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Bewerbungsgespräch per Skype – Tipps für Arbeitgeber

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Bewerbungsgespräch per Skype

Sucht man im Internet nach Ratschlägen, wie man erfolgreich ein Bewerbungsgespräch via Skype führt, findet man diese für Bewerber en masse. Doch wie sieht es mit den Arbeitgebern aus? Haben Sie es als Gesprächsführer grundlegend einfacher?

Heutzutage werden von den zunehmenden Möglichkeiten der Digitalisierung auch die Bewerbungsgespräche beeinflusst. Reichen eine Kopie der Bewerbungsunterlagen, eine Liste an Fragen, ein Skype-Account und eine gute Internetverbindung schon aus? Skype zu nutzen ist nicht schwer, doch ein Bewerbungsgespräch darüber zu führen erfordert etwas mehr Planung als Sie vielleicht annehmen.

Wie sich ein Bewerbungsgespräch über Skype von einem herkömmlichen unterscheidet und wie Sie sich optimal darauf vorbereiten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

    Was ist Skype?

    Skype ist eine der populärsten Apps, um Videoanrufe mit Menschen auf der ganzen Welt zu tätigen. Man registriert sich mit seiner E-Mail-Adresse und erhält ein eigenes Nutzerkonto, über dessen integriertes Telefonbuch alle darin enthaltenen Kontakte jederzeit angerufen werden können, insofern man über eine Kamera verfügt.

    Des Weiteren wird ein Headset oder ein Kameramikrofon benötigt. Da auch eine Chat-Funktion zur Verfügung steht, kann man sich vor dem Gespräch schriftlich absprechen, zu welcher Uhrzeit das Telefonat stattfindet.

    Tipp: Die Basisregeln, die bei jedem Bewerbungsgespräch gelten, gelten selbstverständlich auch bei einem Skype-Interview.

    Wieso werden Bewerbungsgespräche über Skype immer beliebter?

    Viele Unternehmen tun alles Mögliche, um Kosten zu senken, Zeit zu sparen und Effizienz sicherzustellen, weshalb immer mehr Personalmanager bei Bewerbungsgesprächen auf Videotechnologie wie Skype setzen. Zum Beispiel fallen für ein Skype-Interview keine Anreisekosten an und es ist sehr viel schneller und unkomplizierter zu organisieren.

    Diese fünf Tipps helfen Ihnen, sich besser auf ein Skype-Interview vorzubereiten.

    1. Professionalität an den Tag legen

    Arbeitgeber haben den Vorteil, dass sie örtlich flexibel sind und dabei trotzdem noch – oder gerade deshalb – den professionellen Standard ihres Unternehmens wahren können. Genau wie bei einem Face-to-Face-Gespräch bestimmen sie auch hier die Maßstäbe und das Tempo des Gesprächs.

    Dies scheint – vor allem bei einem höheren Erfahrungswert – recht einfach. Trotzdem besteht das Risiko, dass das professionelle Niveau durch den fehlenden Druck eines persönlichen Gespräches sinkt.

    Obwohl es nur ein Webcam-Interview ist, sollten Sie genau so vorbereitet sein, als sei der Bewerber persönlich anwesend. Wenn Sie das im Hinterkopf behalten, können Sie Ihre bisher bewährten Vorgehensweisen auch weiterhin so handhaben.

    2. Technische Versiertheit

    Völlig gleich, welche App Sie für das Bewerbungsgespräch verwenden; ob es sich um Skype handelt oder aber beispielsweise auch WhatsApp: Stellen Sie sicher, dass Sie im Voraus bestens mit der Handhabung der App vertraut sind und das Gespräch möglichst bequem führen können.

    Es liegt in Ihrer Verantwortung, sich mit den Voraussetzungen eines Skype-Interviews auszukennen. Sie erwarten ja auch vom Bewerber, dass er vorbereitet ist und eine angemessene Etikette an den Tag legt.

    Eine technische Unversiertheit auf Bewerberseite erweckt einen ebenso unprofessionellen Eindruck wie mangelhafte Kenntnisse bei der Handhabung auf Arbeitgeberseite. Sind Sie als Personalmanager bestens mit der Bedienung der App vertraut, kommt es nicht zu einer ungewollten Einbüßung von Professionalität und Kompetenz.

    Für erfahrene Skype-Nutzer sowie für Einsteiger ist empfehlenswert, regelmäßig den Umgang mit der App zu üben und regelmäßig sicherzustellen, dass keine Verbindungsprobleme in Ton und Video auftreten.

    Wichtiger Hinweis! Die Liste der FAQs im Hilfebereich von Skype kann sehr hilfreich dabei sein, etwaige Probleme zu beheben. Die Liste ist detailliert, gründlich aufgebaut und leicht verständlich.

     

    Wenn Sie ein Bewerbungsgespräch per Skype führen wollen, sollten Sie auch über eine solide Breitbandverbindung verfügen. Als Netzwerk eignet sich das Ethernet am besten, da es eine stabilere Verbindung als das W-Lan sicherstellen kann.

    3. Die richtige Kulisse beim skypen

    Des Weiteren sollten Sie sich sicher sein, wo genau Sie das Gespräch führen wollen. Arbeitet man beispielsweise in einem aus Trennwänden bestehenden Büroraum, ist zu empfehlen, sich einen Konferenzraum zu buchen, sollte das Unternehmen über einen verfügen. Die Umgebung sollte ruhig sein, damit die Konzentration nicht gefährdet wird.

