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Corporate Benefits für Mitarbeiter: Deshalb sind sie so wichtig

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Corporate Benefits

Der Fachkräftemangel ist heutzutage in aller Munde: Unternehmen suchen dringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Nicht ohne Grund erwägen immer mehr Firmen, wie sie ihre bisherigen Mitarbeiter halten und neue Beschäftigte rekrutieren können. Eine Lösung: Corporate Benefits für Mitarbeiter. Was sich die Beschäftigten am meisten wünschen und was Sie bei der Umsetzung der Benefits für Mitarbeiter beachten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was sind Corporate Benefits?

Nach dem Motto: „Geld ist eben doch nicht alles“ sind Corporate Benefits kleine Zusatzleistungen und Angebote, die Arbeitgebern ihren Mitarbeitern bieten, um diesen eine Wertschätzung entgegenzubringen.

Das Ziel ist dabei, die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern, um einerseits die Fluktuationsrate gering zu halten und andererseits die Leistungsorientierung der Mitarbeiter positiv zu beeinflussen. Denn: Eine höhere Motivation führt auch zu mehr Produktivität.

Spezifische Mitarbeiterangebote – auch Incentives (engl.: Anreiz) genannt – erhöhen außerdem die Arbeitgeberattraktivität und formen die Unternehmenskultur. Das hat im Sinne des Employer Brandings in den vergangenen Jahren besonders an Relevanz gewonnen.

Wie wichtig sind Benefits für Mitarbeiter?

Die Frage, inwiefern die Motivation von Mitarbeitern von Corporate Benefits abhängt, lässt sich  nicht pauschal beantworten – zu unterschiedlich können die Angestellten die Zusatzleistungen empfinden. Haben die Mitarbeiter zum Beispiel nur das Gefühl, dass man sie für unzufriedenstellende Arbeitsbedingungen entschädigt, können Mitarbeitervorteile eher weniger für die Motivation bei der Arbeit beitragen.

Haben die Betriebsangehören jedoch das Gefühl, dass sie die Zusatzleistungen als wertschätzende Geste für ihre Leistung am Arbeitsplatz erhalten, können die Benefits einen wirklichen Beitrag für mehr Motivation am Arbeitsplatz leisten.

Einen Anhaltspunkt, wie wichtig Mitarbeitervorteile sind, liefert eine Umfrage von StepStone unter österreichischen Arbeitnehmern zum Employer Branding. In dieser gaben die Befragten an, dass für sie bei der Beurteilung eines Unternehmens „Gehalt, Benefits und Sozialleistungen“ an zweiter Stelle stehen.

Klar ist dabei: Junge Mitarbeiter gehen bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes nicht mehr nur nach Gehalt. Haben sie doch von älteren Mitarbeitern erfahren, welche Gefahren hinter einer zu großen Arbeitsbelastung lauern. Stichworte wie Burn-out und Depressionen sind dabei in den Köpfen vieler junger Menschen. Daher rücken für sie Mitarbeiterangebote wie zum Beispiel Gesundheitsvorsorgeleistungen, flexible Arbeitszeiten und Weiterbildungsangebote immer mehr in den Vordergrund.

Mitarbeiterbenefits: Welche Möglichkeiten gibt es für Unternehmen?

Firmen auf der ganzen Welt haben die Entwicklung von Mitarbeiterbenefits genau beobachtet – und entsprechend reagiert. So bietet die englische Kosmetikfirma The Body Shop ihren Betriebsangehörigen fünf Tage mehr Urlaub, wenn sie sich ehrenamtlich engagieren.

Ein weiteres Beispiel ist Airbnb: Ganz im Sinne der Unternehmensphilosophie bietet die Firma ihren Mitarbeitern ein jährliches Reisebudget an. Mit diesem können sie das Angebot der Plattform selbst nutzen. Das sind ausgefallene Ideen, welche sich vor allem in den USA größter Beliebtheit erfreuen. Doch es gibt auch klassische Benefits für Mitarbeiter, die sich schon länger auch in Europa etabliert haben.

Klassische Beispiele für Benefits für Mitarbeiter sind:

  • Firmenfahrzeuge zu günstigen Konditionen
  • Vergünstigte ÖPNV-Tickets
  • Neuwertige Firmenhandys
  • Geschenkgutscheine und Rabatte bei Onlineshops
  • Attraktives Gesundheitsmanagement wie Fitness- und Gesundheitskurse während der Arbeitszeit oder Mittagspause
  • Kostenlose oder vergünstigte Nutzung der Kantine
  • Attraktive Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung
  • Finanzielle Zusatzleistungen oder betriebliche Altersvorsorge

Es gibt also zahlreiche Möglichkeiten, um die Belegschaft über betriebliche Zusatzangebote zu motivieren und zu binden. Mit den Corporate Benefits sind jedoch nicht nur Stärken, sondern auch einige Schwächen verbunden.

