichtigen Entscheidungen zu beteiligen. Stattdessen wird Disziplin und Gehorsam erwartet, welche das Unternehmen betreffen, nicht beteiligen. Ähnlich wie beim autokratischen Führungsstil liegt bei dem sogenannten patriarchalischen Führungsstil (Weber) ebenfalls die Macht und Verantwortung allein beim Firmenchef. Hier zeigen sich auch Züge von Wohlwollen oder Güte gegenüber den Mitarbeitern, nach großbürgerlicher Idee erfüllt der Chef eine väterliche Funktion oder auch eine Vorbildfunktion im Unternehmen. Dieser Führungstyp findet sich häufig in Familienunternehmen mit tradierten Wertvorstellungen in Zusammenhang mit der Firmenführung. Beiden Führungsstilen fehlt jedoch generell die Motivation der Mitarbeiter, eigene und für das Unternehmen nützliche Ideen zu entwickeln. 

    Charismatische und bürokratische Führung

    Beim charismatischen Führungsstil (Weber) wiederum liegt der Schwerpunkt auf der optimistischen Ausstrahlung des Führenden. Die charismatische Unternehmensführung ist einseitig in der Beziehung zwischen dem Vorgesetzten und seinen Angestellten. Charismatische Führungstypen können allein aufgrund ihrer Persönlichkeit und Ausstrahlung ihre Mitarbeiter begeistern und motivieren. Allerdings ist Charisma nichts, was erlernt werden kann, sondern größtenteils in die Wiege gelegt wird. Um den Betrieb gemeinsam mit den Angestellten nach vorne zu bringen, darf dem charismatischen Unternehmertyp folgendes nicht fehlen: Eine positive und freundliche Einstellung gegenüber seinen Mitarbeitern.

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    Charismatische Führungspersönlichkeiten überzeugen mit Ausstrahlung und Persönlichkeit © Right 3 – Adobe Stock

    Der bürokratische Führungsstil (Weber) hingegen ist stark auf die Befolgung von Gesetzen, Richtlinien und Vorschriften durch die Mitarbeiter fokussiert. Hier geht es weniger um die Persönlichkeit des Führenden – seine Führungsposition kann im Grunde leicht auf eine andere Person übertragen werden. 

    Nachteile des Führungsstils können sein: 

    • Nur wenig Entscheidungsspielraum des Vorgesetzten
    • Wenig Motivation der Angestellten
    • Langwierige Entscheidungswege
    • Wegen allzu starrer Regelungen keine Möglichkeit auf Veränderungen im Unternehmen 

    Kurt Lewin entwickelte eine weitere Klassifikation von Führungstypen. Während die Unterteilung von Max Weber in der Literatur als „tradierte Führungsstile“ bezeichnet wird, unterscheidet Lewin die sogenannten klassischen Führungsarten. 

    Hier werden folgende unterschieden: 
    Der autoritäre Führungsstil
    Der kooperative Führungsstil
    Der Laissez faire Führungsstil

    Während der autoritäre dem autokratischen Stil gleicht (distanziertes Verhältnis zwischen dem Chef und den Mitarbeitern, kein Mitspracherecht der Beschäftigten, etc.) spielt bei dem kooperativen Führungstil die Meinung und deren Mitwirkung an betrieblichen Prozessen eine große Rolle. An wichtigen Entscheidungen, die das Unternehmen angehen, dürfen sich die Arbeitnehmer beteiligen. Dieser Führungsstil wird in der Forschung überwiegend als vorteilhaft beurteilt. Zum einen fühlen sich die Mitarbeiter wertgeschätzt und die Motivation ist höher. Zum anderen kann der Firmenchef durch die Mitwirkung der Angestellten deutlich entlastet werden. Außerdem kann ein kooperativer Führungsstil für ein besseres Betriebsklima und zufriedenere Mitarbeiter sorgen. Als potenzielle Gefahr hingegen wird neben einer möglichen Überforderung des Vorgesetzten gesehen, dass die Mitarbeiter nicht diszipliniert genug arbeiten könnten. 