    Tipp: Ebenso sollten jeglichen Ablenkungen, wie zum Beispiel Handyklingeln oder anderweitige Gesprächsstörungen, vorgebeugt werden. Es geht um ein professionelles Auftreten und das Widerspiegeln dessen, was man auch vom Bewerber erwartet.

     

    Auch die Beleuchtung des Raums ist wichtig. Verwenden Sie beispielsweise nur eine einzige, helle Lichtquelle im Raum, so kann Ihr Gesicht von Schatten bedeckt sein oder der Raum hinter Ihnen viel zu dunkel wirken. Andererseits kann auch helles Sonnenlicht stören, indem es die Videoqualität verwaschen erscheinen lässt. Ein Büro oder Konferenzraum eignet sich nach getroffenen Vorbereitungen also am besten.

    Dabei sollte der Hintergrund am besten immer simpel gehalten werden. Unordnung ist unerwünscht, ebenso imageschädigende Plakate oder Bilder an der Wand. Ein schlichter, einfarbiger Hintergrund ist sicherlich das Beste. Zusätzlich können auch ein paar Pflanzen oder Bücherregale platziert werden, um dem trockenen Eindruck einer weißen Wand etwas sympathischeres zu verleihen.

    Tipp: Andersherum können auch ausgewählte Gegenstände im Sichtfeld platziert werden. So kann man gezielt einen Eindruck entstehen lassen, der das Image des Unternehmens stärkt.

     

    4. „Rote Flaggen“ beim Skype-Interview

    Es gibt auch Aspekte, die bei der Vorbereitung nicht sofort auffallen, auf die man aber achten sollte. Dabei sind sogenannte Red Flags, also deutliche Anzeichen, die auf Unprofessionalität schließen lassen, essenziell.

    • Skype-Account-Namen – Es gibt keinen Grund, hier kreativ zu werden. Ihr voller Name oder eine leichte Variation dessen reichen vollkommen aus. Das gleiche gilt für den Bewerber. Etwas Seltsames, Komisches oder Persönliches in den Profilnamen zu integrieren, zeugt nicht gerade von Professionalität.
    • Zeitzonen – Es obliegt nicht der alleinigen Verantwortung des einen oder des anderen, sich nach der jeweils anderen Zeitzone zu richten, da dies auch immer individuell von der Tageszeit an beiden Orten abhängt.

    Die Absprache im Vorfeld ist das wichtigste. Dabei sollten Sie und der Bewerber sich möglichst unkompliziert und schnell einigen können. Ist dies nicht nach dem spätestens zweiten Anlauf möglich, ist auch das eine solche Red Flag.

    5. Aufzeichnung des Bewerbungsgesprächs per Skype

    Sich während des Gesprächs Notizen zu machen, ist zwar empfehlenswert, allerdings gibt es mittlerweile diverse Plug-Ins, die das Gespräch in Bild und Ton aufzeichnen können. Diese Vorgehensweise ist zum Beispiel für Schulungszwecke im Personalmanagement sehr geeignet, da es einen höheren Lerneffekt hat, wenn man das Gespräch wirklich miterlebt, statt nur die Notizen zu sehen.

    Auch um junge und unerfahrene Bewerber zu motivieren und ihnen ein wenig die Hemmung zu nehmen, ist es sehr geeignet, Bewerbungsgespräche per Skype aufzuzeichnen.

    Wichtiger Hinweis! Bevor Sie das Bewerbungsgespräch aufzeichnen, ist eine Einwilligung des Bewerbers von Nöten. Nach aktueller Rechtslage und der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) machen Sie sich bei der unerlaubten Aufzeichnung strafbar.

     

    Auf diese Art und Weise müssen Sie sich nicht allein auf Ihr Gedächtnis und Ihre Notizen verlassen, sondern können die Aufzeichnung im Nachhinein noch einmal auf eventuell untergegangene, wichtige Informationen kontrollieren und so vielleicht auch besser abschätzen, welche Bewerber in die engere Auswahl um die freie Stelle kommen.

    Allerdings sollten Sie auch nicht vergessen, dass auch Ihr Teil des Gesprächs aufgezeichnet wird. Wenn Sie das Material also mit Kollegen durchgehen, sollten Sie beim Gespräch bestens auf den Kandidaten vorbereitet gewesen sein, denn auch Ihre Kollegen beurteilen Ihre Leistung. Die Aufzeichnung eignet sich nur dann zu Schulungszwecken, wenn das Bewerbungsgespräch von Ihrer Seite bestens geführt wird.

    Fazit: Bewerbungsgespräch per Skype – kein allzu großer Unterschied zum klassischen Bewerbungsgespräch

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Bewerbungsgespräch, das über Skype geführt wird, nur in einigen Feinheiten von einem normalen Bewerbungsgespräch zu unterscheiden ist. Grundlegend bringt das Bewerbungsgespräch über Skype sehr viele Vorteile mit sich. Diese ergeben sich hauptsächlich durch die sehr viel schnellere und unkompliziertere Organisation und Durchführung. Die Anreise und damit verbundenen eventuellen Kosten für den Arbeitgeber lassen sich so vermeiden. Ebenso ist der Zeitaufwand auf beiden Seiten geringer als bei einem konventionellen Bewerbungsgespräch.

    Autor: Redaktion Personalwissen

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