Incentives: Vorteile und Nachteile von Mitarbeiterbenefits im Blick

Der Vorteil der Incentives gegenüber Gehaltserhöhungen ist dabei, dass sie nicht versteuert werden müssen. Daher sind die Corporate Benefits für Mitarbeiter oftmals attraktiver als eine Gehaltserhöhung – aber auch Unternehmen sparen sich dadurch Steuern und Sozialabgaben.

Corporate Incentives haben für Mitarbeiter jedoch auch Nachteile: Im Gegensatz zu Gehaltserhöhungen schlagen sich zusätzliche Leistungen nicht im Rentenbescheid nieder. Daher sollten Sie dies bei der Ausarbeitung eines attraktiven Angebotskonzepts berücksichtigen. Eine Möglichkeit, dies zu kompensieren, ist eine betriebliche Altersvorsorge.

Ein weiterer Nachteil für Arbeitnehmer ist zudem, dass die Incentives jederzeit kündbar sind. Eine Abwägung, ob sich für den Mitarbeiter eher eine Gehaltserhöhung oder Zusatzleistungen lohnen, sollte daher im Rahmen eines Mitarbeitergesprächs vorgenommen werden.

Die beliebtesten Benefits: Das sagen Arbeitnehmer

Klassische Mitarbeitervorteile wie der Firmenwagen und vergünstigte Nahverkehrstickets sind nach wie vor sehr gefragt. Doch Unternehmen weltweit lassen sich immer wieder neue Maßnahmen einfallen. So gibt es neuerdings auch Unternehmen, die ihren Angestellten ein Sabbatical bezahlen. Andererorts stellen Firmen ihren Mitarbeitern einen Life-Coach zur Seite, was bisher aber noch die Ausnahme ist.

Doch welche Zusatzleistungen sind den Mitarbeitern am liebsten? Dies enthüllt die Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu, die genau diese Fragen 55.360 Arbeitnehmer stellte. Das sind die fünf meistgenannten Antworten der Umfrage aus dem Jahr 2015:

  1. Flexible Arbeitszeiten: Fast die Hälfte der Befragten wünscht sich, ihren Arbeitsalltag flexibel gestalten zu können. Und das ist nicht verwunderlich. Familie und Job möchten viele gut vereinbaren können. Wer da seine Arbeitszeiten nach der Familie ausrichten kann, profitiert in einem nicht unerheblichen Maße.
  2. Homeoffice: Dieser Aspekt knüpft an den ersten an: Die Angestellten von heute möchten Karriere machen, ohne dabei ihre Familienplanung vernachlässigen zu müssen. Durch die Arbeit im Homeoffice scheint dieser Aspekt in greifbare Nähe zu rücken.
  3. Hunde geduldet: Der Hund ist des Menschen liebstes Haustier. Dementsprechend möchten auch die Mitarbeiter bei ihrer Arbeit nicht darauf verzichten, ihren tierischen Begleiter mitnehmen zu können. Das hat übrigens auch viele positive Auswirkungen auf das Betriebsklima: Zahlreiche Studien haben bewiesen, dass Bürohunde einen Beitrag zu einer positiv wahrgenommenen Arbeitsumgebung leisten.
  4. Firmenwagen: Nach wir vor spielt das klassische Incentive – der Geschäftswagen – ganz oben mit.
  5. Betriebliche Altersvorsorge: Bereits während des aktiven Berufslebens an die Rentenzeit denken – viele Arbeitnehmer wünschen sich eine betriebliche Altersvorsorge.

Die Wünsche der Mitarbeiter sind damit immer noch sehr klassisch. Dennoch kann es sich für ein Unternehmen auch lohnen, sich von der Masse abzuheben: Einfallsreiche Ideen werden von den Angestellten immer gerne gesehen. Dabei ist es jedoch wichtig, eine Mischung von verschiedenen Mitarbeitervorteilen anzubieten – jeder Angestellte hat nämlich andere Wünsche und Vorlieben. Während der eine ein privat nutzbares Firmenhandy präferiert, ist dem anderen die Möglichkeit, bei Bedarf unbezahlten Urlaub nehmen zu können, wichtiger. Daher sollten die Zusatzleistungen so variabel wie nur möglich sein.

Was sollten Unternehmen bei Mitarbeiterangeboten beachten?

Viele Bewerber wählen das Jobangebot aus, das Ihnen neben einem guten Gehalt auch noch attraktive Mitarbeiterangebote bietet. Aspekte wie Work-Life-Balance und „Quality-Time“ mit Familie und Freunden werden immer wichtiger.

Daher wird es auch für Firmen immer bedeutsamer, sich zu überlegen, wie man am Unternehmensprofil feilen kann, um als attraktiver Arbeitgeber in Betracht gezogen zu werden.

