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Wann lohnt sich ein Dienstwagen?

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Dienstwagen sinnvoll, Dienstwagen lohnt sich

Arbeitgeber stellen ihren Arbeitnehmern häufig einen Dienstwagen zur Verfügung, der auch bei privaten Fahrten genutzt werden kann. Zusätzlich zur Vergütung ist diese Option ein attraktiver Zusatz zum Bruttomonatslohn – und sorgt daher fast immer für Freude bei den Mitarbeitern. Dies umso mehr, als der Dienstwagen bei privater Nutzung auf den ersten Blick eine äußerst günstige Möglichkeit für die eigene Mobilität darstellt.

    Für wen lohnt sich ein Dienstwagen?

    Wer das Angebot für einen Dienstwagen vom Arbeitgeber bekommt, der sollte sich nicht nur über die Vorteile freuen, die damit einhergehen. In der Regel kommt der Arbeitgeber für sämtliche Kosten auf, die mit dem Firmenwagen einhergehen. Dennoch bringt das Dienstfahrzeug für den Arbeitnehmer durchaus auch Nachteile mit sich. Hier lohnt es sich, Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen.

    Vorteile eines Dienstwagens

    Die Vorteile eines Dienstwagens mit privater Nutzungsmöglichkeit sind klar. Zum einen bietet der Dienstwagen ein zusätzliches Extra, durch das unter Umständen ein privater Pkw überflüssig wird. Zum anderen garantiert der Dienstwagen gerade im privaten Bereich ungetrübten Fahrspaß, denn: Reparaturkosten, Versicherungsbeiträge und oft auch die Benzinkosten zahlt meistens der Arbeitgeber. Zudem räumen viele Arbeitgeber auch die Möglichkeit ein, mit dem Dienstwagen ins Ausland zu fahren. Arbeitnehmer können das Firmenfahrzeug auch für die Urlaubsfahrten in den Ferien nutzen.

    Ein weiterer Vorteil ist der Umstand, dass der Wertverlust des Fahrzeugs zu Lasten des Arbeitgebers geht. Da es sich bei Dienstwagen regelmäßig um Leasingfahrzeuge handelt, fällt der steigende Wertverlust ohnehin nicht in den Zuständigkeitsbereich des Arbeitnehmers.

    Auch steuerlich ergeben sich aus dem Dienstwagen durchaus Vorteile. So kann die Pendlerpauschale, die rechtlich exakt als Entfernungspauschale bezeichnet wird und sich aus § 9 des Einkommensteuergesetzes (kurz: EStG) ergibt, bei der Steuererklärung als Teil der Werbungskosten geltend gemacht werden. Dadurch reduziert sich die Höhe der Einkünfte und wirkt sich dementsprechend direkt auf die Steuerlast des Arbeitnehmers aus.

    Nachteile eines Dienstwagens

    Bei allen Vorteilen ergeben sich aus der privaten Nutzung eines Dienstwagens auch Nachteile. Diese sollten bei der Entscheidung für oder gegen einen Dienstwagen unbedingt berücksichtigt werden. Nicht selten entscheiden sich Arbeitnehmer auch gegen einen Dienstwagen – dies vor allem aufgrund der Überlegung, die finanziellen Nachteile zu umgehen.

    Der größte Nachteil bei einem Dienstwagen mit Privatnutzung ergibt sich aus der Versteuerung der privaten Nutzung des Fahrzeugs. Der Gesetzgeber sieht hierin einen sogenannten geldwerten Vorteil, der zum Bruttolohn hinzugezählt wird. Je höher der Bruttolohn, desto höher die Steuerlast. Somit schraubt auch dieser Gehaltsbestandteil den Steuerbetrag deutlich nach oben. Ebenfalls werden auf den geldwerten Vorteil Sozialabgaben erhoben: Das Nettoeinkommen des einzelnen Arbeitnehmers sinkt damit ebenfalls deutlich.

    Für die Versteuerung des Dienstwagens mit Privatnutzung stehen Arbeitnehmern zwei Methoden zur Verfügung. Bei der Pauschalversteuerung wird für die private Nutzung ein Betrag in Höhe von einem Prozent des inländischen Bruttolistenpreises beim Zeitpunkt der Erstzulassung versteuert. Dies kann insbesondere in den Fällen negativ sein, in denen der Arbeitgeber lediglich ein gebrauchtes Fahrzeug zur Verfügung stellt. Hier gilt der Grundsatz: Nicht die tatsächlichen Konditionen zum Zeitpunkt des Kaufs sind entscheidend, sondern der ursprüngliche Listenpreis des Fahrzeugs.

