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Coaching als Instrument der Personalentwicklung

© Matej Kastelic/Fotolia
Coaching als Instrument

Die stetige Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter steht im Mittelpunkt der Personalentwicklung. Denn: Das Rad der Zeit dreht sich in der Arbeitswelt vor allem im Kontext des digitalen Wandels immer schneller weiter. Wer auf seinem Arbeitsgebiet up to date bleiben will, sollte sich nach geeigneten Fortbildungs- bzw. Entwicklungsmaßnahmen umschauen – ein Beispiel dafür sind Coachings. Was Unternehmen und Personaler rund um das Coaching als Instrument der Personalentwicklung wissen sollten, lesen Sie in diesem Beitrag.

    Coaching: Definition und Ziele

    Coaching ist eine Form der Personalentwicklung – und ist damit ein spezielles Instrument insbesondere zur Weiterbildung von Fach- und Führungskräften. Genauer gesagt lässt sich das Coaching als professionelle Beratung und Begleitung von Mitarbeitern – zumeist in Führungspositionen – beschreiben. Das Ziel eines Coachings ist es, die Beschäftigten auf neue berufliche Herausforderungen vorzubereiten.

    Das Coaching ist eine Beratungsform, die vor allem auf die Findung von individuellen Lösungen und Ergebnissen abzielt. Somit dient es insbesondere der persönlichen Leistungssteigerung des Arbeitnehmers. Erreicht werden soll dies vor allem durch die Selbstreflexion des Klienten – auch Coachee genannt. Die Aufgabe des Coaches besteht indes darin, auf die Problemursachen aufmerksam zu machen, indem er den Prozess der Selbstwahrnehmung des Coachees unterstützt und begleitet.

    Weitere Merkmale eines professionellen Coachings sind:

    • Der Coach führt seinen Klienten durch eine zumeist persönlich oder beruflich herausfordernde Situation. Sobald der Klient die Situation selbst meistern kann, beendet der Coach die Sitzungen möglichst schnell.
    • Ein Coaching findet (fast) immer im Rahmen eines Einzelgesprächs statt. Coachings in der Gruppe sind nicht vorgesehen, da der Coach den Coachee individuell beraten muss. Eine Ausnahme kann das Coaching von (Nachwuchs-) Führungskräften sein – diese lassen sich auf die neue Aufgabe auch gemeinsam vorbereiten.
    • Die beteiligten Personen – also der zu Beratende und der Berater – begegnen sich auf Augenhöhe. Der Coach kann keine Anweisungen geben, sondern hilft dem Coachee mit Feedback und Impulsen.

     

    Coaching als Methode der Personalentwicklung: Wie läuft ein Coaching ab?

    Der Ablauf eines Coachings ist immer relativ ähnlich. Führt man Coachings im Rahmen der beruflichen Weiterbildung durch, sollten die Sitzungen außerhalb der betrieblichen Büroräume stattfinden. Damit lässt sich vermeiden, dass beispielsweise Anrufe von Mitarbeitern oder Kollegen die Sitzung stören.

    Es sollte zudem darauf geachtet werden, dass man die Coachingstunde durch ein räumlich einladendes Umfeld einrahmt – das ist im stressigen Arbeitsalltag im Büro zumeist nicht gegeben. Sobald die Beteiligten alle Rahmenbedingungen des Coachinggesprächs geklärt haben, steht der Coachingsitzung nichts mehr im Weg.

    Eine Sitzung lässt sich fast immer in fünf Punkte unterteilen:

    1. Aufbau einer Beziehung: Das Gespräch muss auf einem vertrauten Verhältnis zwischen Coach und Coachee basieren – die Relevanz der gegenseitigen Sympathie sollte man hierbei nicht unterschätzen.
    2. Definition der Ziele: Welche Ziele hat der Coachee? Diese Frage sollte der Coach in einer tiefer gehenden Analyse und Auseinandersetzung stellen.
    3. Perspektiverweiterung: Sich neue Ansätze und Denkweisen zu überlegen, mit denen der Klient mit einem Problem oder einer Herausforderung umgehen kann, ist das Kernelement einer Coachingsitzung. Quer zu denken und neue Impulse zu setzten, sind wichtige Aufgaben des Coaches.
    4. Auswahl der Ziele: Haben die Beteiligten einige Lösungsansätze gefunden, so muss man eine Auswahl treffen: Welche Ansätze lassen sich wie im Arbeitsalltag verwirklichen? Was sollte man dabei beachten? Das sind nur einige Fragen, die man in diesem Schritt beantworten sollte.
    5. Abschlussgespräch: Im Rahmen des finalen Gespräches kann ein Rückblick auf die Sitzung erfolgen – folgende Fragen sollten die Beteiligten beantworten können: Welche Punkte nehme ich aus der Sitzung mit? Wie setze ich diese um? Welche Aspekte sollten wir in den nächsten Sitzungen besprechen?

    Die Relevanz von Personalentwicklung für Unternehmen

    Man lernt nie aus – dieses Sprichwort könnte man auch als den Grundsatz der Personalentwicklung sehen. Denn: Hier geht es darum, die Mitarbeiter eines Unternehmens in ihrer persönlichen und fachlichen Entwicklung zu unterstützten. Das lässt sich durch verschiedene Personalentwicklungsmaßnahmen umsetzen und kann vor, während oder nach der Arbeit geschehen – das heißt entweder berufsvorbereitend oder berufsbegleitend. Geeignete Personalentwicklungsinstrumente sind beispielsweise:

    • Seminare
    • Weiterbildungen
    • Workshops
    • E-Learning-Seminare
    • Coachings und Mentoring

    Damit gehört auch das Coaching – wie schon erwähnt – zur Personalentwicklung.

    Hinweis: Bei der Auswahl der jeweiligen Weiterbildungsmaßnahme ist aber Folgendes zu beachten. Je nachdem, welche Ziele der jeweilige Mitarbeiter erreichen möchte, bietet sich auch eher die eine oder die andere Maßnahme an. Workshops und Seminare können hier beispielsweise zur Stärkung des Teamgeists beitragen, während Coachings oder E-Learning-Angebote fast immer der individuellen Förderung des Arbeitnehmers dienen.

    Wie kann Coaching als Instrument der Personalentwicklung eingesetzt werden?

    Bis vor einigen Jahren war die Teilnahme an einem Coaching für berufliche Zwecke nur den höchsten Führungskräften in einem Unternehmen zugestanden. Das hat sich jedoch geändert: Man coacht jetzt auch vermehrt Nachwuchskräfte, die in Führungspositionen eingesetzt werden sollen sowie ebenfalls Fachkräfte.

    Das ist unabhängig von der Größe und der Branche des Betriebs – zu diesem Ergebnis kam die Marburger Coaching Studie. Bevor ein Arbeitnehmer an einem Coaching teilnimmt, überprüft die Personalabteilung die Qualifizierung zumeist in Gesprächen, in der sie beispielsweise Analysen zur Potenzialentwicklung durchführt.

    Dabei können mehrere Anlässe den Bedarf an einem Coaching hervorrufen. Das sind:

    • Die fachliche Weiterbildung einer Arbeitskraft
    • Die Ausbildung junger Talente für die Aufgaben einer Führungsposition
    • Die Unterstützung eines Arbeitnehmers, der unter Mobbing leidet oder persönliche Probleme mit Kollegen zu bewältigen hat
    • Die Optimierung oder Verbesserung der unternehmerischen Ergebnisse zur Umsatzsteigerung
    • Die Unterstützung eines Team- oder Projektleiters bei der Aufnahme der neuen Aufgabe

    Die Vorteile von Coaching als Personalentwicklungsmaßnahme

    Das Coaching eines Mitarbeiters kann – wie schon erwähnt – mehrere Ziele haben. Jedoch haben sie alle eines gemein: Der Klient reflektiert sein Verhalten und nimmt es aus der Vogelperspektive wahr. Bei diesem Prozess unterstützt ihn der Coach.