Zu beachten ist dabei, dass jedes Unternehmen jedem Angestellten höchstens 528 Euro pro Jahr im Rahmen von Mitarbeiterbenefits zukommen lassen darf. Doch welche sonstigen Punkte sollten Unternehmen bei Mitarbeitervorteilen beachten?

Tipp 1: Verbindlich bleiben!

Beim Gespräch mit Mitarbeitern oder Bewerbern dürfen Sie nichts versprechen, was Sie nicht einhalten können. Unerfüllte Erwartungen vonseiten der Beschäftigten sorgen für ein negatives Arbeitgeberimage.

Sprechen Sie daher vor dem Gespräch mit den verantwortlichen Personen ab, welche Benefits für Mitarbeiter Sie anbieten können. Egal, ob Firmenfahrrad, Mitarbeiterangebote in puncto Gesundheit oder flexible Gehaltssysteme – nicht nur das „Was“, sondern auch das „Wie“ zählt.

Tipp 2: Fokussieren Sie die Zielgruppe, die Sie ansprechen möchten!

Je nachdem, ob Sie beispielsweise ein Start-up-Unternehmen betreuen oder mit Ihren Angeboten vor allem Führungskräfte mit langjähriger Arbeitserfahrung ansprechen möchten: Die Präferenzen Ihrer Mitarbeiter ändern sich. Jede Zielgruppe hat andere Wünsche und Bedürfnisse.

Erfahrungsgemäß ziehen junge Menschen in einer großen Stadt ein vergünstigtes Straßenbahnticket der kostenfreien Teilnahme beim Reha-Sport vor. Menschen, die bereits im Berufsleben angekommen sind, wünschen sich eher einen Betriebskindergarten als Berufseinsteiger oder Auszubildende.

Tipp 3: Seien Sie einfallsreich

Egal, ob der jährliche Betriebsausflug oder kostenlose Snacks am Arbeitsplatz: Die Belegschaft freut sich sicher über jegliches Angebot, das ihnen zur Verfügung steht. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Der Musikstreamingdienst Spotify bietet zum Beispiel jedem Mitarbeiter mit Familienplanung die Möglichkeit an, seine Fruchtbarkeit medizinisch untersuchen zu lassen. Auch wenn es nicht immer so ausgefallen sein muss: Corporate Benefits sind für viele Arbeitnehmer ein Zuckerbrot, das sie meistens gerne in Anspruch nehmen.

Tipp 4: Lassen Sie der Belegschaft die Wahl!

Incentives sind für Arbeitnehmer umso attraktiver, wenn sie sie frei nach ihrer Präferenz aussuchen können. Wie schon erwähnt, hat jeder Mitarbeiter andere Interessen und Wünsche. Klären Sie daher die zur Verfügung stehenden Benefits in den Mitarbeitergesprächen. Eine Möglichkeit ist es hierbei, die Mitarbeitervorteile auch als eine Alternative für eine Gehaltserhöhung anzubieten.

Falls sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht auf eine Erhöhung einigen können, kann es für beide Seiten eine attraktive Lösung sein. Wichtig ist dabei, dass der Mitarbeiter eine Auswahlmöglichkeit hat. Hat der Angestellte das Gefühl, dass er nur mit einer einfallslosen Durchschnittsmaßnahme abgespeist wird, trägt das nicht zu einem zufriedenstellenden Gespräch bei.

Tipp 5: Kommunizieren Sie Ihre Benefits für Mitarbeiter

Ein weiterer Punkt, den Sie nicht vernachlässigen sollten: Kommunizieren Sie Incentives und Benefits für Mitarbeiter nach außen! Dies ist beispielsweise auf Jobmessen oder über die eigene Website möglich.

Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass auch die interne Kommunikation relevant ist. Viele Mitarbeiter wissen manchmal gar nichts von den Vorteilsaktionen, die ihnen ihre eigene Firma anbietet. Daher sollte man die Intranetseiten regelmäßig aktualisieren. Auch auf neue Mitarbeiterangebote lässt es sich über Aushänge oder das Intranet aufmerksam machen.

Fazit: Benefits für Mitarbeiter – lohnen sich auch für Unternehmen

Corporate Benefits für Mitarbeiter lohnen sich – sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Wenn die Belegschaft glücklich und gesund ist, ist sie zugleich auch produktiver. Zudem identifiziert sie sich mit dem Unternehmen. Ein weiterer Vorteil für die Organisation: Auch der Krankenstand sinkt. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Unternehmenszahlen aus und lässt die Umsatzzahlen schlussendlich steigen.

Sind Mitarbeiterbenefits also sinnvoll? Diese Frage lässt sich demnach mit „ja“ beantworten. Wenn Personalverantwortliche und Geschäftsleitung auf die richtige Auswahl der Mitarbeiterangebote achten und diese nach außen und innen kommunizieren, werden einerseits neue High-Potentials rekrutiert, die ihrer Arbeitsstätte andererseits länger treu bleiben. Eine Win-win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Autor: Redaktion Personalwissen

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