• 0228 / 95 50 160
Marken der Personalwissen Familie

Betriebsklima: 4 Dinge, die Sie über eine gute Arbeitsatmosphäre wissen müssen

© contrastwerkstatt / Fotolia
Betriebsklima, Mitarbeiterbindung

Ein gutes Betriebsklima ist nicht nur für die Mitarbeiter ein wichtiges Thema. Denn: Wenn die Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen und ein vertrauensvolles Miteinander herrscht, sind sie weniger krank und können ihr komplettes Entwicklungspotenzial ausschöpfen – wichtige Faktoren für die Erfolgschancen eines jeden Unternehmens.

Daher zeigt Ihnen dieser Blogbeitrag, wie Sie als Personaler für ein gutes Betriebsklima sorgen können.

Was ist gutes Betriebsklima: Definition

Laut dem Gabler Wirtschaftslexikon ist das Betriebsklima ein „Sammelbegriff für das subjektive Erleben eines Betriebes durch seine Mitarbeiter mit Vorgängen der zwischenmenschlichen Interaktion und Kommunikation als Schwerpunkt.“ Das bedeutet, dass es vor allem um die subjektive Wahrnehmung des Betriebs vonseiten des Personals geht.

Ein angenehmes und positives Betriebsklima zeichnet sich durch verschiedene Merkmale aus:

  • Lockere und entspannte Stimmung am Arbeitsplatz
  • Gegenseitiger Respekt und Toleranz
  • Anerkennung und Wertschätzung
  • Kollegiales Verhalten miteinander
  • Feste Regeln, Gewohnheiten und Routine
  • Starker Teamgeist
  • Hohe Arbeitsmotivation
  • Geringe Fluktuationsrate

Einige der genannten Merkmale sind messbar, andere basieren jedoch rein auf dem Empfinden der Beschäftigten.

Wann entsteht ein gutes oder schlechtes Betriebsklima?

Während jedes Betriebsklima individuell von Unterschieden geprägt ist, gibt es zumeist immer ähnliche Ursachen für ein gutes oder schlechtes Betriebsklima. Meistens sind die Gründe auch die Merkmale eines schlechten Betriebsklimas – also ein klassischer Teufelskreis.

Ein Beispiel ist die Fluktuationsrate: Wer lange Zeit unter einem schlechten Betriebsklima leidet, hat ein hohes Erkrankungsrisiko. Fällt diese Person dann durch eine längere Krankheit im Betrieb weg, müssen die Kollegen vermehrt diese Aufgaben übernehmen. Damit steigt der Zeit- und Leistungsdruck, weswegen diese Kollegen entweder kündigen (Fluktuation) oder durch zu viel Stress krank werden (steigender Krankenstand). Eine Art Dominoeffekt tritt ein, was sich auch deutlich in den Umsatzzahlen des Unternehmens bemerkbar macht.

Als Ursachen für ein schlechtes Betriebsklima gelten die folgenden Punkte:

  • Fehlende Anerkennung füreinander
  • Starker Konkurrenzkampf und starre Hierarchiestufen
  • Wenig bis keine Kommunikation miteinander
  • Schlechte Bezahlung
  • Unfaire und starre Arbeitszeiten
  • Keine abgegrenzten Zuständigkeiten und kleine Verantwortungsbereiche
  • Zu wenig Personal

Das Betriebsklima messen: So wird’s gemacht

Natürlich lässt sich ein positives Betriebsklima durch die oben genannten „weichen“ Merkmale erkennen: Wenn eine gute und lockere Stimmung unter den Kollegen herrscht, sie sich mit ihrem Vorgesetzten auf professioneller Ebene gut verstehen und auch eine hohe Arbeitsmotivation zu erkennen ist, lässt es sich auch auf jeden Fall von einem guten Betriebsklima sprechen.

Doch das Betriebsklima kann auch gemessen werden. Hierfür müssen klare „harte“ Messkriterien entwickelt werden, mit denen die Stimmung im Betrieb genau eingeordnet werden kann. Fast immer werden dabei Fragebögen für eine Mitarbeiterbefragung entwickelt, mithilfe derer die Zufriedenheit der Mitarbeiter gemessen werden kann. Entweder die Personalabteilung selbst oder dafür ausgebildete Dienstleistungsunternehmen führen solche Befragungen bzw. Erhebungen durch.

Maßnahmen für ein gutes Betriebsklima

Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber können aktiv am guten Betriebsklima mitwirken. Denn: Der respektvolle Umgang miteinander ist niemals einseitig. So muss der Arbeitgeber sicherstellen, dass positive Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz herrschen. Wie die Arbeitnehmer diesen Rahmen jedoch ausfüllen, hängt immer von ihnen selbst ab.