    Der Vorteil eines Coachings: Es lässt sich sehr gut in die firmeninterne Strategie der Personalentwicklung einbinden. Beispielsweise können nach Mitarbeitergesprächen Ziele festlegt werden, die sich durch Coachingsessions besser umsetzen lassen. Zudem ist es mit Coaching möglich, bestimmte Themen besonders zu vertiefen – egal ob in der Gruppe oder im Einzelgespräch.

     

    Doch auch Nachwuchskräfte, die in Zukunft Führungspositionen übernehmen sollen, erfahren durch Coachingsessions eine sehr wertschätzende Behandlung vonseiten ihres Arbeitgebers: Sie fühlen sich von ihrem Betrieb nicht mit ihren neuen und herausfordernden Aufgaben im Stich gelassen. Dadurch können sie ihre neue Arbeit mit weniger Druck und Angst beginnen – ein Plus sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber.

    Weitere Vorteile des Coachings sowohl für Mitarbeiter als auch Betriebe sind:

    • Lösung von betriebsinternen Konflikten, einhergehend mit einer verbesserten Arbeitsatmosphäre
    • Steigerung des Selbstbewusstseins der Mitarbeiter
    • Gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit durch wertschätzende Behandlung vonseiten des Arbeitgebers
    • Größere Loyalität zum Unternehmen
    • gesteigerte Motivation

    Ein individuelles Coaching lässt sich je nach Ziel und Mitarbeiter also sehr gut als Maßnahme zur Personalentwicklung einsetzen. Nicht zu vernachlässigen ist jedoch der finanzielle Aspekt: Coachings sind zumeist wesentlich kostenintensiver als beispielsweise Gruppen- oder E-Learning-Angebote.

    Diese Kompetenzen sollte ein Coach mitbringen

    Nicht jeder eignet sich dazu, andere Menschen zu coachen. Wenn Sie also einen internen Coach einsetzen möchten, sollte dieser über ein paar Kernkompetenzen verfügen. Als Coach sollte man Spaß daran haben, anderen zuzuhören und sich auf Gespräche einzulassen.

    Bei der Coaching-Technik geht es nicht darum, Tipps oder Ratschläge an die Mitarbeiter zu verteilen, sondern vor allem darum, ihnen zuzuhören und aus dem Erzählten auf deren persönliche Fähigkeiten, Vorlieben, Kompetenzen und das individuelle Entwicklungspotenzial zu schließen. Ein intensives und konzentriertes Zuhören ist daher unerlässlich.

    Außerdem sollte derjenige, der die Coaching-Technik  anwendet, empathisch sein. Das Coaching wird erfolgreich sein, wenn er sich gut in das Gegenüber hineinversetzen kann und die Wünsche und Bedürfnisse des Mitarbeiters erkennt. Geeignete Kandidaten können Sie entsprechend ausbilden lassen. Das Coaching durch einen Personaler wird den in Frage kommenden Kandidaten im Rahmen von Weiter- und Fortbildungen vermittelt.

    Das Coaching kann nach der abgeschlossenen Ausbildung im Rahmen von Interviews oder Gesprächen stattfinden, in denen der Coach versucht, Interessen und Kompetenzen sowie Wünsche und Anregungen von dem Arbeitnehmer zu erfahren. Das Gespräch soll in möglichst entspannter und lockerer Atmosphäre stattfinden und möglichst einseitig sein, sodass der Arbeitnehmer redet und der Personaler lediglich gezielte Fragen stellt, ohne auf die Antworten näher einzugehen oder diese zu bewerten.

    Eine Auswertung erfolgt erst im Anschluss und erfolgt ebenfalls ohne Wertung, sodass der Arbeitnehmer sich in seinen Antworten nicht eingeschränkt fühlen muss und frei reden kann.

    Wenn die Coaching-Technik für Personaler optimal angewandt wurde, sollte am Ende herauszufinden sein, wie und in welchem Bereich sich der Arbeitnehmer gern weiterbilden möchte oder inwiefern ein Verbesserungs-, Fort- oder Weiterbildungsbedarf besteht.

     

    Autor: Redaktion Personalwissen

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