• 0228 / 95 50 160
Marken der Personalwissen Familie

E-Bike statt Dienstwagen – so setzen Sie es um

© Lucky Business/Fotolia
E-Bike

Seit langer Zeit gelten Fahrzeuge, die Arbeitnehmer für betriebliche Zwecke vom Unternehmen gestellt bekommen, als unangefochtenes Statussymbol. Sie stellen eine komfortable Anschaffung dar, von der nicht nur der Arbeitnehmer, sondern auch das Unternehmen profitieren kann. Doch muss es immer ein Auto sein? In Zeiten sich ausdehnender Dieselfahrverbote in Innenstädten steigen viele Beschäftigte auf umweltverträglichere Alternativen um. Eine dieser Alternativen: Das Fahrrad oder ein E-Bike. Damit ist man flexibel, schnell am Stau vorbei und tut ganz nebenbei noch etwas für die eigene Gesundheit – doch Dienstfahrrad statt Dienstauto? Wie das geht und wie sich ein E-Bike für Unternehmen rechnen kann, lesen Sie in diesem Artikel.

    Fahrrad statt Auto? E-Bikes auf dem Siegeszug

    Man tut der Umwelt, dem Geldbeutel und sich selbst einen großen Gefallen: Fahrrad fahren ist deutschlandweit auf dem Vormarsch. Besonders der Verkauf von Elektrobikes folgte in den letzten Jahren einem rasanten Aufwärtstrend. Wurden im Jahr 2007 noch weniger als 100.000 verkauft, so waren es 2016 bereits über 600.000 E-Bikes alleine in Deutschland.

    Inzwischen sind Schätzungen zufolge mehr als drei Millionen Fahrräder mit Elektroantrieb auf deutschen Straßen unterwegs. Was diese Zahlen fördert: Für ein Rad, das nur eine Geschwindigkeit von maximal 25 Stundenkilometern erreicht, gilt keine Helmpflicht! Doch die Drahtesel mit elektronischem Hilfsmotor sind teuer: Mehrere tausend Euro muss ein potenzieller Käufer auf den Tisch legen, um ein derartiges Modell zu erstehen. Das können sich viele Mittel- und Geringverdiener heute kaum noch leisten. Hinzu kommen Energiekosten zum Laden des Rades, die auf den ersten Blick zunächst verborgen bleiben.

    Wer seinen Mitarbeitern also etwas Gutes tun möchte, kann die Möglichkeit eines elektrischen Dienstfahrrades eröffnen. Nicht nur für die Arbeitnehmer liegen die Vorteile dabei auf der Hand: Gesundheit, Umwelt und Nerven werden geschont – Letzteres vor allem durch das Umgehen von langwährenden Staus auf dem morgendlichen Arbeitsweg.

    Doch lohnt sich eine solche Anschaffung für den Betrieb eigentlich? Worauf Sie bei Kauf, Versteuerung und Versicherung vom E-Bike achten sollten, damit das Elektrobike nicht zum Minusgeschäft, zeigen wir Ihnen jetzt.

    Ob E-Bike oder Dienstwagen — Die Frage ist doch: Lohnt sich ein Dienstwagen überhaupt? Finden Sie es JETZT heraus und nutzen Sie unseren Firmenwagen Online-Rechner, der kostenlos zur Verfügung steht.

    Das Dienstfahrrad: So lohnt es sich für Unternehmen

    Wer als Unternehmer vor der Entscheidung zwischen E-Bike und Dienstauto als Firmenfahrzeug für seine Beschäftigten steht, muss genau abwägen. In verschiedenen Bereichen gibt es Vor- und Nachteile der beiden Alternativen. Die Argumente, die aus Unternehmerperspektive für ein Dienstfahrrad sprechen, sind dabei jedoch nicht zu verachten.

    Ein wichtiger Pluspunkt, der für ein E-Bike spricht, findet sich im steuerlichen Bereich: Anders als bei Firmenwagen muss der Anfahrtsweg zur Arbeit mit dem Fahrrad nicht versteuert werden. Gleichzeitig gilt aber: Dienstwagen und Dienstfahrrad sind grundsätzlich steuerlich gleichgestellt. Das bedeutet, auch das E-Bike kann außerhalb der Arbeitszeit für private Fahrten genutzt werden.

    Wichtiger Hinweis: Dabei gilt wie beim Dienstwagen die „1-Prozent-Regel“: 1 Prozent des Listenpreises muss als geldwerter Vorteil versteuert werden. Damit entfallen umständliche Einträge in Fahrtenbücher, die beim Fahrrad ohnehin nur schwer umsetzbar sind.

     

    Zusätzlich kann das Dienstfahrrad auch eine gute Alternative zur klassischen Gehaltserhöhung darstellen. Im Sinne der sogenannten Gehaltsumwandlung können sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber durch das Fahrzeug profitieren. Der Arbeitgeber spart sich so die Lohnnebenkosten, sprich Sozialversicherungsbeiträge, die bei einer Gehaltserhöhung anfallen würden.

    Gleichzeitig kann sich die Anschaffung von Firmenfahrrädern auch positiv auf die Außenwirkung des Unternehmens und die Arbeitgebermarke auswirken. Welcher Betrieb möchte nicht gerne als umwelt- und arbeitnehmerfreundlich gelten? Mit einem Wechsel vom klassischen Dienstwagen zum E-Bike punktet der Betrieb auf jeden Fall. Zusätzlich wird die Gesundheit der Mitarbeiter gestärkt und damit langfristig für die Firma Kosten gesenkt. Ein etwas anderes Betriebliches Gesundheitsmanagement, sozusagen.