    Fällt der Anteil der privaten Fahrten an der Gesamtnutzung eher gering aus, lohnt sich anstelle der Pauschalversteuerung die Versteuerung über ein Fahrtenbuch. Dabei werden alle Fahrten mit dem Firmenfahrzeug detailliert aufgezeichnet. Die Aufzeichnung für dienstliche Fahrten muss eine Information beinhalten zu:

    • Datum der Fahrt
    • Kilometerstand bei Fahrtantritt
    • Kilometerstand bei Fahrtende
    • Name der besuchten Firma
    • Name des besuchten Geschäftspartners
    • Fahrtziel
    • Grund für die Fahrt.

    Die Aufzeichnung für private Fahrten muss lediglich eine Information über den Kilometerstand bei Fahrtantritt und bei Fahrtende enthalten.

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    Wann lohnt sich der Verzicht auf den Dienstwagen?

    Der Dienstwagen ist in der wirtschaftlichen Praxis nicht selten Gegenstand von Diskussionen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dies liegt insbesondere an der zusätzlichen Steuerlast, die für einige Arbeitnehmer einen deutlichen finanziellen Nachteil darstellt. Eine Umstellung auf die Versteuerung per Fahrtenbuch ist eine Möglichkeit, die Steuerlast zu reduzieren. Dennoch stellen sich Arbeitnehmer hier auch oft die Frage, ob alternativ der Verzicht auf den Dienstwagen rechtlich zulässig und möglich ist.

    Hierbei ist zu unterscheiden, ob der Dienstwagen als Lohnbestandteil gilt oder zu reinen Dienstzwecken gestellt wird. In der klassischen Konstellation ist der Dienstwagen Teil des Gehalts. Damit ist er nicht nur verhandelbar, sondern in der Regel auch nicht zwingend. Der Arbeitnehmer kann also bei den Gehaltsverhandlungen bzw. bei den Verhandlungen vor Abschluss des Arbeitsvertrages entsprechende Vorstellungen formulieren. Dabei kann er deutlich machen, dass er an einem Dienstwagen mit privater Nutzung kein Interesse hat.

    Dem Arbeitgeber entstehen dadurch allerdings Nachteile. Unternehmen nutzen Dienstwagen nämlich auch dafür, um für den eigenen Betrieb Profit zu schlagen.

    • Die Option zur Privatnutzung des Dienstwagens räumt dem Arbeitgeber die Möglichkeit ein, das Bruttogehalt entsprechend zu reduzieren. Gleichzeitig reduzieren sich auch die Lohnnebenkosten und ergeben so einen finanziellen Vorteil für den Arbeitgeber.
    • Werden die Dienstfahrzeuge durch das Unternehmen gekauft, erhält der Unternehmer beim Kauf die Umsatzsteuer zurück. Damit ergibt sich ein weiterer finanzieller Vorteil für den Arbeitgeber in Form einer steuerlichen Erleichterung. Rein technisch ist die Umsatzsteuer nur ein durchlaufender Posten. Allerdings führt sie im Fall einer derart großen Anschaffung zu einer deutlichen Reduzierung der eigenen Umsatzsteuerlast.
    • Bevorzugt werden Dienstwagen durch den Arbeitgeber jedoch nicht gekauft, sondern im Rahmen eines Leasingvertrages für die Firma beschafft. Auch diese Möglichkeit bringt für das Unternehmen Vorteile mit sich – denn auch hier können alle Kosten rund um die Anschaffung steuerlich geltend gemacht werden.

    Gibt es eine Pflicht zur Nutzung eines Dienstwagens?

    Wer auf den Dienstwagen mit Privatnutzung verzichten möchte, der sollte mit dem Arbeitgeber das Gespräch suchen. Da der Dienstwagen grundsätzlich ein Gehaltsbestandteil ist, lässt sich unter Umständen auch eine andere Alternative finden. Dies ist besonders für die Arbeitnehmer interessant, die sich von der privaten Nutzung des Dienstwagens keinen Mehrwert versprechen. Das kann sich zum Beispiel ergeben, weil der eigene Privatwagen höherwertig ist oder auch aufgrund von finanziellen Überlegungen bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils.

    In der Regel nicht verhandelbar ist die Nutzung eines Dienstwagens zu dienstlichen Zwecken unter Ausschluss der Privatnutzung. Diese stellt oft eine notwendige Voraussetzung dar, um die im Arbeitsvertrag festgelegten Aufgaben zur Zufriedenheit des Arbeitgebers durchführen zu können. Ein Verzicht auf den Dienstwagen würde den Zielen des Unternehmens dann direkt entgegenstehen und die internen Prozesse unnötig erschweren.

    Autor: Redaktion Personalwissen

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