Das kann der Arbeitgeber fürs Betriebsklima tun

Umsetzbare Maßnahmen der Arbeitgeberseite für ein positives Betriebsklima können wie folgt aussehen:

  • Offene Kommunikation: Negative oder positive Aspekte sollten von Arbeitnehmer und Arbeitgeber angesprochen werden können. Grundlage hierfür ist ein vertrauensvolles Umfeld, bei dem jeder konstruktive Kritik aussprechen darf.
  • Positive Fehlerkultur: Mitarbeiter sind nur Menschen, die Fehler machen können. Daher sollten Fehler auch offen thematisiert werden, damit eine gemeinsame Lösung gefunden werden kann. Denn: Niemand profitiert, wenn Fehler unter den Teppich gekehrt werden.
  • Interesse am Mitarbeiter: Damit sich ein Mitarbeiter weiterentwickeln und sein ganzes Potenzial ausschöpfen kann, braucht er einen Chef, der seine Stärken kennt. Wenn der Vorgesetzte diese auch einsetzt und den Stärken auch Raum für Entfaltung lässt, so fällt es dem Mitarbeiter einfacher, in seinen Aufgaben aufzugehen.
  • Wertschätzende Haltung: Zusatzleistungen wie ein eigenes Firmenauto oder die modernste Büroausstattung ist nicht immer alles: Auch Immaterielles ist vielen Mitarbeitern wichtig. Zu solchen immateriellen Aspekten gehört beispielsweise das regelmäßige Loben bei einem Mitarbeitergespräch. Wer sich wertgeschätzt fühlt, ist bei seiner Arbeit glücklicher.
  • Zügige Informationskultur: Das Unternehmen sollte seine Mitarbeiter zügig über wichtige Informationen informieren. Wenn Mitarbeiter Angst um ihre Arbeit haben müssen oder zu kurzfristig über interne Umbaumaßnahmen oder Veränderungen informiert werden, fühlen sich die betroffenen Mitarbeiter schnell übergangen. Sofern möglich, sollten Sie die Mitarbeiter ins Boot holen und eine Plattform schaffen, bei der sie Bedenken und Sorgen ausdrücken dürfen. Auch wenn die Mitarbeiter nicht immer mit allem konform sein müssen, was der Chef entscheidet, so trägt Transparenz doch zu einem positiven Betriebsklima bei.
  • Gemeinsame Aktivitäten: Teambuilding-Maßnahmen haben ganz eindeutig einen positiven Einfluss auf das Betriebsklima. Vor allem regelmäßige Treffen oder Betriebsausflüge helfen dabei, die Abteilung zusammenzuschweißen. Egal ob beim gemeinsamen Kochen oder Wildwasser-Rafting: Die Mitarbeiter kommen näher ins Gespräch und lernen sich so besser kennen und schätzen.

Das können Ihre Mitarbeiter für ein positives Arbeitsumfeld tun

Doch nicht nur die Arbeitgeber sollten für ein positives Arbeits- und Betriebsklima sorgen. Auch die Beschäftigten müssen an einem Strang ziehen.

  • Übernahme von Selbstverantwortung: Es ist immer sehr leicht, Fehler auf andere zu schieben – so auch in puncto Arbeits- und Betriebsklima. Denn: Es hängt nicht immer alles vom Chef ab. Auch die Mitarbeiter können in sich gehen und überprüfen, wie sie selbst für ein positives Miteinander sorgen können. Zu viel Perfektionismus oder fehlende Kommunikation sollten dabei genauso auf der Liste der Überlegungen stehen wie ein schlechtes Zeitmanagement.
  • Respektvoller Umgang: Natürlich gibt es immer Kollegen, mit denen man sich besser versteht als mit anderen. Daher ist es umso wichtiger, immer einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen – unabhängig davon, ob es der Lieblingskollege ist oder nicht.
  • Interesse für die Kollegen: Es ist wichtig, dass konstruktive Kritik an Kollegen geäußert werden darf. Denn nur so ist die eigene Weiterentwicklung möglich. Damit auch eine offene Feedbackkultur entstehen kann, sollte das Miteinander von einem gegenseitigen Interesse geprägt sein. Wenn die Mitarbeiter sich gegenseitig einschätzen können und wissen, weshalb jemand eine bestimmte Reaktion oder ein gewisses Verhalten an den Tag legt, hilft es, Kritik nicht persönlich zu nehmen sowie besser einordnen und umsetzen zu können.

Letzend Endes gilt es, als Führungskraft selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Wer einen respektvollen Umgang und ein wertschätzendes Miteinander lebt, stellt die Weichen für ein positives Betriebsklima.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

Sie haben Fragen? Rufen Sie uns an.
0228 / 95 50 160