    Kauf oder Leasing? Wie sich das E-Bike rechnet

    Fällt die Entscheidung auf das Firmenfahrrad, steht der Arbeitgeber auch schon vor der nächsten Entscheidung: Leasing oder Kauf? Auch hier muss man genau abwägen. Kauft das Unternehmen die Fahrräder, kann der Arbeitgeber die Kosten hierfür als Betriebsausgaben absetzen. Erhält der Mitarbeiter das E-Bike zur freien Verfügung, kann das Unternehmen den Preis über sieben Jahre abschreiben.

    Doch auch das Leasing, das schon bei Dienstautos immer beliebter wird, zahlt sich bei Fahrrädern aus. Speziell darauf ausgerichtete Leasinganbieter stellen verschiedene Modelle zur Auswahl. Die meisten Leasingverträge laufen in der Regel drei Jahre. Ein entsprechender Versicherungsschutz ist üblicherweise bereits im Vertrag inkludiert. Dieser gilt speziell für Unfälle oder Diebstahl. Einige Anbieter stellen auch eine Pannenhilfe bereit.

    Tipp: Achten Sie auf die Inhalte des Vertrages und vergleichen Sie die entsprechenden Tarife, die mitunter stark variieren können.

     

    Der Arbeitgeber ist der Leasingnehmer des Firmenfahrrades. In einem mit dem Mitarbeiter vereinbarten Überlassungsvertrag sollten alle wichtigen Vereinbarungen schriftlich fixiert werden. Das heißt aber auch, dass sich der Arbeitgeber finanziell am E-Bike beteiligen muss – ansonsten wäre nämlich der Arbeitnehmer der Leasingnehmer.

    Achtung: Nach Ablauf des Leasingvertrages steht bei Dienstwagen üblicherweise die Kaufoption des Fahrzeugs. Bei einem Fahrrad als Leasingobjekt kann sich das allerdings schnell zur Steuerfalle wandeln. Wenn der Arbeitnehmer zusätzlich zur Kaufoption beispielsweise die Leasingrate im Rahmen einer Gehaltsumwandlung selbst finanziert, könnte er vom Betriebsprüfer letztlich als wirtschaftlicher Leasingnehmer eingeordnet werden. Die Folge: Das E-Bike wäre kein Dienstrad und der Arbeitgeber muss Lohnsteuer und Sozialversicherung nachzahlen.

     

    Welches darf’s sein: Welche E-Bike-Modelle taugen als Dienstrad?

    Grundsätzlich gelten alle Fahrräder – mit und ohne Motor – als Dienstfahrrad. Üblicherweise entscheiden Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam über das Modell, manchmal liegt die Entscheidung aber auch beim Arbeitnehmer alleine. In der Regel setzt der Arbeitgeber allerdings Grenzen in der Auswahl und muss vor dem Kauf seine Zustimmung abgeben.

    Einige der gängigsten Fahrradmodelle, die sich als Dienstfahrrad nutzen lassen, sind:

    • Sporträder
    • Fahrräder mit Hilfsmotor: E-Bike, Pedelec
    • Alltagsräder
    • Andere Fahrradtypen

    Der bisherige Trend beim Dienstrad geht klar zum E-Bike. Hier ist jedoch besondere Vorsicht gefragt, denn diese dürfen grundsätzlich nicht schneller als 45 Stundenkilometer fahren, da sie sonst als Kraftfahrzeuge gelten – und im Umkehrschluss dann wie ein Dienstwagen gewertet werden würden.

    Fazit: Das Dienstfahrrad als echte Alternative

    Das Dienstfahrrad ist das neue Dienstauto – oder zumindest eine echte Alternative für jeden Unternehmer, der Kosten einsparen und sein Unternehmen in der Außenwirkung positiv darstellen möchte. Umweltschutz und Arbeitnehmerfreundlichkeit zahlen sich aus. Ein E-Bike kann seinen Teil dazu beitragen.

    Vergessen Sie nicht unseren kostenlosen Firmenwagen Online-Rechner zu nutzen, um Klarheit zu bekommen, was sich am meisten lohnt. Finden Sie es JETZT heraus und nutzen Sie unseren Firmenwagen Online-Rechner, der kostenlos zur Verfügung steht.

    Auch steuerlich lohnt sich ein Umstieg aufs Rad allemal. Durch die gleichwertige Behandlung von Dienstauto und -fahrrad bei gleichzeitiger Steuerfreiheit für den Arbeitsweg sammelt das Fahrrad Pluspunkte. Bei privater Bereitstellung des Rades für den Arbeitnehmer lassen sich außerdem Betriebskosten einsparen.

    Vorsicht ist alleine bei der häufig angebotenen Kaufoption in Leasingverträgen geboten. Hier können sich versteckte Steuerfallen auftun, die für das Unternehmen schnell unangenehm werden können. Achten Sie also vor allem beim Leasing immer genau auf alle Einzelheiten im Vertrag und unterschreiben Sie erst dann, wenn Sie alle Eventualitäten überprüft haben. Dann ist das Dienstfahrrad auf jeden Fall eine lohnenswerte Alternative für Arbeitnehmer und Unternehmen.

    Autor: Redaktion Personalwissen

    Siegel

    Sie haben Fragen? Rufen Sie uns an.
    0228 / 95 50 160