    Laissez faire: Große Entscheidungsspielräume für Mitarbeiter

    Der Laissez faire-Stil (Laissez faire: französisch „lasst machen“) haben die Mitarbeiter einen großen Handlungsspielraum bei der Frage, wie sie ihre Arbeit angehen. Eigenverantwortung und Kreativität werden großgeschrieben. Letztlich entscheidet die Gruppe darüber, auf welche Art und Weise der Arbeit nachgegangen wird. Der Vorgesetzte hat die Rolle des Beraters und Informationsvermittlers inne.

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    Im Laissez faire-Stil genießen die Mitarbeiter einige Freiheiten © vectorfusionart – Adobe Stock

    Durch den großen Entscheidungsspielraum ist die Motivation in derart geführten Unternehmen oft hoch. Auf der anderen Seite brauchen viele Mitarbeiter in einem Beschäftigungsverhältnis klare Regeln, an die sie sich halten können. Sind diese wie hier nicht gegeben, kann sich das auf die Arbeitsprozesse negativ auswirken. Außerdem laufen Laissez faire-geführte Unternehmen Gefahr, dass die Disziplin leidet oder Konflikte unter den Beschäftigten entstehen.  

    Demokratischer Stil: Kooperation mit Grenzen

    Der demokratische Führungsstil beruht auf einer Kooperation zwischen der Führungsebene und den Mitarbeitern. Dabei wird den Angestellten ein gewisses Maß an Eigenbestimmung eingeräumt. Mitarbeiter sollen und dürfen beim demokratischen Führungsstil ihre Meinung vertreten, die dann in Unternehmensentscheidungen einfließen. Zum Meinungsaustausch dienen Gruppenbesprechungen: Hier wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. Letztendlich entscheidet jedoch der Firmenchef. Vorteile sind hier Transparenz auf dem Weg zur Entscheidungsfindung sowie mehr Motivation der Beschäftigten, weil sie in die Prozesse eingebunden werden. 

    Neue Konzepte gefragt

    Weil jedoch mehr und mehr erkannt worden ist, dass Unternehmer auch auf die fachliche Kompetenz seiner Mitarbeiter angewiesen sind, haben sich im Laufe der Zeit neue Führungsstile etabliert. Sowohl die autokratische Methode als auch der patriarchalische Führungstyp, einen Betrieb zu führen, werden vielfach als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Stattdessen kommt Faktoren wie Kreativität, Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter in der modernen Arbeitswelt immer mehr Bedeutung zu. Genauso spielt Teamwork und Zusammenarbeit  in Betrieben eine wichtigere Rolle, ebenso wie soziale Kompetenzen und Motivation.

    Neuere Führungsstile zielen in diesem Zusammenhang häufig auch darauf, die Distanz zwischen dem Unternehmenschef und den Angestellten abzubauen. Daneben soll Transparenz geschaffen und die Eigenverantwortlichkeit und Rechte der Mitarbeiter gestärkt werden. Alles in allem geht es hier um ein besseres Arbeitsklima, das die Produktivität erhöhen und verbessern soll. Eine relativ junge Art, Unternehmen zu führen, stellt beispielsweise die transformationale Führung dar. Diese beruht auf vier Faktoren, mit denen Mitarbeiter gefördert werden. Generell geht es dabei um Thematisierung moralischer Werte, die von der Führungspersönlichkeit vorgelebt werden. Das soll dazu dienen, dass die Beschäftigten ihrer Arbeit einen neuen Sinn geben. Das Ziel soll sein, dass individuelle Interessen zum Wohl der Firma zurückgestellt werden. 

    Die vier Faktoren sind: 
    1Vorbild sein (Vorleben, was von anderen gewünscht wird)
    2Mitarbeitern Anregungen geben, eigene Ideen zu entwickeln
    3Inspirieren (durch die Entwicklung von Visionen)
    4Mitarbeiter individuell fördern und auf unterschiedliche Bedürfnisse eingehen

    Autor: Redaktion Personalwissen